VANS WARPED TOUR NL 2013 – Eindhoven, Klokgebouw (10.11.2013)

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??Es dĂŒrfte kein Geheimnis sein, dass fast jede Musik, jeder Lifestyle, den wir beim Blick ĂŒber den großen Teich entdecken, Ă€ußerst interessant und erstrebenswert auf uns wirkt. Trendy! Sportlich! Und was fĂŒr den einen der trendige Treter, ist fĂŒr den anderen ein angesagter Musikstil. Oder vielleicht beides? Die Vans Warped Tour, die – wie sollte es anders sein, gibt der Name doch bereits den ersten Hinweis – vom US-amerikanischen Sportschuh-Hersteller Vans Jahr fĂŒr Jahr gesponsert wird, fĂ€hrt mit beidem auf: Trends fĂŒr Ohren und den sportlichen Körper. 1995 als Punk- und Extremsport-Festival – natĂŒrlich – mit Wurzeln in den Vereinigten Staaten gegrĂŒndet, steht hier heute der Punkgedanke der Trendsuche hinten an, was aber nichts daran Ă€ndert, dass die Vans Warped Tour noch immer (quasi-)Extreme vereint: laute, vorrangig rockig-metallische Musik bekannter und weniger bekannter Bands mit dem Extrem-Chic beliebter Halfpipe-Sportarten. ?
Bei ihrer Reise ĂŒber den Globus macht die Vans Warped Tour nach 13-jĂ€hriger Europa-Abstinenz auch in unserer Gegend halt und beschert uns unter anderem einen Deutschland-Termin in Berlin am 09.11.13 und einen Gig am darauffolgenden Tag im niederlĂ€ndischen Eindhoven, der mit Gewissheit nicht nur fĂŒr die NiederlĂ€nder interessant ist. Die diesjĂ€hrige Agenda hĂ€lt einige namhafte KĂŒnstler bereit, darunter Billy Talent, Enter Shikari, Parkway Drive, Yellowcard, Sublime with Rome oder Crossfaith und wartet somit sowohl mit szenigen Urgesteinen als auch mit dem bekannten „frischen Wind“ auf. ??

