Dark Storm Festival 2011 – Chemnitz, Stadthalle (25.12.2011)

Dark Storm Festival 2011 – Chemnitz, Stadthalle (25.12.2011)
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Festivals zur kalten Jahreszeit sind eher selten. In den letzten Jahren gab es jedoch zunehmend Festivals zum Ende des Jahres, wo doch viele Leute Urlaub haben. Das Dark Storm Festival fand dieses Jahr bereits zum 15. Mal statt, traditionell wie immer am ersten Weihnachtsfeiertag. Anhänger der schwarzen Szene konnten hier an diesem Abend insgesamt 11 Bands aus den Bereichen Dark Wave, Gothic, Electro, Industrial und Metal erleben. Wie immer gab es auch eine Mischung aus Newcomern und alteingesessenen Bands. Für viele Leute war es auch eine Gelegenheit, Freunde und Bekannte wieder zu treffen.

Das Wetter war dieses Jahr relativ mild. Nahezu pünktlich begann um 16:15 Uhr der Einlass. Für einige wohl noch etwas zeitig, so dass großes Gedränge ausblieb. Der Vorraum war wie immer voll mit Merchandisingständen. CDs, Poster und T-Shirts wurden angeboten. Auch für Essen und Getränke war an verschiedenen Ständen gesorgt.

Dark Storm Festival 2011 – Chemnitz, Stadthalle (25.12.2011)Dark Storm Festival 2011 – Chemnitz, Stadthalle (25.12.2011)

Eine Stunde später startete das Festival mit dem deutschen Dark Metal Act Schwarzer Engel [GALLERY]. Dave Jason gründete das Solo-Projekt 2007. Live wird er von verschiedenen Musikern unterstützt, u.a. Jens Lindmaier (Gitarre) und Bert Oeler (Bass). 2 Alben und eine EP sind in den letzten 2 Jahren erschienen. Noch waren nicht alle Gäste eingetroffen, so dass sich zunächst ein paar Hundert Besucher die Show anschauten.

Nach kurzer Pause ging es ebenfalls auf der großen Bühne weiter mit den Mittelalter-Industrial-Rockern Tanzwut [GALLERY]. Die Band wurde 1999 gegründet. Hervorgegangen ist die Band ursprünglich aus Corvus Corax, wobei Tanzwut jedoch mehr elektronische Elemente in ihre Musik einfließen lässt. Auffällig sind dennoch die Verwendung von mittelalterlichen Instrumenten wie Dudelsäcken, Marktsackpfeifen und Schalmeien. 2011 erschien ihr neustes Album „Weiße Nächte“. Auch mit Liveauftritten haben Tanzwut schon Routine. So gelang es ihnen mühelos, die Gäste im Saal mit ihrer Musik zu fesseln.

Als erster Akt auf der kleinen Bühne stand für 18:30 Uhr Steinkind [GALLERY] auf dem Programm. Das Leipziger Duo besteht aus Phil J. und Sàndor F. und wurde 2006 gegründet. Die elektronische Musik ist durchgängig tanzbar und kombiniert mit eingängigen deutschen Texten. 3 Alben veröffentlichte die Band bis jetzt. Mit Titeln wie „Gottkomplex“ und „Deutschland brennt“ heizten sie das Publikum ordentlich an.

Dark Storm Festival 2011 – Chemnitz, Stadthalle (25.12.2011)

Weiter ging es gleich im Anschluss mit Mono Inc. [GALLERY] auf der großen Bühne. Die Alternative-Rock-Band aus Hamburg wurde 1998 als Mono69 gegründet, später in Mono Inc. umbenannt. In den letzten Jahren hat die Band 5 Alben – zuletzt „Viva Hades“ (2011) und zahlreiche Singles veröffentlicht. 3 Jahre zuvor war Mono Inc. auf dem Dark Strom die allererste Band. Nun standen sie bereits weiter oben im Line-Up. Mit neuen Songs im Gepäck und einer gelungenen Performance inklusive Flammen auf der Bühne konnten Mono Inc. erneut auf dem Dark Storm überzeugen.

Dark Storm Festival 2011 – Chemnitz, Stadthalle (25.12.2011)

Mit Elektro ging es nun wieder weiter auf der kleinen Bühne. Die Deutsche Future-Pop-Band [:SITD:] [GALLERY] wurde 1996 unter dem Namen Shadows in the Dark von Carsten Jacek (Gesang) und Thorsten Lau (Musik) gegründet, besteht seit einigen Jahren aber nun schon aus Carsten Jacek (Gesang), Thomas Lesczenski (Musik + Gesang) und Frank D’Angelo (Musik + Backvocals). 2001 landete die Band den Clubhit „Snuff Machinery“, der immer noch häufig zu hören ist. Im selben Jahr waren sie auch mit VNV Nation live unterwegs. Zum 15-jährigen Jubiläum erschien im November 2011 das Album „Icon:Koru“, welches auch als limitierte 4CD-Box erschienen ist. Fans des härteren Future-Pops mit eingängigen Melodien kamen bei der Show von [:SITD:] voll auf ihre Kosten und konnten die Band für rund 50 Minuten hautnah erleben.

