IN SOLITUDE & BEASTMILK – Essen, Turock (24.10.2014)

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Seid Anfang Oktober sind die schwedischen Metaller von In Solitude gemeinsam mit den finnischen Rockern von Beastmilk auf gro├čer Europatour. Eigentlich mit von Partie sollten auch noch Onoxious Youth sein, welche jedoch schmerzlicher Weise die komplette Tour abgesagt haben. ├ťber das letzte in Deutschland angesetzte Konzert d├╝rfen sich die Fans an diesem Abend im Turock in Essen freuen.

Zum Auftakt dieses Gitarren lastigen Abends war die Band Mantar vorgesehen, eine Doom Metal- und Punk-Band aus Hamburg, doch aus Krankheitsgr├╝nden mussten auch sie absagen. Leider war es nicht mehr gelungen einen Ersatzsupport zu finden, so dass der Beginn des Konzertabends bereits nach hinten verschoben wurde. Obwohl bereits sp├Ąter als eigentlich vorgesehen gestartet wird, f├╝llt sich das Turock in Essen dennoch recht langsam, die Anwesenden sind noch ├╝berschaubar. Fast also schon Gl├╝ck, dass dieser Abend eine weitere Versp├Ątung bereithielt, so dass sich die Menge nach und nach einfinden konnte.

Eine halbe Stunde sp├Ąter als angesetzt, d├╝rfen Beastmilk endlich die B├╝hne f├╝r sich erobern. Die finnischen Postpunker wurden bereits unter anderem von der Website des Clubs selbst, als heimlicher Headliner beworben ÔÇô und dies meiner Meinung nach zu Recht. Mit The Wind Blows Through Their Skulls starten die Finnen ihr Set und ziehen direkt vom ersten Ton an die Fans mit sich. Beastmilk, bestehend aus Goatspeed (Gitarre), Kvohst (Vocals), Arino (Bass) und Paile (Drums) haben zu dem weibliche Verst├Ąrkung bekommen, Linnea Olsson (ex-The Oath) hat den zweiten Sechssaiter bei den finnischen Death-Rockern ├╝bernommen. Dies verk├╝ndet auch S├Ąnger Kvohst voller stolz zwischen den Liedern. Was bereits auf CD vor Energie spr├╝ht und ein voller Genuss ist, wird von der Live-Darbietung auf der B├╝hne sogar noch ├╝bertrumpft. Der Gesang von Kvohst klingt wie von Platte – wenn nicht sogar noch besser. Elegant und brachial rockend. Die Metallheads vor der B├╝hne schwingen die Haare, die Menge tobt. Es mangelt bei keinem Bandmitglied an B├╝hnenpr├Ąsenz. So findet ihr Auftritt leider viel zu schnell ein Ende und sie verabschieden sich mit Love in a Cold World.

Setlist Beastmilk:
01. The Wind Blows Through Their Skulls
02. You Are Now Under Our Control
03. Void Mother
04. Fear Your Mind
05. Ghosts Out Of Focus
06. Surf The Apocalypse
07. Children Of The Atom Bomb
08. Nuclear Winter
09. Forever Animal
10. Death Reflects us
11. Genocidial Crush

Es folgt die Umbauphase. Die B├╝hne wird mit mehreren Str├Ąu├čen Lilien und R├Ąucherst├Ąbchen dekoriert, letztere sind jedoch eindeutig zu viel des Guten, da diese doch eher in der Nase bei├čen und ein Brennen in den Augen verursachen, als dass sie f├╝r stimmungsvolle Atmosph├Ąre sorgen.

Nach einer halben Stunde erklingt das Intro: Sister Irene O’Connor – Fire of God’s Love. Und in den letzten Sekunden des Liedes betritt In Solitude die B├╝hne und legt auch direkt los. Das schwedische Quintett zieht nach nur wenigen Momenten das Publikum in seinen Bann. Henrik (Gitarre), Niklas (Gitarre) und Uno (Drums) geben alles, aber vor allem die Br├╝der Pelle (Vocals) und Gottfried Ahman (Bass) spielen, als ginge es um ihr Leben. Es gibt kaum einen Moment des Stillstehens auf der B├╝hne. Niemand im Raum kann sich den d├╝steren Kl├Ąngen entziehen. Lediglich der Nebel hat einen faden Beigeschmack. An mancher Stelle einfach viel zu viel, so dass man seine eigene Hand vor Augen kaum noch erkennen kann. Dies verzeihen die Anh├Ąnger der Band jedoch gern, f├╝r diese stimmungsvolle und mitrei├čende Show. Nach anderthalb Gitarren lastigen Stunden werden die Anwesenden nach einem gelungenen Abend dann in die Nacht entlassen, sch├Ân wars!

In Solitude:

Beastmilk:

Fotos: Miriam Neiken

Geschrieben von
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Fotos: THE FRIGHT

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