Frisson Noir [fʁi.sɔ̃ nwaʁ] Substantiv, maskulin (französisch): wohliger, dunkler Schauer, intensives Gefühl zwischen Gänsehaut, Nervenkitzel und düsterer Faszination

Mit „Frisson Live 2026“ und ihrem neuen Album im Gepäck, das am 12. Juni 2026 erschien, schlägt Tarja nun ein neues, spannendes Kapitel ihrer Karriere auf. Der französische Begriff „Frisson“ beschreibt dabei jenen besonderen Schauer, der einen Menschen überkommt, wenn Musik tief berührt – einen passenderen Namen hätte Tarja für ihr Album und die dazugehörige Tour kaum wählen können.
Bei jedem Auftritt reißt sie ihr Publikum förmlich mit und zieht es in einen Strudel aus kraftvollen Gitarrenriffs, wuchtigen Drums, markanten Melodien und ihrer außergewöhnlichen Drei-Oktaven-Stimme. Wenn sie mühelos zwischen zerbrechlicher Sanftheit und imposanter Stärke wechselt, ist Gänsehaut garantiert. Genau diese faszinierende Mischung aus musikalischer Wucht und tiefgreifender Emotionalität prägte auch den Konzertabend am 5. Oktober 2026 im F-Haus in Jena.
Mit Symphonity und Chaoseum hat die finnische Sängerin zwei Supportbands im Gepäck, die man bereits auf früheren Touren erleben konnte und die den Abend mit ihren ganz eigenen Klangwelten perfekt bereichern.
Mittendrin statt nur dabei: F-Haus in Jena
Es ist ein wundervoller Herbsttag, die Sonne senkt sich über die Universitätsstadt Jena und vor dem F-Haus hat sich bereits eine Schlange von Fans gebildet. „Das wird richtig toll!“, hört man die Fans beim Warten sagen.
Das F-Haus befindet sich mitten im Herzen Jenas am Johannisplatz. Es ist eine Konzertlocation, die sich längst als feste Größe für Veranstaltungen in der Stadt etabliert hat. Das geschichtsträchtige Gebäude blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück: Bereits im 19. Jahrhundert diente es als Gasthaus, bevor es im Laufe der Zeit unterschiedliche Funktionen übernahm. Seit Ende der 90er Jahre wird es unter dem Namen F-Haus als Veranstaltungsstätte betrieben und bietet heute Künstlern verschiedenster Genres eine Bühne. Mit seinem regelmäßigen Konzertprogramm verbindet der Veranstaltungsort die Nähe eines Clubs mit dem Flair einer traditionsreichen Spielstätte.
Gerade für einen Abend, an dem sich symphonische Klanglandschaften, krachende Metal-Riffs und emotionale Gesangspassagen begegnen, bildet das F-Haus einen tollen Rahmen. Statt einer unnahbaren Arena steht hier die Nähe zum Künstler und das Konzerterlebnis im Mittelpunkt. Die Akustik ist absolut hervorragend, von jedem Punkt im F-Haus aus ist die Bühne gut zu sehen, und von der Empore erhält man noch einmal einen gänzlich anderen Überblick über das Geschehen.
Symphonity: Epischer, symphonischer Power Metal mit großer Stimme
Mit Symphonity beginnt der Abend auf der melodischen Seite des Metal. Die Band aus Tschechien widmet sich dem Power Metal – mit druckvollen Gitarrenriffs, donnernden Drums, weit gespannten Melodien und mittendrin der durchdringenden Opernstimme von Lucie Červenková Mlynářová. Die Sängerin wurde erst im September 2026 offiziell als festes Mitglied des Line-ups bestätigt und doch hat man das Gefühl, als wäre sie schon lange Teil der Band. Alle Musiker harmonieren auf der Bühne so wunderbar miteinander. Das Symphonity-Set, das aus fünf Songs besteht, startet mit „Mongols“, gefolgt von „The Plague“ und der Ballade „Dreaming Of Home“. Bereits die Titel deuten auf die inhaltliche Bandbreite des Repertoires hin, das geschichtliche Bezüge ebenso umfasst wie dunkle Zeiten voller Konflikte und emotionale Themen.
