NOCTURNAL CULTURE NIGHT (NCN) 2014 – Deutzen, Kulturpark (05-07.09.2014)

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Am ersten Wochenende im September fand wieder die Nocturnal Culture Night in Deutzen in der NĂ€he von Leipzig statt. 2005 fand im Kulturpark Deutzen das erste NCN Festival statt. WĂ€hrend damals an 2 Tagen 10 Bands spielten, waren es 2014 mehr als 40 Bands aus den Bereichen Dark Wave, Gothic, Neofolk, Elektro, Industrial und Metal. Somit ist auch das NCN Festival kontinuierlich gewachsen. Es ist jedoch vom Konzept her immer noch wesentlich kleiner als die großen Festivals. Gerade das macht fĂŒr viele Besucher den Reiz aus, so dass sie das NCN immer wieder gerne besuchen.


Freitag, 05.09.2014

Bereits um 14:00 Uhr öffnete der Campingplatz, so dass viele Besucher schon am frĂŒhen Nachmittag anreisten. Der Einlass begann pĂŒnktlich um 17:00 Uhr. Das FestivalbĂ€ndchen konnte schon vorher abgeholt werden, so dass der Einlass zĂŒgig verlief. Um mehr Platz auf der HauptbĂŒhne zu schaffen, wurden einige StĂ€nde gleich im Eingangsbereich positioniert. Folgte man dem Weg weiter, erreichte man die LesebĂŒhne.

Nach der offiziellen BegrĂŒĂŸung startete um 17:30 Uhr das Festival auf der kleinen BĂŒhne mit Landvogt. Die Band kommt aus Liechtenstein und wurde 1998 gegrĂŒndet, 2013 erschien das Album 15 Years of Pain. Landvogt vereinigt Pop und Wave. Harte Gitarrenriffs und elektronische KlĂ€nge kennzeichnen ihre Songs. Die meisten Besucher waren noch nicht auf dem GelĂ€nde eingetroffen oder schauten sich noch um. Dennoch kamen einige der GĂ€ste zur kleinen BĂŒhne, um sich den Auftritt von Landvogt anzusehen.

Eine halbe Stunde spĂ€ter startete auch die erste Show auf der großen BĂŒhne mit der aus MĂŒnchen stammenden Band Mundtot. Was vor fĂŒnf Jahren als Elektro-Projekt begann, wandelte sich schnell zu einem vielschichtigen Musikstil, der auch Rock- und Postpunk-Elemente enthĂ€lt. 2012 erschien ihr erstes Album SpĂ€tsommer, in diesem Jahr folgte ihr zweites Album Schatten. Die SitzplĂ€tze vor der BĂŒhne waren nun schon gut besetzt. WĂ€hrend die meisten GĂ€ste die Show noch aus der Ferne beobachteten, trauten sich einige Besucher weiter vor an den BĂŒhnenrand.

Rein elektronisch ging es auf der kleinen BĂŒhne weiter mit Binary Park. Hinter dem Projekt steckt Torben Schmidt, der Chef des Labels Infacted Recordings. 2011 erschien das DebĂŒt-Album Worlds Collide. Die Musik von Binary Park besteht ausschließlich aus tanzbaren InstrumentalstĂŒcken. Die rhythmischen Tracks luden zwar sofort zum Tanzen ein, jedoch waren erst wenige Besucher in der NĂ€he.


