A Summer’s Tale 2016 – Luhm√ľhlen (10.-13.08.2016)

A Summer's Tale 2016 Impressionen © Tabea Debora Pringal
A Summer's Tale 2016 Impressionen © Tabea Debora Pringal
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A Summer‚Äôs Tale ‚Äď dem Namen entsprechend zeigte sich das Festival bei seiner zweiten Auflage von der Atmosph√§re her von seiner besten Seite – Nur das Wetter wollte in diesem Jahr nicht bis zum perfekten Sommerm√§rchen reichen. Den Besuchern schien das aber wenig auszumachen. Sie √ľberbr√ľckten den Regen mit Workshops, Lesungen oder einem Besuch im Designer Markt, wo Aussteller ihre selbstgemachten Produkte verkauften.

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Mittwoch, 10.08.2016:

Die morgendliche buddhistische Mediation scheint die positive Energie der Teilnehmer an die Sonne weitergegeben zu haben, denn am ersten Festivaltag wechseln sich Sonne und Wolken ab, die sehr kurzen Regeng√ľsse st√∂ren die Besucher nicht, denn auf dem Festivalgel√§nde gibt es ausreichend Unterstellm√∂glichkeiten. Das A Summer‚Äôs Tale zeichnet sich nicht nur durch die ungew√∂hnliche Lage, einer Reitsportanlage, sondern auch durch seine liebevolle Gestaltung des Gel√§ndes aus. Dies f√ľhrte im vergangen Jahr bereits dazu, dass das Festival bei seiner Premiere durchweg begeisterte Besucher hinterlie√ü. Die charmante Atmosph√§re und das bunt gemischte Programm f√ľr die ganze Familie schienen sich rumgesprochen zu haben, denn in diesem Jahr hat sich das Festival ein wenig vergr√∂√üert. Doch bis jetzt schadet es dem Festival nicht. Im Gegensatz zu anderen Festivals beginnt der erste Festivaltag mit der M√∂glichkeit zu einer buddhistischen Meditation. In einem mittelgro√üen Zelt sitzen rund 70 Leute, alle haben die Augen geschlossen und sind vollkommen entspannt. Da der Platz f√ľr alle Interessierten nicht reicht, setzten sich einige drau√üen hinter das Zelt, wo sich eine kleine Terrasse befindet. Erst gegen Mittag tritt auf der kleinen Waldb√ľhne der erste musikalische Live-Act auf: Perry O‚ÄôParson. Doch sowohl er, als auch Adam French, der am Nachmittag mit seiner Band die gro√üe Konzertb√ľhne er√∂ffnet, m√ľssen gegen leichte Regentropfen ansingen. Anders beim Kindertheaterst√ľck Oh, wie sch√∂n ist Panama. Dort strahlten die Sonne und zahlreiche Kinderaugen um die Wette. Heather Nova hat ebenfalls Gl√ľck, die Sonne lacht auf den Dressurreitplatz auf dem sich die gro√üe Konzertb√ľhne befindet. Das Sch√∂ne an dieser Tatsache: Vor der B√ľhne geben sich die Erwachsenen vollkommen der Musik hin, w√§hrend hinten die Kinder auf dem sandbedeckten Platz spielen. Mit ihrer engelsgleichen Stimme kann die S√§ngerin das Wetter aber nicht gn√§dig stimmen. Immer mehr Wolken verdecken nach und nach den Himmel. Die rei√üen auch nicht auf als Jos√© Gonz√°lez alleine auf der Konzertb√ľhne mit seiner Gitarre sitzt und mit seiner Musik die Menschen verzaubert. Als Garbage als erster Headliner der diesj√§hrigen Ausgabe die B√ľhne betreten, hat es sich leider eingeregnet. Das schadet der Stimmung allerdings nicht. Die Besucher sind f√ľr jedes Wetter ger√ľstet und stehen mit Regenschirmen und Regenjacken vor der Konzertb√ľhne oder haben sich einen Platz auf der Trib√ľne rechts von der Muschelb√ľhne gesichert und verfolgen begeistert den Auftritt von der Powerfrau Shirley Manson und ihrer Band mit.

