KATATONIA РKöln, Live Music Hall (21.05.2019)

©Jan Focken
Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Es gab einen Grund zum Feiern: Das vielbeachtete Album der schwedischen Dark-Metaller Katatonia namens Night Is The New Day wurde zehn Jahre alt. Grund genug f√ľr die f√ľnf Haudegen, eine Europa-Tournee zu starten. Dreimal betraten sie dabei deutsche B√ľhnen und hatten dazu noch G√§ste mit im Gep√§ck. Zum einen die junge finnische Band Wheel, die Progressive Metal in petto hatten und au√üerdem das Quintett Cellar Darling, die mit ihrem Folk-Metal den angereisten Fans einheizen wollten. Eine geballte Ladung Musik erwartete also das Publikum.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Erster Halt in „Good Old Germany“ war die ehrw√ľrdige Live Music Hall, die an dem regnerischen Dienstag sehr gut besucht wurde und in der gespannt auf den ersten Support namens Wheel gewartet wurde. Der kam dann p√ľnktlich um 20 Uhr mit einem dunklen Intro, in einer Art Hoodie-Kutten verh√ľllt, auf die B√ľhne und lie√üen ihren gewaltigen Progressive Metal vom Stapel, der mit langen Tracks zu √ľberzeugen und f√ľr sich selbst zu sprechen wusste. Zu sehen gab es dank Trockennebel und rarer Frontbelichtung auf der zumeist in blauem Licht gehaltenen B√ľhne eher weniger. Songs wie Tyrant mit einer L√§nge von gut zehn Minuten hielten die Massen mit ihrem Abwechslungsreichtum aber auch so in ihrem Bann. Als die Kopfverh√ľllung zumindest bei S√§nger James Lascelles und Drummer Santeri Saksala verschwand, zeigte sich eine zufriedene Band, die mit dem Song des Bandnamens Wheel ihr 30-min√ľtiges Set beendete. Das aktuelle Album Moving Backwards gilt es sich nun schnell zuzulegen und dann im Herbst die Band erneut ‚Äď oder eben erstmalig ‚Äď live zu erleben; sie machten ihre Sache gewaltig gut, druckvoll und √ľberzeugend!

Setlist WHEEL @ Köln (21.05.2019)

01. Vultures
02. Tyrant
03. Where The Pieces Lie
04. Wheel

Nach recht kurzer Umbau-Pause galt es, sich ein wenig umzustellen, denn die Dame und die Herren der Gruppe Cellar Darling sind mit ihrem Folk-Metal doch ein wenig ruhiger unterwegs. Allein der Gesang von Frontfrau Anna Murphy, der stellenweise engelsgleich erscheint, √ľbt doch eine gewisse Beruhigung aus. Dies soll jedoch nicht bedeuten, dass er einschl√§fernd wirkte. Auf der nun viel besser beleuchteten B√ľhne bewies die Band, wie man Fl√∂te und Drehleier wunderbar mit melodischem, progressivem Metal vermengen kann. Das sich steigernde Six Days oder der Titelsong des aktuellen Albums, The Spell, sind daf√ľr beste Beispiele. Oberfl√§chliche Vergleiche zu Bands mit Frontfrauen ‚Äď ohne hier nun Namen zu nennen ‚Äď sind somit recht unpassend. Cellar Darling machen ein eigenes Ding, das in K√∂ln mit dem abwechslungsreichen Redemption nach 40 Minuten einen gro√üartigen Abschluss fand. Eine sch√ľchterne Formation, die allerdings deutlich durch ihre Musik zu sprechen vermag!

Setlist CELLAR DARLING @ Köln (21.05.2019)

01. Black Moon
02. Six Days
03. Death
04. The Spell
05. Insomnia
06. Freeze
07. Redemption

Als der n√§chste Umbau beendet und die Frontstrahler wieder ausgeschaltet waren, konnte der Startschuss f√ľr die Feierlichkeiten zum eingangs erw√§hnten Album von Katatonia gestartet werden. Keine gro√üe √úberraschung war der er√∂ffnende Song Forsaker, der Night Is The New Day nun mal einleitet. Es wurde in Folge das komplette Album eins zu eins heruntergespielt. Im d√ľsteren Licht der B√ľhne zeigte sich das Quintett aus Schweden spielfreudig und S√§nger Jonas Renske best√§tigte, dass sie nach 16 Monaten Spielpause doch etwas nerv√∂s waren, diese Nervosit√§t jedoch durch den Zuspruch der angereisten Fans schnell ablegen konnten. Der eigentlich wortkarge Frontmann k√ľndigte zwischendurch immer wieder mal den jeweils folgenden Track an, konzentrierte sich ansonsten aber auf Musikalisches. Immerhin erw√§hnte Renkse noch, dass es immer wieder besonders sei, in K√∂ln aufzutreten. Mit Liedern wie Liberation oder dem d√ľsteren Nephilim zeigte die Band dann in der Live Music Hall, was das Album so besonders gemacht hat ‚Äď einfach abwechslungsreich, tiefg√§ngig und spannend. Der Sound war bestens abgestimmt – so konnten die Fans Track f√ľr Track abfeiern. Allerdings war auch jedem Anwesenden bewusst, dass nach dem ruhigen Departer, in dem Gitarrist Roger √Ėjersson zur Abwechslung einen Gesangspart bekommt, und nicht ganz einer Stunde die Huldigung des Werkes vorbei war. Dass die Musiker allerdings nun komplett die B√ľhne verlie√üen, war jedoch ein wenig √ľberraschend.

Sie lie√üen sich – unter frenetischen Zugabe-Rufen – zum Gl√ľck nicht lange bitten und spielten noch weitere Songs. Beginnend mit dem starken Lethean folgte mit Old Heart Falls ein weiterer vom letzten Album The Fall Of Hearts. Anschlie√üend gab es das wohl bekannteste St√ľck der Band auf die Ohren: July. F√ľr diese Tour hatte die Band dann noch eine Cover-Version eingespielt und so bildete Night Comes Down von Judas Priest ein thematisch passendes Ende, denn damit war nach gerade mal 75 Minuten g√§nzlich Schluss. Katatonia hatten eine wunderbare Show geboten, welche allerdings nicht nur meiner Meinung nach zu kurz geraten war. Einige Songs mehr aus dem nicht gerade kleinen Fundus der Band w√§ren wirklich sch√∂n gewesen. Leider ist es derzeit Mode, zwei Bands als Support zu haben ‚Äď aber es ist nun mal, wie es ist. Die Schweden werden bestimmt demn√§chst wieder auf Tour gehen und vielleicht ist ja auch ein neues Album in der Mache ‚Äď die Zukunft wird es zeigen!

Setlist KATATONIA @ Köln (21.05.2019)

01. Forsaker
02. The Longest Year
03. Idle Blood
04. Onwards Into Battle
05. Liberation
06. The Promise Of Deceit
07. Nephilim
08. New Night
09. Inheritance
10. Day And Than The Shade
11. Departer
12. Lethean (Z)
13. Old Heart Falls (Z)
14. July (Z)
15. Night Comes Down (Z)

Mehr von Ralf Michael Benfer

Die Nacht kommt √ľber Europa: KATATONIA Jubil√§umstour im Mai

Es kommt mir so vor wie f√ľnf Jahre, aber es ist de...
Weiterlesen