FEWS – Köln, Blue Shell (14.02.2017)

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FEWS © Doctrine.design Steffen Seth Prohn
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Zum zweiten Mal in nicht ganz drei Monaten verschlug es Fews nach Köln. Die Umstände hätten aber kaum gegensätzlicher sein können. Damals vor über 4.000 Besuchern im Palladium als Vorband der Pixies, nun in einem der kleinsten Konzert-Clubs der Stadt. Zum Tourauftakt war dieser dann mit ungefähr 90 Personen gut gefüllt. Die behandelten den Support Villa Noise dann auch recht freundlich. Das Trio, aus Köln stammend und somit ein Heimspiel genießend, bot musikalisch einen Mix aus Indie-Rock-Klängen mit leichten Elektro-Versatzstücken und schuf somit einen Kontrastpunkt zum rastlosen „Psychedelic Postpunk“ des Hauptacts. Geschmackssache ist sicher die helle, leicht nölige Stimme von Sänger und Gitarrist Oliver Rickling, die aber sicherlich gerade deshalb mit ordentlich Wiedererkennungswert ausgestattet ist. Nach neun Stücken, bei denen das flotte Nothing But You als potentieller Hit herausstach, ging es dann in eine 25-minütige Umbaupause.

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Setlist VILLA NOISE @ Blue Shell, Köln (14.02.2017)

01. Touch
02. I don’t mind
03. Until That Day
04. Control
05. Dusky
06. Bliss
07. Nothing But You
08. Everything
09. Stories

Punkt 22 Uhr wühlten sich die vier Bandmitglieder der Fews durch das Publikum auf die Bühne (ja, der Laden ist wirklich so klein!) und eröffneten ein kurzes, knackiges und hochenergetisches Set mit der kürzlich veröffentlichten Non-Album-Single La Guardia. Und direkt fiel auf, dass die Schweden beim ersten Konzert ihrer ersten größeren Europa-Tournee einiges beweisen wollten und mit vollem Einsatz bei der Sache waren. Insbesondere die Bewegungsabläufe von Leadsänger Frederick Rundqvist zwischen Headbangen und Möchtegern-Yoga lassen so manchem Chiropraktiker wohl kalte Schauer über den Rücken laufen. Es folgte ein wilder, fast atemloser Ritt durch die Hits des im Mai 2016 veröffentlichen Debütalbums -ok, dieses besteht ja eigentlich auch fast nur aus Hits- mit dem vorletzten Song The Zoo als Krönung. Dieser Song lockte dann auch das bis dato etwas zurückhaltende Publikum aus der Reserve (lies: es wurde endlich richtig getanzt) und ist eins dieser Stücke, die ein DJ im Jahre 2017 auf alternativeren Rock-Partys einfach im Repertoire haben muss. Zwischendrin brachten Fews als kleine Überraschung noch ein interessantes Cover des Gary Numan-Klassikers Metal. Mit dem krachigen Gewitter des achtminütigen Album-Closers Ill ging der Konzertabend dann nach 45 tollen Minuten zu Ende. Fazit: Fews sind mit ihrem explosiven, frischen Gemisch aus Indie-Rock, Psychedelic, Postpunk und Shoegaze eine dieser Bands, die Festival-Booker für den kommenden Sommer im Auge haben sollten.

Setlist FEWS @ Blue Shell, Köln (14.02.2017)

01. La Guardia
02. 100 Goosebumps
03. 10 Things
04. The Queen
05. Drinking Games
06. Keep On Telling Myself
07. I.D.
08. Metal
09. Zlatan
10. The Zoo
11. Ill

Fotos: Steffen Seth Prohn

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