Patenbrigade: Wolff
bezeichnen ihren Musikstil selbst als Electronic Building Music. Erstaunlich voll war es nun vor der großen BĂŒhne. Mehrere hundert Fans warteten bereits gespannt auf die Jungs von der Baustelle. Der Name ist Programm. Und so prĂ€sentiert sich Patenbrigade: Wolff in Baustellenkleidung mit Helm und Werkzeugen. Als BĂŒhnendekoration dienten Schilder und Pylonen. Seit 2001 gab es zahlreiche Veröffentlichungen, im November 2013 erschien die EP Freunde der Technik. Musikalisch bietet Patenbrigade: Wolff unter anderem InstrumentalstĂŒcke mit eingespielten Samples. Aber auch weiblicher Gesang untermalte einige Songs. Die rhythmischen Songs kamen gut beim Publikum an und einige Fans trugen sogar ebenfalls Bauarbeiterkleidung. Ein Banner mit der Aufschrift „Bauarbeiter aller LĂ€nder vereinigt Euch“ wurde durch die Menge getragen. Patenbrigade: Wolff bot eine abwechslungsreiche Show mit eingĂ€ngigen und tanzbaren Titeln. Die Stimmung auf dem NCN war nun auf Hochtouren.

Hinter Nachtmahr verbirgt sich der österreichische Musiker Thomas Rainer, der sich u.a. auch mit Projekten wie L’ame Imortelle und Siechtum einen Namen machte. 2007 grĂŒndete er das Projekt, in diesem Jahr erschien das 5. Album Feindbild. Die Musik von Nachtmahr enthĂ€lt Elemente des Aggrotech und Techno, die Texte sind vorwiegend Deutsch. Etliche Fans versammelten sich nun vor der kleinen BĂŒhne und bewegten sich zu den durchgĂ€ngig tanzbaren Songs wie Tanzdiktator und MĂ€dchen in Uniform. Der Auftritt von Nachtmahr wurde von den Fans ordentlich gefeiert.

Mittlerweile war es dunkel. Gegen 20:30 Uhr warteten schon viele Fans auf Welle: Erdball. Das Minimal-Electro-Projekt aus Hannover hatte letztes Jahr 20-jĂ€hriges BandjubilĂ€um. Deutsche Texte und elektronische Hilfsmittel wie den Commodore 64 prĂ€gen ihren Stil. Mit neuer Moderatorin und dem neuen Album Tanzmusik fĂŒr Roboter meldete sich Welle: Erdball Anfang des Jahres zurĂŒck. Ihre Shows werden nie langweilig. Los ging es mit Wir sind die Roboter, eine Cover-Version des Kraftwerks-Klassikers. Auch weitere Songs vom neuen Album wie Ich mach mich schön und Gib mir meine Zukunft wieder wurden gespielt. Und natĂŒrlich gab es ebenfalls zahlreiche Klassiker aus dem gewaltigen Repertoire zu hören. Songs wie Arbeit Adelt! und Starfighter F-104G durften dabei nicht fehlen. Es gab auch einen brandneuen (noch namenlosen) Song zu hören. Dicht gedrĂ€ngt stand das Publikum nun vor der BĂŒhne, die PlĂ€tze waren jetzt bis zu den hinteren Reihen besetzt. Zu den eingĂ€ngigen Texten konnten die begeisterten Besucher gut mitsingen.

Mit der belgischen Elektro-Legende The Klinik ging es anschließend auf der kleinen BĂŒhne weiter. Bereits 1981 gegrĂŒndet, prĂ€gte The Klinik die Elektro-Szene in der 2. HĂ€lfte der 80er und frĂŒhen 90er Jahre. Kennzeichen ihrer Musik waren minimalistische Texte und kalte, raue Elektro-Sounds. Obwohl man sich aufgrund musikalischer Differenzen bereits 1991 trennte, gab es in den letzten 10 Jahren immer wieder gut besuchte Live-Auftritte auf verschiedenen Festivals. 2013 erschien sogar wieder ein neues Album mit dem Titel Eat Your Heart Out. Als ultimative Retrospektive wurde dieses Jahr zudem ein 8-fach CD-Box-Set veröffentlicht. Der Platz vor der BĂŒhne war nun schon sehr knapp, so dass die Fans bis weit nach hinten standen. Die Show war dĂŒster und Dirk Ivens und Peter Mastbooms trugen wie gewohnt Masken. In ihrer 70-minĂŒtigen schweißtreibenden Show prĂ€sentierten The Klinik viele OhrwĂŒrmer wie Walking With Shadows, Black Leather und Pain and Pleasure. FĂŒr Fans des hĂ€rteren Elektro war The Klinik zweifelsohne das Highlight des Abends.

