WAVE-GOTIK-TREFFEN 2013 Tag 2 – Leipzig (18.05.2013)

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Der zweite Tag des Wave-Gotik-Treffen 2013 begann fĂŒr uns musikalisch in der Kuppelhalle des Volkspalastes und zwar mit dem zunĂ€chst fĂŒr 14 Uhr angesetzten Konzert von Patrick Wolf [GALLERY], welches aber auf Grund von technischen Problemen erst mit knapp 50 Minuten VerspĂ€tung startete. Der leichte Unmut der geduldig wartenden Besucher wurde gleich mit den ersten PianoklĂ€ngen und dem Ertönen der Stimme des Virtuosen im Keim erstickt, denn was Patrick Wolf hier gemeinsam mit seiner Violinistin prĂ€sentierte war einfach nur beeindruckend, beeindruckend schön! Patrick tauschte beizeiten sein Tasteninstrument gegen eine Gitarre, seine Stimme wĂŒrde er aber sicher fĂŒr kein Geld der Welt eintauschen, denn diese ist unbezahlbar. Das gilt besonders in einem solchen architektonischen Rahmen, denn die Kuppelhalle mit ihren leichten Halleffekten passt perfekt zum akustischen Set des Briten. Dieser zeigte sich zunĂ€chst noch etwas reserviert, taute dann aber immer mehr auf und gab die ein oder andere amĂŒsante Anekdote zum Besten. Er wirkte sehr sympathisch und wĂŒrde gerne mehr deutsch sprechen, aber sein Deutsch klingt so „britisch“ 
 und „dĂ€mlich“. DafĂŒr hatte er eigens fĂŒr das WGT ein spezielles Set zusammengestellt, das sich allein um Themen wie Selbstmord und Elend drehen wĂŒrde. Doch auch die allgegenwĂ€rtige Frage eines Schweinebauers, wer wohl nach den Schweinen schaut, wenn er mal nicht mehr ist, ist Thema seiner Songs, von denen besonders Damaris aus einem tollen Set hervorstach. Was fĂŒr ein großartiger Start in den Tag! (MG)

Zeitgleich hatten sich andere bereits im Park nahe der Moritzbastei eingefunden. Nach einem kurzen morgendlichen Regenschauer meinten es die WGT-Götter doch noch gut – vor allem mit den hier nun ansĂ€ssigen Steampunkern [GALLERY Besucherfotos]. Denn kaum kam die Sonne zum Vorschein, landeten diese ihre Zeppeline neben der Moritzbastei im Park und ließen diverse Propeller und Blubberwaffen fĂŒr zahlreiche Besucher und Fotografen heiß laufen. Auch hier viel Liebe zum Detail und eine ganze Kompanie von BastelwĂŒtigen, die in den endzeitlichen Kupfer- und Bronzetönen des Steampunk schwelgte. Vom Steambaby bis zum Kampfanzug war alles dabei und die Zylinderdichte wurde sicher nur beim Coppelius-Konzert im Heidnischen Dorf ĂŒberboten. (JM/KvK)

Dieses liegt idyllisch im GrĂŒnen und bietet mit gemĂŒtlicher BĂŒhne und großem Mittelaltermarkt eine schöne Tageslocation. Dies nutzten auch zahlreiche Besucher, da man hier fĂŒr 10 Euro eine separate Eintrittskarte erstehen konnte, Belohnt wurde man mit Auftritten von Vroudenspil [GALLERY], den wĂŒsten Piraten aus SĂŒddeutschland, die die wachsende metgetrĂ€nkte Menge zum fröhlichen Stampfen und Tanzen brachten. Bei Coppelius [GALLERY] stiegen wahre Wolken aus Seifenblasen gen Himmel und fĂŒllten die Luft mit schillernder Untermalung zu den wilden KlarinettenklĂ€ngen der Berliner Kammercoreaner. Deren rasende Musik lockte dermaßen viele Menschen auf den matschigen Platz vor der BĂŒhne, dass kurzerhand ein Eintritts-Stopp verhĂ€ngt wurde. Zur Letzten Instanz [GALLERY] wurde dies natĂŒrlich nicht besser, dicht gedrĂ€ngt verbrachten die zum Teil weitgereisten GĂ€ste einen vergnĂŒglichen Abend. Als letzte Truppe fĂŒr diesen Tag gaben sich Daemonia Nyphe [GALLERY] die Ehre. Diese spielten mit altertĂŒmlichen, akustischen Instrumenten eine experimentelle Mischung aus Folk und Klassik. Schön anzuhören. Schön anzusehen. Skurril und doch harmonisch zugleich. (JM/KvK)

