PORTA NIGRA FESTIVAL 2014 – B- Aarschot, JC De Klinker (31.05.2014)

PORTA NIGRA FESTIVAL 2014 - B- Aarschot, JC De Klinker (31.05.2014)
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Das Team um Porta Nigra lockte wieder mit einem grandiosen Line-up, dass sich Freunde des Dark Ambient und der düsteren Industrial Sounds keinesfalls entgehen lassen durften.

Und so wartet bei Ankunft bereits eine kleine Gruppe vor dem De Klinker, in Belgien, einer gern gebuchten Location für diesen Event. Die gewohnte Pünktlichkeit des Festivals funktionierte dieses Mal allerdings leider nicht so ganz. Der Einlass, ursprünglich für 16:00 Uhr vorgesehen, verzögert sich um eine knappe halbe Stunde. Doch kaum in der kleinen Halle angekommen, wird auch schon die Nebelmaschine angeworfen, dichter Qualm, der uns den Abend durch begleiten wird, macht sich breit.

So lässt Tzolk’in auch nicht lange auf sich warten und betritt die Bühne. Es präsentiert sich ein Kooperationsprojekt zwischen Empusae und Flint Glass, welche in den Bereichen Dark Ambient, zeitgenössische Musik und rituelle experimentelle elektronische Musik angesiedelt ist. Das Projekt ist inspiriert von der Maya-Mythologie und dem antiken Maya-astrologischen Kalender, welcher den gleichen Namen trägt.PORTA NIGRA FESTIVAL 2014 - B- Aarschot, JC De Klinker (31.05.2014) So eröffnen Gwenn Tremorin und Nicolas van Meirhaegh mit majestätischen und epischen Klägen, kriegerisch, mit einem Gefühl der Tragödie, das Porta Nigra Festival. Das Publikum taucht in andere Welten ab und lauscht, stimmungsvoll wiegend, den düsteren Klanglandschaften.

Nach einer kurzen Umbauphase bezieht Lamia Vox ihren Platz auf der Bühne, eine Frau in einer von Männern dominierten Szene. Nach ihrem vielversprechenden Debüt Introductio im Jahr 2010, kam dann Sigillum Diaboli im Jahr 2013, um ihre Position unter den Musikern der neuen Generation des Dark Ambient zu etablieren. Musik die inspiriert ist, von der Darstellung des Teufels als treibende Kraft für die persönliche Transformation und Evolution, Vorstellungen über das Selbst, sowie Realität und dem Kampf zwischen Gut und Böse. Umhüllt von Nebel, lässt sich die Videodarbietung in Form von Bildern nur schemenhaft wahrnehmen. Nichts desto trotz zieht Lamia Vox die Anwesenden in ihren Bann, es herrscht Gänsehautstimmung. Ein gelungener Auftritt, auch wenn die Videopräsentation interessanter war als das sonstige Geschehen auf der Bühne, was jedoch nicht unüblich in diesem Genre ist.

Im absolutem Gegensatz folgt nun die französische Band Soror Dolorosa mit Hervé Carles, (Bass Guitar) Frank Ligabue (Drums), Andy Julia (Vocals) und Nicolas Mons (Guitars). Mit glasklaren Sound zwischen Dark- / Cold Wave und Gothic Rock in der Tradition von Fields of the Nephilim, PORTA NIGRA FESTIVAL 2014 - B- Aarschot, JC De Klinker (31.05.2014)The Sisiters of Mercy und Bauhaus. Und so wie die Band über die Bühne rockt, so steht auch das Publikum nicht mehr still und die Menge tobt. Sänger Andy Julia hat zwischenzeitlich mit kleinen technischen Problemen zu kämpfen, die er sich aber nicht anmerken lässt und schnell in den Griff bekommt und dann, ganz als wäre nichts gewesen, wieder über die Bühne fegt.

Es wird wieder ruhiger. Triarii, ein Einmann-Musikprojekt aus dem Genre des Martial Industrial, dessen Name sich von den Elitesoldaten der römischen Schlachtordnung, den Triariern, herleitet. Pathetisch-erhabene Musik zu der Christian Erdmann vereinzelt verzerrten Gesang beisteuert. Ein recht organischer Auftritt, der sich jedoch nicht zu verstecken braucht und den anderen Acts des Abends in nichts nachsteht, auch durch seine beeindruckende Videopräsentation von (passenderweise und typisch für dieses Genre) Kriegsszenarien, welche eine Einheit mit den Klängen bilden.