Letzte Band am Freitag war die slowenische Kultband Laibach. Vor wenigen Monaten erschien das neue Album Spectre. Zuvor haben sie 2012 den vielumjubelten Soundtrack zum Film Iron Sky beigesteuert. Laibach kann auf eine mehr als 30-jĂ€hrige Bandgeschichte zurĂŒckblicken. Stilistisch gab es im Lauf der Jahre immer wieder Wandel. Vom Post-Industrial ĂŒber Post-Punk und Avantgarde bis hin zu EBM und Techno hat Laibach schon alles ausprobiert. Dicht gedrĂ€ngt standen die Besucher nun vor der BĂŒhne, es gab kaum noch freie PlĂ€tze. WĂ€hrend der ersten HĂ€lfte prĂ€sentierte Laibach ausschließlich Songs vom neuen Album wie Eurovision, No History und Resistance Is Futile. Die BĂŒhne war nur spĂ€rlich beleuchtet und eine große Videoleinwand wurde zur Untermalung des Auftritts genutzt. Danach kamen auch andere Titel wie Leben-Tod, Warme Lederhaut oder Under The Iron Sky. Laibach-Songs haben oft einen eigenwilligen und experimentellen Charakter und gerade dies macht den unverwechselbaren Stil von Laibach aus. Die Zugaben Tanz mit Laibach und Das Spiel ist aus wurden vom Publikum durchaus als ein Höhepunkt empfunden. Hier konnte zum Abschluss des Abends noch einmal krĂ€ftig getanzt werden. Der Auftritt wurde insgesamt sehr interessiert aufgenommen und war fĂŒr viele Besucher ein besonderes musikalisches Erlebnis.

Gegen 0:00 Uhr endete der 1. Tag des NCN Festivals. Das hochkarÀtige Lineup lockte bereits am Freitag sehr viele Besucher an. Die Stimmung war schon nach wenigen Stunden auf dem Höhepunkt. Bei schönem SpÀtsommerwetter konnten die GÀste einen wundervollen Tag auf dem Festival verbringen.

Bildergalerie: NCN Festival Tag 1 (05.09.2014)

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Samstag, 06.09.2014

Der 2. Tag des Festivals begann wieder bei schönem Wetter und er hatte auch musikalisch ein abwechslungsreiches Line-Up zu bieten. Wieder erwarteten die Besucher sowohl bemerkenswerte Newcomer als auch bekannte Bands der schwarze Szene. Eine Modenschau und Lesungen sollten das Programm abrunden.

PĂŒnktlich um 12:00 Uhr startete der Samstag auf der großen BĂŒhne. Die aus dem Ruhrgebiet stammende Band Cain brachte gleich gute Laune mit. WĂ€hrend sich viele Besucher noch im Schatten versteckten, nahmen bereits einige Fans Platz auf den BĂ€nken. Cain bieten damals wie heute ein Crossover aus Hardrock und Gothic. Die Mischung bezeichnen sie selbst als Dark Rock. Abwechselnd oder auch zusammen im Duett prĂ€sentierten SĂ€ngerin Kirstin und SĂ€nger Damien Cain ihre eingĂ€ngigen Songs. Im Laufe der Show trauten sich immer mehr Fans an den BĂŒhnenrand.

Die Leipziger Elektro-Band Amnistia folgte 40 Minuten spĂ€ter auf der kleinen BĂŒhne. GegrĂŒndet wurde Amnistia 2003 von Stefan Schoetz und Tino Claus. ZunĂ€chst haben sie einige CD-Rs auf Konzerten verteilt, dann folgten 2006 ein Vertrag mit dem Label Scanner und das erste Album Neophyte. 2 weitere Veröffentlichungen sowie zahlreiche Live-Auftritte schlossen sich an. Amnistia hatten Heimvorteil und waren vielen Anwesenden bereits ein Begriff. Trotz der fĂŒr ein Festival noch frĂŒhen Stunde kamen eine ganze Menge Fans zur kleinen BĂŒhne. Spontan wurde hier und da getanzt.

