SUMMER DARKNESS FESTIVAL 2013 Tag 2 – NL- Utrecht (27.07.2013)

Geschätzte Lesezeit: 5 Minute(n)

Der zweite Tag des Summer Darkness beginnt mit einer massiven Regendusche und Gewitter. Wir nutzen den Unterschlupf am Pandhof, direkt hinter der Domkirche, wo eine Reihe von Verkaufsst├Ąnden f├╝r Merchandise, CDs und Co aufgebaut sind. Hier sind vor allem Sammler unterwegs und sie sind heute zumeist gut gekleidet und haben ├╝berhaupt kein Problem damit, wenn Leute sie dabei fotografieren. Viele Besucher nutzen j├Ąhrlich am Domplatz diese Chance des Flanierens und ÔÇ×Sehen und Gesehen WerdensÔÇť.

Kaum ist der Sturm vorbei, wird es auch schnell wieder warm. Wir treffen uns noch mit Freunden, genie├čen einen Drink und lauschen Amma, einer Folk-Band aus Utrecht, die am Domsquare spielt und ein netter Warm-up f├╝r den Rest des Tages ist.

Wir werden uns heute vor allem wieder im Tivoli De Helling aufhalten. Die erste Band die wir dort sehen sind XP8. Diese italienische Band macht Synthpop / Electro-Musik und klingt dabei leider oft wie viele andere elektronische Acts. Ich w├╝rde mir w├╝nschen, dass einige Bands mehr Mut zu Innovationen beweisen w├╝rden. Aber immerhin ist das Publikum zahlreich erschienen und ihnen scheint es zu gefallen.

Als n├Ąchstes stehen Grausame T├Âchter auf dem Programm und was sie da auf der B├╝hne machen, ist schon etwas ganz Spezielles. Ihre Musik wird von einer extravaganten Show unterst├╝tzt und sie ziehen damit alle Aufmerksamkeit voll auf sich. Man merkt sofort, dass die Niederlande ein offenes Land sind und daher sind sogar einige Jugendliche zugelassen, allerdings nat├╝rlich in Begleitung eines Erwachsenen. Auch wenn es hier nackte K├Ârper zu sehen gibt, wirkt das nicht unbedingt obsz├Ân oder gar inakzeptabel. Auch S├Ąngerin Aranea Peel zeigt sich uns nur wenig verh├╝llt. Ihr K├Ârper ist schwarz bemalt, das Gesicht ist wei├č, was besonders ihre Augen und ihren Ausdruck betont. Ihre Gesichtsausdr├╝cke sind fantastisch und lassen uns an Nina Hagen denken. Den Bassisten hatten wir hingegen gestern schon bei Pre/Verse gesehen. Die Musik der Grausamen T├Âchter f├Ąllt in die Dark Electro-Punk Sparte, angereichert mit einem geh├Ârigen Schuss Cabaret. Einige Lieder die sie spielten waren: Rosen f├╝r dich, Therapie, F├╝r Dich und Ich Darf Das. Nat├╝rlich darf sie dasÔÇŽ


Frozen Plasma
ist ein weiterer Elektroact mit klassischem Futurepop. Die Musik ist sehr melodisch und dass S├Ąnger Mark Felix auch Mitglied bei Diorama ist, h├Ârt man zum Gl├╝ck f├╝r uns deutlich. Es ist noch immer hei├č und so genie├čt Keyboarder Vasi zwischendurch die k├╝hle Brise eines von der
Stagecrew aufgestellten Ventilators. Auch wenn die meisten Lieder der heute gespielten Songs schon etwas ├Ąlteren Datums sind, spickt Felix das ein oder andere Mal auf sein Textsheet, vor allem nat├╝rlich beim neuen und erst zum zweiten Mal performten Song Herz. Zum Repertoire geh├Âren heute aber auch Earthling, Hypocrite, Irony oder Tanz die Revolution

Wenig Zeit zur Vorbereitung gibt es danach f├╝r She Passed Away, denn die Band erreichte erst knapp 10 Minuten vor dem Auftritt die Location. Mangels richtigen Soundchecks und wegen der zwangsl├Ąufigen Hektik kommt es dann leider w├Ąhrend des Gigs zu ein paar technischen Problemen. Dennoch sind wir angenehm ├╝berrascht von diesen beiden Jungs, die hier t├╝rkischen Post Punk / Darkwave zum Besten geben. Es scheint als w├Ąren die Achtziger Jahre zur├╝ckgekehrt. Beide spielen Gitarre und die Stimme des S├Ąngers erinnert an The Cure Mastermind Robert Smith. Zwar wirken sie auf der B├╝hne noch etwas unbeholfen, aber keine Sorge, das ├Ąndert sich nach 30 Jahren, fragt Robert Smith.

