BLUE – K├Âln, Essigfabrik (21.05.2013)

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Die Schlange, welche sich am Dienstag den 21. Mai 2013 vor der Essigfabrik bildete war so lang, dass wir uns erst einmal an der Tankstelle etwas zu trinken holten, als wir p├╝nktlich zum Einlassbeginn in K├Âln-Deutz eintrafen. Die Security-Mitarbeiter gaben sich alle M├╝he die Menschen z├╝gig abzuarbeiten, sodass es schnell vorw├Ąrts ging. Immerhin gab es mit Blue eine britische Pop-Boyband zu sehen, die von 2005 bis 2009 aus der Musik-Welt verschwunden war und bei Fans umso sehnlicher auf deutschen B├╝hnen erwartet wurde.

Mit Roulette hatten die vier Herren im Januar dieses Jahres ihr nun viertes Studioalbum ver├Âffentlicht und nun sollte eine dementsprechende Tour her, wobei der Auftritt in K├Âln der erste Termin der Roulette-Europa Tour war. Die Halle war ausverkauft und daher standen die Damen (und ein paar Herren) nat├╝rlich dicht gepackt vor der B├╝hne und warteten … und warteten. Bei jedem Husten oder Bewegen des Vorhangs, welcher einen Teil des Backstagebereichs vom Saal trennte, war lautes Gekreisch zu vernehmen. Da sich die Band circa eine halbe Stunde Versp├Ątung genehmigte, blieb dem Publikum auch nichts anderes ├╝brig als sich voller Vorfreude die Beine in den Bauch zu stehen.

Gegen 20:30 Uhr war es dann soweit und die vierk├Âpfige Begleitband (Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboard) nahm ihren Platz auf der B├╝hne ein und begann zu spielen. Kurz darauf erschienen auch Antony Costa, Duncan James, Lee Ryan und Simon Webbe das Elton John Cover Sorry Seems To Be The Hardest Word singend. Die Menge war von Anfang an begeistert und sang aus voller Kehle mit. Nat├╝rlich gab es auch die f├╝r Boybandpublikum ├╝blichen ÔÇ×Ich liebeÔÇť Pappschilder, aber deutlich weniger als vor einigen Jahren – auch Blue Fans werden erwachsen. Obwohl Blue 2010 mit I Can beim Eurovision Song Contest in D├╝sseldorf ihr Land vertraten und einem gr├Â├čerem j├╝ngeren Publikum vorgestellt wurden, war doch auff├Ąllig, dass der gr├Â├čte Teil des Publikums aus jungen Frauen bestand, die zu Blues Bl├╝tezeit Teenager waren. Daher war es nicht verwunderlich, dass sie die Setlist des Abends an den alten St├╝cken orientierte und Roulette Titel nicht im Vordergrund standen.

Da Blue auf eine gro├če Palette von Hit-Singles zur├╝ckgreifen konnten und die meisten davon auch gespielt wurden, war der Abend eine Art ÔÇ×The Best Of BlueÔÇť und demnach genau nach dem Geschmack des Publikums. Keine Experimente mit relativ unbekannten Nummern, sondern nahezu alle Songw├╝nsche wurden erf├╝llt. Dazu gepaart sympathisches Auftreten, H├Ąnde sch├╝tteln und hier und da ein Witz. Es lief alles perfekt, bis sich die Jungs nach nur acht Songs verabschiedeten. Schreck! Aber es war dann doch nur eine rund f├╝nf min├╝tige Outfitwechselpause, die von der Begleitband ├╝berbr├╝ckt wurde. W├Ąhrend Blue von ihren edlen Ausgehklamotten zu legererer Alltagskleidung wechselten, nutzten die Fans die Zeit um das bisher Gesehene zu diskutieren und die Ergebnisse fielen positiv aus.

Der zweite Block begann mit der ersten Single ├╝berhaupt (All Rise) und dem Next Cover Too Close und die Fans waren sofort wieder aus dem H├Ąuschen. Es wurde mitgesungen, begeistert gekreischt, getanzt und bei den Mitmachaktionen die die Band vom Publikum verlangte war die Beteiligung gro├č. Nat├╝rlich hoben auch fast alle die H├Ąnde, als die Jungs aus London nach dem gr├Â├čte Blue Fan in der Essigfabrik fragten.

Nach siebzehn regul├Ąren Liedern und einem drei Songs umfassenden Zugaben Block war es dann vorbei und die Blue Fans zogen hinaus in die Nacht. Obwohl ich nun wirklich kein gro├čer Fan von Boybands bin, muss ich doch sagen, dass mir der Auftritt der Briten gefallen hat. Stimmlich gab es nichts zu meckern und die Performance und der Umgang mit dem Publikum hinterlie├čen einen sympathischen Eindruck. Sch├Ân finde ich auch, wenn man Bands anmerkt, dass sie Spa├č haben an dem was sie gerade auf der B├╝hne tun und nicht einfach nur lustlos ihren Job machen. Und Blue schienen mindestens genau so viel Spa├č zu haben wie das Publikum vor ihnen.

Setlist Blue:
01. Sorry Seems To Be The Hardest Word (Elton John Cover)
02. Breathe Easy
03. U Make Me Wanna
04. Break My Heart
05. Best In Me
06. Don’t Treat Me Like A Foal
07. Long Time
08. I Can
09. All Rise
10. Too Close (Next Cover)
11. Fly By
12. Bubblin‘
13. We’ve Got Tonight
14. Guilty
15. If You Come back
16. Hurt Lovers
17. Curtain Falls
18. Without You (Z)
19. One Love (Z)
20. Sing For Me (Z)

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