Interview : BERNSTEIN

Interview : BERNSTEIN
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Was lange währt …

Das folgende Interview wurde bereits im Mai 2008 per E-Mail mit Bernstein geführt,  doch irgendwie schienen die Worte stets "lichtwärts" entschwunden zu sein und fanden somit erst jetzt den Weg zu uns, weiter wollen wir euch aber nicht auf die Folter spannen ….

Bernstein kommen aus dem beschaulichen Ort Limburg in Hessen und das
Projekt besteht aus den drei Musikern Jens Eufinger, Frank Weiss und
Dirk Eufinger. Nachdem sie bereits seit längerem gemeinsam Musik
machen, präsentierten sie Anfang Mai ihr Debutalbum "Lichtwärts" [REZENSION], das über eine enorme Qualität verfügt und zu den Highlights des Jahres 2008 zählt.

Interview : BERNSTEINBereits seit einigen Jahren macht ihr Musik? Gibt es auch bei euch eine interessante Geschichte wie ihr als Band zueinander gefunden habt? Wie wurde das Projekt zum Leben erweckt?

Wir kommen alle aus Limburg. Dirk und ich sind Brüder, da läuft man sich zwangsläufig irgendwann über den Weg. Frank wiederum kennt
Dirk bereits aus Kindertagen. Bevor wir 2003 zusammengefunden haben, hat jeder für sich getüftelt. Dirk war als DJ unterwegs, Frank hat vor sich
hin getextet, ich habe mich am Klavier begnügt. Und irgendwann sind wir dann mal zusammen ins Studio gegangen.


Wie seid ihr bei der Entstehung eures ersten Albums vorgegangen? Welche Gefühle privater Natur und welche Umstände haben euch beflügelt, um Songs wie diese zu schreiben und zu komponieren?

In den Texten auf Lichtwärts steckt sicher auch eine Menge autobiographisches Material. Was genau lässt sich nicht mehr wirklich definieren.
Jeder hält seine Ideen für sich alleine fest und dann trifft man sich und filtert das Material, bis irgendwann ein Layout entsteht. Damit gehen wir dann ins Studio und versuchen, daraus einen fertigen Titel hinzukriegen.


Es ist unüberhörbar: Jens? Klangfarbe ist die, wie die des ?Wolfsheim? Sängers Peter Heppner. In der Zwischenzeit habt ihr diesen Vergleich sicherlich schon oft zu hören bekommen. Ist es mittlerweile noch ein Kompliment?

Zunächst muss ich sagen, dass ich bzw. wir diese Ähnlichkeit gar nicht so empfinden. Wer genau hin hört, wird das auch bestätigen. Aber wir sind eigenständig. keine Kopie. Wenn der Vergleich dann wieder kommt, ist es sicher eher ein Kompliment.


Alvarez & Heppner ist eine schöne Verschmelzung aus Kunst und Gefühl. Der Erfolg des Songs ?Vielleicht?? lies auch nicht lange auf sich warten. Habt ihr euch aus diesem Grund Jose mit ins Boot geholt, da aufgrund seiner Erfahrungen und der Zusammenarbeit mit Heppner, Erfolg garantiert ist?

Wir haben schon vor "Vielleicht" mit Jose gearbeitet. Das hatte jetzt weniger mit kommerziellen Hintergedanken zu tun. Wir schätzen Jos├ę┬┤s Arbeit sehr und waren uns einig, dass er uns weiterbringt.


Der ?Paradies?-Remix von Schiller erstrahlt in einem loungigen, sphärischen Sound, so dass der Song noch mehr an Klasse gewinnt. Auch dieser Schuh wurde einst von Heppner getragen und war sehr Erfolg versprechend. Wird es eine weitere Zusammenarbeit mit Christopher von Deylen geben und falls ja, wie wird diese aussehen?

Die gibt es schon. Auf der aktuellen Platte Sehnsucht ist der Titel Heaven zu hören. Ob danach noch einmal etwas kommt, wird sich zeigen. Es hat jedenfalls viel Spass gemacht.


Gab es auch Ideen, die ihr nicht umsetzen konntet? Wenn ja, welche? Und warum gab es dabei Probleme? Schwierige Frage.

Eigentlich nicht. Die einzelnen Titel klingen alle so, wir sie schon zuvor in unseren Köpfen geklungen haben.


Neben eventuellen Problemen stand mit großer Wahrscheinlich der Spaß an oberster Stelle. Woran denkt ihr bei euren Aufnahmen gern zurück? Gab es vielleicht Pannen oder andere nennenswerte Erlebnisse?

Oh, es gibt sehr viele interessante Geschichten, die aber nicht alle an die Öffentlichkeit gehören ­čśë Grundsätzlich waren die Nachtschichten im Studio die lustigsten. Wenn man dann nach 10 Stunden Studioarbeit kurz vorm Durchdrehen steht und man am Ende mit viel Wein doch noch den Sound gefunden hat. Aber auch kaputte und aufgebrochen Autos gehören dazu.


Deutsche Texte sind ein heikles Thema. Man ist immer der Gefahr ausgesetzt dem Kitsch zu verfallen oder durch übereifrige Pseudo-Philosophie den Sinn des Ganzen zu zerstören. Interview : BERNSTEINIhr habt euer Innerstes spielerisch in Worte gefasst. Ist das eine Art roter Faden, der sich durch eure Diskographie ziehen wird oder strebt ihr auch mal englischsprachige Texte an?

Genau so ist es. Auf deutsch zu texten ist schwierig, weil man wirklich immer kurz davor ist, in der Kitsch zu fallen. Wir haben aber das Gefühl, das wir dem fast immer entgehen konnten. Und das macht ja auch den Reiz aus.
Wenn man im Gegensatz dazu mal englische-sprachige Nummern ins Deutsche übersetzt, wird es ja auch schnell peinlich. Nein, wir werden bei Deutsch bleiben aber schliessen auch nicht aus, mal den ein oder anderen Titel
auf Englisch zu machen


Eure Musik ist sehr vielseitig. Könntet Ihr Euch fern ab der bevorstehenden Live-Auftritte vorstellen, neben den Synthesizern auch akustische Instrumente und andere Stilrichtungen einzubringen?

Wir haben in der Tat bei den Live-Proben einen Drummer und einen Gitarristen dabei, was der Musik wieder einer etwas andere aber interessante Richtung verleiht.


Wie sieht die Zukunft der Bernsteine aus? Tourdates, Festivals, Bandzuwachs, neues Album .. ?

Wir warten nun die 2. Single ab und stricken drumherum ein passendes Live-Gerüst. Eben Konzerte und Festivals. Das neue Album wird noch dauern, aber die ersten Ideen sind schon da. Jetzt wollen wir aber erstmal Lichtwärts "auskosten".


Vielen Dank für das Interview aber viel mehr noch für das gelungene Debüt-Album.
Die letzten Worte gehören Euch?.

An dieser Stelle nochmal vielen Dank an alle, die uns so wunderbar unterstützen. Und immer schön lichtwärts gehen…!

Interview per E-Mail: Stephanie Sieler & Jens Eufinger zwischen Mai und August 2008 ­čśë

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