Dark Storm Festival 2011 – Chemnitz, Stadthalle (25.12.2011)

Mittlerweile waren die Säle und Vorräume der Stadthalle deutlich gefüllt. Kurz nach 20:00 Uhr folgte dann im großen Saal die Folk-Rock-Band Letzte Instanz [GALLERY]. Die Band wurde 1996 in Dresden gegründet und kann mittlerweile auf zahlreiche Veröffentlichungen zurückblicken; zuletzt 2010 das Album „Heilig“. Bei der Bandbesetzung gab es im Laufe der Jahre zahlreiche Änderungen. Die Show zeichnete sich durch vielfältige Songs aus. Dies war vor allem durch wechselndem Gesang und Einsatz von klassischen Instrumenten wie Violine und Cello möglich. Der Saal war nun gut gefüllt und die Stimmung hätte nicht besser sein können.

Dark Storm Festival 2011 – Chemnitz, Stadthalle (25.12.2011)

Dive [GALLERY] ist eines der vielen Musikprojekte des belgischen Musikers Dirk Ivens. Sein Soloprojekt existiert seit 1991. Harter, minimalistischer Sound kennzeichnet das Projekt. Gepaart wird dies mit ebenso knapp gehaltenem Gesang. Die Bühne war nahezu komplett dunkel und wurde mit flackerndem Licht spärlich beleuchtet. Eine Stunde lange spielte Dive bekannte Clubhits. Obwohl die Musik von Dive alles andere als kommerziell ist, war Dive für viele Besucher mit Sicherheit ein Highlight auf dem Festival.

Dark Storm Festival 2011 – Chemnitz, Stadthalle (25.12.2011)

Auf der großen Bühne ging es dann kurz nach 21:00 Uhr weiter mit der deutschen Dark-Wave-Legende Love Like Blood [GALLERY]. Eigentlich haben sie im Juni 2011 bereits ihr Abschiedskonzert gegeben. Nun gab es noch einmal einen exklusiven Auftritt auf dem Dark Storm Festival. Gegründet wurde die Band 1988. Stilistisch gab es im Laufe der folgenden 10 Jahre einige Wandel, so dass sie in der 2. Hälfte der 90er eher in Richtung Hard Rock / Gothic Metal einzuordnen waren. Vor allem Besucher, die Love Like Blood noch von früher kannten, kamen hier auf ihre Kosten. Vielleicht wurde die eine oder andere Erinnerung geweckt. Love Like Blood legten eine großartige Performance hin. Für Fans stellte sich am Ende die Frage: Wird es tatsächlich die letzte Show sein?

Auf der kleinen Bühne kam als vierte und letzte Band die deutsche Elektro-Band Agonoize [GALLERY]. Gegründet wurde die Band 2002 von Mike Johnson und Oliver Senger. Sänger Chris L. stieß einige Zeit später dazu. 2004 erschien das erste Album „Assimilation: Chapter One“. Kontinuierlich erschienen weitere Alben und Singles, zuletzt „Hexakosioihexekontahexa“ im Jahre 2009. Agonoize hat sich in den letzten Jahren auch einen Namen mit spektakulären Bühnenshows gemacht. Kleine Einlagen sowie falsches Blut dürfen hierbei nicht fehlen. Viele Fans standen schon von Beginn der Show dicht gedrängt vor der Bühne. Die durchgängig tanzbaren Titel brachten den kleinen Saal nun noch mal richtig zum Toben. 1 Stunde lang gab es Titel wie „Seelenbrecher“, „Gottlos“ und „Bis das Blut gefriert“.

Auf der großen Bühne spielten inzwischen Project Pitchfork, die ich durch die Überschneidung leider verpasst habe. Ich habe die Gelegenheit für einen kleinen Imbiss genutzt und wartete nun auf die letzte Band des Abends. Durch die vielen Umbauten kam es nun schon zu einigen Verzögerungen, so dass es bereits kurz nach 0:00 Uhr war. Der große Saal war nun voller sehnsüchtiger Fans, die jetzt VNV Nation [GALLERY] sehen wollten. Gegründet wurde die Future-Pop Band bereits vor über 20 Jahren von Ronan Harris (Sänger) und Mark Jackson (Schlagzeug). Mit Hits wie „Standing“, „Darkangel“ und „Chrome“ sind sie aus den Clubs nicht mehr wegzudenken.

Ronan Harris und seine Männer haben es trotz fortgeschrittener Stunde geschafft, die Menge sogleich zum Tanzen und Mitsingen zu bewegen. Ein Ohrwurm folgte dem anderen. Mit mehr als einer Stunde Elektro vom Feinsten begeisterten VNV Nation den vollen Saal und beendeten nach 1:00 Uhr das Festival. Ein perfekter Ausklang.

Nach mehr als 8 Stunden endete wieder mal ein gelungenes Dark Storm Festival. Wer wollte, konnte noch zur Aftershow-Party im nahe gelegenen Club „Vampire“ gehen, um noch die übrig gebliebene Energie auf der Tanzfläche zu lassen.

Die kompletten Fotosets erreicht ihr über die [GALLERY]-Links oder durch Anklicken der entsprechenden Fotos. 

Autor & Fotos: Thomas Bunge

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