EISBRECHER / STAHLMANN – Dortmund, FZW (26.09.2010)

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Nach einer bisher erfolgreichen Tour landeten Alexx ‚Der Checker‘ Wesselsky und seine Eisbrecher- Crew am 26.9. in Dortmund, um im FZW ihr Tourabschlusskonzert zu spielen. Tatkräftig zur Seite standen ihnen in den vergangenen Wochen eine Neuheit in der kleinen Welt der Neuen Deutschen Härte: Stahlmann. Auch an jenem Abend waren die Göttinger dabei und wurden von niemand anderem als Herrn Wesselsky persönlich angekündigt. Schlau, gutaussehend und gut im Bett seien sie und wie man direkt beim ersten Song erfahren durfte, können die stählernen Männer um Frontmann Mart auch ordentlich Musik machen.

Mit ?Willkommen? ging es dann auch direkt hart und rockig los. Die Herren mit den silberfarben geschminkten Gesichtern schienen genau zu wissen, was sie da taten, klang das alles doch schon so, als hätten sie ihr Leben lang nichts anderes gemacht als auf der Bühne zu stehen und Stimmung zu verbreiten. Dem Publikum gefiel das und so wurden Stahlmann gefeiert wie die Großen. Wer weiß, vielleicht hat Alexx auf der gemeinsamen Tour oder den Aftershowpartys ein bisschen aus dem Nähkästchen geplaudert und den jetzt schon erfolgreichen Newcomern einige Tipps mit auf den Weg gegeben. Ob der gleichnamige Song ?Stahlmann?, der die Menge ordentlich zu rocken vermochte, ?Teufel? oder das eingängige ?Hass Mich, Lieb Mich?, die Stahlmänner hatten die Menge in ihren Bann gezogen. Kein Wunder, dass sie für ihre Show den verdienten Applaus ernteten. Nach elf Songs, was einem für eine Vorband ziemlich viel erschien, wagten sich Stahlmann an einen Song, den sie so noch nie live zum Besten gegeben hatten. Mit großem Dank für die tolle Tour, die sie zusammen mit Eisbrecher verleben und erleben durften, bedankten sich Mart und seine Mannen mit einem Cover der Toten Hosen: der Song ?Hier Kommt Alex? wurde etwas aufgemotzt und mit dem Titel ?Alexx? dem begnadeten und sympathischen Eisbrecher- Kopf gewidmet. Stahlmann lieferten eine absolut tolle Show, die einen perfekt in den Abend einzustimmen wusste. Mutig nur, dass Eisbrecher eine Band für ihren Support wählten, die von den Songs her vielleicht einmal den Herren Eisbrecher Konkurrenz machen werden. Aber all das steht noch in den Sternen. Als der letzte Song verhallt war, freute sich die Menge gespannt auf den einzig wahren Checker und Permanent- Entertainer, den diese Szene derzeit zu bieten hat.

Setlist:
01. Willkommen
02. Marschieren
03. Stahlmann
04. Kaltes Herz
05. Göttin
06. Hass Mich… Lieb Mich
07. Herzschlag
08. Teufel
09. Nur Einmal
10. Stahlwittchen
11. Kokain
12. Hier kommt Alex (Die Toten Hosen cover)

