Lesedauer: 3 Minuten
Lesedauer: 3 MinutenArchive gehören zu jenen Kollektiven, die sich jeder bequemen Einordnung entziehen. Seit der Gründung 1994 in Südlondon verschiebt die Gruppe um Darius Keeler und Danny Griffiths ihre Koordinaten zwischen Trip-Hop, Post-Rock und Electronica immer wieder neu. Nach dem wuchtigen Dreifachalbum „Call to Arms & Angels“, das ihnen in Europa ihre bislang größten Headliner-Shows bescherte, folgt mit „Glass Minds“ der nächste Schritt: Das 13. Studioalbum erscheint am 27. Februar 2026 und markiert eine bewusst entschleunigte Phase mit mehr Raum zwischen den Tönen.
🔊 Lass Dir den Beitrag vorlesen (KI-Stimme):
Die neue Single „City Walls“ fungiert als isolierte Radiosingle und öffnet den Albumzyklus mit leiser Spannung statt großer Geste. Inhaltlich verhandelt der Song das Paradox von Schutz und Gefangensein: Die „Stadtmauern“ stehen zugleich für Enge und Verbundenheit – ein Ort, an dem man feststeckt, aber nicht allein ist. Zeilen wie „But I’m here with you in the city walls / And they can’t hurt us within the city walls“ formulieren Nähe als provisorischen Schutzraum in einer feindlichen Umgebung. Musikalisch führt der Track Archive zurück zu einer atmosphärischeren, offeneren Erzählweise, die in ihrer Melancholie an frühe Phasen des Kollektivs erinnert.
Begleitend erschien ein künstlerisch anspruchsvolles Musikvideo unter der Regie von Maxim Kelly. Die visuelle Umsetzung arbeitet mit KI-generierten bzw. KI-ähnlichen Ästhetiken und verhandelt Angst, Lüge und menschliche Zerbrechlichkeit als brüchige Bilderwelten. Statt narrativer Eindeutigkeit setzt der Clip auf Störung und Fragmentierung – die Stadt als mentaler Raum, in dem Schutz und Bedrohung gleichzeitig existieren. Aufgenommen wurde „City Walls“ in den Metway Studios (Brighton) sowie den Angel Studios (London), was die Rückbindung an eine dichte, organische Studioatmosphäre unterstreicht.
„Glass Minds“ ist das 13. Studioalbum des Kollektivs und wurde vom Kernquartett initiiert. Der Sound bleibt bewusst reduziert, öffnet Räume und arbeitet mit leisen Spannungen statt Dauerverdichtung. Darius Keeler knüpft atmosphärisch an das Debüt „Londinium“ an und erweitert das Klangbild um neue Farben: Blasinstrumente – inspiriert von klassischer Musik wie Elgars „Nimrod“ – setzen emotionale Akzente. Rapper Jimmy Collins bringt auf „Heads Are Gonna Roll“ eine dunkle Schwere ein, während Lisa Mottram auf mehreren Stücken prägnante Gegenpole setzt, darunter im Titelsong und im finsteren „The Love The Light“.
Über das neue Album sagt Darius Keeler:
The album all started after we composed the song Patterns. We really loved the space and minimalistic power of the song, it reminded us of our debut album Londinium, and how we approached writing at that time – heavy rhythm with a melancholy that penetrates the soul. I was listening to Elgar’s Nimrod a lot at the time we started writing the new album, and I wanted to use brass as an added dimension, bringing even more emotion to the songs. Our last album, Call to Arms & Angels was a pretty heavy record in retrospect, due to the whole Covid experience. This one feels like we’re breaking out into a more expansive and uplifting dimension.
Die Spannweite des Albums reicht von rohen, perkussiven Momenten in „When You’re This Down“ über elektronische Pop-Anleihen in „Wake Up Strange“ bis zu motorischen Grooves in „Look At Us“. Im emotionalen Zentrum steht „So Far From Losing You“, ein ausgreifendes Stück zwischen Rap und Gesang, das persönliche Brüche offenlegt. „Glass Minds“ erscheint über das bandeigene Label Dangervisit und wird als CD sowie als Doppel-Vinyl in mehreren Farbvarianten veröffentlicht – weniger als Manifest, mehr als offener Raum für Bewegung.

Tracklist:
1. Broken Bits
2. Glass Minds
3. Patterns
4. Look At Us
5. When You’re This Down
6. So Far From Losing You
7. Wake Up Strange
8. City Walls
9. The Love The Light
10. Shine Out Power
11. Heads Are Gonna Roll
12. Where I Am
Live bringen Archive den neuen Zyklus im Frühjahr 2026 erstmals auf die Bühne. Drei Termine führen die Band in den deutschsprachigen Raum. Die Konzerte markieren frühe Wegmarken für „Glass Minds“ – und dürften zeigen, wie sich die offener angelegten Stücke zwischen epischen Klassikern und neuen, entschleunigten Momenten behaupten.
Tourtermine 2026:
06.04.2026 München, Muffathalle
07.04.2026 Wien, Arena Wien
09.04.2026 Hamburg, Docks
Tickets bekommst du hier: eventim.de
ARCHIVE kündigen neues Album „Glass Minds“ an und veröffentlichen Single „Look At Us“
Weblinks ARCHIVE:
Webseite: www.archiveofficial.uk
Facebook: @ArchiveOfficial
Instagram: @archiveofficial
Entdecke mehr von Monkeypress.de
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