Als nĂ€chstes stand die SolokĂŒnstlerin Monica Jeffries auf dem Programm. Sie stammt aus Lodz in Polen. Schon als Kind spielte sie Gitarre und Klavier, nahm Gesangsunterricht und machte ab dem Jahre 2000 Erfahrungen in verschiedenen Bands. Seit 2009 komponiert sie selbst Songs. Im letzten Jahr erschien ihr DebĂŒt-Album Back To Eden und sie arbeitet kontinuierlich an weiteren Songs. Die SitzplĂ€tze waren nun gut besetzt. Monica Jeffries ĂŒberzeugte das Publikum bei ihrem Auftritt mit ihrer wundervollen Stimme und gefĂŒhlvollen Musik. Stilistisch ist ihre Musik in Richtung Synth-Pop und Dark Wave einzuordnen. Sie lud das Publikum zum Entspannen und TrĂ€umen ein.

Gegen 13:50 Uhr trat das Duo Legend auf die kleine BĂŒhne. Die Formation stammt aus Island und besteht aus 2 bekannten skandinavischen Musikern: Krummi Björgvinsson, SĂ€nger und Songschreiber der Post-Punk-Rock-Band Minus, und Halldor Björnsson, Komponist und Produzent von zahlreichen Projekten. 2012 erschien ihr DebĂŒt-Album Fearless, welches sie in Eigenregie produzierten. Die Musik von Legend ist elektronisch und dĂŒster und genauso prĂ€sentierte sich die Band. Der intensive Sound kam gut bei den Besuchern an, so dass sich eine ansehnliche Menge vor der BĂŒhne versammelte.

Bereits 2011 hatte die MĂŒnchner Gothic-Rock-Band Schöngeist einen Auftritt auf dem NCN. Seitdem sind 2 weitere Alben erschienen, zuletzt Wehe (2013). Damals spielten sie auf der kleinen, nun war es Zeit fĂŒr ihren Auftritt auf der großen BĂŒhne. Schöngeist verwendet hauptsĂ€chlich deutsche Texte. Timur Karakus und seine Musiker legten sich sofort ins Zeug. 2 Gitarren, Bass, Violine und Schlagzeug sorgten fĂŒr abwechslungsreichen Sound. Etliche Zuhörer lauschten nun den einfĂŒhlsamen und trotzdem rockigen KlĂ€ngen von Schöngeist.


Seelennacht
kehrt bereits nach einem Jahr wieder aufs NCN zurĂŒck. Das Projekt wurde 2008 von Marc Ziegler gegrĂŒndet. Matthias Lasowski ist live am Keyboard eingesetzt. Seelennacht selbst beschreiben ihre Musik als Romantic Futurepop. 3 Alben sind bis jetzt erschienen, zuletzt 2013 Zeitenwende. WĂ€hrend die Band letztes Jahr den oft noch dĂŒnn besuchten 1. Auftritt am Freitag auf der großen BĂŒhne hatte, wurde die Show nun auf die kleine BĂŒhne verlegt. Somit war nun auch deutlich mehr Publikum versammelt und auch Seelennacht konnten mit gefĂŒhlvollen Songs viele Besucher in ihren Bann ziehen.

Das belgische Musikprojekt This Morn‘ Omina wurde 1996 von Mika Goedrijk gegrĂŒndet. Das Industrial-Projekt verwendet live verschiedenartige rhythmische Instrumente, wodurch ein einzigartiger Sound entsteht. 2008 erschien ihr bisher letztes Album Inferno. Dem Publikum blieb nun nichts mehr anderes ĂŒbrig, als zu tanzen. Die treibenden Songs verleiteten direkt dazu, sich in Bewegung zu setzen.

