ANDY BURROWS & NICOLAS STURM – Köln, Die Werkstatt (11.12.2012)

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Es ist ein kĂŒhler vorweihnachtlicher Dezemberabend in Köln-Ehrenfeld, also quasi genau richtig fĂŒr ein ruhiges Singer/Songwriter Konzert in gemĂŒtlicher AtmosphĂ€re. Und genau dies versprach an diesem Abend das Konzert von Andy Burrows in der Werkstatt zu werden. Der Brite ist nĂ€mlich momentan mit seinem ersten Solo-Album Company unterwegs und ein Stopp sollte dabei auch in Köln sein. GlĂŒck fĂŒr uns! Also auf und dem Ex-Razorlight und aktuellem We are Scientists Mitglied die Aufmerksamkeit schenken, die er verdient hat.

In der Werkstatt angekommen jedoch muss man feststellen, dass nicht viele Kölner und Leute aus der Umgebung so gedacht haben, denn in der recht beschaulichen Halle haben sich nicht allzu viele Zuhörer eingefunden. So kam es, dass zu Beginn der Vorband, Nicolas Sturm & das Klingenensemble, die Halle nur spĂ€rlich gefĂŒllt war. Die erwĂ€hnte Vorband bestand aus dem deutschsprachigen Singer /Songwriter Nicolas Sturm und dem Klingenensemble, einem Drummer, der auf der Floortom noch ein kleines Keyboard liegen hatte. Die beiden versuchten dann die wenigen Zuhörer nicht gerade aufzuheizen, aber nennen wir es mal musikalisch auf Mr. Burrows einzustimmen. Die Musik die sie spielten war sehr textlastig, jedes Wort schien wohl durchdacht und der Gitarren- und Drumsound eher die Einrahmung dessen zu sein. Das zweite StĂŒck der beiden KĂŒnstler hat es dann geschafft den Anfang des Konzerts am besten zu beschreiben, denn durch die rare Besucherzahl, die ungeheizte Halle und dem kalten Dezemberabend fĂŒhlten sich viele zunĂ€chst wie auf dem Nordpol. Und so vergingen die ersten fĂŒnf, textlich eher schwereren StĂŒcke, in kalter Umgebung relativ zĂ€h. Diese Art Musik ist dann wohl doch besser fĂŒr ein Glas Rotwein vor einem Kaminfeuer geeignet. Beim sechsten Song Manhattan holte Sturm dann die E-Gitarre hervor und es wurde rockiger. Jedoch kamen auch dabei noch nicht ganz die Emotionen rĂŒber, die man sich gewĂŒnscht hĂ€tte. Dies mag jedoch auch zu einem großen Teil daran gelegen haben, dass die wenigen Leute sich ziemlich großzĂŒgig in der Halle verteilt hatten und es den KĂŒnstlern dadurch nicht gerade leichter machten. Zwischen den StĂŒcken war es zum Teil so ruhig in der Halle, dass man die Bestellungen an der Bar auch noch in der ersten Reihe hören konnte. Das kommt nicht oft vor! Jedoch ließen sich die beiden davon nicht beeinflussen und spielten auch noch souverĂ€n die letzten drei Lieder ihrer Setlist runter. Doch wer jetzt dachte die kĂŒhle Stimmung sollte sich den gesamten restlichen Abend noch so durchziehen, der urteilte zu frĂŒh.

Setlist Nicolas Sturm:
01. Zetermordio
02. Nordpol
03. Baustelle
04. Idealist
05. Sohn
06. Manhatten
07. Löcher
08. Prolog
09. Schiffbruch