Donnerstag, 11.08.2016:

Der zweite Tag steht unter keinem guten Zeichen ‚Äď zumindest wettertechnisch. Doch bei den zahlreichen √ľberdachten Veranstaltungen muss keiner nass werden. Schon fr√ľh sind viele der Besucher auf den Beinen und pilgern Richtung Luhedeck, wo zahlreiche Yoga-Workshops oder andere sportlichen Aktivit√§ten stattfinden. Es ist Meditationszeit! Mehr als 100 Besuchen sitzen dicht an dicht in dem Zelt und entspannen ihren K√∂rper und Geist von der zweiten Nacht im kalten Zelt, um in den neuen Festivaltag zu starten. Das Luhedeck ist an diesem Tag ein gern besuchter Ort. Neben der morgendlichen Meditation wird Yoga Flow, eine schnellere Variante des Yogas; Yin Yoga, eine langsamere Art des Yogas bei der eine Position einige gehalten wird; Budokon Yoga, eine Mischung aus Yoga und Thai Chi. Vor allem das Budokon Yoga w√§rmt nicht nur den durchk√ľhlten K√∂rper, sondern treibt auch dem einen oder andern Teilnehmer den Schwei√ü auf die Stirn. Wer keine Lust auf Yoga oder keinen Platz mehr im Zelt bekommen konnte, hatte die M√∂glichkeit kleine Energy Balls selbst zu backen und nat√ľrlich auch zu probieren, sich im Festival-Atelier einen kleinen Holzhocker selber bauchen oder sich in die Lesung von Thees Uhlmann begeben.

Thees Uhlmann ist an diesem Tag nicht nur einmal zu sehen. Am Mittag sitzt der in der Zeltb√ľhne und liest aus deinem ersten Roman Sophia, der Tod und ich vor. Das Zelt ist voll. Kinder und Erwachsene h√∂ren Thees zu, wie er aus seinem Deb√ľt vorliest. Es wird viel gelacht. Das sch√∂ne ist, dass der Autor und S√§nger nicht stumpf vorliest. Immer wieder schweift er ab und erz√§hlt, wie es manch einem kleinen, unscheinbaren Satz gekommen ist. Uhlmann kommt von Vom H√∂ckschen aufs St√∂ckchen und schl√§gt dem Publikum irgendwann vor einen Workshop zu machen mit dem Titel: ‚ÄěWie koch ich Crystal Meth mit Dingen aus dem Baumarkt in unter einer Stunde.‚Äú Wie er nun von seinem Buch zu dieser Idee kam, kann wohl keiner so richtig nachvollziehen. Uhlmann am wenigsten. Vor den letzten Teil der Lesung warnt er dann alle Eltern vor: Der Abschluss seiner Lesung ist nicht Jugendfrei.

Kurze Zeit sp√§ter spielt Ben Caplan in der Zeltb√ľhne. Das Lachen ist verschwunden. Daf√ľr macht sich Begeisterung auf den Gesichtern der Anwesenden breit, denn der S√§nger hat eine Power in seine Stimme, die muss man einfach live erleben. Im Anschluss spielen Friska Viljor und Thees Uhlmann mit Band drau√üen auf der Konzertb√ľhne. Dicht an dicht mit Regenschirm und Regenjacke stehen die Besucher vor der B√ľhne. Von der Trib√ľne aus, wo die nicht so hartgesottenen sitzen, ergibt der Blick ein sch√∂nes buntes Mosaik aus Jacken und Schirmen. Besonders bei den Songs von Thees Uhlmann konnte man den Regen fast vergessen.

Als es schon dunkel geworden ist, bilden die Isl√§nder Sigur R√≥s den Abschluss des Tages. Mit einer fulminanten Lichtshow und B√ľhnenaufbau begeistert das Trio jeden einzelnen Besucher des A Summer’s Tale Festivals. Es liegt einfach an dem Rund-um-Paket aus Sound, Lichteffekten, Gesang und Atmosph√§re. Mit ihren gef√ľhlvollen, kraftvollen und zugleich mystischen Songs erschafften Sigur R√≥s eine ganz besondere Stimmung auf der Konzertb√ľhne umgeben von Wald und Wiese.

Freitag, 12.08.2016:

Der Freitag geh√∂rt ganz klar einem ganz besonderen Musiker: Noel Gallagher. Doch bevor der S√§nger zusammen mit seiner Band auftritt, dauert es noch ein paar Stunden. In der Zwischenzeit gibt wieder zahlreche Konzerte, Lesungen und andere Programmpunkte, die das A Summer‚Äôs Tale zu einem ganz einzigartigen Festival machen. Zum A Summer‚Äôs Tale geh√∂rt aber auch das Essen. Auf dem gesamten Gel√§nde stehen Food-Trucks aus der Region und ganz Deutschland. International wird es mit spanischen Tapas und traditionelle-israelischem Essen. Es ist schwer sich zu entscheiden, was es denn zum Mittag oder Abendbrot. Die Vielfalt reicht von Wildscheinbratwurst √ľber (S√ľ√ükartoffel-)Pommes und Burger, Lachsd√∂ner, Steinofenpizza hin zu schw√§bischen Sp√§tzle, frischen Quarkspeisen und selbstgemachten Bio-Eis. Wer mag kann sich an einem Stand sogar K√§se und Brot frisch vom Bauern kaufen und auf der Gr√ľnwiese ein kleines Picknick machen. Wer es kulinarischer mag, der konnte sich im Vorfeld einen Platz im festivaleignem Restaurant sicher. Dort erwartet die Besucher an jedem Abend ein einmaliges Vier-G√§nge-Men√ľ.

