ELTON JOHN – M├Ânchengladbach, Warsteiner Hockeypark (20.07.2014)

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Am Sonntag den 20. Juli 2014 bekam M├Ânchengladbach prominenten Besuch, denn niemand geringeres als Sir Elton John gab ein Open Air Konzert im Warsteiner Hockeypark. Der britische S├Ąnger, Komponist und Pianist hat bisher ├╝ber 900 Millionen Tontr├Ąger verkauft, unz├Ąhlige Preise (Oscar, Tony, mehrere Grammys, …) gewonnen und geh├Ârt unzweifelhaft zu den bedeutendsten Popstars der vergangenen 50 Jahre.

Das Wetter an diesen Sonntag war wenig aussichtsreich, denn nur wenige Stunden vor dem Auftritt gewitterte es leicht und regnete phasenweise in Str├Âmen. Keine guten Aussichten f├╝r ein Konzert im Freien. Zum Gl├╝ck der Fans entschied sich das Wetter jedoch dagegen den Konzertbesuchern den Abend zu verderben, sodass wieder bereits zum Beginn der Vorband die Sonne schien. Man k├Ânnte fast meinen der Regen wollte die hei├če Luft dieses Sommertages ein wenig abk├╝hlen und so f├╝r den Auftritt optimale Bedingungen bereitstellen.

F├╝r das Konzert wurden die Trib├╝ne des Hockeyparks und der Innenraum verwendet, welcher zu diesem Anlass auch komplett bestuhlt wurde. Das durchschnittliche Alter lag vermutlich irgendwo zwischen 40 und 50 was nicht weiter verwunderte, aber starke Ausrei├čer in beide Richtungen gab es nat├╝rlich auch.

Auf die Minute p├╝nktlich um 19:00 Uhr war es soweit und der Mann des Abends betrat die gro├če B├╝hne zusammen mit seiner f├╝nf Mann starken Band. Wer vor Jahrzehnten mal auf einem Elton John Konzert war mag sich an aufwendige B├╝hnenshows mit aufwendiger Lichttechnik erinnern. An diesem Abend konzentrierte sich alles auf das wesentliche: Die Musik. Die B├╝hne war zwar gro├č, aber schlicht schwarz ohne gro├če Besonderheiten wie B├╝hnendekorationen. Einzig die LED Leinwand im Hintergrund lie├č auf optische Effekte hoffen, doch sie fand nur ├Ąu├čerst dezent Verwendung. Elton Johns Fl├╝gel war auch schwarz und nur Elton John selber brachte mit seinem schwarz-blauen Glitzeranzug und seiner blauen Sonnenbrille ein wenig Farbe in die Schw├Ąrze. Gemessen an anderen Outfits des Briten kann hier aber vermutlich trotz des Glitzers von dezent gesprochen werden.

Er er├Âffnete das Konzert mit Funeral for a Friend als instrumentalem Intro und Love Lies Bleeding als erstem Song. Die M├Ânchengladbacher zeigten sich sofort begeistert. Etwas ungew├Âhnlich, aber zur enormen Freude der Zuschauer, spielte er mit Candle In The Wind einen seiner gr├Â├čten Hits schon sehr fr├╝h. Doch bei 31 Studioalben, sieben Soundtrack Alben und zwei weiteren Langspielplatten muss er sich ja keinerlei Gedanken machen, alle Hits zu fr├╝h zu verfeuern, denn daf├╝r hat er ja viel zu viele. Die Setlist an diesem Abend bot zur Feier des 40j├Ąhrigen Jubil├Ąums besonders viele St├╝cke vom 1973er Album Goodbye Yellow Brick Road was als eines seiner besten gilt. Jedoch wurden nat├╝rlich auch noch eine ganze Reihe Klassiker anderer Alben beigemischt, sodass eine gute Mischung entstand, die den Anwesenden offenbar gefiel.

