DIMMU BORGIR & AMORPHIS – Hannover, Swiss-Live-Hall (01.02.2020)

Dimmu Borgir, Hannover - Swiss Live Hall, 01.02.2020
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Es ist nicht das beste Wetter an diesem Samstag in Hannover, aber trotzdem zieht sich eine lange Schlange schwarz gekleideter Fans die Stra├če hinauf zur Swiss-Life-Hall. Die Karawane k├Ânnte einem schon Angst und Bange machen, w├╝rden ihre Mitglieder nicht doch, trotz der langen Haare, Tattoos und einige mit Kriegsbemalung, lachen und Sp├Ą├če machen. Aus ganz Europa scheinen Fans an diesem Abend angereist zu sein. Ich h├Âre Wiener-Schm├Ąh, skandinavische, italienische und spanische Sprache.

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Die norwegischen Black Metaller von Dimmu Borgir sind in der Stadt und laden zusammen mit den Finnen Amorphis zur finalen gemeinsamen Schlacht. Und mit dem Kraftausdruck habe ich es nicht ├╝bertrieben. Das gesamte Line-Up des Abends wird alles andere als eine Happy Hour. Zus├Ątzlich werden beide Headliner von der Metalformation Wolves in the Throne Room (WITTR) unterst├╝tzt.

Alleine bei den beiden Headlinern war ich ├╝berrascht, dass dieser Abend nicht ausverkauft war. Das zeigte sich dann auch dadurch, dass die Halle sich nur langsam f├╝llte. Somit mussten WITTR dann auch vor einer halb gef├╝llten Halle ihr Set beginnen. Da Dark Metal jetzt nicht unbedingt f├╝r mich durch melodi├Âse Kl├Ąnge hervorsticht, ging leider zu viel laute Musik in einem unsch├Ânen Brei aus Hall unter, bei dem ich im Laufe das Sets das Gef├╝hl hatte, dass die Tontechnik gewaltig zu schrauben hatte, damit der Klang ertr├Ąglich wurde. Zur Mitte des Sets f├╝llte sich die Halle immer mehr, und so wurde der Resonanzraum auch besser, was wiederum den Klang in der Halle deutlich ertr├Ąglicher machte. Aber trotzdem hatte ich arge Bef├╝rchtungen, dass der Klang akustisch nach hinten losgehen k├Ânnte.

Aber so schnell geben wir den Abend zum Gl├╝ck nicht verloren. Als nach einer kurzen Umbaupause das Saallicht erlosch und Amorphis auf die B├╝hne kamen, war alles anders. Ein satter Sound, tolles Licht, und ich vernahm tats├Ąchlich Frauenstimmen, die vor Gl├╝ck schrien, als Frontmann Tomi Joutsen ans Mikro st├╝rmte und seine M├Ąhne nur so sch├╝ttelte. Da dieses eigentlich nicht ganz mein Genre ist, hatte ich erwartet, dass bei Metalbands eigentlich auch der S├Ąnger immer eine Gitarre um den Hals tr├Ągt. Tomi Joutsen war aber ein richtiger Frontman, der das Publikum f├╝r sich beansprucht, ohne dabei arrogante Starall├╝ren raush├Ąngen zu lassen. Interessant finde ich bei ihm, dass er mal tief und b├Âse das RollinÔÇś beherrscht, also dieses d├╝stere Br├╝llen oder Grollen, und innerhalb von zwei Takten eine wirklich ph├Ąnomenale Gesangsstimme rausholt. Lustige Randerscheinung war zwischendurch, dass der gute Tomi wohl nicht immer genau wusste, wo er denn heute ist. Sein ÔÇ×Come on HamburgÔÇť und ÔÇ×Thank you HamburgÔÇť war dann recht am├╝sant. Sehr angetan war ich auch von dem Gitarristen Esa Holopainen. Seine Spielfreude und L├Ąssigkeit haben mir schon imponiert. Und was soll ich sagen, Amorphis haben mich echt verdammt gut unterhalten. Ihre Mischung aus dem d├╝steren und dann wieder butterweichen melodi├Âsen Metal hat schon ihre Reize. Und dass Amorphis in diesem Jahr auch schon auf eine stattliche drei├čigj├Ąhrige Karriere zur├╝ckblicken k├Ânnen, spricht f├╝r sie. Ich war fast schon entt├Ąuscht, dass nach 14 St├╝cken und keiner Zugabe dieses Set ein so abruptes Ende nahm. Aber der Abend war ja noch nicht vorbei.

