FAELEND – Children Of Ilúvatar – Music From Middle Earth EP

FAELEND - Children Of Ilúvatar - Music From Middle Earth EP
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9 Bewertung

9

Mit asiatisch angehauchten Klängen beginnt die Debüt-EP Children Of Ilúvatar von Faelend, welche sich einem ganz speziellen Genre verschrieben haben, das es so eigentlich vor ihnen noch gar nicht gab. Denn Faelend verbinden verschiedenste Musikstile wie folklorische Mittelalter- und Popmusik mit asiatischen Soundeinflüssen und elbischer Sprache (Sindarin). Heraus kommt dabei eine Art moderner Herr-der-Ringe-Sound, bei dem die elbische Sprache geschickt von der hypnotischen Stimme Anóriels eingesetzt wird, um den Zuhörer mit auf eine Reise in ferne Zeiten und Ziele zu entführen. Das hat dann schon etwas von Chill-Out-Musik, aber mit einem komplett anderen Grundansatz. Es fällt daher schwer, Faelend musikalisch greifbar einzuordnen, da man sich auf dem Debüt äußerst wandlungsfähig zeigt. Fühlt man sich beizeiten an eine Band wie Dead Can Dance erinnert, sieht das nur wenige Augenblicke später schon wieder ganz anders aus und man fühlt sich an einen südländischen Strand oder in einen orientalischen Markt versetzt. Allen Tracks gemein ist hingegen die Eindringlichkeit, mit der Faelend den Hörer umwickeln und gefangen nehmen. Ist man einmal in diesem musikalischen Geflecht gefangen, möchte man gar nicht mehr zurück, schließlich gibt es viel zu entdecken. Man kann ebenso zu den Songs tanzen (Faelend (Revised)) wie träumen oder sich einfach nur von der Atmosphäre und Anóriels Stimme verzaubern lassen. Es ist wirklich faszinierend, wie wandlungsfähig ihr Gesang ist und vor allem in den Sprechpassagen wirkt das Ganze so dermaßen mysteriös, dass es einen im positivsten Sinne erschaudern lässt. Doch auch die Begleitmusik erschafft Klangwelten, die wunderschön anzuhören sind und mit der Stimme von Anóriel und den Backingvocals von Ádalon, Ben Crabán und einem ganzen Chor Elben eine perfekte Symbiose eingehen. Dabei klingen Faelend überraschend modern und alles andere als antiquiert. Hier wird mit zum Teil wirklich uralten und seltenen Instrumenten wie einer Koto ein Klang erzeugt, der so eigenständig ist, dass er sich richtig frisch anfühlt, was vor allem beim abschließenden Kokoro No Oto – Sound Of Your Heart augenscheinlich wird, bei dem deutliche Einflüsse aus dem Gospel einfließen und der trotzdem als Popsong funktioniert. Highlights für mich sind allerdings die beiden Children Of Ilúvatar-Interpretationen, die vollkommen unterschiedliche Facetten des Grundthemas herausarbeiten und bei Part II sogar, dank hymnischem Gitarreneinsatz, interessante Rockelemente mit einbinden.

Wer nun neugierig geworden ist oder einfach nur sehr gerne ins Universum von Tolkiens Herr der Ringe eintaucht, sollte unbedingt reinhören, es lohnt sich!

Tracklist:
01. Children of Ilúvatar I (Eldar) 03:02
02. Faelend (Revised) 04:47
03. Children of Ilúvatar II (Edain) 07:01
04. Kokoro no Oto – Sound of your Heart 03:59

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