STATUS QUO – NL- Kerkrade, Rodahal (04.12.2014)

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Wann sieht man schon mal eine Band live, die rund doppelt so alt ist wie man selbst? Ziemlich selten, denn immerhin wird es von Jahr zu Jahr schwieriger eine entsprechend alte Band aufzutreiben. Dass das Musikbusiness immer kurzlebigere KĂŒnstler produziert ist dabei keine Hilfe. Die britischen Rocker von Status Quo hingegen gehören aber zu den langlebigsten erfolgreichen Bands und sind auch 2014 noch im GeschĂ€ft. Am 04. Dezember 2014 statteten sie auf ihrer Europa Tour dem niederlĂ€ndischen Örtchen Kerkrade nahe Aachen einen Besuch ab. So zog es Besucher aus dem ganzen DreilĂ€ndereck an diesem Abend in die Rodahal.

Am 12.12.1975 waren Status Quo bereits das erste Mal in der Rodahal in Kerkrade. Von den damaligen Bandmitgliedern sind heute nur noch Francis Rossi (Gesang, Gitarre) und Rick Parfitt (Gesang, Gitarre) mit an Bord. UnterstĂŒtzt werden sie schon seit Jahrzehnten von Andrew Bown (Gesang, Keyboard, Gitarre, Mundharmonika) und John ‚Rhino‘ Edwards (Gesang, Bass, Gitarre) und seit 2013 von Leon Cave (Schlagzeug).

Doch bevor Status Quo die BĂŒhne betraten, war es an den Hard-Rockern von Voodoo Vegas die Zuschauer auf Betriebstemperatur zu bringen. Die Band aus Bournemouth in England besteht aus Lawrence Case (Gesang, Mundharmonika), Nick Brown (Gitarre), Merylina Hamilton (Gitarre), Ash Moulton (Bass) und Jonno Smyth (Schlagzeug). Inspiriert von Aerosmith, Uriah Heep, Guns `n` Roses und Bon Jovi rockten sie in ihrem rund 40 Minuten langen Set ordentlich. Beim Publikum kamen sie gut an, sodass sie bei einfacheren Mitsingpassagen auf UnterstĂŒtzung des Publikums zĂ€hlen konnten. Nicht zuletzt lag das am Frontmann Lawrence, der zwar ein Faible fĂŒr die Wörter „dudes“ und „brothers and sisters“ zeigte, davon ab aber eine richtige Rampensau war. WĂ€hrend King Without A Crown kam er dem Publikum sogar richtig nahe und sang von der Absperrung aus.

Setlist Voodoo Vegas:
01. The Ferry Song
02. Bullet
03. Hypnotise
04. Lady Divine
05. Cheeky Riff
06. King Without A Crown
07. So Unkind
08. Jimmy Silver

WĂ€hrend die BĂŒhnencrew das Equipment von Voodoo Vegas wegrĂ€umte, konnten die Fans, die nicht von den Preisen abgeschreckt wurden, einen Einkauf am Merchandise Stand tĂ€tigen. Ich fĂŒr meinen Teil empfand 30 – 35 Euro fĂŒr ein T-Shirt und 20 Euro fĂŒr einen einfachen Jutebeutel aber als deutlich zu teuer und begnĂŒgte mich daher mit einem GetrĂ€nk. Mittlerweile waren auch alle GĂ€ste eingetroffen und die Halle war mit rund 2.000 Menschen zwar nicht ausverkauft, aber dennoch gut gefĂŒllt. Sprechchöre versuchten derweil die Band auf die BĂŒhne zu bewegen, aber es schien so, als ob technische Probleme den Beginn der Show verzögerten. So blieb dem Publikum nichts anderes als die aufgerĂ€umte und Monitorboxen freie BĂŒhne zu betrachten. Der gebogene Lichtaufbau im BĂŒhnenhintergrund ließ vorab auf eine ansehnliche Show hoffen.

Endlich war es soweit und das Saallicht ging aus. Mit Caroline startete die Band unter Jubel der Fans in ihr rund 90 Minuten dauerndes Set. Gleich zu Beginn wurde deutlich, dass dieser Abend ein guter werden wĂŒrde, denn der Sound war klar und die Band versprĂŒhte Spielfreude und Energie in einem (gemessen an ihrem Alter) wirklich beeindruckendem Maß. Bemerkenswert wie gut gelaunt und begeistert eine Band wirken kann, die schon seit Jahrzehnten unterwegs ist. Aber vermutlich ist genau das das Geheimnis fĂŒr langanhaltenden Erfolg.

Der Spaß auf der BĂŒhne konnte schnell auf das Publikum ĂŒberspringen, sodass einem gelungenen Konzertabend nichts mehr im Wege stand. Das Licht wirkte wirklich phantastisch und aufgrund unzĂ€hliger Grimassen in Francis Rossis Gesicht und diversen Posen war auch optisch was geboten. Langweiliges Rumgestehe an den MikrostĂ€ndern ist bei Status Quo offenbar Fehlanzeige, was sich sehr positiv auf die energiegeladene Show auswirkte. Aber auch die Fans standen nicht still, gerade in den hinteren Reihen, wo noch viel Platz war, wurden viele Soli auf der Luftgitarre gespielt.

Die Setlist war gespickt mit Hits wie In the Army Now oder Rockin‘ All Over The World, wobei Akustikversionen vom neuen Akustik Album Aquostic Stripped Bare ĂŒberraschenderweise gĂ€nzlich fehlten. HierfĂŒr lohnt es sich dann die dazugehörige Tour zu besuchen.

Es war ein schönes Konzert, das generationenĂŒbergreifend fĂŒr Freude sorgte, sodass am Ende des Abends alle zufrieden nach Hause gehen konnten.

Setlist Status Quo:
01. Caroline
02. Something ‚bout You Baby I Like (Tom Jones Cover)
03. Rain
04. Paper Plane
05. Little Lady
06. Hold You Back
07. Beginning of the End
08. Oh Baby
09. What You’re Proposing / Down the Dustpipe / Wild Side of Life / Railroad / Big Fat Mama
10. The Oriental
11. Creepin‘ Up on You
12. In the Army Now (Bolland & Bolland Cover)
13. Drum Solo
14. Roll Over Lay Down
15. Down Down
16. Whatever You Want
17. Rockin‘ All Over the World (John Fogerty Cover)
18. Rock ’n‘ Roll Music / Bye Bye Johnny (Chuck Berry Cover) (Z)

Status Quo:

Voodoo Vegas:

Fotos: Markus HillgÀrtner

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