JONATHAN JEREMIAH & MARCO Z – Köln, Gloria (19.03.2013)

JONATHAN JEREMIAH & MARCO Z - Köln, Gloria (19.03.2013)
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Am 19. März 2013 war der in London geborene Brite Jonathan Jeremiah zu Gast im Kölner Gloria um seinen Fans sein im Oktober 2012 neu erschienenes Album Star Dust auch live zu präsentieren. Der Sänger und Songschreiber hatte neben einer Band mit Marco Z auch einen Solokünstler als Supportact mit im Gepäck, sodass der stetig wachsenden Zuschauermenge schon ein wenig Musik präsentiert wurde, bevor der Mann des Abends die Bühne betrat.

Support Marco Z betrat für einen Künstler etwas untypisch mit Rucksack die Kölner Bühne und bewaffnete sich sofort mit einer elektrischen Gitarre um los zu legen. Noch bevor er etwas spielte, stellte er sich als Jonathan Jeremiah vor und wartete ab, wie viele im Publikum ihm das abnahmen. Obwohl einige lachend protestierten war die Reaktion darauf doch eher verhalten, was überraschte. JONATHAN JEREMIAH & MARCO Z - Köln, Gloria (19.03.2013)Natürlich entlarvte er schnell die Begrüßung als Scherz und teilte mit, dass Jonathan Jeremiah noch schlafe und er so lange spiele, bis dieser aufwache. Immerhin eine etwas bessere Lüge, aber das Eis war gebrochen.

Der Auftritt von Marco Z lebte von seiner ausdrucksstarken Stimme und seinem Humor, der ihn sehr sympathisch wirken ließ. Egal ob er über die, wie er sagte, wirklich wichtigen Dinge im Leben, wie Frauen im Internet daten (und versagen!), sang oder jeden zweiten seiner Songs als großen belgischen Hit anpries, Marco hatte die Lacher immer auf seiner Seite. Einzig I‘m A Bird (mit Akustik-Gitarre) ist wirklich etwas bekannter in Belgien, aber das machte nichts, denn man muss ja nicht alles ernst nehmen.

Teils machte er die Ansagen auf Deutsch und bewies auch sonst, dass er wusste wie man mit dem Publikum umzugehen hat. Schnell waren die Kölner begeistert und klatschten fleißig bei Songs wie Bringing back the love oder Pills, pills, pills mit. Highlight seines Auftritts war mit Flame sein letzter Song, den er der Ex-Freundin eines Bekannten gewidmet hatte. Eigens für diesen Song versprach er eine spezielle Lichtshow und mit einem Teelicht gab es diese dann auch. Dieses nutzte er dann, um den Zustand der Beziehung und der Liebe zu visualisieren, was etwas tragisch in einer erloschenen Kerze endete.

Ebenso abrupt war dann auch der circa halbstündige Auftritt von Marco Z vergangen, welcher gerne etwas länger hätte sein können. Die Kölner sahen das ähnlich und spendierten ihm einen mehr als ordentlichen Applaus und wollten ihn gar nicht gehen lassen, als er seinen Rucksack wieder schulterte und die Bühne Richtung Backstage verließ.

Die Trauer über das Ende von Marcos Auftritt war jedoch schnell vergessen, denn mit Jonathan Jeremiah stand nun der Künstler auf dem Plan, für den alle im Gloria versammelt waren. 1980 in London geboren nahm er im Alter von sechs Jahren Gitarrenunterricht und begann somit seine vielversprechende musikalische Karriere, welche bisher zu zwei erfolgreichen Alben führte. Das Debüt A Solitary Man schaffte es bis auf Platz 11 der deutschen Charts.

Im Gegensatz zu Marco Z, welcher seine Band The Cosmopolitan Cowboys zu Hause gelassen hatte, stand Jonathan Jeremiah um zehn nach Neun mit einem Gitarristen, einem Bassisten, einem Schlagzeuger und einem Keyboarder auf der Bühne. Mit Gold Dust, dem Titeltrack der aktuellen Platte ging es los und das Publikum war von Anfang an begeistert.

JONATHAN JEREMIAH & MARCO Z - Köln, Gloria (19.03.2013)Spielend schaffte es der Brite die Zuschauer für sich zu begeistern. Stimmlich und musikalisch auf Topniveau brillierte er, sodass es einem schwer fiel nicht mit dem Kopf im Takt zu wippen. Im Vergleich zu seinen CDs war der Sound ein wenig ungewohnt, denn bei den Aufnahmen wurde er von einem Orchester unterstützt. Auf seiner aktuellen Tour wollte Jeremiah ein bisschen weniger pompöse Geschütze auffahren und hat sich deshalb auf die Band beschränkt. Dies verlieh dem Ganzen einen etwas anderen Charakter und machte insbesondere auch deswegen Spaß, weil es naturgemäß immer ein wenig von der Studioversion abwich und so nie Langeweile aufkam.

Während es musikalisch rein gar nichts zu bemängeln gab, hätte ich mir von ihm im Punkto Umgang mit den Fans ein wenig mehr gewünscht. Gerade im direkten Vergleich zu Marco Z fiel auf, dass Jonathan Jeremiah nahezu gar nicht mit dem Publikum interagierte. Auch Songansagen oder ein Danke gab es selten bis nie. So verlief das Konzert musikalisch top, aber ohne besonders erwähnenswerte Vorkommnisse oder interessante Aussagen seinerseits.

Mit Happiness spielte Jonathan Jeremiah natürlich auch einen seiner größten Hits, welcher durch Präsenz im Radio und Matthias Schweighöfers Film What a man einer breiteren Masse bekannt wurde.

Als die letzten Töne von All We Need Is a Motorway verklangen, konnten die anwesenden Musikliebhaber mehr als zufrieden sein, denn sie konnten nicht nur einen starken Headliner erleben, sondern haben auch einen vielversprechenden Supportact gehört, welcher den Meisten wohl in positiver Erinnerung bleiben wird. Hervorzuheben ist noch der glasklare Sound, der von den Technikern bei beiden Auftritten abgemischt wurde, und der somit die Leistung der Musiker solide untermauerte. Hörgenuss auf höchstem Niveau.

Setlist Jonathan Jeremiah:
01. Gold Dust
02. Heart of stone
03. Shout
04. All the Man I’ll Ever Be
05. See (It Doesn’t Bother Me)
06. Lost
07. Everyday Life
08. How Half-Heartedly We Behave
09. A Solitary Man
10. That Same Old Line
11. Justified
12. If You Only
13. Fighting Since the Day We Are Born
14. Every little bit hurts
15. Chatsworth Ave.
16. Happiness
17. Caffeine & Saccharin
18. To love somebody (Z)
19. Lazin in the sunshine (Z)
20. All We Need Is a Motorway (Z)

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind durch Anklicken der Sprechblase möglich) oder direkt durch Anklicken der Fotos

Jonathan Jeremiah:

Marco Z:

Autor & Fotos: Markus Hillgärtner

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