ULTRAVOX – K├Âln, E-Werk (07.11.2012)

Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Die britische Band Ultravox, die in der Ursprungsformation 1974 gegr├╝ndet und in der aktuellen Formation seit 1979 mit Frontmann Midge Ure fortgef├╝hrt wurde, ist momentan mit ihrem neuen Album Brilliant im Gep├Ąck auf Europa Tour. Unter anderen machten sie dabei auch im K├Âlner E-Werk Halt. Dies war f├╝r circa 900 treue Anh├Ąnger am Abend des siebten Novembers Grund genug, vor die T├╝ren zu gehen, um den New Wave Synthie-Rockern noch einmal bei der Arbeit zuzuschauen.

Die Balkone im E-Werk blieben f├╝r das Konzert von Ultravox verschlossen und so mussten sich die Fans mit der Parterre begn├╝gen, auf welcher sich die G├Ąste dann austoben konnten. Auf der B├╝hne war das typische Equipment einer elektrolastigen Rockband aufgebaut, zus├Ątzlich wurde noch das Tourlogo per Beamer auf eine wei├če Leinwand im B├╝hnenhintergrund projiziert. So wie die Band selbst ist auch die Zuh├Ârerschaft in die Jahre gekommen und so kam es, dass vor Konzertbeginn hier und da leichte Klagen zu h├Âren waren, warum das Konzert denn nicht bestuhlt angeboten wurde. Jedoch verstummten diese Klagen sofort, als dann mit kurzer Versp├Ątung die Band die B├╝hne betrat, es wurde eifrig geklatscht und gegr├Âlt und die Band stimmte den zur Tour gleichnamigen Song Brilliant an.

Eine Vorband gab es, wie man schon im Vorfeld durch die Homepage der Band informiert wurde, im ├ťbrigen nicht. Dies sollte jedoch auch nicht gro├č st├Âren, da die Briten mit einer 21 plus 2 relativ langen Setlist im Angebot aufwarteten. Aber zur├╝ck zum Auftritt der vier sympathischen Briten. Midge Ure, der Frontmann, ├╝berzeugte von Anfang an mit seiner eindrucksvollen volumin├Âsen Stimmgewalt und einer tollen B├╝hnenpr├Ąsenz. So performte er die ersten beiden Songs mit einer angenehmen Leichtigkeit und lud dazu ein die Musik zu genie├čen. Im dritten St├╝ck Mr.X traten dann Chris Cross am Bass, Billy Currie am Keyboard und Warren Cann am Schlagzeug mehr in den Vordergrund. Warren Cann erhob sich daf├╝r vom Schlagzeug und ├╝bernahm den Sprechgesang zu diesem eher d├╝steren Song, der durch eine verschwommene Silhouette von ÔÇ×Mr. XÔÇť per Beamer visuell untermalt wurde. Billy Currie wechselte zu dem Song vom Keyboard zu einer verst├Ąrkten Geige, wof├╝r er sich in die B├╝hnenmitte stellte. Midge Ure verschwand f├╝r den gesamten Song zum zweiten Keyboard, kam dann jedoch f├╝r Reap the Wild Wind wieder in die B├╝hnenmitte und steuerte dem Gesang die von ihm gewohnte Souver├Ąnit├Ąt bei.

Die n├Ąchsten drei Songs waren ganz im Sinne der von Ultravox bekannten und gesch├Ątzten ehrlichen Rockmusik mit sehr sch├Ân anzuh├Ârenden Gitarrenriffs, die in ihre Musik nach dem Frontmannwechsel 1979 Einzug gehalten haben. Danach setzte sich Ure wieder an das zweite Keyboard und k├╝ndigte das n├Ąchste Lied mit ÔÇ×old school british elektroÔÇť an, es folgte Sleepwalk, welches wohl zu dem st├Ąrksten musikalischen Bruch an diesem Abend f├╝hrte.

Ansonsten war die Band dem K├Âlner Publikum gegen├╝ber sehr wortkarg, daf├╝r wurde mit dem Sound ├╝berzeugt und das ist ja schlie├člich auch der Grund warum man auf ein Konzert geht. Dies sahen die Fans anscheinend ├Ąhnlich, denn Sie unterst├╝tzten die Band vom ersten Lied an und es gab nach jedem der Insgesamt 23 St├╝cke einen anst├Ąndigen Applaus. Nach Sleepwalk kamen drei eher ruhigere Balladen, gefolgt von einem reinen instrumentalen Song namens Astradyne. Danach war einer ihrer bekanntesten Ver├Âffentlichungen an der Reihe Vienna, in dessen Chorus der schottische Frontmann erneut stimmlich gl├Ąnzen konnte.

Die n├Ąchsten f├╝nf Lieder wirkten ein wenig langatmig, was aber keinesfalls an einer Abnahme der musikalischen Leistung des Quartetts lag, sondern war wohl eher der L├Ąnge der Setlist geschuldet war. Hier h├Ątte man sich zwischendurch vielleicht ein etwas energiegeladeneres St├╝ck gew├╝nscht. Daf├╝r kam das danach im Doppelpack, mit Dancing with tears in my eyes und Hymn packten die Briten zwei ihrer gr├Â├čten Erfolge aus und brachten das Publikum noch einmal zum Toben und verabschiedeten sich so mit eing├Ąngigen Rhythmen und tollem Sound. Danach gab es noch zwei Songs als Zugabe obendrauf und ein sch├Âner musikalischer Abend ging im E-Werk zu Ende.

So kann ich getrost sagen, dass die Alt-Rocker, denen ich vor Konzertbeginn gegen├╝ber ein wenig skeptisch war, mich doch f├╝r ihre ehrliche Musik begeistern konnten und nichts von ihrer musikalischen Qualit├Ąt die Jahre ├╝ber einb├╝├čen mussten. Besonders Midge Ure ist f├╝r mich ein tolles Beispiel wie man auch noch im etwas h├Âheren Alter gro├čartige Musik abliefern kann. Es bleibt ÔÇ×DankeÔÇť zu sagen an die immer noch gut rockenden Briten von Ultravox.

Setlist:
01. Brilliant
02. New Europeans
03. Mr. X
04. Reap the Wild Wind
05. Rage in Eden
06. Rise
07. Live
08. We Stand Alone
09. Sleepwalk
10. Lament
11. I Remember (Death in the Afternoon)
12. Lie
13. Astradyne
14. Vienna
15. Flow
16. One Small Day
17. Passing Strangers
18. Love’s Great Adventure
19. All Stood Still
20. Dancing With Tears in My Eyes
21. Hymn
22. The Thin Wall (Z)
23. The Voice (Z)

Autor: Kevin Linka
Fotos: Markus Hillg├Ąrtner

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