SPORTFREUNDE STILLER – K├Âln, E-Werk (30.05.2013)

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Es sind ein paar rare Sonnenstrahlen am 30.05.2013, die auf den Vorplatz des K├Âlner E-Werks strahlen und somit die Sicht auf viele l├Ąchelnde Gesichter der verschiedensten Leute klarer erscheinen lassen. Sie alle haben gemeinsam, noch eine Karte f├╝r die Sportfreunde Stiller bekommen zu haben und somit das Gl├╝ck diese Band an diesem Tag in der ausverkauften Halle in K├Âln-M├╝lheim erleben zu k├Ânnen. Die deutsche Indie-Rock Band aus Germering bei M├╝nchen besteht aus dem S├Ąnger und Gitarristen Peter Brugger, dem Schlagzeuger Florian Weber und dem Bassisten R├╝diger Linhof. Die Band besteht seit 1996 und sind sp├Ątestens seit ihrem Kult-Hit `54, `74, `90, 2006 zur WM 2006 deutschlandweit bekannt. Auch wenn in ihrem Genre das W├Ârtchen Indie vorhanden ist, kann man sagen, dass die Sportfreunde ehrlich straighten Rock spielen und somit beweisen, dass gute Musik keinerlei Schn├Ârkel ben├Âtigt und sich nicht st├Ąndig neu erfinden muss.

Als Show-Auftakt waren Fiva & Das Phantom Orchester angedacht, um die Menge in Stimmung zu bringen. Zun├Ąchst aber betrat lediglich das Phantom Orchester die B├╝hne, welches nach einem kr├Ąftigen musikalischen Prolog die Rapperin Fiva ank├╝ndigte. Nachdem sie die B├╝hne betrat und sehr freundlich vom K├Âlner Publikum empfangen wurde, begann sie sofort mit dem Rap-part des ersten Liedes Der richtige Moment. Und genau darin lag das Problem vieler Konzertbesucher, denn sie haben sicherlich keinen Rap-Akt als Vorband einer Indie-Rock Band erwartet, was zugegebener Ma├čen auch un├╝blich ist. Doch dieses scheinbare Paradoxon wurde direkt nach dem ersten Lied von der M├╝nchner Rapperin Fiva pers├Ânlich aufgel├Âst. Sie berichtete, dass R├╝diger Linhof ihr aktuelles Album produziert hat und sie deshalb mit auf seine Tour genommen hat. Kennengelernt haben sie sich nach einem Interview der beiden, da Fiva nebenbei auch noch als Fernsehmoderatorin bei ZDF-Kultur t├Ątig ist. Diese Offenheit kam beim Publikum gut an, sodass es sich auch der Musik dieser Gruppe gegen├╝ber mehr ├Âffnete und darauf einlie├č. Fiva hatte auf der B├╝hne allem Anschein nach viel Freude, bezog die Menge mit ein und verbreitete somit rundum gute Laune. Selbst nachdem das technische Equipment streikte und den Beat zum Song Goldfisch nicht wiedergeben wollte, scherzte sie auf der B├╝hne und verk├╝rzte so auf angenehme Weise die Wartezeit. Zwischen den Liedern gab es zu den Beats Get Down und Rock on noch zwei waschechte Hip-Hop Freestyles, in denen sie zum Beispiel ├╝ber den Technik-Fauxpas rappte. Fiva bedankte sich sehr oft beim tollen K├Âlner Publikum, welches dies in Form von Applaus bedachte und verabschiedete sich zusammen mit ihrer Band nach dem letzten Song Farben ihrer Setlist von der Menge.

Setlist Fiva & Das Phantom Orchester:
01. Intro
02. Der richtige Moment
03. Leuchtturm
04. Klar kommen
05. Goldfisch
06. Get Down Freestyle
07. Die Stadt geh├Ârt wieder mir
08. Dein L├Ącheln
09. Rock on Freestyle
10. Glotz nicht
11. Farben

Danach wurde sofort mit Hochdruck am B├╝hnenumbau f├╝r die Sportfreunde gearbeitet, um die hei├č erwartete Hauptband an diesem Abend so schnell wie m├Âglich beginnen lassen zu k├Ânnen. Um ca. 21.20 Uhr war es dann soweit, die Band um Frontmann Peter Brugger betrat die B├╝hne des E-Werks und brachte die Menge damit zu tosendem Applaus. Der Opener war mit Hymne auf dich gleichzeitig auch der Opener ihres aktuellen Albums New York, Rio, Rosenheim, was zu einem immer beliebteren Stilmittel auf Clubtouren wird. Weiter ging es mit Ein kleiner Schritt von ihrem 2004 erschienenen Album Burli. Immer unterst├╝tzend wirkten dabei die Lichttechnik und ein gut strukturierter B├╝hnenaufbau. Die B├╝hne war in drei in etwa gleichgro├če Bereiche geteilt, in denen sich jeder der drei K├╝nstler gut bewegen konnte und nicht etwa der Drummer vom S├Ąnger versteckt wird, da er direkt vor ihm steht, was auf anderen Konzerten oft der Fall ist. Die Lichttechnik, die die Sportfreunde mit in ihrem Tourgep├Ąck hatten, war neben den Standardleuchtmitteln drei sehr gro├če Gl├╝hlampen- Rechtecke, welche zu jedem Song individuell programmiert wurden und mehre vorgeschaltete um zwei Achsen gelagerte Scheinwerfer, welche auch je nach Song andere Bewegungen aus├╝bten und die Lichtrechtecke gut erg├Ąnzten. Au├čerdem noch sehr sch├Ân und nicht allzu oft gesehen, wurde eine rote Teppichbahn ├╝ber die gesamte B├╝hnenbreite gelegt, welche die B├╝hnenatmosph├Ąre positiv auflockerte.

