DIE KRUPPS – The Machinists of Joy

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9 Bewertung

9

Die Krupps – The Machinists of Joy?

Die D├╝sseldorfer Punk-Urgesteine DIE KRUPPS legen endlich wieder ein neues Album vor und das Ergebnis kann sich mehr als H├Âren lassen. Bereits die Tracks Risikofaktor und Industrie-M├Ądchen k├╝ndigten neues Material an und waren wochenlang an der Spitze der DAC-Charts zu Gast. Der Name der neuen CD (in Anlehnung an den Smasher von 1989 Machineries of Joy) ist Programm. Die Scheibe macht gro├čen Spa├č, der Synthesizer ist das Hauptelement der Songs, doch die Gitarre ist stets immer im Gesamtsound integriert, um den n├Âtigen Live Effekt zu erzielen. Als w├Ąren sie nie weg gewesen, zeigen die Jungs, dass sie immer noch glasklaren EBM- und Crossover bringen k├Ânnen, ohne ansatzweise verstaubt zu wirken.?

Ein Blick zur├╝ck nach vorn zeigt bereits als Opener die Marschrichtung an, in die das Album geht. Dr├╝ckende Basslines, verzerrte Gitarren und J├╝rgens druckvolle Vocals lassen die Haare fliegen und die Beine tanzen. Bei Schmutzfaktor kommen die EBM Heads voll auf ihre Kosten, denn die Gitarren werden eher im Hintergrund, dennoch gewinnbringend eingesetzt. Hier regieren Maschinenbeats und dreckige Synthsounds. Bilder von kohleschwarzen Arbeitern in einer Fabrik im Ruhrgebiet kommen einem in den Sinn. Das Stahlofon scheppert, Computerkl├Ąnge stimmen ein. DER Song f├╝r die Doppelschicht eben. Risikofaktor ist ja bereits als einer der ersten neuen Lebenszeichen der Band bekannt und der Track lebt von der Verquickung von Crossover Kl├Ąngen; sprich: Elektronik und Metalgitarre. Nun zum absoluten H├Âhepunkt des Albums, denn Robosapiens ist das beste Beispiel, wie die Jungs eine pathetische, mitrei├čende Melodie mit der typischen Krupps-Attit├╝de zu verbinden verm├Âgen. Wer beim H├Âren nicht drei Schritt vor und drei zur├╝ck tanzt, ist selber Schuld! Der Titeltrack The Machinist of Joy indes startet mit einer fast schon funky zu nennenden Synthsequenz, bevor der langsame Rhythmus der Maschine beginnt und Herr Engler in Englisch und Deutsch singt. Erinnerungen an And One werden wach(Nachtschicht in der Hassfabrik), obwohl wohl anders herum ein Schuh daraus wird. Immer wenn Die Krupps das Tempo drosseln, wird es atmosph├Ąrisch und das gute Songwriting kommt so richtig zur vollen Bl├╝te. Man darf auf keinen Fall vergessen, dass die Band richtige Musiker sind, obwohl sie aus der D├╝sseldorfer ÔÇ×Jeder kann Musik machenÔÇť-Punkszene stammen. Die zweite H├Ąlfte der CD l├Ąsst den H├Ârer ein wenig zu Luft kommen, z.B. bei Eiskalter Engel (der wie ein NDW Song auf Gras wirkt) und Part of the Maschine, der es spielend schafft, gleichzeitig zu unterhalten und zu begl├╝cken. Bei Nocebo werden die Maschinen wieder angeschmissen und lassen uns wehm├╝tig auf das Schichtende schauen, welches durch Im Schatten der Ringe zur Realit├Ąt wird. Doch gottlob gibt es als Zugabe noch zwei Bonustracks, die keineswegs F├╝llmaterial sind, sondern eher kleine Juwelen. Das congeniale Cover von Industriem├Ądchen der Punkgruppe S.Y.P.H. hat es in sich, denn anders als beim Original kreieren hier Tanzbarkeit und H├Ąrte ein wohliges Stelldichein. Als Schlussmarke setzen die Krupps dann Nazis auf Speed, der mit seinem ÔÇ×typisch DeutschÔÇť- Musikvideo ein ironisches Meisterwerk abfackelt.

Fazit: erschreckend frisch wirkendes neues Werk der Crossover-Altmeister aus D├╝sseldorf.

Tracklist:
01. Ein Blick zur├╝ck im Zorn
02. Schmutzfabrik
03. Risikofaktor
04. Robo sapien
05. The machinist of joy

06. Essenbeck
07. Im falschen Land

08. Part of the machine
09. Eiskalter Engel
10. Nocebo
11. Im Schatten der Ringe

12. Bonus: Nazis auf Speed
13. Bonus: Industrie-M├Ądchen

Autor: Frank Stienen

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