Wem die kalte Elektronik hingegen eher zusagte, der konnte parallel zum Heidnischen Dort auch in die nahe gelegene agra gehen, um sich dort die GehörgĂ€nge ordentlich durchspĂŒlen zu lassen. Gut eignete sich dazu zum Beispiel der exklusive Europaauftritt von Bryan Erickson und seinem Velvet Acid Christ [GALLERY]. Sie sind wieder zurĂŒck, auch wenn es zum Teil so wirkte, als wĂ€ren sie gleichzeitig noch nicht ganz da. Aber exzentrische Auftritte kennt man von ihm ja bereits und so glich der gesamte Auftritt einem Drahtseilakt, der wohl auch ein kleines bisschen frĂŒher endete, als zunĂ€chst geplant. Es war wie bei einem albernen Film, dessen Soundtrack aber so gut ist, dass man einfach dranbleiben muss. Denn das musikalisch Gebotene war ĂŒber jeden Zweifel erhaben und man konnte geliebte Hits wie Phucking Freak oder Pretty Toy ordentlich abfeiern. Letzteres galt danach auch fĂŒr den Auftritt von Suicide Commando [GALLERY], die beim WGT 2013 ein reines Klassiker-Set prĂ€sentierten und nur Ă€ltere Songs spielten

. Der geneigte Hörer musste damit zwar auf so manchen Clubhit verzichten, doch dafĂŒr stand seit langem mal wieder die AtmosphĂ€re frĂŒherer SC-Gigs im Vordergrund und nicht die heute so vorherrschenden stampfenden BĂ€sse. Tanzbar war das immer noch und so wurde sich in der agra ausgiebig bewegt. FĂŒr uns gings dann weiter zum Werk II, denn jetzt war mal endlich wieder etwas Wave-Rock mit Skeletal Family [GALLERY] um Frontfrau Anne Marie Hurst angesagt. Die Briten bewiesen eindrucksvoll, dass man ohne viele Effekte ein Publikum zur Begeisterung bringen kann und so hatten sie ihre Fans von Beginn an voll im Griff. Songs wie So Sure unterstrichen eindrucksvoll die QualitĂ€t und besonders feierten die Besucher natĂŒrlich den grĂ¶ĂŸten Hit der Band ab: Promised Land. Das gelobte Land bedeutete fĂŒr uns zugleich, dass wir weiter zurĂŒck zur agra mussten, denn der vielleicht grĂ¶ĂŸte persönliche Höhepunkt im Line-up stand auf dem Programm: Das Mitternachtsspecial von IAMX [GALLERY]! Und hier zog Mastermind Chris Corner mit seiner Liveband wieder einmal alle Register! Es ist einfach unvorstellbar welche Energie der Wahl-Berliner entfachen kann und so werden die Besucher von Tracks wie Music People, I Walk With The Noise mitgerissen oder es wurde zu President gedanklich Walzer getanzt. Schön zu sehen, dass auch Chris‘ Mitstreiter immer weiter aus seinem Schatten sprangen, allen voran natĂŒrlich Janine Gezang, aber auch die anderen strotzen mehr und mehr vor Selbstbewusstsein. Ein Höhepunkt fĂŒr mich waren wieder einmal die gemeinsamen Percussion-Einlagen von Chris mit Alberto Alvarez bei Music People, hier driftete man wieder ganz automatisch in vollkommen andere SphĂ€ren ab. Ein Auftritt wie ein Sturm und wenn man sich nach dem Gig umhörte, waren IAMX sicher nicht nur fĂŒr mich das Highlight des WGT 2013. (MG)

Fotos: Jesko MĂ€gle / Michael Gamon
Autoren: Jesko MĂ€gle (JM) / K. von Koriolis (KvK) / Michael Gamon (MG)

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