Mit „Evening Star“ setzt die Formation ihre musikalische Reise an diesem Abend fort. Für einen unerwarteten Farbtupfer sorgt Symphonity zum Abschluss mit „Anyplace Anywhere Anytime“, der Coverversion des bekannten Nena-Titels. Im Gewand des kraftvollen Power Metal erhält der Song, der tief im deutschen Popgedächtnis verankert ist, eine ganz neue Klangfarbe. Die vertrauten Melodiebögen treffen auf eine ungewohnte musikalische Kulisse, und das Publikum singt lautstark mit.
Symphonity verstehen es, die majestätische Seite des Metal mit dynamischen Gitarren, treibenden Drums und eingängigen Melodien zu verbinden. Ihr Sound bewegt sich zwischen epischer Weite und klassischer Power-Metal-Energie – ein musikalisches Terrain, das die Fans von Tarjas symphonisch geprägtem Sound hier im F-Haus natürlich mitnimmt und anspricht.
Mit nur fünf Songs liefert die Band einen abwechslungsreichen Auftakt, der dem Abend eine erste markante Note verleiht und den Boden für die folgenden, deutlich härteren Töne bereitet.
„Following stars that guide our way
Toward the horizons and beyond
Into a brand-new day
And when I close my eyes
I see the flame that never dies
And in my dreams, my one desire
Is setting my heart on fire“
Setlist SYMPHONITY @ Jena, F-Haus (05.10.2026)
- Mongols
- The Plague
- Dreaming Of Home
- Evening Star
- Anyplace Anywhere Anytime (Nena Cover)
Weblinks SYMPHONITY
Homepage: Symphonity
Facebook: Symphonity
Instagram: Symphonity
YouTube: Symphonity
Bandcamp: Symphonity
Chaoseum: Kantig, düster, explosiv und doch melodisch
Nach einem kurzen Umbau auf der Bühne übernehmen Chaoseum das Kommando. Die Schweizer Formation schlägt musikalisch eine deutlich härtere Richtung ein und setzt mit ihrem modernen, druckvollen Metal einen markanten Kontrast zum symphonischen Auftakt. Wo Symphonity auf epische Melodien und weit gespannte Klangbögen setzte, rücken bei Chaoseum kantige Riffs, aggressive Rhythmen und eine düstere Grundstimmung in den Vordergrund.
Mit „Life 4 Sale“ eröffnet die Band ihr Set und zeigt eindrucksvoll, warum ihr Sound dem Metalcore zuzuordnen ist. Der Song kracht mit voller Wucht, ohne dabei die Melodie aus den Augen zu verlieren. Auch mit „Freakin’ Head“ schlägt die Band dem Publikum eine wuchtige, raue Klangästhetik entgegen, die unmittelbar ins Ohr geht und im Gedächtnis bleibt.
Bei „Smile Again“ und „Stay Away“ zeigt Chaoseum, welche musikalische Wucht und kompromisslose Härte in der Band steckt. Hier und da blitzen KoRn-Einflüsse durch! Der Track „Price Of Reality“ kommt da schon fast versöhnlich, melodiös um die Ecke, ehe „For You“ noch einmal krachend das Set beschließt. Unter großem Applaus verlässt die Band die Bühne und verabschiedet sich mit einem herzlichen „Merci beaucoup!“.
Die Schweizer Band bietet eine ungeschliffene, mitreißende Variante des Metal, die sich bewusst von der orchestralen Eleganz des Headliners abhebt. Genau damit sorgen sie für einen spannenden stilistischen Gegenpol.
Chaoseum – eine Band, die richtig Spaß macht und die man auf jeden Fall in seiner Playlist haben sollte! Absolut formidable!
„My body without a soul, I feel so distant
The walls crumble, but I’m in prison hеre
A fucked up memory that I couldn’t erase
Your whisper in my head, I’m lost in the shadow of your name“
Setlist CHAOSEUM @ Jena, F-Haus (05.10.2026)
- Life 4 Sale
- Freakin‘ Head
- Smile Again
- Stay Away
- Price Of Reality
- For You
Weblinks CHAOSEUM
Homepage: Chaoseum
Facebook: Chaoseum
Instagram: Chaoseum
YouTube: Chaoseum
Bandcamp: Chaoseum
Tarja: Die Stimme zwischen himmlischer Eleganz und Metal-Urgewalt
Nach einem erneuten Changeover verdunkelt sich die Bühne erneut. Das Intro hallt durch das F-Haus und im strahlenden Gegenlicht und zwischen zarten Nebelschwaden nehmen die Bandmitglieder nach und nach ihre Plätze auf der Bühne ein. Und dann? Dann erscheint sie! Die Künstlerin, auf die sich dieser Abend konzentriert, betritt unter tosendem Applaus die Bühne: Tarja Turunen. Sie ist einfach überirdisch schön und mir stockt für einen Moment der Atem! Sie umgibt eine Aura, die sich schwer beschreiben lässt: erhaben, strahlend und betörend.
