BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB & TRANSFER – Köln, Live Music Hall (09.04.2013)

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Es ist schon eine Weile her, dass der Black Rebel Motorcycle Club zuletzt Station in Deutschland und insbesondere in Köln machte. DafĂŒr bildet der Auftritt in der Kölner Live Music Hall in diesem Jahr nicht nur den letzten Deutschlandtermin, sondern auch zugleich das Abschlusskonzert der Europatournee. Im GepĂ€ck haben die Kalifornier dazu nicht nur ihren aktuellen Longplayer Specter at the Feast, sondern mit Transfer aus San Diego auch gleich einen sehr vielversprechenden Act im Vorprogramm, von dessen QualitĂ€ten wir uns schon vor gut zwei Jahren an gleicher Stelle als Opener fĂŒr die White Lies ein Bild machen konnten.

Gewohnt pĂŒnktlich geht es um 20 Uhr los, die Live Music Hall ist zu diesem Zeitpunkt schon recht gut gefĂŒllt und im Verlauf des Konzerts strömen immer mehr Zuschauer in den Saal, offensichtlich angelockt durch die feinen psychedelischen Rocksongs der Amerikaner. Wie schon vor zwei Jahren geben sich Transfer auf der BĂŒhne Ă€ußerst selbstbewusst und sprĂŒhen so sehr vor Spielfreude, dass man meinen könnte, der Hauptact wĂ€re bereits an der Reihe. Straight und druckvoll ist ihr Sound und das kommt bei den Zuschauern verdientermaßen sehr gut an. Immer wieder erhĂ€lt die Band anerkennenden Applaus und das Publikum macht augenscheinlich sehr gut mit, tanzt und klatscht, so dass den Musikern nicht nur einmal ein breites Grinsen auf den Gesichtern steht. Die Krönung dessen ist allerdings der Moment, bei dem „Patches, The Clown“ on Stage auftaucht und mit seiner roten Nase fĂŒr allerlei GelĂ€chter auf der BĂŒhne und davor sorgt – Tourabschluss eben. Mit viel Spaß geht es weiter, leider allerdings nur fĂŒr insgesamt 6 Songs, denn White Horse vollendet bereits nach einer guten halben Stunde das Set – viel zu frĂŒh eigentlich. Transfer machen live Lust auf mehr und ihr Set ist die ideale Einstimmung auf den Black Rebel Motorcycle Club!


Setlist TRANSFER:

01. Dark Behavior
02. Instincts
03. Kills Me Every Time
04. If The Morning Comes
05. Still Bad Blood
06. White Horse

Gegen 21 Uhr ist es dann endlich soweit, Peter Hayes (Gesang, Gitarre & Bass), Robert Levon Been (Gesang, Bass & Gitarre) und Drummerin Leah Shapiro, alle zusammen besser bekannt als der Black Rebel Motorcycle Club, betreten die BĂŒhne der Live Music Hall und eröffnen ihr Set mit dem The Call Cover Let The Day Begin. Das Ganze hat einen sehr emotionalen Hintergrund, denn Roberts Vater Michael Been war SĂ€nger und Bassist bei The Call, verstarb allerdings ausgerechnet beim Auftritt seines Sohnes auf dem Pukkelpop Festival 2010 an einer Herzattacke. Da Vater Been bis zu seinem Tod auch sonst im BRMC-Umfeld als Sound Engineer und gute Seele der Band aushalf, eine wirklich schöne Huldigung seiner Verdienste. Auch das nachfolgende Rival stammt wie der Eröffnungstrack von Specter at the Feast und was man hier schon erahnen kann sollte spĂ€ter auch noch ausdrĂŒcklich von der Band bestĂ€tigt werden: „Wir versuchen auf dieser Tour so viele neue StĂŒcke wie möglich zu spielen“. Auch wenn sich die neuen Tracks durchweg wirklich gut ins Gesamtkonzept einfĂŒgen, muss man zum GlĂŒck aber auch nicht auf den ein oder anderen Klassiker verzichten, was spĂ€testens bei dem recht frĂŒh gespielten Whatever Happened To My Rock’N’Roll (Punk Song) deutlich wird. SpĂ€testens jetzt kennt die Begeisterung in der Halle keine Grenzen mehr. Der Knoten ist geplatzt und alle Fans hĂŒpfen, tanzen und feiern eine ausgelassene Party, die auch bei Berlin weiter anhĂ€lt. Überhaupt sei Deutschland immer sehr gut zu ihnen gibt die Band sich anerkennend, nicht ohne hinterherzuschieben, dass dies keine Floskel sei, die man ĂŒberall verlauten lĂ€sst, sondern absolut ernst gemeint ist In Deutschland zu spielen ist fĂŒr BRMC immer etwas Besonderes.

Nach zwei weiteren Songs ist es Zeit fĂŒr eine kleine (Zigaretten-)Pause, zumindest fĂŒr Teile der Band, denn Mercy wird von Robert solo auf der BĂŒhne performt, wĂ€hrend Peter bei Devil’s Waitin‘ die Menge allein in seinen Bann zieht. Eine Ă€hnliche Wirkung hat im weiteren Verlauf auch Windows, bei dem Robert Platz am Klavier nimmt, es aber auch dort ordentlich krachen lĂ€sst. Es bleibt hypnotisch, dĂŒster, gut und mit Conscience Killer zieht man das Publikum erneut ganz auf seine Seite, bevor Love Burns kurze Zeit spĂ€ter auch die ersten Crowdsurfer auf den Plan ruft. Ruhepausen sucht man lĂ€ngst vergeblich und so donnern die Gitarren bei Six Barrel Shotgun ordentlich und verwandeln die Live Music Hall zusammen mit dem nachfolgenden Spread Your Love in ein wahres Tollhaus aus tanzenden Menschen. Da will natĂŒrlich auch die Band nicht nachstehen und so begibt sich Robert in den BĂŒhnengraben um den Fans ganz nah zu sein, Mittendrin statt nur dabei!

Zwar verlĂ€sst die Band dann die BĂŒhne, doch wird sie natĂŒrlich kurze Zeit spĂ€ter von den begeisterten Fans zurĂŒck auf die BĂŒhne beordert. Es folgen mit Sell It und Lose Yourself zwei feine Zugaben, bevor der Vorhang nach satten 26 (!!!) Songs endgĂŒltig fĂ€llt und ein wahres Meer aus zufriedenen Gesichtern die Live Music Hall verlĂ€sst. Hoffentlich heißt es bald wieder: Willkommen im (Black Rebel Motorcycle) Club!


Setlist BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB:

01. Let The Day Begin (The Call-Cover)
02. Rival
03. Red Eyes And Tears
04. Hate The Taste
05. Beat The Devil’s Tattoo
06. Whatever Happened To My Rock’N’Roll (Punk Song)
07. Ain’t No Easy Way
08. Berlin
09. 666 Conducer
10. Returning
11. Mercy (Solo Robert)
12. Devil’s Waitin‘ (Solo Peter)
13. Fire Walker
14. Windows
15. Conscience Killer
16. Teenage Disease
17. Stop
18. Love Burns
19. Lullaby
20. In Like The Rose
21. White Palms
22. Funny Games
23. Six Barrel Shotgun
24. Spread Your Love
25. Sell It (Z)
26. Lose Yourself (Z)

Black Rebel Motorcycle Club:

Transfer:

Autor & Fotos: Michael Gamon

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