Die aus dem Ruhrgebiet stammende Band Prager Handgriff ist bereits seit mehr als 20 Jahren ein Begriff in der deutschen Elektro-Szene. Bereits das DebĂŒt-Album Arglistige TĂ€uschung“ konnte mit Clubhits wie Deutschland? aufwarten. Vor 3 Jahren erschien das letzte Album Arbeit, Sport und Spiel. Das Wetter war bis jetzt bestĂ€ndig, jedoch zu Beginn der Show gab es einen kurzen, aber heftigen Regenschauer. Viele Fans ließen sich davon jedenfalls nicht abschrecken. Mit Regenschirmen oder Regenbekleidung tanzten sie zu den eingĂ€ngigen, politisch und sozialkritisch orientierten Titeln von Prager Handgriff.

Oswald Henke dĂŒrfte wohl den meisten Besuchern ein Begriff sein. Bekannt geworden ist er mit seiner Band Goethes Erben. Henke ist die Nachfolgeband und wurde 2009 gegrĂŒndet. 2 Alben wurden veröffentlicht, zuletzt Maskenball der Nackten (2013). Henke ist vom Stil her um einiges rockiger, erhalten bleibt aber der typische Sprechgesang. Der Regen war nun verzogen und eine große Menge hatte sich direkt vor der BĂŒhne versammelt um die Band hautnah zu erleben. Über 1 Stunde prĂ€sentierte Henke zahlreiche Songs wie Herz und Weckt mich. Zusammen mit Sonja Kraushofer – bekannt von L’ Âme Immortelle – sang er im Duett das David Bowie Cover Helden und Es ist Nacht. FĂŒr viele Fans lieferte Henke wieder einmal eine unvergleichliche Show.

Um 18:50 Uhr trat dann die Dark-Rock-Band Lacrimas Profundere auf die kleine BĂŒhne. Die Band wurde bereits 1993 gegrĂŒndet. In den mehr als 20 Jahren Bandgeschichte gab es verschiedene Line-up-Wechsel. Auch der Musikstil entwickelte sich. Anfangs ĂŒberwiegte noch Gothic Metal mit typischen Death Metal Growls, spĂ€ter wurde die Musik facettenreicher. Die Band selbst bezeichnet ihren Stil jetzt als Rock’n’Sad. Eine nicht unerhebliche Fangemeinde sicherte sich nun PlĂ€tze in den vorderen Reihen und Lacrimas Profundere starteten sofort durch. Bis in die hinteren Reihen wurde nun gerockt.

Langsam setzte die DĂ€mmerung auf dem GelĂ€nde ein. Genau die richtige Stimmung fĂŒr die nĂ€chste Band: 18 Summers. Das Dark Wave Projekt von Felix Flaucher und Frank Schwer ist hervorgegangen aus der Band Silke Bischoff, die in den 1990er Jahren zahlreiche Alben veröffentlicht hatte. Zu den grĂ¶ĂŸten Erfolgen zĂ€hlte On The Other Side, das noch heute in den Clubs gespielt wird. Auftritte von 18 Summers sind sehr selten und so wurde die Gelegenheit von vielen Besuchern wahrgenommen. Das GelĂ€nde war nun voll. Neugierig und gespannt wartete das Publikum. Die AtmosphĂ€re auf der BĂŒhne war dunkel und geheimnisvoll. Songs wie Girl of 18 Summers und I Don’t Love You Anymore kamen spĂŒrbar gut bei den Besuchern an und so wird der Auftritt von 18 Summers wohl vielen Besuchern noch lange in Erinnerung bleiben.

