THE SOUNDS – Wiesbaden, Kulturzentrum Schlachthof (27.11.2013)

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Am 27. November trat die sympathische Band aus Schweden The Sounds im Kulturzentrum Schlachthof in Wiesbaden im Rahmen ihrer Weekend-Tour auf. Mit dabei hatten sie die ebenfalls aus Schweden stammenden Indierocker Viktor & The Blood, welche die Supportrolle ĂŒbernahmen. Vielen ist der Name noch fremd, denn gegrĂŒndet wurde das Trio um SĂ€nger Victor NorĂ©n (Sugarplum Fairy) erst Mitte/Ende letzten Jahres, auch wenn sie schon seit 2011 die Idee dazu hatten. Und so wurde es auch noch lĂ€ngst nicht voll in der zu groß gewĂ€hlten und zu diesem Zeitpunkt erst zu einem Drittel gefĂŒllten Halle.

Relativ pĂŒnktlich betrat die Vorband die BĂŒhne und fing an, dieser stilsicher mit ihren Songs einzuheizen, was das Publikum allerdings weniger auftaute. Eine Mischung aus Interesse und Abneigung lag den wenigen Besuchern im Gesicht und doch machten Viktor & The Blood alles richtig. Gesanglich fĂŒhlte man sich ziemlich an Mando Diao erinnert, und das hat auch einen klaren Grund. SĂ€nger Victor ist nĂ€mlich der jĂŒngere Bruder von Mando Diao Frontmann Gustaf NorĂ©n, und so klingt es dann auch. Mando Diao in einer etwas hĂ€rteren Form, mit weniger Schnickschnack und Elementen der Band Sugarplum Fairy. Neben Victor sind da noch Samuel Giers, ehemals Schlagzeuger bei Mando Diao, und Jonas Karlsson, ebenfalls Mitglied der Band Sugarplum Fairy. Sie machten zumindest Lust auf mehr und zeigten ihr Potential. Da kann definitiv etwas daraus werden und mit einem Debut-Album im Januar 2014 und einer darauffolgenden Tour mit fĂŒnf Konzerten Ende Februar in Deutschland wĂ€re das ein guter Anfang.

Nach einer raschen Umbauphase war es dann auch endlich soweit und die fĂŒnfköpfige Truppe von The Sounds betrat die BĂŒhne. Dort wurde auch nicht lange gefackelt und unter einleitendem Applaus des Publikums stimmten sie Queen Of Apology an. Vielleicht die beste Wahl die nicht ausverkaufte Halle direkt in Stimmung zu versetzen, denn das ist einer der Songs, die immer funktionieren. Positiv zu erwĂ€hnen ist, dass sie ihre Setlist fĂŒr jedes Konzert ein wenig variieren um den Zuschauern auch etwas Überraschendes zu liefern. Als zweiter Song folgte daraufhin ziemlich zĂŒgig der eher selten gespielte Song With A Mission und anschließend Shake Shake Shake, welches ĂŒbrigens die erste Singleauskopplung ihres fĂŒnften Studioalbums Weekend bildet, das am 8. November in Deutschland erschien.

SĂ€ngerin Maja Ivarsson bedankte sich gleich zu Beginn herzlich bei den Zuschauern und war sichtlich erfreut ĂŒber das dann doch zahlreiche Erscheinen vieler alter, aber auch ganz neuer Gesichter, denn auch trotz der immerhin schon 15 Jahre andauernden Bandkarriere, scheint sie wohl immer noch ĂŒberrascht zu sein, wie treu ihre Fans sein können. Die Stimmung im Schlachthof schien vorerst jedoch noch gedĂ€mpft zu sein, denn selbst als der Anfang des Klassikers Painted By Numbers ertönte, war die Reaktion im Publikum recht bescheiden. Die Situation Ă€nderte sich zum GlĂŒck, als bei No One Sleeps When I’m Awake, dem Vorboten des dritten Albums Crossing The Rubicon, einige Fans in der Mitte durch wildes Pogen das Eis brachen und immer mehr anfingen mitzusingen. Danach hielt sich diese gute Stimmung auch bis zum Schluss.

Stimmungsvoll bildete Outlaw mit einigen weiteren Songs einen Höhepunkt des Abends, der durch mitgebrachtes Konfetti einiger Fans perfekt begleitet wurde, was auch die 34-jĂ€hrige Frontfrau der Band deutlich erkennbar erfreute. Abgerundet wurde der Auftritt auch mit mehreren ruhigen Songs wie Hurt The Ones I Love oder Wish You Were Here. Nach Ego verabschiedeten sich die fĂŒnf dankend von ihrem Publikum, kehrten aber kurze Zeit spĂ€ter noch einmal zurĂŒck, um die Zugaben Tony The Beat und Hope You’re Happy Now zum Besten zu geben.

Wer danach noch nicht genug von der schwedischen Indie-Band mit dem markanten „Faces-Aufdruck“ auf nahezu sĂ€mtlichen Merchandise-Artikeln hatte, konnte sich an einem kleinen Stand mit noch mehr Zubehör eindecken, denn von HandyhĂŒllen bis Vinyls war beinahe alles vertreten.

Zusammenfassend kann man sagen, dass es durchaus nach 15 Jahren Bandgeschichte, 5 veröffentlichten Studioalben, einigen StilĂ€nderungen und unzĂ€hligen Konzertauftritten noch möglich ist, ohne viel Drumherum eine gute Show abzuliefern – Maja, Felix, Johan, Fredrik und Jesper von The Sounds beweisen es.

Setlist The Sounds:
01. Queen Of Apology
02. Song With A Mission
03. Shake Shake Shake
04. Something To Die For
05. Hurt The Ones I Love
06. Painted By Numbers
07. Dorchester Hotel
08. Wish You Were Here
09. Weekend
10. 4 Songs & A Fight
11. No One Sleeps When I’m Awake
12. Take It The Wrong Way
13. Living In America
14. Outlaw
15. Ego
16. Tony The Beat (Z)
17. Hope You’re Happy Now (Z)

The Sounds:

Viktor & The Blood:

Autorinnen: Valeska MĂŒnninghoff & Anna Heinemann
Fotos: André Techert

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