Setlist She Past Away:
01. Ritual
02. Ruh
03. Belirdi Gece (Musallat)
04. Kasvetli Kutlama
05. Monoton
06. Insanlan
07. Sanri
08. Asimilasyon
09. Neu
10. Bozbulanik
11. A Day (Clan Of Xymox Cover)

Wir nehmen schnell ein Taxi und fahren damit zum Tivoli Oude Gracht, wo Welle: Erdball ihr Publikum nun unterhalten wollen. Die Show beginnt hinter einigen Bildschirmen, so dass zun├Ąchst nur Silhouetten zu sehen sind. Die Show ist gewohnt gut anzusehen, die Musik nicht mehr wirklich innovativ, aber who cares! Nach der Ank├╝ndigung, dass Fr├Ąulein Plastique Welle:Erdball verl├Ąsst, haben sie nun einen Ersatz dabei. Sie hatte wohl nur eine maximale Vorbereitungszeit von einem halben Tag und dementsprechend sitzt nat├╝rlich noch nicht alles, ist noch nicht hundertprozentig synchron etc, aber f├╝r das erste Mal macht sie einen fantastischen Job! Zu h├Âren gibt es derweil Klassiker wie Wir Wollen Keine Menschen Sein, Monoton + Minimal, 23 oder Arbeit Adelt. Ganz wie die Band leiden auch wir unter der gro├čen Hitze und m├╝ssen nach drau├čen an die frische Luft, aber nat├╝rlich erst nach der Show.

Headliner und letzte Band des Tages sind Covenant. Sie waren schon vor 4 Jahren auf dieser B├╝hne, bei der Summer Darkness Edition 2009. Dieses Jahr gibt es einige etwas langsamere, daf├╝r nachhaltigere Songs zu h├Âren. In K├╝rze erscheint ihr neues Album Leaving Babylon und daraus gibt es heute bereits nach dem Er├Âffnungstrack Ritual Noise den Song Prime Movers zu h├Âren. Er wurde eine Woche zuvor erstmals beim Call The Ship To Port-Event in K├Âln gespielt und kam dort schon sehr gut beim Publikum an. Jetzt hei├čt es also niederl├Ąndische Premiere und was soll man sagen, es ist ein voller Erfolg und Frontmann Eskil genie├čt den f├Ąlligen Applaus. Lasst das neue Album kommen!

Es gibt aber nat├╝rlich auch viele bekannte und beliebte Songs wie Edge Of Dawn, We Stand Alone oder Call The Ships To Port zu h├Âren, die Uptempo-Nummer Dead Stars hat man sich hingegen f├╝r die Zugaben aufgespart. Eine gute Wahl und nach diesem Energietrack -und angesichts der Hitze im Inneren des Tivoli- ist nun jeder ordentlich durchgeweicht und ben├Âtigt eine Abk├╝hlung an der frischen Luft.

Setlist Covenant:
01. Ritual Noise
02. Prime Movers (neu)
03. Tour de Force
04. Edge of Dawn
05. Theremin
06. Kairos
07. The beauty and the grace
08. Journy of my domain
09. Get on
10. Figurehead
11. We stand Alone
12. Stalker
13. Last Dance
14. Call the ships to port
15. Lightbringer (Z)
16. Dead Stars (Z)

Doch bald schon hei├čt es wieder reingehen, denn der Tag endet genauso, wie er begonnen hat: Ein schweres Gewitter zieht nun ├╝ber Utrecht und so verbleiben alle noch ein bisschen im Tivoli, was nat├╝rlich auch vom DJ gerne gesehen wird. Wir warten eine knappe Stunde und tanzen in der Zwischenzeit, als habe unsere letzte Stunde geschlagen. Der Regengott zeigt derweil keine Gnade und so beschlie├čen wir sp├Ąter zur├╝ck ins Hotel zu gehen und die Klimaanlage auf Hochtouren zu bringen. Tag 2 war ein voller Erfolg und wir bereiten uns nun auf Tag 3 vor.

Wir haben f├╝r euch schon einmal eine Galerie mit Bildern des zweiten Tages zusammengestellt, die ihr hier oder durch Anklicken der Bilder erreichen k├Ânnt:

Galerie Summer Darkness Tag 2 (Samstag, den 27.07.2013)

Bericht und Fotos des dritten Tages folgen in K├╝rze!

Autorin: Monique Rijksen
Fotos: Roger op den Camp

Zur├╝ck zum Artikel
Galerie Summer Darkness Tag 2 (Samstag, den 27.07.2013)

Weitere Fotos des Events gibt es hier

Geschrieben von
Mehr von Sparklingphotos.de

TORUL & EGOAMP – Oberhausen, Kulttempel (11.10.2015)

EGOamp wurde von Asmodi Caligari und Cesare Insomnia gegr├╝ndet. Das Projekt wird...
Weiterlesen