Wer isst, der braucht auch Bewegung. Daf√ľr sorgten am Freitag sowohl 17 Hippies auf der Konzertb√ľhne, als auch Shantel & Bucovina Club Orkestar auf der Zeltb√ľhne. Vor allem die Zeltb√ľhne platze beim Auftritt von Shantel & Bucovina Club Orkestar aus allen N√§hten. Der Balkanpop-Sound der Band brachte jeden zum Schwitzen.

Nachdem die Sonne untergegangen ist, tritt Noel Gallagher auf B√ľhne, vor der sich gef√ľhlt das gesamte Publikum versammelt hat. Noel Gallagher an diesem Abend als Headliner spielt nicht nur wunderbaren Britpop von seinen Solo-Alben, die der in den vergangenen Jahren ver√∂ffentlicht hat, sondern auch hier und da hat es ein Oasis-Song auf die Setlist geschafft. Vor allem die Klassiker wie Champagne Supernova oder Wonderwall werden haltstark mitgesungen. Melancholie pur. Neben langj√§hrigen Fans ist auch eine Truppe von j√ľngeren Fans des Briten im Publikum. Besser gesagt in der ersten Reihe. Zu dritt halten sie ein Banner in die Luft und als sich die Gelegenheit bieten, werfen sie ihrem Idol eine CD ihrer Band zu. Noel Gallagher, wenig begeistert, schaut sich die CD an und meckert erst einmal √ľber das Cover, das mit Blumen geschm√ľckt ist. Viel mehr Lob kann die Band Noel nicht entlocken, denn auch ihr Bandname Tent Connection raunzt der S√§nger blo√ü: ‚ÄěTent Connection? Was f√ľr ein beschissener Name!‚Äú Doch der Band macht dies wenig aus. Den ganzen Abend erz√§hlen sie mit vor Stolz geschwollener Brust, wie sie ihrem Idol eine CD zugeschmissen haben und k√∂nnen wir Gl√ľck kaum fassen. Die CD landet achtlos neben dem Mikrofanst√§nder. Eine kleine Vers√∂hnung gibt seitens Noel Gallagher dennoch: den Song Don‚Äôt Look Back In Anger.

Samstag, 13.08.2016:
Der letzte des viert√§gigen Festivals ist angebrochen und es scheint fast, als meine es das Wetter an diesem letzten Tag wieder gut gestimmt. Nachdem in den vergangenen Tagen die Anfrage zur morgendlichen Meditation so gro√ü war, wurde die Meditation an diesem Tag nach drau√üen verlagert. Um kurz nach elf sa√üen die Zuschauer dieses Mal vor der gro√üen Konzertb√ľhne und entspannten sich, w√§hrend von der B√ľhne sanfte Meditationsmusik schallte.

Wie auch im vergangen Jahr findet auch heute wieder ein Poetry Slam Wettbewerb in dem vier Teilnehmer ihr selbstgeschrieben Gedichte vortragen. Eine Jury bewertet das Ganze. Im diesj√§hrigen Halbfinale standen Rita Apel und Filo. Als Sieger ging die pensionierte Lehrerin Rita Apel hervor, die mit Geschichten aus ihrem Leben als Lehrerin alle begeisterte. Viel Gel√§chter gab auch nur wenige Meter weiter bei den Beat Poeten, die aus ihrem Buch vorlesen und die ein oder andere Lebensweisheit, wie ‚ÄěWenn keiner kaut und keiner isst, dann wei√üt du, dass es Techno ist‚Äú, an ihre H√∂rer weitergaben. Aber auch Oli Schulz, der deutsche Bono, wie er selbst sagte, unterhielt das Publikum nicht nur durch seine Musik, sondern auch durch seine gewitzte Art. Es folgten weitere Auftritte von Adam Green, dem Duo Boy und der britischen Folk-S√§ngerin Amy Mcdonald.

Am Samstagabend ging das zweite A Summer‚Äė Tale Festival mit dem Auftritt von Parov Stelar zu Ende. Mit einer perfekten (Licht-)Show konnten die Besucher noch ein letztes Mal das Tanzbein schwingen. Gegen die k√ľhlen Temperaturen gab es an diesem Abend sogar noch Gl√ľhwein. Hoffentlich wird der im kommenden Jahr nicht gebraucht!

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