COREY TAYLOR – Köln, Palladium (20.11.2023)

Corey Taylor © Sandro Griesbach
Corey Taylor © Sandro Griesbach
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Corey Taylor! Ein Name, der bei vielen Musikfans der härteren Gangart freudige Begeisterung auslöst. Seine Fans hatten in diesem Jahr gleich mehrfach Grund zur Freude. Nachdem der US-Amerikaner erst im Juni die Maggots mit seiner Metalkombo Slipknot in wilde Ekstase versetzt hat, standen bereits die nächsten fantastischen Ankündigungen ins Haus. Die zweite Hälfte des Jahres widmete er schließlich seinem Solo-Projekt. Bevor am 15.09.2023 mit CMF2 sein brandneues Album erschien, kündigte er für den Winter eine dazugehörige Tour an. In Windeseile war das erste Deutschlandkonzert im Kölner Palladium ausverkauft, so dass neben dem Gig in Berlin eine Zusatzshow in der Domstadt nachgebucht wurde.

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Kann Corey auch ohne seine Maske und das mächtige Spektakel der Slipknot Konzerte überzeugen? Dies galt es nun herauszufinden. Wir waren bei der ersten Show in Köln zugegen. Bei unangenehmem Nieselregen reihten wir uns am Eingang des Palladiums ein. Ich traf auf ein betagteres Paar mit ihrem Sohn. Voller Elan berichteten sie, dass sie große Fans von Corey Taylor seien, sie bereits einige Slipknot Konzerte von ihm besucht haben und sie auch sonst lieber vor der Bühne stehen, als mit Bekannten einen Fernsehabend auf dem Sofa zu verbringen. Sehr sympathisch! Der Einlass ging angenehm zügig vonstatten. Ganze 4.000 Menschen begaben sich also ins Palladium hinein. Auch in der Halle traf man auf Anhänger etlicher Jahrgänge.

Als Special Guest trafen wir pünktlich um 20:00 Uhr auf die Oxymorrons. Die Brüder Ashmy “KI” und Dave “Deee” Bellevue vereinen Hip-Hop mit Rockmusik. Selbstbewusst trotzten sie einst den negativen Stimmen, die behaupteten, sie seien zu rockig für die Hip-Hop Szene und zu Hip-Hop-lastig für echte Rockmusik. Stattdessen glaubten sie an ihr Konzept und erweiterten ihr Projekt mit dem Drummer Matty Mayz und dem Bassisten/Gitarristen Jafé Paulino. Gemeinsam machten sie sich fortan für Menschen am Rande der Gesellschaft stark und ermunterten, der eigenen Einzigartigkeit mit Stolz zu begegnen. Selbstbewusst enterten die Jungs die Bühne. Jafé ergriff direkt das Wort: “Cologne, how the fuck are you feeling? We are Oxymorrons and we came all the way from New York City.”

KI trug eine schwarze Latzhose, während Deee auf einen Gucci Pullover nebst einer schweren Kette setzte. Prächtig gelaunt starteten sie ihr Set mit dem Opener Enemy. Schwerer Gitarrensound breitete sich aus. Vergnügt begannen die beiden Fronter zu singen und zu rappen, während Jafé sogleich die gesamte Bühnenlänge für sich einnahm und er immer wieder an verschiedenen Stellen auftauchte. “You know, it’s a Monday. But we’re gonna rage this fuck out, like it’s a Saturday. Are you having a good time? We came to absolutely fucking party.” Eins war klar: Die Jungs traten ihre lange Reise nicht an, um gemächlich warm zu werden. Hier war Vollgas ab der ersten Minute Programm. Bereits zu Green Visions wurden wir animiert, mit den Musikern in die Luft zu springen. Ein Teil der Crowd folgte der Einladung und schnell breitete sich gute Laune aus.

