Pluswelt Festival IX – Krefeld, Kulturfabrik (30.10.2010)

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GeschÀtzte Lesezeit: 6 Minute(n)

Das Duo Dupont [GALLERY] aus Schweden machte mit seiner Mischung aus Oldschool-EBM und Synthpop den Opener des renommierten Festivals in der Krefelder Kufa. SĂ€nger Riccardo ĂŒberzeugte mit seinem Gesang und "Keyboarder" Danucci mischte den Sound mit seinem kleinen Mischpult direkt auf der BĂŒhne und durfte seinen Frontmann bei einigen StĂŒcken gesanglich unterstĂŒtzen. Die Jungs spielten einige Songs ihres Albums "Entering the Ice Age" und der "Dope Of Love EP" in ihrer minimalen Show und das Publikum honorierte die Performance mit wohlwollendem Applaus.

Setlist:
01. Entering the ice age
02. Casino
03. Ghostdance
04. Dope of Love
05. Money
06. Motel lover

Als nĂ€chstes kam die erste Kultband des Abends auf die BĂŒhne, nĂ€mlich Escape with Romeo  [GALLERY] aus Köln. Die Band ist nunmehr seit ĂŒber 15 Jahren im GeschĂ€ft und ĂŒberrascht immer wieder mit tollen Alben und noch besseren Livekonzerten, wie auch dieses Mal. Escape With Romeo-Songs bestechen mit ihrer schönen AtmosphĂ€re eher als durch tolle Melodien. Mastermind Thomas Elbern sang seine Songs oft mit geschlossenen Augen und Hingabe und bei dem Szenehit "Somebody" gerieten nicht nur die harten Fans erster Stunde in VerzĂŒckung, denn der ganze Saal verwandelte sich in eine eruptive Masse von tanzenden Menschen. Viel zu schnell ging die Show vorbei, doch Thomas Elberns AnkĂŒndigung auf ein neues Album ließ die Fans aufhorchen und ihre Heroen begeistert nach dem gelungenen Konzert beklatschen. Man darf also auf neues Material gespannt sein.

Setlist:
01. Intro
02. Helicopters In The Falling Rain
03. Glitter On The Snow
04. Somebody
05. It’s Loneliness
06. Anterroom For Your Love
07. White Room
08. Addiction

Eine völlig anders gelagerte Kultband trat nun auf den Plan, nĂ€mlich die "alten Recken" von Portion Control [GALLERY], die sich bereits 1980 in London grĂŒndeten. Harte Oldschool EBM Sounds und abgefahrene Diaprojektionen wurden dem Publikum geboten, was jĂŒngere Zuschauer verjagte und Ă€ltere in VerzĂŒckung brachte, die stets "im Rhythmus blieben" und ausgelassen tanzten. Der sichtlich gealterte "SĂ€nger" Dean Piavani gab als Frontman alles, wĂ€hrend Keyboarder John Whybrew im Hintergrund Laptop und Mischpult bearbeitete. SpĂ€testens beim Smasher "Amnesia" zogen Portion Control die Zuschauer in ihrem Bann und machte die Verabschiedung schwer. Aber es war auch an der Zeit, sich etwas von der Energie und den harten Tanzschritten zu erholen.

Die Erholung war nicht lange von Dauer, denn schon der nĂ€chste Act scharte bereits mit den Hufen. Als krassen Gegensatz eroberten nun Sono [GALLERY] die BĂŒhne und die Herzen der Zuschauer. Die sympathische Band aus Hamburg prĂ€sentierte eine Mischung aus Synthpop, Dance und House und das ist immer wieder schön anzusehen. Das Trio verlĂ€sst sich nicht nur auf die Technik, sondern haucht mit der tollen Stimme Lennart A. Salomons und seinen, sagen wir mal, ungewöhnlichen Gitarrensounds ihren Songs Leben ein. Songs wie "1000 Guns", "Keep Control" und "Blame" darf man ohne Übertreibung als moderne Klassiker bezeichnen und machen live einfach Laune. Der Spaß und die Spielfreude Sonos ĂŒbertrug sich spielend auf die Fans und diese sangen mit und tanzten im Takt der coolen Beats und poppigen Melodien. Die perfekte Hinleitung also zum nĂ€chsten musikalischen Highlight.

