MANDO DIAO – Köln, Palladium (24.11.2017)

Fotos: MANDO DIAO
Mando Diao, © Markus Hillgärtner
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Inzwischen sind Mando Diao ja so etwas wie alte Hasen. Zusammen mit Bands wie Franz Ferdinand belebten die Schweden im frischen Jahrtausend die Welle des Indierocks und eroberten die Herzen der meist weiblichen Zuschauer im Sturm.

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Acht Studioalben und einige Umbesetzungen später ist der Hype zwar längst nicht mehr der Alte, zu bieten haben Mando Diao aber weiterhin eine Menge. Gut gefüllt und somit kurz vor dem Ausverkauf ist das 4.000 Zuschauer fassende Palladium in Köln an diesem Abend, wo die schwedische Band ihre neuen Songs aus dem Album Good Times vorstellen will. Doch bevor die Kölner diesen Liedern lauschen können, gehört zunächst dem Support die Bühne. Und hier vollzieht sich fast eine Art Generationswechsel. Mit Razz aus dem Emsland steht ein Quartett auf der Bühne, welches getrost als neue deutsche Indie-Hoffnung bezeichnet werden darf. Und auch für das Publikum sind Razz längst keine Unbekannten mehr und konnten sich auf Festivals wie Rock am Ring eine Fanbase erspielen. Und auch dieser Gig ist eine gute Visitenkarte. Über sieben Stücke glänzen die vier mit rauem Sound und Gesang und wissen sehr zu überzeugen. Die Headliner-Tour von Razz erstreckt sich über die Jahreswende und führt am 1. Februar 2018 auch ins Kölner Luxor. Sehr empfehlenswert!

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Setlist RAZZ @ Köln, Palladium (24.11.2017):

01. Could Sleep
02. Trapdoor
03. Black Feathers
04. Another Heart/Another Mind
05. Paralysed
06. Postlude
07. Youth & Enjoyment

Doch noch können die Männer so viele Fans nicht locken und so sind doch die meisten wegen Mando Diao hier. Nach der üblichen Umbaupause ist es endlich soweit und die Stücke aus dem im Mai 2017 erschienenen Longplayer können erklingen. Doch obwohl die Band wirklich von Anfang an alles gibt, bleiben die Fans zunächst reserviert. Nur bei den älteren Stücken tauen sie auf, ansonsten muss sich Frontmann und Sänger Björn Dixgard bemühen und anfeuern und ein wenig um die Gunst buhlen. Anekdoten, Erzählungen oder Ansagen sind nicht so die Stärke von Mando Diao, eher wird in der Mitte eines Songs das Mikro zur Menge gerichtet, so dass diese aus lauter Kehle mitsingen soll. Mit fortschreitender Dauer und mehr Hits funktioniert es immer besser die Leute zu begeistern. Und so ist es ein cleverer Schachzug der Schweden, dass sie gegen Ende des Gigs mit Gloria sowie als allerletzten Song des Abends den Mega-Hit Dance With Somebody das Palladium doch noch zum Brodeln bringen können.

Insgesamt betrachtet stellen Mando Diao durchaus unter Beweis, dass sie noch rocken können und es scheint so, als wollen sie auch wieder zurück zu ihren Wurzeln. Der Bedarf an handgemachter und rockiger Musik ist auch noch vorhanden und das Gründungsmitglied und der weitere Sänger Gustaf Norén fehlt zwar, muss aber nicht zwingend ersetzt werden, damit die Fans erscheinen und ihren Spaß haben. Gut möglich, dass bei einem weiteren großen Hit, die Karriere von Mando Diao wieder an Fahrt gewinnt.

Setlist MANDO DIAO @ Köln, Palladium (24.11.2017):

01. San Fransisco Bay
02. All The Things
03. Sweet Ride
04. Good Times
05. All My Senses
06. Dancing All The Way To Hell
07. One Two Three
08. Mr Moon
09. The Band
10. Break Us
11. Voices On The Radio
12. Watch Me Now
13. Down In The Past
14. You Got Nothing On Me
15. Gloria
16. Ochrasy
17. Child (Z)
18. Share (Z)
19. Dance With Somebody (Z)

Fotos: Markus Hillgärtner

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