Den Abschluss des 2. Tages auf der kleinen BĂŒhne machte das Elektro-Duo Klangstabil. Seit 20 Jahren sind Maurizio Blanco und Boris May nun zusammen unterwegs. Die StĂŒcke von Klangstabil sind einerseits experimentell, andererseits auch melodisch. Das aktuelle Album Shadowboy erschien im letzten Jahr. Bereits etliche Minuten vor Beginn standen hunderte von Fans dicht gedrĂ€ngt vor der kleinen BĂŒhne. Viele konnten es kaum erwarten und pĂŒnktlich um 21:25 Uhr startete die Show. Die eingĂ€ngigen Songs waren vielen Besuchern bereits bekannt und es wurde gleich mitgesungen. Klangstabil lieferte in den rund 70 Minuten eine großartige Show mit vielen wunderbaren und eindrucksvollen Songs.

Nach einem langen Tag war es dann um 22:45 Uhr auch Zeit fĂŒr den letzten Auftritt auf der großen BĂŒhne: Peter Heppner war am Samstag Headliner. Bekannt wurde er mit der Dark Wave Band Wolfsheim, die in den 90ern viele Clubhits hatte. So mancher Fan kann sich noch an The Sparrows and the Nightingales erinnern. Seit 2005 ist Peter Heppner solo unterwegs. Seitdem erschienen 2 Alben, zuletzt My Heart of Stone (2012). NatĂŒrlich wollte sich diesen Auftritt niemand entgehen lassen. Dicht gedrĂ€ngt standen Besucher von der ersten bis zur letzten Reihe. Peter Heppner prĂ€sentierte hauptsĂ€chlich Songs aus seiner Solokarriere. Titel wie I Won’t Give Up und Alleinsein waren gefĂŒhlvoll und leicht einprĂ€gsam. Aber auch Wolfsheim-Klassiker wie Once in a Lifetime und Kein ZurĂŒck durften an diesem Abend nicht fehlen. Nach knapp 90 Minuten verabschiedeten sich Peter Heppner und seine Band mit Whenever I Miss You vom hingerissenen Publikum. Das gelungene Konzert war ein grandioser Abschluss des 2. Festivaltages.

Bildergalerie: NCN Festival Tag 2 (06.09.2014)

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Sonntag, 07.09.2014

Bereits um 11:30 Uhr startete der Sonntag mit dem deutschen Solo-Projekt Moon.74 auf der großen BĂŒhne. Dominic Hein grĂŒndete das Projekt 2007. Im Mai 2010 war Moon.74 als Support mit De/Vision auf Tour, im Oktober des gleichen Jahres erschien dann das erste Album Newborn. Das 2. Album How I Feel erschien 2013. Die Musik von Moon.74 ist vielschichtig und eingĂ€ngig. Viele GĂ€ste machten es sich auf den BĂ€nken gemĂŒtlich. Moon.74 prĂ€sentierte in den 30 zur VerfĂŒgung stehenden Minuten feinsten und abwechslungsreichen Synthiepop. FĂŒr die Fans der sanfteren elektronischen Musik ein erfolgreicher Beginn des 3. Festivaltages.

Jetzt folgte die Oldenburger Rock-Band DoNotDream. Seit ihrer BandgrĂŒndung 2001 sind 4 Alben erschienen, zuletzt Eiszeit (2013). Zu frĂŒher Stunde prĂ€sentierte DoNotDream gleich eine schweißtreibende Show. DoNotDream kombinieren in ihrer Musik orchestrale Arrangements und elektronische Elemente. Die Abwechslung von mĂ€nnlichen und weiblichen Gesang sorgt fĂŒr weitere Vielfalt. So konnten DoNotDream mit ihrer Show viele Besucher vor die BĂŒhne locken.

Die Elektro-Band The Saint Paul wurde vor 4 Jahren gegrĂŒndet. Die beiden Bandmitglieder Marc und Paul haben jedoch schon einschlĂ€gige Erfahrungen bei anderen Projekten gemacht. Im April 2013 erschien das erste Album Consequence. The Saint Paul kombinieren dunkle elektronische KlĂ€nge mit EBM und Synthipop. Einige wenige Fans beobachteten den Auftritt von den SitzplĂ€tzen aus. Trotz tanzbarer Musik war das Publikum hier eher zurĂŒckhaltend und gelassen.