Das Intro geht fließend in den Song „Frisson Noir“ über, der das eigentliche Set eröffnet und den musikalischen Auftakt bildet. Mit keinem passenderen Song könnte dieser Abend heute starten als mit diesem, weißt Tarja doch bereits mit den Lyrics darauf hin, wohin sie ihre Fans heute Abend mitnehmen wird!
„Close your eyes, come with mе au monde du rêve
Hold your ground, stay with me quand tout s’évеille
It’s Frisson Noir“
Dunkelheit, Spannung und eine intensive Gefühlswelt treffen bei diesem Song aufeinander und ein dunkler Schauer scheint durch das F-Haus zu ziehen. Ich habe auf jeden Fall Gänsehaut, denn diese Melodie, diese unsagbar schöne Stimme gehen unter die Haut!
Mit „Lost Northern Star“ folgt ein Titel von ihrem ersten, 2007 erschienenen Album „My Winter Storm“. Über „Neverlight“ geht es weiter zu „Love To Hate“. Die besondere Verbindung zwischen Tarja und ihrem Publikum ist schwer in Worte zu fassen. Sie verzaubert es einfach mit jedem Ton, den sie so scheinbar mühelos singt, und mit jedem Lächeln und jeder noch so kleinen Geste, die sie ihrem Publikum schenkt. In der ersten Reihe gehen ihre Fans so stark mit und headbangen, dass man nur hoffen kann, dass ihnen keine Kopfschmerzen drohen und ihre Nackenmuskeln durchhalten. Wahnsinn! Und Tarja scheint diese Energie, die ihr das Publikum entgegenbringt, förmlich aufzusaugen.
Tarjas klassische Ausbildung eröffnet ihr und ihrer Stimme ein großes Spektrum, das von klaren, beinahe schwebenden Passagen bis hin zu kraftvollen, durchdringenden Höhen reicht. Es ist diese besondere Mischung aus puissance (Kraft) und élégance (Eleganz), die ihren musikalischen Stil prägt. Und genau das liebt ihr Publikum so sehr!
Mit der ersten Single des neuen Albums, „At Sea“, geht es ohne Pause direkt weiter. „Little Lies“ führt das Programm weiter fort, ehe „Tears In Rain“ den Weg zu ihrer ersten Single ihrer Karriere bereitet: „I Walk Alone“. Und genau hier wird Frau Turunen ein bisschen sentimental. Der Song markiert einen wichtigen Punkt in Tarjas musikalischem Werdegang, ist er doch auch ein Sinnbild für den Neuanfang und dafür, sich nicht unterkriegen zu lassen. Die markante Melodie, die melancholische Grundstimmung und der kräftige, emotionsgeladene Refrain verbinden sich zu einem Stück, das bis heute einen festen Platz in ihrem Repertoire einnimmt. Bevor der Song beginnt, wendet sich Tarja an ihr Publikum:
„This song is for you! […] Here in Germany, my first show that I remember was in Berlin. I was very nervous but I realized that you are really the storm that holds me. And this song – it’s about you being there for me. And I’m really truly grateful every day on my journey for having you!“
„We’re so proud of you!“ ruft ihr ein Fan lautstark zu. Schallender Applaus bricht aus, die markante Melodie erklingt und das gesamte Publikum singt mit. Ein wundervoller Moment, den Tarja am Ende des Songs mit den Worten „I walk with you!“ krönt.
Nach „I Walk Alone“ schlägt das Konzert einen ruhigeren Weg ein. Mit „Boy And The Ghost“ beginnt ein Akustikblock, der insgesamt fünf Songs umfasst. „Montañas De Silencio“, „Calling Grace“, „The Living End“ und „Underneath“ ergänzen diesen Konzertpart und rücken dabei eine andere Seite der Sängerin in den Mittelpunkt. Zarte Melodien und reduzierte Instrumente geben Tarjas Gesang noch mehr Raum zum Wirken. Wo gerade noch große und opulente Klänge für Begeisterung sorgten, legt sich nun ein sanfter Schleier über das F-Haus. Kleine Nuancen werden wichtiger und die Emotionen treten noch deutlicher hervor.
