WAVE-GOTIK-TREFFEN 2011 Tag 3 (Samstag) – Leipzig (11.06.2011)

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Der WGT-Samstag gestaltet sich in diesem Jahr fĂŒr uns entspannter. Klar, am Abend fordern wieder Überschneidungen ihren Tribut, aber insgesamt lĂ€sst sich der Tag gut an mit einem kurzen Einkaufs- und Erkundungstrip im Heidnischen Dorf [GALLERY Besucherfotos] und durch die Verkaufshallen der Agra.

Weitere Fotos des Events gibt es hier

Der erste durchweg musikalische Tagesordnungspunkt findet auf der ParkbĂŒhne im schönen Clara-Zetkin-Park statt, wo wir uns heute auch etwas lĂ€nger aufhalten. Im schönen Rund der ParkbĂŒhne unterhalten uns Ikon [GALLERY] mit wunderschönen Wavemelodien und trotz des etwas zu schönen Wetters fĂŒr solch dĂŒstere KlĂ€nge passt das sehr schön zusammen. Dazu trĂ€gt auch bei, dass Frontmann Michael Carrodus eine Gitarre umgeschnallt hat und auch optisch in keinster Weise morbid auftritt, sondern eher als einer wie Du und ich. Ikon treten derzeit als vollstĂ€ndige Band mit Liveschlagzeuger auf und das tut dem Sound der Australier sichtlich gut. Sogar eine eigene Fangemeinde aus dem Heimatland ist angereist und so wird es ein rundum gelungener Auftritt.

Gleiches kann man danach auch von Lacrimas Profundere [GALLERY] sagen, die immerhin schon zum fĂŒnften Mal beim WGT dabei sind und stets fĂŒr ordentlich Stimmung sorgen. Mittlerweile besteht die Band bereits seit fast 20 Jahren und hat neun Alben veröffentlicht, das letzte Album „The Grandiose Nowhere“ stammt aus dem letzten Jahr. Auch wenn der Bandname es nahe legt, werden heute keine TrĂ€nen vergossen, und wenn dann nur vor Freude, denn Band und Publikum haben ihren Spaß am Auftritt der gewohnt routiniert, cool und unterhaltsam ablĂ€uft. Gerade die beiden Saitenzupfer Oliver Nikolas Schmid und Tony Berger animieren das Publikum, aber auch SĂ€nger Roberto Vitacca lĂ€sst seine coole HĂŒlle beizeiten fallen und treibt das Publikum an. So werden die versammelten Fans schon einmal perfekt auf den Tageshöhepunkt eingestellt, denn gleich gibt es ein JubilĂ€um.

Girls Under Glass [GALLERY] feiern heute ihr 25-jĂ€hriges Bestehen und versprachen im Vorhinein eine kleine Party mit GĂ€sten zu geben. Reinstes Understatement wie sich herausstellte, denn die durchweg mĂ€nnlichen „MĂ€dels“ fahren heute richtig auf. Los geht es in der regulĂ€ren Besetzung und mit ein paar Girls Under Glass StĂŒcken zum „warm machen“. Doch nach zwei StĂŒcken ist dieser offizielle Teil bereits abgehandelt und man geht sogleich zur „Live-Aftershowparty“ ĂŒber. Von nun an geben sich hochkarĂ€tige GĂ€ste die Klinke oder besser das Micro in die Hand. Als erstes ergreift Jay Smith von Deviant UK das musikalische Wort und peitscht das Publikum nach vorne. Es herrscht schon jetzt Ausnahmezustand und jedem der Anwesenden wird spĂ€testens bei den nachfolgenden GĂ€sten klar, dass hier vielleicht der Höhepunkt des diesjĂ€hrigen WGTs stattfindet. Nach und nach ergreifen langjĂ€hrige WeggefĂ€hrten wie Peter Spilles (Project Pitchfork, Santa Hates You), Oswald Henke (Goethes Erben, Henke), Rodney Orpheus (Cassandra Complex), Rascal Nikov (Rotersand), Carsten Klatte (Lacasa Del Cid, Carsten Klatte & Project Pitchfork) und Myk Jung (The Fair Sex) das Mikrofon und zugleich die Initiative und feiern mit einer gelungenen Mischung aus eigenen Songs und Klassikern der Girls Under Glass Historie dieses denkwĂŒrdige Ereignis. Als Zugabe stehen bei Project Pitchforks „Timekiller“ noch einmal alle gemeinsam auf der BĂŒhne und wer jetzt keine GĂ€nsehaut hat, der ist womöglich bereits tot. Ein Wahnsinnsauftritt und ja, ich lege mich fest, mein Highlight des WGT 2011!

Nun heißt es schnell sein, denn schon fĂŒr 22:20 Uhr ist der Auftritt von Rome [GALLERY] im Felsenkeller angesagt. Zum GlĂŒck sind es bis dorthin „nur“ knapp 2km Fußweg quer durch den Park, aber auch die mĂŒssen mit schwerer KameraausrĂŒstung nach so einem begeisternden Auftritt erst einmal zĂŒgig zurĂŒckgelegt werden. Vor dem Felsenkeller ist es voll, sehr voll. Eine Menge Leute wollen noch ins GebĂ€ude, wĂ€hrend andere gleichzeitig versuchen nach einem starken Auftritt von Spiritual Front draußen wieder etwas Luft zu schnappen. Denn im Inneren des Felsenkellers herrschen Temperaturen nahe dem Siedepunkt und die Luft ist zum Zerschneiden. Man kann geradezu froh sein, dass Rome zwar fĂŒr viel Leidenschaft, nicht aber fĂŒr eine energiegeladene Show stehen und somit zumindest der bewegungsbedingte Schweißtrieb in normalen Bahnen verlĂ€uft. Die Luxemburger von Rome betreten als komplette Band die BĂŒhne und prĂ€sentieren in der Folge Songs aus ihrer gesamten Bandgeschichte, aber auch einige vielversprechende neue Tracks. Leider herrscht im Publikum recht lautes Gemurmel und so hat SĂ€nger JĂ©rĂŽme Reuter vor allem zu Beginn MĂŒhe, dagegen anzusingen. SpĂ€ter dreht man die Anlage etwas mehr auf und endlich kommt „echtes KonzertgefĂŒhl“ auf. Die Fans feiern Songs wie „To Die Among Strangers“ und klatschen wohlwollend Applaus, bevor man uns in die dunkle Nacht entlĂ€sst.

Die kompletten Fotosets zu den Bandauftritten erreicht ihr ĂŒber die [GALLERY]-Links (Bildkommentare sind in der Gallery durch Anklicken der gelben Sprechblase möglich), Infos und Fotos zu den anderen Tagen und noch mehr Besucherfotos folgen in KĂŒrze. Wer zudem Interesse an gedruckten Bildern hat, kann auch einen Blick in die aktuelle Ausgabe des Orkus werfen (07-08/2011), in der neben einigen unserer Fotos auch Fotos anderer Fotografen enthalten sind.

Autor & Fotos: Michael Gamon

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