Setlist:
01. 2.000 Guns
02. What You Do
03. Blame
04. All Those City Lights
05. A New Cage
06. Always Something Missing
07. The Brightest Star
08. Better
09. Keep Control

Der Name "Kult" wird in diesem Text recht oft bemĂŒht, aber man kann die nĂ€chste Band nicht anders beschreiben, denn Clan of Xymox [GALLERY] gehören seit 25 Jahren zur Sperrspitze des Dark Wave und Gothrock. Die Band aus Nimwegen begann mit "Stranger" und SĂ€nger Ronny Moorings spielte dazu die Harmonica. COX kamen direkt aus Berlin und saßen laut Ronny stundenlang im Stau, sodass ihr Soundcheck live "on Stage" stattfand. Das Quartett spielte etliche ihrer Hits, darunter viele Songs mit Frauennamen (u.a. "Emily"). "We would play all fucking girls names, if we would have time" konterte ein sehr gut aufgelegter Moorings. Die Performance der NiederlĂ€nder war wie immer sehr intim und atmosphĂ€risch und es ist immer wieder ein Genuss ihnen zuzusehen, denn die Songs sprechen fĂŒr sich. Seien es die alten New Wave StĂŒcke oder die neueren, fast futurepoppigen Songs wie "There`s no tomorrow". Selbst die interessante Coverversion von David Bowies "Heroes" kam recht gut an und Clan of Xymox durften nicht lange die BĂŒhne verlassen, ohne den Hit "A Day" zum Besten zu geben.

Setlist:
01. Stranger
02. Love Got Lost
03. In Love We Trust
04. Jasmine & Rose
05. Hail Mary
06. This World
07. Emily
08. Heroes
09. Farewell
10. There’s No Tomorrow
11. A Day (Z)

Headliner des Festivals waren die Synthpop-Helden Mesh [GALLERY] aus Bristol, die eine große, treue Fangemeinde um sich scharen. Der Genuss des Openers "If we stay here" wurde leider durch technische Probleme ĂŒberschattet, aber auch nur mit Gesang, Schlagzeug und Gitarre kam der Song gut an. Mit Elektronik und Verve ging es weiter mit dem typischen Meshsound: geniale Popmelodien und Texte, garniert mit einer großen Portion Tanzbarkeit. SĂ€nger und Gitarrist Mark Hockings, Keyboarder und Gitarrist Richard Silverthorn, Keyboarder Geoff Pinckney ("Tenek") und Livedrummer Sean Suleman konnte man ihren Spaß am Spielen ansehen und trugen viele ihrer Hits vor, jedoch nur relativ wenige StĂŒcke des aktuellen Albums "A Perfect Solution". Zumindest auf der Bassdrum Seans konnte man lesen, dass es sich bei seinem Drumset um "A perfect Percussion" handelte. Die Show wurde durch Projektionen auf großen Plasma-Monitoren unterstĂŒtzt, aber das war gar nicht nötig, denn Meshs Songs wirken auch ohne großes Medientamtam. Mesh brachten StĂŒcke wie "Crash", "From this Height" (Viel zu Schade fĂŒr eine "B-Side") oder "Petrified" und die Fans sangen, tanzten und feierten mit und schnell waren alle Zuschauer "gemeshed". GastsĂ€ngerin Julia Beyer ("Technoir", "Chandeen") kam fĂŒr den Song "Who says" auf die BĂŒhne der Kulturfabrik und sang mit Mark ein Duett, welches ein Highlight des Konzertes gewesen sein könnte. Leider bekam es der Mann am Mischpult irgendwie nicht hin, die beiden Stimmen, die sich auf der CD perfekt ergĂ€nzen, live ansprechend zusammen zu mischen. Sehr schade. Nichtsdestotrotz boten die "Meshies" wie immer perfekte Unterhaltung und entließen mit ihrem zunĂ€chst letzten Song "Confined" und den nachfolgenden Zugaben "Can You Mend Hearts?" und "Friends Like These" die Zuschauer des Pluswelt Festivals zufrieden in die Herbstnacht.

Setlist:
01. If We Stay Here
02. Leave You Nothing
03. Hold It Together
04. Only Better
05. I Don’t Think They Know
06. Petrified
07. Crash
08. How Long?
09. From This Height
10. Who Says? (feat. Julia Beyer)
11. Trust You
12. Everything I Made
13. Confined
14. Can You Mend Hearts? (Z)
15. Friends Like These (Z)

Die kompletten Fotosets der aufgetretenen Bands erreicht ihr ĂŒber die Gallery-Links oder durch anklicken der entsprechenden Fotos.


Autor: Frank Stienen
Fotos: Michael Gamon

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