Mit diesem akustischen Teil erhält die Setlist einen bewussten Ruhepol. Statt ausschließlich auf Metal- und Rockwucht zu setzen, lässt Tarja hier auch Platz für leisere Zwischentöne. Der Kontrast wirkt dabei nicht wie ein Bruch, sondern unterstreicht die faszinierende und reizvolle Fähigkeit, mühelos zwischen unterschiedlichen Stimmungen zu wechseln. Der Akustikpart: ein musikalisches interlude, das eine wundervoll intime Atmosphäre schafft.
Mit „Ciaran’s Well“ kehrt die Setlist anschließend wieder zu ihrer kraftvolleren Seite zurück, um dann bei „I Don’t Care“, ebenfalls vom neuen Album, zu landen, bevor die Band und Tarja kurz unter riesigem Applaus die Bühne verlassen. Sofort starten im Publikum laute „Zugabe“-Rufe. Und natürlich ist dieser Konzertabend an dieser Stelle noch nicht zu Ende.
„Dead Promises“, „The Trace Outlives“ und das ewig schöne „Until My Last Breath“ zeigen weitere wundervolle Aspekte von Tarjas Musikkönnen und rücken zum Ende des Abends hin die härteren Elemente wieder stärker ins Zentrum – Songs mit prägnanten Melodien, eingängigen Refrains, krachender Instrumentierung und purer Metal-Energie, auf denen Tarjas Stimme tanzen kann.
Mit „Against The Odds“ endet das Set an diesem Abend. Der Titel bildet den Schlusspunkt einer wundervollen Setlist: von düster, über krachend, hin zu leise und zart, hin zu donnernd episch! Und unter wirklich episch lautem Applaus verlassen die Band und dann auch Tarja die Bühne.
Ihre heutige Setlist verdeutlicht einmal mehr, wie viele unterschiedliche Facetten das musikalische Schaffen der Finnin hergibt, wieviele Melodien ihr Werk mittlerweile bietet ohne sich zu wiederholen.
Was bleibt von diesem Abend? Es bleibt das Gefühl, eine Künstlerin erlebt zu haben, die ihre musikalische Leidenschaft mit beeindruckender Intensität auf die Bühne bringt. Tarja vereint mühelos scheinbare Gegensätze zu einem umwerfenden Gesamtbild: majestätische Klanglawinen, rohe Energie, kraftvolle Metal-Momente und zerbrechliche Intimität. Ihre wunderschöne Stimme verleiht den Songs eine gnadenlose Tiefe, während ihre Bühnenpräsenz voller Hingabe und unglaublich viel Herzblut steckt. Sie ist eine Ausnahmekünstlerin, die sich gefunden hat und weiß, was sie kann und wo sie steht. Eine Künsterlin, die mit ihren Fans ihren ganz eigenen Weg geht – leidenschaftlich, vielschichtig und mit einer Stimme, die unter die Haut geht. Und wenn dieser Abend eines deutlich macht, dann, dass Tarja noch viele Frisson-Momente bereithält. Die Vorfreude auf das nächste Konzert und das nächste Album ist damit bereits geweckt!
„Find a calling that burns
Cross the oceans, the spirit flies
Rising against the odds
Your fire will return“
Setlist TARJA @ Jena, F-Haus (05.10.2026)
- Intro
- Frisson Noir
- Lost Northern Star
- Neverlight
- Love To Hate
- At Sea
- Little Lies
- Tears In Rain
- I Walk Alone
- Boy And The Ghost (Acoustic)
- Montañas De Silencio (Acoustic)
- Calling Grace (Acoustic)
- The Living End (Acoustic)
- Underneath (Acoustic)
- Ciaran’s Well
- I Don’t Care
- Dead Promises (Z)
- The Trace Outlives (Z)
- Until My Last Breath (Z)
- Against The Odds (Z)
FRISSON LIVE 2026
12.10.2026 Köln, Essigfabrik
13.10.2026 Frankfurt am Main, Batschkapp
15.10.2026 Osnabrück, Hyde Park
16.10.2026 Gersthofen, Stadthalle
17.10.2026 Wien (AT), Szene (Simm City)
Weblinks TARJA
Homepage: Tarja
Facebook: Tarja
Instagram: Tarja
YouTube: Tarja