Noch um kurz nach 14 Uhr und somit mehr als 3 Stunden nach dem offiziellen Einlass sieht man einige hunderte Meter lange Menschen-Schlangen, die sich in der an diesem Tag fast schon eisigen NovemberkĂ€lte um die Festival-LokalitĂ€t Klokgebouw in Eindhoven ringen. Bei einem geschĂ€tzten Durchschnittsalter von maximal 25 Jahren wird hier schnell deutlich, an wen sich die Vans Warped Tour heute eigentlich richtet. Nicht an die Punk-Liebhaber von gestern – zumindest nicht ausschließlich- , sondern viel mehr an eine junge, aufstrebende Generation, der man heute nicht mehr zwangslĂ€ufig ansieht, dass sie auf Metalcore und Punkrock steht.
?Im Klokgebouw ist die Party wĂ€hrenddessen bereits in vollem Gange. Mit drei BĂŒhnen, darunter zwei große, die Monster Energy North Stage und South Stage, sowie einer etwas kleineren, Kevin Says Stage, einer Halfpipe, die vor allem von Skateboardern befahren wird sowie zahlreichen Merchandise- und Verzehr-StĂ€nden, ist man hier heute bestens gerĂŒstet. Die Stimmung in der verwinkelten LokalitĂ€t ist so gut wie sie selten auf einem eintĂ€gigen Festival ist und steckt jeden an, der sich noch nicht ganz warm gerockt hat. Faszinierend ist auch die immer wieder aufflammende Fan-Dynamik bei den diversen Auftritten. ?
Bereits am frĂŒhen Nachmittag erreicht man mit den Japanern von Crossfaith den ersten von vielen Höhepunkten. „Welcome to desire! We are the f***ing future!“ tönt es an unsere Ohren und sofort springen nicht nur die Herren auf der BĂŒhne wild in die Höhe, sondern auch die Fans stiften unaufgefordert zahlreiche Circle-Pits zu ihren LieblingsstĂŒcken der Metalcore-Band an. Nicht weniger stimmungs- und energievoll legen die Texaner von Memphis May Fire nach, ehe bereits um 16 Uhr mit Billy Talent einer der Headliner der Vans Warped Tour auf dem Plan steht. Ob Devil In A Midnight Mass, The Suffering, Fallen Leaves oder Red Flag… nicht nur die begnadeten Herren aus Kanada gehen bei ihren mitreißenden Tönen ordentlich ab, sondern auch die Fans springen immer wieder, reißen die HĂ€nde in die Höhe und beweisen absolute Textsicherheit. Genial! ?
Ein Highlight jagt hier das nĂ€chste und so ist es nicht nur bei We Came As Romans wieder brechend voll vor der Monster Energy North Stage, sondern auch die quirlig-verrĂŒckte Truppe von Enter Shikari (die mit Yellowcard die Spielposition tauschen) darf sich ĂŒber ein volles Haus freuen. Unfassbar, wie viel Dynamik Fronter Roughton Reynolds und seine Jungs auf und nahe der BĂŒhne versprĂŒhen. Hier wird einfach nicht still gestanden, sondern abgegangen, was das Zeug hĂ€lt. Eine wirklich hyperaktive, belebende und leicht verrĂŒckte Show, die fĂŒr einige Hingucker sorgt!?
Auch wenn es wĂ€hrenddessen bei Acts wie Escape The Fate oder Like Moth To Flames etwas leerer ist, lockert sich die rĂ€umliche Verteilung der Fans nach dem Auftritt von Enter Shikari wieder etwas, so dass diese Bands nicht zwangslĂ€ufig im Schatten der wilden Bande aus SĂŒdengland bleiben. Rappelvoll wird es ebenfalls bei Yellowcard, die nach einer Planumstellung und einer weiteren kleinen zeitlichen Verzögerung endlich zum Zuge kommen. Mit Gitarren, Drums und Violine klingen die Jungs aus Jacksonville, Florida zwar wesentlich poppiger als alles, was wir heute bisher vernehmen durften, doch das macht den hier Anwesenden sichtlich wenig aus. Hier sitzt jeder Ton, nicht nur auf der BĂŒhne, sondern auch in der Menge singt man aus dem Effeff beliebte Songs aus vollem Halse mit und feiert so ausgelassen und unbeschwert wie den ganzen Tag schon. ?
Langsam aber sicher nĂ€hern wir uns dem Ende der sagenhaften Vans Warped Tour, doch bevor alles vorbei sein soll, bekommen wir noch einmal richtiges Kontrastprogramm geliefert. Da hĂ€tten wir auf der kleineren BĂŒhne poppigen Punk mit The Wonder Years, Metalcore mit Parkway Drive sowie fast schon nostalgischen Punk/Ska/Reggae mit Sublime with Rome auf den beiden grĂ¶ĂŸeren BĂŒhnen. ?Am auffĂ€lligsten an dieser Auswahl sind wohl Sublime with Rome, die nach ihrer langen BĂŒhnenabstinzenz infolge tragischer UmstĂ€nde nun seit vier Jahren mit neuer Spitze, namens Rome Raminez aufwarten. Und auch wenn das anwesende Publikum recht ĂŒberschaubar ist, genießen gerade die eingefleischten Fans jeden Ton, der hier und heute von der BĂŒhne klingt. FĂŒr manche sicher lahm, fĂŒr Fans absolut top!?
Sicherer ist man sich da mit Parkway Drive, die nicht lange brauchen, um das Fass nochmals zum Überlaufen zu bekommen. Noch einmal schöpft man aus dem Vollen, sammelt die letzte Energie, die von diesem schweißtreibenden Tag noch ĂŒbrig geblieben ist und gibt noch ein letztes Mal alles. Die australische Metalcore-Combo zeigt sich sympathisch und energisch und ist nicht ganz unschuldig daran, dass die Circle-Pits und JubelstĂŒrme kein Ende nehmen. Laut, krachig, gut! Ein wunderbares Ende eines sagenhaften Events, auf das wir EuropĂ€er uns im nĂ€chsten Jahr erneut freuen dĂŒrfen.????

Wir haben fĂŒr euch eine Bildergalerie zum Festival zusammengestellt, die ihr hier oder durch Anklicken der Bilder erreichen könnt:

Bildergalerie: VANS WARPED TOUR NL 2013

Autorin: Tanja Pannwitz
Fotos: Michael Gamon

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