Wieder rockiger ging es gegen 13:00 Uhr auf der kleinen BĂŒhne weiter. Still Patient? existiert bereits seit 1988. Nach mehrjĂ€hriger Schaffenspause meldete sich die Band 2012 zurĂŒck. DĂŒstere Melodien und elektronische Strukturen kennzeichnen den Sound der Gothic-Rock-Band. Der 80er-Sound war unverkennbar und kam bei vielen Fans gut an. Der Platz vor der kleinen BĂŒhne war nun gut gefĂŒllt.

Die Dark-Wave-Band In Mitra Medusa Inri hatte nun ihren Auftritt auf der großen BĂŒhne. Das Projekt stammt aus Mönchengladbach und wurde bereits Anfang der 90er Jahre gegrĂŒndet. Musikalisch werden elektronische KlĂ€nge und Gitarrenriffs miteinander verbunden. In diesem Jahr erschien das aktuelle Album Lucid. SĂ€nger Holger trat mit weißem Brokatmantel und Zylinder auf die BĂŒhne. Die Band wurde vom Publikum Ă€ußerst gespannt und positiv angenommen. Zahlreiche Besucher machten es sich auf den BĂ€nken bequem. In Mitra Medusa Inri nahmen die Fans auf eine unterhaltsame musikalische Zeitreise in die frĂŒhen 90er Jahre mit.

Um 14:20 Uhr folgte die Elektro-Band Chrom auf der kleinen BĂŒhne. Die Band liefert durchgĂ€ngig melodische und tanzbare Titel. 2 Alben sind seit ihrer GrĂŒndung 2007 erschienen, zuletzt Synthetic Movement (2012). Freunde des Elektro-Genres bekamen bei Chrom eine ordentliche Mischung aus satten Beats und durchdringenden BĂ€ssen. So einige Fans wollten sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen und tanzten begeistert bei schönem SpĂ€tsommerwetter.

Viele Fans warteten jetzt schon dicht gedrĂ€ngt vor der großen BĂŒhne auf die Berliner Formation Ost+Front. Die Metal-Band existiert seit 2008 und hatte 2011 ihren ersten Live-Auftritt ohne vorherige Veröffentlichung. GrĂŒndungsmitglied Patrick Lange ist seitdem unter dem Pseudonym Hermann Ostfront unterwegs. Im August erschien das DebĂŒtalbum Ave Maria. Musikalisch kann man die Band ins Genre Neue Deutsche HĂ€rte einordnen. Ein Mix aus harten GitarrenklĂ€ngen mit elektronischer Musik und aggressiven deutschen Texten kennzeichnen den Stil von Ost+Front. Auch in ihrer Show provozieren Ost+Front. Stark geschminkt, mit Masken, abgenutzten MĂ€nteln oder einer alten NVA-Uniform traten die Musiker auf die BĂŒhne. Das Publikum drĂ€ngte nun immer mehr an die BĂŒhne und rockte zu den heftigen Songs von Ost+Front.

Einigen Besuchern dĂŒrfte Syntec noch ein Begriff. Titel wie Puppets und Angel Angel etablierten sich vor rund 20 Jahren schnell zu Clubhits. 2 Alben sind damals erschienen. Live waren Syntec schon lange nicht mehr zu sehen. In Leipzig war der letzte Auftritt 1995. Nach langer kreativer Pause meldet sich das Synthie-Pop-Duo nun zurĂŒck. Ein neues Album ist schon fast fertiggestellt und wird in KĂŒrze erscheinen. Im roten Anzug betrat SĂ€nger Tobias Hartwig die BĂŒhne. Obwohl es zwischenzeitlich wieder einen heftigen Regenschauer gab, ließen sich viele Fans die Gelegenheit nicht entgehen, Syntec nach so langer Zeit mal wieder live zu erleben. Neben den bekannten Titeln spielten Syntec auch einige brandneue, noch unveröffentlichte Songs.