Wenig später traten dann auch die auf die Bühne, auf die man den ganzen Abend gewartet und viele Fans sich sicher schon Tage zuvor gefreut hatten. In Wintermänteln betrat die gesamte Band die Bühne und positionierte sich an den Instrumenten. Als Alexx dann endlich auch auf die Bühne stürmte, war der Jubel aus jeder Ecke der Halle groß. Mit ?Eiszeit? läuteten die Jungs das Tourabschlusskonzert in Dortmund ein und schafften es sofort, die Fans auf ihre Seite zu ziehen und ihre Textsicherheit auf Mark und Nieren zu prüfen. Dass der wahre Eisbrecher- Fan sich hier gut schlagen würde, war zu erwarten, und so wurde die Stimmung immer aufgeheizter. Am Ende der ?Eiszeit? wurden dann auch noch weiße Luftschlangen von der Decke gesprengt. Schade, dass sie nicht wirklich der Schnee und das Eis waren, was sie verkörpern sollten, denn die Temperaturen in der Halle verhießen alles andere als eine drohende Eiszeit. Auch im übertragenen Sinne wurde es ganz und gar nicht kalt, denn emotional einnehmende Songs wie ?Angst?, ?Leider? und ?Komm Süßer Tod? folgten dem tollen Start. Zwischen den Songs witzelte Alexx, so wie man es von ihm gewohnt war, warf sogar ein paar süßlich- böse Spitzen nach einer derzeit omnipräsenten Szene- Band und machte auf lustige Art Anspielungen auf das Vermögen oder Unvermögen unserer Politiker. Natürlich nahm er sich selbst auch gerne und oft genug auf die Schippe. Die Wintermäntel fielen bereits schon zu Beginn und Herrn Wesselsky lief auch immer mehr der Schweiß über die Stirn. Es ist doch immer wieder schön zu sehen, wie sich Künstler für ihre Fans verausgaben! Jedoch auch im Publikum legten einige bereits ihre Jacken und Pullis ab, denn durch das Mitgesinge und Gefeiere wurde einem doch sehr schnell warm. Vor allem bei ?Vergissmeinnicht? zeigte die Menge, was sie drauf hatte, und tat es ihrem Alexx gleich, der natürlich immer wieder ordentlich zum weiteren Anheizen aufgelegt war. Zur Belohnung reichte er heiter eine Flasche Whiskey ins Publikum; es wäre doch schade, wenn die Band sich auf der Bühne alleine betrinken müsste. Es machte wirklich Spaß! Erstaunlich war dann auch, dass die Fans bei einem Gitarrensolo von Alexx und Jürgen und einem Medley aus ?Tränen Lügen Nicht? und ?Verlieben, Verloren, Vergessen, Verzeihen? ebenso viel Textsicherheit bewiesen wie bei dem darauf folgenden ?Heilig?.

Die Entertainer- Qualitäten Herrn Wesselskys und seiner begabten Band, die seit Kurzem mit einem neuen Bassisten namens Dominik unterwegs ist, waren durch diesen kurzen Schlager- Einschub jedoch noch lange nicht erschöpft. Immer wieder witzelten Rampensau Alexx und sein treuer Gitarrist miteinander: ein Küsschen hier, ein bisschen Gefummel da. Ob das das ist, was die Fans unbedingt sehen möchten, sei mal dahin gestellt, aber unterhaltend war es allemal.

Bei ?This Is Deutsch? verausgabte sich der aus Bayern stammende Frontmann in bayerischer Kluft und Hütchen und heizte der Menge immer mehr ein. Mittlerweile war es unerträglich heiß in der Halle, aber davon ließen sich wahre Fans natürlich nicht erschüttern. Mit ?Kinder Der Nacht? zogen die fünf dann noch einmal alle Register und die Stimmung befand sich wirklich am Siedepunkt.

Als Zugaben wurden noch einige Sahnestücke wie ?Amok?, bei denen die Live- Drums eine unheimlich einnehmende Atmosphäre schafften, und natürlich der stets geforderte Inventar- Song und Megaherz- Überbleibsel ?Miststück? gespielt. Mit ?Mein Blut? beendeten Eisbrecher dann schließlich ihr Set, ließen noch einige Plüsch- Eisbären und Merchandise- Artikel in die Fanmenge fliegen und verabschiedeten sich gemeinsam auf der Bühne mit Stahlmann und der gesamten Crew von einem vollkommen zufriedenen Publikum.

Setlist:
01. Eiszeit
02. Angst
03. Die Bombe
04. Willkommen im Nichts
05. Leider
06. Komm Süßer Tod
07. Böse Mädchen
08. Vergissmeinnicht
09. Schwarze Witwe
10. Tränen Lügen Nicht
11. Die Engel
12. Heilig
13. This is Deutsch
14. Kinder der Nacht
15. Amok (Z)
16. Ohne Dich (Z)
17. Miststück (Z)
18. Mein Blut (Z)

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Concert-Pictures Sektion (für Bildkommentare muss man aus Spamverhinderungsgründen leider angemeldet sein) oder direkt hier durch Anklicken des jeweiligen Bandfotos:

Eisbrecher:




Stahlmann:


Autorin: Tanja Sunshine
Fotos: Michael Gamon

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