“We just released our first big album. The album is called ‘Melanin Punk’. The next song is about words. Words are very very fucking important. They can go good, they can go bad. They can go anywhere you want them to go. So use your words wise, right? This song is about words going bad. It’s called ‘Graveyard Woods’.” Klatschend wurde der eingängige Track begrüßt. “Thank you for the applause. But one of the most beautiful things up is the silence. That means, everybody is paying attention. One of the things you gotta learn from this show: You’re gonna hear rapping, you’re gonna hear singing, you’re gonna hear screaming and you’re gonna rock the fuck out, alright?” Head For The Hills begann groovy, ehe der Song seine harte Seite offenbarte. Immer wieder wechselten Deee und KI ihre Positionen, nahmen Blickkontakt zu einzelnen Besuchern auf und genossen ihren Auftritt in vollen Zügen. Dazu punktete ein Rap-Part mit einer stetig ansteigenden Geschwindigkeit. “The next song we’re gonna play is that song, that helped us to get here. It is one of our favourite songs – it’s called ,Definition’.” Vor zwei Jahren erschien der Track, in dessen Original gar Jason Allon von Fever 333 zu hören ist. Nicht umsonst erlangte die Band hiermit den Durchbruch – der starke Refrain des Songs wusste direkt zu begeistern.

We released our brand new album exactly a month ago to this day. Happy one month to our baby. So we’re gonna play the title track of our album. But in order to get through this song, we need your help, Cologne. We need your voices. Are you ready to sing with us?” Uns wurde die Melodie eines simplen “Lalalalalala”-Parts vorgestellt, in den wir dann engagiert mit einstimmten. Von der Euphorie gepackt, präsentierte Jafé samt seines Saiteninstruments eine gekonnte Rolle rückwärts. “We grew up, listening to Slipknot. So, do you know how fucking cool it is, to be on tour with Corey Taylor? That’s fucking nice, man! The next song is about not getting to sleep. We tour a lot, play a lot of shows. We don’t get no sleep. I’m sure, you all get no sleep, probably you work really hard, party really hard, or study really hard, if you’re in school. This song is called ,Insomnia’.” KI headbangte ausgelassen zu dem knackigen Rocksong. Auch die Menge zeigte sich sichtlich angetan und bewegungsfreudig.

Folgend ereilten uns ernste Worte: “Holy shit! Moving along on to another song of our beautiful album. It’s our favourite song and it’s very special to us, because a very dear friend of our band passed away a year ago, before we put this song out. This song is a tribute to him. It means the fucking world to us. So we’re gonna share some energy. We’re gonna rage and it’s not a sad song. It’s called ,Look Alive’.” Zeitgleich sprangen die beiden Sänger hoch in die Luft und erfreuten sich sichtlich an der lockeren Stimmung und an all den Armen, die in vor ihnen in die Höhe schnellten und sich hin- und herwogen. Dieser Anblick hätte dem einstigen Freund der Jungs sicherlich auch gefallen. “Let’s talk about something, my mom said. She said, ,never forget to wear your jacket, because the world can be a cold place.’ Remember that! Wear your jacket, love each other, hug each other, be kind to each other. Because the world can be very cold. This song is called ‘Moon Chasers’.” Zu poppigen Elementen gesellte sich liebevoller Gesang. Eine herzliche Atmosphäre breitete sich aus.

“This is gonna be our last song. I need everybody in this room. Take your phone out and turn the lights on. We go nowhere without fans. Whatever music you listen to, the bands don’t go anywhere without you guys, the fans. You guys control everything. You control the music business. So thank you so much. This is the last song. The deal is this: If you keep the light shining on us, we will keep performing for you. Because this is how it works. We work for you. The song is called ,Justice’. Keep those lights up.” Nun drehten die Musiker nochmal richtig frei. All die leuchtenden Handys wurden passend zu dem Hip-Hop Sound auf und ab bewegt. Deee bereicherte den Track mit einem stattlichen Scream, ehe Matty mit aller Kraft seine Drums verdrosch. Nach 45 Minuten endete das Set der US-Amerikaner. Matty kam auf Socken nach vorn und gemeinsam verabschiedeten sich die Jungs von der Menge. Strahlemann KI tauchte letztlich im Fotograben auf, stand für Selfies mit neu hinzugewonnen Fans zur Verfügung und bedankte sich nach und nach bei der kompletten ersten Reihe. Welch feiner Zug.