Setlist Triarii:

01. Emperor of the Sun
02. Heldentod
03. Mother of Pain
04. Les extremes ses touchent
05. Iron Fields
06. Roses 4 Rome
07. Ode to the Sun
08. Kameraden
09. W.A.R.
10. Europa
11. Solemn Vigil

Nun darf es dann auch wieder krachiger werden. This Morn’ Omina, eine belgische Band deren Stil als Ritual Trance, Tribal Industrial oder auch als Noise bezeichnet wird. Gründer Mika Goedrijk ist aktiv auch bei anderen Bands wie Pow[d]er Pussy, PORTA NIGRA FESTIVAL 2014 - B- Aarschot, JC De Klinker (31.05.2014)Nebula-H, Andraculoid oder Project Arctic tätig. An diesem Abend aber mit This Morn’ Omina. Dank seiner mitreißenden Performance sind sogar Besucher die eigentlich mit dieser Musik nicht allzu viel anfangen konnten, von der dynamischen Darbietung der Band angetan. Somit gibt es nun in den vorderen Reihen niemanden mehr, der still stehen und sich den Beats der Band entziehen kann. So kam es dann auch zu der „Verführung“ einer Dame aus dem Publikum, durch den Sänger. Natürlich, und von Anhängern der Band herbeigesehnt, darf ihr Lied One-Eyed Man, welches sie sich zum krönenden Abschluss aufgespart haben, nicht fehlen.

Und schon reihen sich vor der Bühne die Fans von The Beauty of Gemina auf und sichern sich somit die besten Plätze, welche sie während der Show auch zu verteidigen wissen. Bereits bei Ankunft innerhalb der Halle waren Hinweise angebracht, denen zu entnehmen war, dass ausschließlich zu dieser Band keine Videoaufzeichnungen gestattet sind, Woran sich jedoch nicht jeder zu halten schien. Die Schweizer kennen ihre Fans und so bieten sie diesen dann auch einiges mit einer gut gefüllten und gemischten Setlist, die das Publikum feiernd annimmt.


Setlist The Beauty of Gemina

01. Run Run Run
02. All Those Days
03. This Time
04. Prophecy
05. Last Night Home
06. The Lonesome Death Of A Goth DJ
07. Rumours
08. Suicide Landscape
09. Dark Rain – Acoustic
10. Mariannah
11. One Step to Heaven
12. One Million Stars

Mit freudigem Applaus betreten als letzte Band des Abends, Ronny Moorings mit seiner ständig wechselnden Belegschaft als Szene-Urgestein Clan of Xymox PORTA NIGRA FESTIVAL 2014 - B- Aarschot, JC De Klinker (31.05.2014)die Bühne. Sie zählten insbesondere in den Achtziger Jahren zu den bedeutendsten Vertretern im Dark-Wave. Der Gründer der Band kümmert sich heute nicht nur um den Gesang, sondern auch um das Beisteuern einer zweiten Gitarre. Die Niederländer wissen trotz ihrer immensen Diskographie eine stimmige Setlist zu präsentieren, mit dem unter anderem live unerlässlichen Titel Louise. Das Publikum im De Klinker weiß dies natürlich zu schätzen und dankt der Band mit grandioser Stimmung und rhythmisch wogenden Bewegungen. Somit lassen es sich Ronny Moorings und Anhang auch nicht nehmen, nach einer kurzen Verweildauer abseits der Bühne für eine längere Zugabe wiederzukehren.
Auffallend ist aber, dass er einige Texte mehr oder weniger von Blättern, welche unter seinem Mikroständer klemmen, ablesen muss. Stimmungseinbrüche verursacht dies jedoch nicht.

So können die Besucher am Ende auf einen rundum gelungenen Abend mit hochkarätigen Bands und Performances zurückblicken und zufrieden die Heimreise antreten.

Setlist Clan of Xymox
01. I Close My Eyes
02. She´s Falling in Love
03. The Climate Changes
04. Love´s On Diet
05. Love Got Lost
06. In Love We Trust
07. Hail Mary
08. Emily
09. Muscoviet Mosq
10. Lousie
11. Jasmine And Rose
12. Farewell
13. A Day
14. This World (Z)
15. Venus (Z)
16. Heroes (Z)
17. Delete (Z)
18. She Didn´t Answer (Z)
19. Back Door (Z)
20. Obsession (Z)

Wir haben für euch eine Bildergalerie zum Festival zusammengestellt, die ihr hier oder durch Anklicken der Bilder erreichen könnt:

Bildergalerie: PORTA NIGRA 2014 in Aarschot (31.05.2014)

Fotos: Miriam Neiken

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