Denn nach einem zĂŒgigen BĂŒhnenumbau betrat der Brite, Andy Burrows, stilecht im Burberry Mantel, passendem Designer Schal und einer Flasche Rotwein in der Hand die BĂŒhne. Mit einem fĂŒr Briten untypischen warmen Charme und dem Satz „Oh, it’s bloody cold outside“ gewann er sofort die Sympathie der Kölner Zuhörerschaft, deren Anzahl sich nach der Vorband zumindest noch leicht gesteigert hatte. Mit dem Opener Sombody calls your name ĂŒberzeugte er dann auch sofort mit seiner live Gesangsleistung und man vergaß temporĂ€r die Umgebung der ungeheizten Werkstatt. Die Besetzung auf der BĂŒhne bestand aus einem Drummer, Bassisten, Keyboarder und Mr. Burrows selbst. Der Brite versteht es mit dem Publikum zu kommunizieren, sie mit einzubinden und selbst in der fĂŒr einen KĂŒnstler immer heiklen Situation eines schlecht besuchten Konzerts eine Art Vertrautheit zwischen ihm und den Zuhörern aufzubauen. So berichtete er von seinen positiven EindrĂŒcken vom Kölner Weihnachtsmarkt, bot sogar seinen mitgebrachten Wein an und verschenkte zum Ende noch sein Bier. Wie gesagt, alles sehr sympathisch.

Nach dem Song Company hatte er sich und die Werkstatt dann soweit aufgeheizt, dass er seinen Mantel und Schal ablegen und uns weiter mit seinem Gesang imponieren konnte. Der sechste Track auf seiner Setlist Funny Looking Angels ist letztes Jahr wĂ€hrend der Zusammenarbeit mit dem SĂ€nger der Editors, Tom Smith, entstanden. Es handelt sich dabei um ein gemeinsames Album, auf welchem 10 Tracks zu finden sind, die alle entweder weihnachtlich angehaucht sind oder dies zum Thema haben. Auch deswegen hat der Track Funny Looking Angels sehr gut an diesem vorweihnachtlichen Abend gepasst und wurde mit ordentlichem Applaus gewĂŒrdigt. Danach stand das sehr gefĂŒhlvolle If I Had A Heart auf der Setlist gefolgt von dem Crowded House Cover Pineapple Head. Klar, bei erst einem eigenen veröffentlichten Album mit 10 Liedern muss man noch Cover Versionen spielen, um den Zuschauern gerecht zu werden. Nach dem Cover Song spielte er dann noch die fehlenden Songs von Company, besonders hervorzuheben ist dabei Hometown. Ein wunderbar melodischer und eingĂ€ngiger Song ĂŒber einen alten Freund aus seiner Heimatstadt, in dem sich wohl jeder zu einem gewissen Teil wiederfinden kann. Schade, dass dieser so wenig das Interesse der grĂ¶ĂŸeren Masse teilte. Dann war der offizielle Teil zu Ende und der Brite verabschiedete sich, sagte bis zum nĂ€chsten Mal oder das man sich optional auch in einer Stunde noch auf dem Weihnachtsmarkt sehen könne. Nach kurzer Zeit betrat er dann doch wieder die BĂŒhne um eine Zugabe von zwei Liedern zu spielen. Das erste war das Hair Cover Frank Mills und das zweite StĂŒck war eine Akustikversion des großen Hits von Razorlight, America. Interessant hierbei ist, dass er sich gerade dieses StĂŒck von dem breiten Programms seiner Ex-Band rausgesucht hat, welches damit begrĂŒndet ist, dass er hier an einem Großteil des musikalischen sowie textlichen Schaffungsprozesses beteiligt war.

So kann man abschließend nur die Aufforderung in den Raum stellen, dass alle, die sich in dem Bereich melodisch und textlich orientiertem Indie-Rock wiederfinden, seinem aktuellen Album ca. 34 Minuten Zeit schenken sollten und dann zu dem nĂ€chsten seiner hiesigen Konzerte erscheinen sollten. Denn eins ist mal klar, er ist ein wahrer Musiker, der dies wahrlich verdient hĂ€tte.

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind durch Anklicken der Sprechblase möglich) oder direkt durch Anklicken der Fotos

Setlist Andy Burrows:
01. Somebody Calls Your Name
02. Pictures Of You
03. Company
04. Maybe You
05. Save It For A Rainy Day
06. Funny Looking Angels
07. If I Had A Heart
08. Pineapple Head (Crowded House Cover)
09. Hearts And Minds
10. Because I Know That
11. Hometown
12. Pet Air
13. Keep On Moving On
14. Frank Mills (Hair Musical Cover) (Z)
15. America (Razorlight Cover) (Z)

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind durch Anklicken der Sprechblase möglich) oder direkt durch Anklicken der Fotos

Andy Burrows:

Nicolas Sturm:

Autor: Kevin Linka
Fotos: Markus HillgÀrtner

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