MARC ALMOND – Köln, Gloria (16.01.2012)

Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Licht aus, Spot an fĂŒr einen KĂŒnstler der ganz besonderen Sorte! So das Motto fĂŒr den dritten und letzten Abend, den Marc Almond im Rahmen seiner „The Greatest Hits“- Tour den Fans in Deutschland beschert. Das urige Kölner Gloria ist angesichts der rar gesĂ€ten Termine proppenvoll und zĂ€hlt an diesem Abend Menschen aus sĂ€mtlichen Alters- und Gesellschaftsschichten zu seinen Besuchern.

Die Spannung ist deutlich spĂŒrbar und kurz nach 20 Uhr wird das Licht gedimmt und auf der großen Leinwand erwartet uns ein mit Musik unterlegtes visuelles Intro, das Videoausschnitte aus den verschiedenen Schaffensjahren Marc Almonds zeigt. Gut gelaunt springt der jung gebliebene MidfĂŒnfziger plötzlich auf die BĂŒhne und verzaubert das erwartungsvolle Publikum mit dem wunderschönen „Tears Run Rings“. Ein super Start, den Marc gestisch und mimisch passend untermalt. Die Fans geben sich dieser Theatralik sofort hin und so wird beim nĂ€chsten Song „Stories Of Johnny“ auch schon die erste Wunderkerze gezĂŒndet. Und egal wohin unsere Gedanken auch schweifen, immer wieder werden wir eingefangen von dieser berauschenden und faszinierenden Stimme und durchleben eine Achterbahnfahrt der Extraklasse. Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrĂŒbt und stets mit einer Mixtur aus fulminantem Glam-Pop, der zum Mitmachen anstiftet, und der beachtlichen Selbstdarstellung des sterbenden Schwans, der die Blicke fesselt und uns beinahe vom Atmen abhĂ€lt. Auch die Songauswahl an diesem Abend hĂ€tte besser nicht sein können. Hier wurde alles ausgelotet, auf der einen Seite die Soft Cell Zeit mit Krachern wie „Bedsitter“ oder dem allseits bekannten „Tainted Love“, auf der anderen Seite bestachen Stimmungsgaranten wie das faszinierende „The Days Of Pearly Spencer“ und das dem 2006 verstorbenen Gene Pitney gewidmete „Somethings Gotten Hold Of My Heart“. Aber nicht nur Ausnahmetalent Marc besticht mit GenialitĂ€t, auch seine Live-Musiker haben großen Anteil daran, dass dieser Abend musikalisch auf sehr hohem Niveau stattfindet. „Goodbye, my Lieblings!“, verabschiedet sich der sympathische Brite dann vorerst von seinen Fans, aber klar ist, dass diese noch lange nicht genug haben. Unter tosendem Applaus treten Marc und seine Crew dann erneut auf die BĂŒhne und legen mit „I Close My Eyes And Count To Ten“ nach. Mit „Say Hello Wave Goodbye“ soll ein perfekter Abend dann aber sein Ende finden. Hingebungsvoll entlĂ€sst Marc die letzten Töne in die Menge und die Stimmung wird noch einmal ordentlich angekurbelt. Und nicht nur er und seine Band, sondern auch die Fans kreieren eine absolute GĂ€nsehaut-AtmosphĂ€re, indem sie einstimmig den Songtext aus tiefstem Halse mitsingen. Der wundervolle Soft Cell Klassiker wird allmĂ€hlich gekonnt zu einem besonderen Medley umgerĂŒstet, denn fĂŒr jedes Bandmitglied, das Marc uns vorstellt, wĂ€hlt er einen anderen Song aus darunter „Walk On The Wild Side“ und „Rock’n’Roll Suicide“. Ein fabelhafter Abschluss eines rundum gelungenen Abends mit ganz besonders viel Glanz im Gloria!

Setlist:
01. Tears Run Rings
02. Stories Of Johnny
03. You Have
04. Melancholy Rose
05. Tenderness Is A Weakness
06. Mother Fist
07. Nijinsky Heart
08. Variety
09. Child Star
10. The Days Of Pearly Spencer
11. Jacky
12. A Lover Spurned
13. Where The Heart Is
14. The Idol
15. Brilliant Creatures
16. Somethings Gotten Hold Of My Heart
17. Bedsitter
18. What
19. Tainted Love
20. I Close My Eyes And Count To Ten (Z)
21. Say Hello Wave Goodbye (+Medley) (Z)

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind durch Anklicken der Sprechblase möglich) oder direkt durch Anklicken der Fotos.

Autorin: Tanja Pannwitz
Fotos: Michael Gamon

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