Setlist Amorphis @ Swiss Live hall, Hannover, 01.02.2020:

01. The Bee
02. Heart of the Giant
03. Bad Blood
04. Silver Bride
05. The Four Wise Ones
06. Thousand Lakes
07. Into Hiding
08. Against Widows
09. Sampo
10. Wrong Direction
11. The Golden Elk
12. Sign From the North Side
13. House of Sleep
14. Black Winter Day

Nach einer weiteren kurzen Umbaupause sollte dann zur gr├Â├čten Schlacht geblasen werden, seitdem Tolkien in Mordor einmarschiert ist. Zumindest hatte ich den Eindruck, als ich mich auf den Abend vorbereitet hatte. Und ja, es war ein Brett, was Dimmu Borgir da auf die B├╝hne schmetterten. Frontmann Shagrath ist ein Fabelwesen auf der B├╝hne. Die Kapuze tief im Gesicht und ein langer wallender Umhang lassen nicht erahnen, was f├╝r eine Pers├Ânlichkeit hinter der Fassade steckt. Er bewegt sich wie ein D├Ąmon auf der B├╝hne, der sein Volk wahrlich beherrscht und dirigiert. Gepackt ist das Ganze in eine der d├╝stersten Musikrichtungen, die ich bisher geh├Ârt habe. Angst und Schrecken werden mit einem hohen Unterhaltungsfaktor zelebriert. Die Musik von Dimmu Borgir ist f├╝r mich kein einfaches Metalgedonner. Nein, sie hat gewaltige Arrangements, die zeigen, dass neben Shagrath auch weitere verdammt gute Musiker auf der B├╝hne stehen, die ihr Handwerk mehr als beherrschen. Hier ist nichts improvisiert. Jede Note schl├Ągt auf den harten Takt der Drums und es ist eine apokalyptische Atmosph├Ąre, die Dimmu Borgir hier heraufbeschw├Âren. Wenn man jetzt noch den Opferstein auf die B├╝hne rollt, w├╝rde es mich nicht mehr ├╝berraschen. Da das letzte Studioalbum Eonian bereits zwei Jahre alt ist, freut man sich in der Halle besonders, als Shagrath die Arbeiten an einem neuen Album ank├╝ndigt und verspricht, bald wiederzukommen.

Und die Fans? Es war entgegen meiner Bef├╝rchtung ein Fest f├╝r alle. Ich konnte nur feierw├╝tige, gutgelaunte Personen erblicken. Es wurde stellenweise lauthals mitgesungen und die M├Ąhne so sehr gesch├╝ttelt, dass jeder Chiropraktiker im Umkreis seine Freude haben wird. Es war ein toller Abend mit einer tollen Show, welche mir auch gezeigt hat, dass es auch im Metal tolle Bands gibt. Der Showfaktor ist garantiert.

Setlist Dimmu Borgir @ Swiss Live Hall, Hannover 01.02.2020:

01. The Unveiling
02. Interdimensional Summit
03. The Chosen Legacy
04. The Serpentine Offering
05. Gateways
06. Dimmu Borgir
07. Puritania
08. ├ćtheric
09. Council of Wolves and Snakes
10. Kings of Carnival Creation
11. Progenies of the Great Apocalypse
12. Mouning Palace
13. Rite of Passage

Geschrieben von
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