Elton Johns Finger flogen nur so ├╝ber die Tasten w├Ąhrend er einen gro├čartigen Song nach dem anderen spielte. Nach beinahe jedem Song sprang er von seinem Stuhl auf und lie├č sich von den Zuh├Ârern feiern die auch alle aufstanden und ihn nach fast jedem Song mit Standing Ovations bedachten. W├Ąhrend sich die Zuschauer zu Beginn nach dem Klatschen wieder brav auf ihren Sitzplatz setzten, fanden im Laufe des Abends immer mehr Leute Gefallen daran komplett stehen zu bleiben um sich ein bisschen mehr zur Musik bewegen zu k├Ânnen. Sir Elton John hielt sich mit Ansprachen meist zur├╝ck und hielt die Ansagen der Songs sehr kurz, wenn er ├╝berhaupt eine machte. N├Âtig waren Ansagen an diesem Abend nicht, denn der gr├Â├čte Teil der Zuschauer war mit Eltons Hits durchaus vertraut. Dementsprechend zufrieden zeigte der K├╝nstler sich auch von seinem Publikum und bedankte sich mehrfach. Seine Freude zeigte er durch schelmisches Lachen und man konnte den Eindruck gewinnen, dass er, obwohl er mehrere tausend Konzerte auf dem Buckel hat, immer noch mit Spa├č bei der Sache ist.

Nach ziemlich genau zwei Stunden stand er nach Saturday Night’s Alright for Fighting einfach auf und verlie├č die B├╝hne. Kein ÔÇ×Good nightÔÇť oder ÔÇ×this is the last songÔÇť, nichts. Das konnten die M├Ânchengladbacher nat├╝rlich so nicht auf sich sitzen lassen, sodass er durch Klatschen wieder f├╝r eine Zugabe aus dem Backstagebereich gebeten wurde. Diesmal kam er erstmal ohne seine aus Davey Johnstone (Gitarre), Matt Bissonette (Bass), Nigel Olson (Schlagzeug), John Mahon (Percussion) und Kim Bullard (Keyboard) bestehende Band auf die B├╝hne.

Als erste Zugabe gab es eine Kombination der beiden Lieder Circle of Life und Can You Feel the Love Tonight? die zur Filmmusik des Walt Diesney Klassikers ÔÇ×Der K├Ânig der L├ÂwenÔÇť geh├Âren. Zur Untermalung seiner Musik wurden einige Filmszenen auf den Leinw├Ąnden gezeigt. Die beiden Songs habe er durch seine beiden Jungs (Zachary Jackson Levon Furnish-John und Elijah Joseph Daniel Furnish-John) wieder f├╝r sich entdeckt und sie geh├Ârten sicherlich f├╝r die meisten Besucher auch zu den Highlights des Abends. Endg├╝ltig Schluss war mit Crocodile Rock bei dem er wieder durch seine Band unterst├╝tzt wurde, die ÔÇ×LalalalaÔÇť Parts jedoch sehr stimmgewaltig vom Publikum ├╝bernommen wurden.

Es war ein sch├Âner Abend mit ├╝ber 130 Minuten bester Musik bei gl├╝cklicherweise tollem Wetter, sodass die Zuschauer mehr als zufrieden zu ihren Autos schlendern konnten, w├Ąhrend Elton John ├╝ber ihre K├Âpfe hinweg in einem Hubschrauber in seinen wohl verdienten Feierabend flog.

Setlist Elton John:
01. Funeral for a Friend/Love Lies Bleeding
02. Bennie and the Jets
03. Candle in the Wind
04. Grey Seal
05. Levon
06. Tiny Dancer
07. Philadelphia Freedom
08. Goodbye Yellow Brick Road
09. Rocket Man (I Think It’s Going to Be a Long, Long Time)
10. Hey Ahab
11. I Guess That’s Why They Call It the Blues
12. The One
13. Sorry Seems to Be the Hardest Word
14. Your Song
15. Someone Saved My Life Tonight
16. All the Girls Love Alice
17. Don’t Let the Sun Go Down on Me
18. The Bitch Is Back
19. I’m Still Standing
20. Your Sister Can’t Twist (But She Can Rock ’n Roll)
21. Saturday Night’s Alright for Fighting
22. Circle of Life / Can You Feel the Love Tonight? (Z)
23. Crocodile Rock (Z)

Fotos: Markus Hillg├Ąrtner

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