Setlist OXYMORRONS – Köln, Palladium (20.11.2023):

01. Enemy
02. Green Visions
03. Graveyard Woods
04. Head For The Hills
05. Definition
06. Django
07. Pretty People
08. Melanin Punk
09. Insomnia
10. Look Alive
11. Moon Chasers
12. Justice

Weblinks OXYMORRONS:

Homepage: oxymorrons
Facebook: www.facebook.com/oxymorrons
Instagram: www.instagram.com/oxymorrons

30 Minuten lang galt es noch, sich zu gedulden. Drei wohnliche Orientteppiche zierten den Boden der Bühne. Im Hintergrund war nun eine riesige LED-Leinwand zu sehen. Um 21:15 Uhr hatte das Warten ein Ende. Die Show von Corey Taylor stand uns unmittelbar bevor. Als Intro erklang ein Ausschnitt von AB/CD’s Party Time. Das Licht im vorderen Bereich erlosch komplett. Folgend hörten wir The Box (den ersten Track des neuen Albums) als Einspieler. Zu zarten Mandolinenklängen ging die Stimme von Corey direkt unter die Haut – auch wenn sie in diesen Momenten noch vom Band kam. Mit einem passenderen Opener hätte man diesen Abend nicht einläuten können:“‘Cause all the eyеs are smiling, take a breath, enjoy the show.” Auf der Leinwand erschien die Albumtitel CMF2. Dustin Robert platzierte sich hinter seinem Drumset und wurde mittels eines Lichtkegels ausgeleuchtet. Die Mannen an den Saiten nahmen ebenfalls ihre Plätze ein, ehe sich auch Corey Taylor auf die Bühne schlich.

Sein lautes “Yeaaaah!” läutete Post Traumatic Blues ein. Wild begann er zu headbangen. “Make some noise! Are you ready?” Übermütig schmiss er eine offene Wasserflasche weit in die Menge hinein. Mit diesem Killersong, der durchaus auch von Slipknot sein könnte, legte die muntere Sause nun richtig los. Hart und kernig griffen die Jungs in die Saiten. Corey glänzte mit wütendem, gutturalem Gesang, ehe er im göttlichen Refrain klar weitersang: “I’m warning you right now… I’m feelin’ like a Sunday – I’ll never get away. No one knows me!” Der Fronter hat eine bewegende Vergangenheit hinter sich – gerade in seinen jüngeren Jahren. Dieser Song befasst sich mit posttraumatischen Belastungsstörungen. Dabei öffnet er auch den Menschen eine Türe, die keinerlei Erfahrungen mit dem Thema gemacht haben. Für sie wird dieses Trauma ein stückweit greifbarer und verständlicher. In den kleinen Gesangspausen strahlte Corey übers ganze Gesicht. “Can you fucking hear me, Cologne? Get your hands up in the air!” Direkt nutzte er auch die Gelegenheit uns die Musiker an seiner Seite vorzustellen. Neben Dustin trafen wir auf Christian Martucci und Zach Throne an den Gitarren, sowie auf  Eliot Lorango am Bass. “Welcome to the fucking party! Are you having a fucking good time with us, tonight? We want to go back to two thousand fucking three, man!”

Schon warf der Sänger sein Holzfällerhemd hinfort. Es folgte der 20 Jahre alte Track Tumult, von seiner Band Stone Sour. Christian schüttelte dazu mächtig seinen Schopf. Und im Palladium? Da war Stimmung in der Bude! Dazu war es ein wahrhafter Genuss, auf die Bühne zu blicken – das dazugehörige Licht war an diesem Abend ein absolutes Träumchen. Begeisterte “Corey, Corey, Corey”-Rufe breiteten sich aus. “Dankeschön Dankeschön, Dankeschön. Guten Abend, Köln. Wie geht es euch? Gut? Wunderbar! Oh, I fucking love you, crazy motherfuckers. It is so good to be here for night one what looks like one of the craziest fucking shows, we’re gonna have in the entire tour, right here tonight? Are you happy to see me back in your beautiful country, goddammit?! No one is fucking happier than we are on the stage. We have a lot of amazing shit to get through for each and everyone of you. But I need to know – are you having a good fucking time? Ladies and Gentlemen, we would like to start off with a song of our first CT album – ,CMFT’. We give you ,Black Eyes Blue’.” 

