UNDERWORLD – K├Âln, Palladium (28.03.2015)

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Das war sie also, die dubnobasswithmyheadman 20th Anniversary Tour 2015, die Underworld an diesem regnerischen Abend nach K├Âln brachteÔÇŽ Das Programm f├╝r den Abend war klar, die komplette dubnobasswithmyheadman, die im vorigen Jahr ihr 20j├Ąhriges Jubil├Ąum mit einer Wiederver├Âffentlichung feierte, dazu dann noch 3 Songs, n├Ąmlich Rez, Bigmouth und Spikee und als Zugabe Born Slippy .NUXX. Es handelte sich um ein exklusives Deutschland-Konzert und so wurde die Veranstaltung dann auch kurz nach Vorverkaufsstart vom E-Werk in das gegen├╝ber liegende Palladium verlegt. Meine Meinung zum Palladium habe ich schon so oft kundgetan, aber ich muss es trotzdem erw├Ąhnen. Das Palladium ist ein Schlauch, die Halle ist also nicht besonders breit. Steht man nicht vorne in der Menge, hat man von der Seite, auch bedingt durch die Pfeiler, kaum Sicht auf die B├╝hne. In anderen Hallen geht man also einfach nach hinten und schaut halt von dort das Konzert. Leider ist im Palladium die B├╝hne selten hoch genug, so dass man in der Regel auch von hinten kaum ein Chance hat. 

Ich habe also -vom Eskimo Callboy Konzert im gegen├╝berliegenden E-Werk kommend- vorne angefangen, wollte seitlich einen Blick auf die B├╝hne werfen, aber das Publikum stand ├╝ber die gesamte Breite der Halle, bis an die T├╝ren, die zum Vorraum f├╝hrten, ich hatte also keine Chance. Dann bin ich auf den Balkon, das Gel├Ąnder war hier nat├╝rlich komplett besetzt, ich h├Ątte Gewalt anwenden m├╝ssen, um einen Blick auf die B├╝hne zu erhaschen. So bin ich zum gegen├╝ber liegenden Balkon gewechselt, hier war es ebenso voll und der hintere Teil war noch als VIP-Bereich abgesperrt. Sodann, meine normale Taktik, der hintere Bereich der Halle. Hier fand ich mich also hinter der Behindertentrib├╝ne wieder, mit immerhin Sicht auf die B├╝hne, wohl nur den oberen Teil der B├╝hne, die LichtshowÔÇŽ Es war also voll, richtig voll.

Das Konzert sollte um 21.30 Uhr beginnen, um 20.30 Uhr begann DJ Steve mit dem Aufw├Ąrmprogramm f├╝r das Publikum. Zumindest stand das so auf dem Programm, denn sehen konnte man dank B├╝hnennebel nicht viel. Die Spannung im Publikum war gro├č, dies war die erste richtige Underworld-Tour seit Jahren und wie bereits erw├Ąhnt, das einzige Konzert in Deutschland.

Das DJ-Set ging p├╝nktlich um 21.30 Uhr nahtlos in das Konzert ├╝ber, es begann mit leuchtenden Bigmouth-Schriftz├╝gen, dann ein Intro und Dark & Long rollte durch das Palladium. Das Publikum hatte lang gewartet, seit Einlass waren schlie├člich knapp zwei Stunden vergangen, und die Euphorie war dementsprechend gro├č. Einen solchen Empfang hatten Karl Hyde und Rick Smith wohl eher nicht erwartet, denn der Dank an das K├Âlner Publikum wirkte ehrlich und ehrlich ├╝berrascht. So erz├Ąhlte dann Karl Hyde auch kurz vom gro├čen Einfluss, den Conny Plank, der deutsche Produzent und Musiker, Pionier der elektronischen Musik, auch auf Underworld hatte. 1982 waren die beiden schon mal in K├Âln um Conny im Studio zu besuchenÔÇŽ

Es l├Ąsst sich wenig ├╝ber ein Konzert sagen, dass zum gro├čen Teil im Rechner erzeugt wird. Karl Hyde tat sein Bestes, sein Gesang, das organische Element wirkte kraftvoll und er selbst hatte offenbar Spa├č am Auftritt. Jeder Song hatte seinen Schriftzug, so dass man immer wusste, was gespielt wurde (vielen Dank f├╝r den Service), die Lichtshow war effektiv und zum Teil sogar ausgesprochen beindruckend. Der wohl gr├Â├čte Hit von Underworld, neben Born Slippy, ist nat├╝rlich Cowgirl, ein Song der auch an diesem Abend f├╝r gro├čartige Stimmung sorgte. Es wurde getanzt, viele suchten sich ein freies Pl├Ątzchen in irgendeiner Ecke, die Augen geschlossen, den Kopf ganz in der Musik und genossen den Abend. Born Slippy.NUXX (die Version mit Gesang), gab es dann als einzige Zugabe, aber was f├╝r eine ZugabeÔÇŽ

Es fehlte dann aber doch noch einiges an Stimmung, um an die alten Zeiten, die guten alten Neunziger anzukn├╝pfen. An der Musik lag es nicht, aber so blieb es dann doch bei der eher nostalgischen Pr├Ąsentation eines Dancefloor-Klassikers. Die Rahmenbedingungen des Abends waren halt auch alles andere als ideal, der sp├Ąte Beginn, das wirklich fiese Wetter, die Parkplatzsituation um den Veranstaltungsort, die Halle selber, aber Underworld machten an dem Abend viel Spa├č und sorgten f├╝r gro├če Freude im K├Âlner Publikum (wobei auch viele G├Ąste aus dem benachbarten Ausland anzutreffen waren).

Noch ein paar Worte zu den kommerziellen Aspekten des Abends: Wer denn wollte und genug Geld eingepackt hatte, konnte am Merchandise-Stand exklusive Prints von Underworld erstehen, daf├╝r wurden allerdings 140,- ÔéČ aufgerufen. Dagegen waren die T-Shirts mit 35,- Euro (!) und das exklusive Box-Set (CD) mit 70,- Euro (!) fast schon g├╝nstig. Auch hier wurde der Fan also ordentlich zur Kasse gebeten, es lohnt sich, hier die Preise zu vergleichen und Geld zu sparen.

Setlist Underworld @ K├Âln, Palladium (28.03.2015):
01. Dark & Long
02. Mmm… Skyscraper, I Love You
03. Surfboy
04. Spoonman
05. Tongue
06. Dirty Epic
07. Cowgirl
08. River of Bass
09. M.E.
10. Rez
11. Bigmouth
12. Spikee
13. Born Slippy .NUXX

 

Fotos: Michael Gamon

Geschrieben von
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