DIE ANTWOORD – Gelsenkirchen, Amphitheater (16.08.2016)

Fotos: DIE ANTWOORD
Die Antwoord, © Michael Gamon
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Bevor die Südafrikaner Die Antwoord sich auf kleine Festivalreise begeben und dann ab Ende September die Vereinigten Staaten von Amerika unsicher machen, steht heute mit dem Auftritt im Amphitheater Gelsenkirchen ein exklusiver Deutschland-Termin auf dem Programm.

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Für die Zuschauer heißt es allerdings erst einmal warten, denn die Schlangen vor dem Amphitheater sind lang und durch die Personalisierung der Tickets gestaltet sich der Einlass etwas zeitintensiver. Dies führt dann auch dazu, dass DJ Craft seinen „Auftritt“ um 30 Minuten auf kurz nach 20 Uhr verschieben muss. Diese Verzögerung stellt allerdings kein großes Problem dar, denn der von K.I.Z. bekannte DJ sorgt sowieso eher nur für Hintergrundmusik. Hip-Hop und ein inflationärer Gebrauch des Wortes „bitches“ sorgen für unspektakuläre Untermalung von netten Gesprächen mit anderen Anwesenden. DJ Craft selbst steht zwar dominant in der Mitte der Bühne an seinem Pult, bewegt sich allerdings kaum und schaut stattdessen konzentriert auf seine Turntables. Das ändert sich erst zum letzten Song, denn jetzt heißt es Hurra die Welt geht unter und natürlich steigt jetzt die Stimmungskurve steil nach oben. Jetzt geht er auch zumindest ein wenig aus sich raus und schaltet an den entscheidenden Stellen auf leise, damit die Zuschauer mitsingen können. Nach 45 Minuten ist der craftige Spuk dann aber auch schon vorbei und das nächste Warten beginnt…

Und dieses endet auch erst nach einem kurzen Kraftwerk-Marathon gegen 21:40 Uhr. Ein klassisches Intro lässt die Anspannung vor dem Die Antwoord Gig weiter steigen, bevor Camina Burana-Sounds endgültig das Konzert eröffnen. Kaum erklingen die ersten Beats und die Hauptakteure des heutigen Abend betreten die Bühne, verwandelt sich das Amphitheater in einen wahren Hexenkessel. Kraftvolle Beats lassen die 4.000 Zuschauer fortan nicht mehr stillstehen. Und auch auf der Bühne wird getanzt was das Zeug hält. Natürlich dürfen auch in der aktuellen Zeit die Pokémon-Kostüme nicht fehlen. Ekstatisch wechselt das aus Screens bestehende elektronische Bühnenbild und ebenso schweben wir alle auf Wolke Sieben oder gar Acht… bei dem einen oder anderen Zuschauer dürften dabei allerdings wohl auch synthetische Substanzen nachgeholfen haben. Und zur Freude der Zuschauer werden nicht nur die Bildschirme heißer, sondern auch insbesondere die Outfits von Sängerin Yolandi. Wenn sie dann aufreizend am Bühnenrand tanzt, vergisst der eine oder andere sicher, dass die Luft im schicken Gelsenkirchener Rund eigentlich mittlerweile etwas abgekühlt sein müsste… Im Pit geht es aber weiter heiss her, und mit einem Fan geht das Temperament dann aber leider komplett durch und er muss von der Security sanft, von Die Antwoord Sänger Watkin (MC Ninja) hingegen eher ruppig an den Haaren aus dem Publikum gefischt werden, nachdem er Yolandi beworfen hatte. Da versteht der harte Fronter (zu Recht) keinen Spaß!

Nach diesem kleinen, unschönen Intermezzo geht der Spaß im Amphitheater aber unvermindert weiter und es darf zur unnachahmlichen Mischung aus Rap und Techno ausgelassen gefeiert werden. Das tun die 4.000 dann auch und spätestens bei Pitbull Terrier gibt es kein Halten mehr. Eine wirklich unfassbare Stimmung, die natürlich bei I fink u freeky ihren absoluten Höhepunkt findet! Doch noch ist der Wahnsinn nicht vorbei, einige harte Rhythmen haben die verrückten Südafrikaner bis kurz vor 23:00 Uhr noch in petto und die werden von allen Beteiligten bis zuletzt ausgekostet.

America – be prepared, Die Antwoord is coming!

Fotos: Michael Gamon

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