Corey schnallte sich auch eine Gitarre um und jammte gemeinsam mit seinen Jungs. Auch der erste Crowdsurfer machte sich auf den Weg über die Köpfe der Fans hinweg. Textsicher stimmte die Menge in den rockigen Song mit ein. Auf den nachfolgenden Track freute sich der US-Amerikaner bereits, bevor die Tour startete. “Holy shit! You motherfuckers did not come to fuck around tonight, did you? Did you come to have a good time, now? We’re going to do a song of our ,CMF2′. We can do this in a minute. I don’t have you to tell, but we’re old as shit. So, we need a little help. I need you to fucking help me, start this next song. So, repeat after me: ,No way to beat me, no way to win.’ Oh, my fucking god. Ok, settle down. We’re gonna do it again. When I point at you, I wanna hear every fucking voice in this room sing as loud as you possibly can. Are you with me, Germany? Here we go!” Und während wir noch übten, setzte We Are The Rest bereits ein. Folglich ging fröhlich der Punk ab. Seine rotzige Hymne, die er für die Menschen geschrieben hat, die sich einfach nicht repräsentiert fühlen und sich selbst viel zu wenig zutrauen, wurde feiernd von der Masse aufgenommen. Hier war schließlich klein Platz für jegliche Zweifel. In dieser liebenswerten Menge fühlte sich vermutlich jeder einzelne Gast gerade richtig gut.

Erneut setzten Corey-Rufe ein. “Oh stop, we’re just getting fucking started. Is the sound good, up there? That’s all, I got to hear.” Oh, und wie exzellent der Sound hier in der Location war. Ab der ersten Sekunde war alles perfekt ausbalanciert. “We are about to play you the very first song that anyone ever heard, of our ,CMF2′. We wanna play it here. It’s very special, because other than America, really Germany is the one to make this song as big and as popular, as it is. And I wanna thank each and everyone of you for that. So, you know the words, man? I’m gonna ask you right now, help me sing the fuck out of this.” Bereits bei den ersten Klängen schlug mein Herz einen Takt schneller. Der Track begann sanft – mit weicher Stimme und entwickelte sich zu einem hinreißenden Rocksong. Der Refrain packte einen unweigerlich und leidenschaftlich sangen wir: “It’s only my heart that you’re taking. But you’re so alive it’s amazing. Before we begin I wanna make it go on and on and on…” Scheinbar war der Frontmann zufrieden mit uns – denn er ließ es sich nicht nehmen auch für uns zu applaudieren.

“You guys are fucking amazing. Thank you so much! Now, ,Before I Forget’.” Riesen Jubel brach aus, denn es war klar, wir sollten an diesem Abend auch Slipknot Songs zu hören bekommen. Corey blickte absichtlich irritiert und streckte uns seinen Mittelfinger entgegen. “Seriously! ,Before I Forget’ I want you all to make a lot of noise for my brothers, my family, my friends. They opened this fuck up. Give it up for Oxymorrons! They are one of our favourite bands. We had the privilege of touring with them a couple of times. They are one of our fucking very good friends in the world,. They are amazing. And ,Before I Forget’ – I want you to make some noise for my brothers on stage. And ,Before I Forget’ – is the name of this next song, goddamit!” Das war eine klare Ansage! Schon setzten die brettharten Riffs zu dem bockschnellen Drumspiel ein. Die Fans waren in Rage und unterstützten Corey mit Leibeskräften: “I am a world before I am a man. I was a creature before I could stand. I will remember before I forget. Before I forget that.” Dabei habe ich es wahrhaft genossen, Corey bei dem Track mal ohne Maske erleben zu können – so cool ich Slipknot auch finde. “Make some fucking noise for me!” Als ob es diese Bitte gebraucht hätte. Immer wieder jubelten die Fans zwischen und während der Songs. Am Bühnenrand atmete Corey kurz aus. Auch eine Rampensau darf mal tief Luft holen.

Als nächstes schnappte er sich eine Akustikgitarre. “Dankeschön, meine Freunde! Are you ready, kids? Selbstredend wusste die Crowd, was nun anstand.  Taylor war mittlerweile dafür bekannt, dass er einen Part des Spongebob Songs in sein Set einband. Ob er einst ahnte, dass er diesen Teil wohl nie wieder loswerden würde? Er steckte sich seinen Mittelfinger in den Mund, und hielt dann beide Mittelfinger straight nach vorn: “Fucking assholes!” Mit verstellter Stimme ergänzte er “I can’t hear you!? Ok, let’s get this shit together.” Grinsend gab er sich geschlagen und performte Spongebob SquarePants. Auch hier ließ sich die Fanschar nicht lumpen und stieg freudig mit ein. Dann wurde es bedächtig. Snuff stand in der Akustikversion auf dem Plan. Fortan an galt es für uns einmal tief einzuatmen. Denn die immense Intensität  dieses herausragenden Songs berührt einen immer wieder aufs Neue. Schon setzte der riesige Chor ein: “Bury all your secrets in my skin. Come away with innocence, and leave me with my sins. The air around me still feels like a cage. And love is just a camouflage for what resembles rage again.” Auch diesmal packte einen die bittere Message des Tracks, die andere Menschen vor einem selbst warnt. Und doch waren die Worte inmitten dieser Menschen erträglicher. Auch Corey war gerührt. “I love you!” Mit seiner Hand klopfte er sich auf sein Herz.

