FRONT 242 – Frankfurt, Batschkapp (13.04.2010)

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Die belgische EBM-Formation Front 242 gilt zweifelsohne als Vorreiter einer ganzen Szene. Sie waren es, die in den 80er Jahren den Begriff der Electronic Body Music pr├Ągten und zahlreiche Bands nachhaltig beeinflussten. 1981 wurde die Band in Br├╝ssel von Daniel Bressanutti (alias Daniel B.) und Dirk Bergen gegr├╝ndet. Im folgenden Jahr gab es einige Umbesetzungen. Mit den Mitgliedern Daniel B., Jean Luc DeMeyer, Patrick Codenys und Richard Jonckheere (alias Richard 23) begann dann die Erfolgsstory der Band. Das erste Album "Geography" sowie die Single "U-Men" erschienen. 2 Jahre sp├Ąter erschien das Album "No Comment". Auf dem Cover wurde hier erstmals die Bezeichnung Electronic Body Music verwendet. Sp├Ąter wurde dies der Inbegriff einer gesamten Stilrichtung. Die n├Ąchsten beiden Alben "Offical Version" (1987) und "Front By Front" (1988) waren die erfolgreichsten Alben der Band. Zahlreiche Clubhits wie "Masterhit", "Headhunter" und "Welcome To Paradise" befinden sich auf diesen Alben. Im Jahr 1987 spielte Front 242 im Vorprogramm von Depeche Mode, wodurch sie noch bekannter wurden. Nach den experimentellen Alben "06:21:03:11 Up Evil" und "05:22:09:12 Off " (beide 1993) wurde es ruhig um die Belgier. Nach einigen Live- Und Remix-Alben erschien 2003 die EP "Still and Raw" sowie das Album "Pulse". Live sind Front 242 seitdem fast ausschlie├člich auf Festivals zu sehen. Umso erfreulicher, dass es endlich mal wieder eine Clubtour durch Europa gab, wovon 5 Konzerte in Deutschland stattfanden. Es ist auch nicht verwunderlich, dass diese Shows ausverkauft waren.

Start der "Vintage" Tour war Frankfurt. Da sehr viele Besucher erwartet wurden, verlegte man die Merchandise-St├Ąnde nach drau├čen und um 19:00 Uhr waren auch bereits zahlreiche G├Ąste da. Innerhalb der n├Ąchsten Stunde war die Batschkapp ordentlich gef├╝llt. Kurz vor 20:00 Uhr startete auch schon die erste Support-Band. Das ebenfalls aus Belgien stammende Elektro-Pop-Duo Soldout besteht aus Charlotte Maison und David Baboulis. Ihre 30-min├╝tige Show mit experimenteller Musik kam beim Publikum sehr gut an. Viele Besucher standen vor der B├╝hne und tanzten begeistert mit.

Die zweite Support-Band des Abends war die deutsche Elektro-Band Orange Sector. Bereits 1992 wurde das Duo von Lars Felker und Martin Bodewell gegr├╝ndet. Die ersten Alben erschienen beim legend├Ąren Label Zoth Ommog und machte die Band durch zahlreiche Samplerbeitr├Ąge bekannt. Bis 1997 erschienen einige Alben, u.a. "Faith" und "Flashback". Nach jahrelanger Schaffenspause vereinigte sich die Band 2006 wieder und ver├Âffentlicht 2007 das Album "Profound". Nur wenige Tage vor der Tour ist das neue Album "Krieg und Frieden" erschienen. Das Publikum stand nun schon dicht gedr├Ąngt vor der B├╝hne. Orange Sector spielten sowohl einige bekannte Clubhits wie "Kalt wie Stahl" und "F├╝r immer" als auch einige neue Titel. Begeistert tanzten Fans in den ersten Reihen mit, obwohl sich viele Fans ihre Energie noch aufheben wollten.

Mittlerweile war es sehr schwierig geworden, von der B├╝hne an die Theke zu gelangen. So voll war die Batschkapp schon lange nicht mehr. Die Temperatur war schon deutlich angestiegen. Gegen 22:00 Uhr war es dann Zeit f├╝r die EBM-Legende Front 242. Die B├╝hne wurde nun in Nebel geh├╝llt. Nach dem Intro ging es sofort zur Sache. Sowohl f├╝r die M├Ąnner von Front 242 als auch f├╝r das Publikum gab es nun keinen Stillstand mehr. Die Setlist war gemischt. Dennoch konzentrierte sich die Band haupts├Ąchlich auf ├Ąltere St├╝cke wie "Funkahadafi", "Commando Mix", "Welcome To Paradise" und "Quite Unusal". Beim neueren und langsameren Titel "Triple X Girlfriend" konnten sich die Fans etwas ausruhen. W├Ąhrend bei der Re-Boot Tour 1998 die Titel stark abgemischt gespielt wurden, besinnte man sich diesmal wieder auf die Originalversionen zur├╝ck. Mit dem Clubhit "Im Rhythmus bleiben" endete das regul├Ąre Set. Nat├╝rlich wollten die Fans mehr. Mit lauten Rufen "Zwei Vier Zwei" erschienen Front 242 noch einmal. Es folgten noch der Uralt-Klassiker "Kampfbereit" sowie "Headhunter". Die Band drehte hier noch einmal richtig auf. Die Fans sangen begeistert mit. Nach knapp 90 Minuten verabschiedeten sie sich dann endg├╝ltig.

Front 242 haben bewiesen, dass sie es auch nach knapp 30 Jahren immer noch drauf haben. Die Stimmung h├Ątte nicht besser sein k├Ânnen. Neue St├╝cke erwartet wohl keiner mehr, aber die alten Hits sind auch das, was die Fans h├Âren wollen.

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Concert-Pictures Sektion (f├╝r Bildkommentare muss man aus Spamverhinderungsgr├╝nden leider angemeldet sein) oder direkt hier durch Anklicken des jeweiligen Bandfotos:

Front 242:

Orange Sector:

Sold Out:

Autor und Fotos: Thomas Bunge

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