Nach dem dritten Song der drei Sportfreunde, konnte es sich Peter Brugger nicht verkneifen auszusprechen wie unfassbar gl├╝cklich ihn doch der gewonnene Champions League Titel der Bayern am vergangenen Samstag macht, nat├╝rlich reagierte das Publikum regional bedingt mit lauten Buh-Rufen. Aber dies schien gewollt und war dadurch auch recht am├╝sant. Nach zwei weiteren Liedern begann Brugger dann eine kleine Anekdote aus dem Leben einer Band zu erz├Ąhlen und zwar wie sehr es eine Band freut, dass nachdem es eine Single-Auskopplung gibt, ein Radiosender wie 1Live diese spielt und dadurch ein paar Leute auf der Stra├če dieses Lied auch noch kennen, es folgte Applaus, Applaus. Nach zwei weiteren sch├Ânen ehrlichen Rock-Songs ihrer aktuellen Platte, machten die drei Jungs auf der B├╝hne Werbung f├╝r das Projekt ÔÇ×Viva con AguaÔÇť. Dabei handelt es sich um eine Organisation, die auf Konzerten und Festivals Pfandbecher einsammelt und f├╝r den gesammelten Wert dann Trinkwasser f├╝r diverse bed├╝rftige Entwicklungsl├Ąnder bereitstellt. Um den Spendendrang zu verst├Ąrken, zog sich Brugger das T-Shirt aus, stellte sich posierend in die B├╝hnenmitte und lud die Menge dazu ein, ihn mit den leeren Pfandbechern zu bewerfen. Was nat├╝rlich einen gro├čen Becherhagel nach sich zog.

Weiter ging es mit Musik und zwar genauer gesagt mit einem ihrer Hits mit dem Titel Siehst du denn das genauso?, eine wundersch├Âne nachdenkliche Ballade, die das Publikum mit einer Menge an Applaus quittierte. Im direkten Anschluss folge ein noch gr├Â├čerer Hit der drei Bayern mit Ein Kompliment, welches ein perfektes Beispiel f├╝r einen Song ist, den man auf einem Konzert interaktiv als Band spielen kann. Denn da dieses Lied wirklich jeder Fan kennt, macht es nat├╝rlich irre viel Spa├č bei einem solchen Song den Chorus von der ca. 2000 personenstarken Menge singen zu lassen. Ein wirklicher G├Ąnsehautmoment! Weiter ging es mit f├╝nf weiteren Songs bis es in die erste Verl├Ąngerung ging. Und ja genau, erste Verl├Ąngerung impliziert, dass es auch eine Zweite gab und somit spielten die Sportfreunde Stiller in den zwei Zugabesets noch einmal insgesamt sieben weitere Lieder. Dabei unter anderem ihr Hit Ich Roque.
So kann man insgesamt sagen, dass sie genau das, was man von ihnen erwartet hat, erf├╝llten und vielleicht noch ein bisschen mehr. Denn sie zeigten eine ehrliche, ungek├╝nstelte Rock-Show, in der man eingeladen wurde, einfach nur ihre Musik genie├čen zu k├Ânnen. Dabei war es zus├Ątzlich erfrischend zu sehen, dass sich die K├╝nstler nicht zu ernst nahmen und sich somit den Fans n├Ąher stellten. Vielen Dank an die Sportfreunde Stiller f├╝r einen sch├Ânen musikalischen Abend, bis zum n├Ąchsten Mal!


Setlist Sportfreunde Stiller:

01. Hymne auf Dich
02. Ein kleiner Schritt

03. Fr├╝hling
04. 7 Tage, 7 N├Ąchte

05. Wieder kein Hit
06. Applaus, Applaus
07. Heimatlied
08. Lederjacke
09. New York, Rio, Rosenheim

10. Siehst du das genauso?
11. Ein Kompliment
12. Wunderbaren Jahren
13. 1. Wahl
14. Alles Roger!
15. Wunder fragen nicht

16. Fast wie von selbst
17. Lass mich nie mehr los (Z)
18. Ich, Roque (Z)
19. Es muss was wunderbares sein (von mir geliebt zu werden) (Z)
20. Auf der guten Seite (Z)
21. Unter Unten! (ZZ)
22. Wellenreiten (ZZ)
23. Wie lange sollen wir noch warten? (ZZ)

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind durch Anklicken der Sprechblase m├Âglich) oder direkt durch Anklicken der Fotos

Sportfreunde Stiller:

Fiva & Das Phantom Orchester:

Autor: Kevin Linka
Fotos: Markus Hillg├Ąrtner

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