Grenzenlos erschien der nächste Jubelschub. “Oh stop. Thank you so much. Not only for fucking help me with that, but for being here tonight. You have no idea, how special it is to us. Thank you so fucking much, my friends. We fucking love you! I promise you! As some of you may know, I’m in a band called Slipknot. A lot of you may not know, that he and I are in a band called Stone Sour.” Dabei deutete er auf Christian Martucci. “And especially, for this tour, we dusted off an old fucking Stone Sour song. Just for this tour. Just for crazy motherfuckers like you. Would you like to hear some old shit? Then I give you ,30/30-150′.” Klar, wollten wir den Goldie hören! Dustin trat in die Double Bass Drum und der einstige Kracher wurde headbangend empfangen.

“Are you still with me you crazy motherfuckers? I tell you what. I wanna thank everyone who is stuck by me for this many fucking years. I’ve been doing this a long time. With a lot of different bands, and a lot of different projects. And you fuckers have always been there for me. Thank you so much! It’s not always easy to be a Corey Taylor fan! As sometimes Corey Taylor talks a lot of fucking shit. However, I will never stop talking sick!” In Talk Sick geht es darum, dass einen gewisse Menschen aus der Vergangenheit dazu bringen können, eine richtig miese Seite in einem hervorzurufen. Leute, die man einfach nicht ertragen kann. Für diesen Titel räumte man dem vielfältigen Gitarrenspiel in diesem eine besondere Aufmerksamkeit ein. Um seinen Worten das richtige Feeling zu verliehen, sang Corey mit geschlossenen Augen.

“Germany, we wanna thank you so much for spending this evening with us. You have no idea what it means. Dankeschön, meine Freunde! Before we go, we have a couple of more songs for you. Before we go, we would like to play you a song of our ,CMF2′, that we just started playing on this tour, especially for you. Dieser Song heißt ,Midnight’.” Er wurde bereits im Jahr 2001 als Demo aufgenommen. Endlich ist es Corey gelungen, dem Song die benötigte Passion einzuverleiben. Er hat diesen bestimmten Vibe gefunden, der ihm zuvor fehlte. Deprimierende Klänge breiten sich aus und er sang seine Lyrics mit trauriger Stimme. “”I don’t want to be here. I don’t want to be here anymore. Kept me from admitting all the venom I was spitting. Couldn’t tell if it was smoke or just the rain. Something else was missing – all the critics wouldn’t listen. I don’t need another problem just the pain…” Coreys Stimme ging einem direkt durch Mark und Bein. Doch dann leitete ein enthusiastisches Gitarrensolo eine Wendung ein. Corey riss sich zusammen und schöpfte neue Kraft. Direkt folgte ein frönender Zwischenapplaus. Es war eine exzellente Wahl, diesem Song einen Slot auf der Setlist zu ermöglichen. Wild entschlossen und voller Gefühl brachte er den Song zu Ende. Through Glass von Stone Sour weckte Erinnerungen vergangener Tage. Auch hier lieferte der Lichttechniker bravourös ab. Die Farbtöne passten so perfekt zu der Stimmung, die der Song erzeugte. Die Visuals taten ihr übriges und nachdem sich gegen Ende des Titels die Bühne verdunkelte, schien wenige Augenblicke später gar die Sonne wieder aufzugehen. “Thank you so fucking much! We love you.” Nachdenklich aber aber glücklich ließen uns die Jungs zurück, als sie die Bühne verließen. 