Gegen 17:30 Uhr hatte jetzt Joachim Witt seinen Auftritt auf der großen BĂŒhne. Bekannt – wenn nicht sogar schon berĂŒhmt – wurde er mit dem Hit Der goldene Reiter. 1998 konnte er mit Die Flut ebenfalls einen beachtlichen Erfolg feiern. Dieses Jahr erschien sein 14. Studioalbum Neumond. Stilistisch gab es im Laufe der Jahre immer wieder einige Wandel. Der Regen hatte sich verzogen und eine beachtliche Menge von Besuchern versammelte sich nun vor der großen BĂŒhne. Joachim Witt fesselte das Publikum mit vielen eindrucksvollen Songs aus seinen verschiedenen Schaffensperioden und auch seine eigenwilligen humoristischen Einlagen zwischen den Titeln kamen gut bei den GĂ€sten an

Das diesjĂ€hrige NCN neigte sich langsam dem Ende entgegen. Das niederlĂ€ndische Elektro-Projekt Grendel hatte um 18:55 Uhr die letzte Show auf der kleinen BĂŒhne. Grendel existiert seit 1997 und veröffentlichte 2012 das 4. Studioalbum Timewave Zero. Die Titel von Grendel sind gekennzeichnet durch hĂ€mmernden EBM-Sound und dĂŒstere Samples. Freunde des hĂ€rteren Elektro konnten nun noch einmal richtig loslegen. Begeistert tanzten sie zur clubtauglichen Musik von Grendel.

Um 20:15 Uhr folgte mit Apoptygma Berzerk der krönende Abschluss des 9. NCN Festivals. Die norwegische Elektro-Band existiert seit 1989 und konnte bereits in der ersten HĂ€lfte der 90er Jahre einige Clubhits verzeichnen. Stilistisch haben Apoptygma Berzerk auch schon so einiges ausprobiert. Von Synth-Rock ĂŒber Future Pop bietet der Sound der Norweger ein abwechslungsreiches Spektrum. Nach langer Pause gab es 2013 mit der EP Major Tom wieder eine Veröffentlichung. Von vielen Besuchern wurde Apoptygma Berzerk schon sehnsĂŒchtig erwartet, lange vor dem Start waren die BĂ€nke voll besetzt und zu Beginn des Auftritts gab es keinen freien Platz mehr. In Nebel gehĂŒllt startete die Show mit Unicorn. Einige Fans wedelten mit kleinen Flaggen, andere jubelten und winkten. Apoptygma Berzerk ĂŒberzeugten in ihrer rund 75-minĂŒtigen Show mit fesselnden Songs und OhrwĂŒrmern. Titel wie Eclipse, Deep Red und Non-Stop Violence durften hier natĂŒrlich nicht fehlen.

Die neunte Nocturnal Culture Night war erneut ein Festival der besonderen Art. Fernab von den ĂŒblichen großen Festivals bot das NCN seinen ganz eigenen Charme. Klein, fein und familienfreundlich. So das Motto, dass sich immer wieder bewĂ€hrt hat. Wer das Festival ĂŒber Jahre beobachtet hat, kann eine kontinuierliche Entwicklung feststellen. BĂŒhne, Beleuchtung, Infrastruktur und Rahmenprogramm wurden immer weiter ĂŒberarbeitet und erweitert. Lediglich die Parkplatzsituation war dieses Jahr aufgrund zunehmender Besucherzahlen etwas chaotisch. Hier hat der Veranstalter jedoch fĂŒr nĂ€chstes Jahr eine Verbesserung versprochen.

Die zehnte Nocturnal Culture Night findet vom 04. bis 06.09.2015 statt. Tickets können bereits bestellt werden unter: http://www.nocturnal-culture-night.de/

Bildergalerie: NCN Festival Tag 3 (07.09.2014)

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Fotos: Thomas Bunge

Geschrieben von
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