Im Palladium hatte noch niemand genug! Als die Pfiffe und der Applaus nicht enden wollten, kehrten die Musiker zu uns zurück. “Alright. Let me give you a choice. Would you like one more song? Would you like two more songs? So you said, you want one more song? One more song it is, then. Ok, we have to choose carefully. We only get you one more song.” Widerstand machte sich breit. “You were asked for that. Alright, fuck you! We give you two more fucking songs. Now, if we’re gonna do this next song, goddammit, I need you all one more time to help me sing. Would you like to help me sing another song? Right, here we go!” Und wir wurden mit einem weiteren Banger von Slipknot beehrt: Duality! Corey entledigte sich seines T-Shirts und performte mit freiem Oberkörper weiter. Auch jetzt habe ich noch den Fangesang in den Ohren, der einen so beeindruckend mitriss. “I push my fingers into my eyes. It’s the only thing that slowly stops the ache. But it’s made of all the things I have to take. Jesus, it never ends, it works it’s way inside. If the pain goes on.” Brachial zog der Track wie ein Wirbelsturm auf und vereinnahmte uns nochmal in Gänze. Corey genoss es sichtlich, so eindrucksvoll von seinen Fans getragen zu werden.

You motherfuckers were amazing!” Er bat uns, für seine Bandkollegen zu applaudieren, die er nochmal einzeln namentlich mit einer kleinen Story erwähnte. Zuletzt war Eliot Lorango an der Reihe. “I especially want you to make some noise – and I give him shit a lot, because I love him – I want you to make some noise for Eliot Lorango on the bass. You need to understand something. I do not like giving him compliments, but he is serioulsy – and I mean this – one of the fucking best bass players. And it’s his fault that we are playing this next song. He is the one who gave us the courage and really the balls. We would like to dedicate this next song to one of the greatest bands of all time. We wanna dedicate it to Black fucking Sabbath! Because, very simply – no Ozzy, no me! And I will always say that. That motherfucker has taught me everything I fucking know. Make some noise for Black Sabbath! And with your permission – would you like one more fucking song out there?” Die Antwort könnt ihr euch denken ;). Also hörten wir noch eine phänomenale Version von Fairies Wear Boots. Und die Jungs genossen es sichtlich nochmal alles zu geben und diesen einzigartigen Sound voller Spielfreude zu präsentieren. Auch die Crowdsurfer nutzen die Chance, ein letztes Bad in der Menge zu nehmen. “Take care of yourselves. Take care of each other. We fucking love you!”

Nun war es tatsächlich an der Zeit Abschied voneinander zu nehmen. So schade es auch ist, dass ein Konzert irgendwann endet – wisst ihr, was danach am schönsten ist? In all die von Glück getränkten Gesichter der Menschen zu blicken, die den gleichen phänomenalen Abend erlebt haben, wie man selbst. “‘Cause all the eyеs are smiling, take a breath” – we enjoyed the show! Und, hat man nun etwas vermisst? Oh nein! Coreys Shows bleiben einem im Gedächtnis. Ob mit oder ohne Slipknot. Denn es ist einfach pure Corey! Was sagte unser Fotograf Sandro nach der Show zu mir, nachdem er dem Fronter im Graben ganz nahe war? “Was für eine Persönlichkeit!!!” Recht hat er! Mit seinem einzigartigen Sinn für Humor brachte er die Menge regelmäßig zum Schmunzeln aber vor allem rockte er sich ganz tief in unsere Herzen! Dieser Mann weiß einfach, wie man die Menschen begeistert. Er liebt und lebt, was er tut! Dabei vereinnahmt er einen gänzlich. Was aber noch wichtiger ist: Seine Aura lässt einen nie wieder los! Und das ist auch gut so! Auf dich – Corey, Corey, Corey Taylor!

Setlist COREY TAYLOR – Köln, Palladium (20.11.2023):

Intro: The Box
01. Post Traumatic Blues
02. Tumult (Stone Sour)
03. Black Eyes Blue
04. We Are The Rest
05. Song #3 (Stone Sour)
06. Beyond
07. Before I Forget (Slipknot)
08. SpongeBob SquarePants Theme (Painty the Pirate & Kids Cover)
09. Snuff (Slipknot)
10. 30/30-150 (Stone Sour)
11. Talk Sick
12. Midnight
13. Through Glass (Stone Sour)

Zugaben:
14. Duality (Slipknot)
15. Fairies Wear Boots (Black Sabbath Cover)

Weblinks COREY TAYLOR:

Homepage: coreytaylor.com
Facebook: www.facebook.com/TheCoreyTaylor
Instagram: www.instagram.com/coreytaylor

 

 

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