KMFDM, PRE/VERSE, FULL CONTACT 69 – Oberhausen, Kulttempel (14.04.2013)

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29 Jahre und kein bisschen leise – so prĂ€sentieren sich KMFDM mit ihrem aktuellen Longplayer Kunst im FrĂŒhjahr 2013 auf Europa Tour. WĂ€hrend die ersten vier Termine, zu denen auch der Auftritt im Kulttempel gehört, als Electronic Set angekĂŒndigt sind, dĂŒrfen sich die Fans in Frankreich und Großbritannien auf ein Full Band Set freuen. In Oberhausen sind dafĂŒr mit Full Contact 69 und Pre/Verse gleich zwei exklusive Support Acts mit dabei. Bis diese aber endlich auf der BĂŒhne stehen dauert es allerdings noch eine Weile. Aufgrund technischer Probleme beim Soundcheck bleiben die TĂŒren nĂ€mlich vorerst geschlossen. Die wartenden Besucher nehmen dies recht gelassen hin und genießen die warmen Strahlen der Abendsonne an diesem ersten schönen FrĂŒhlingstag.



Mit ĂŒber einer Stunde VerspĂ€tung öffnet der Kulttempel dann schließlich seine Pforten, es vergeht aber noch mehr als eine halbe Stunde bis Full Contact 69 endlich loslegen. Das Projekt des Erfurter Andreas Schubert besticht durch aggressive Vocals und treibenden EBM/Electro/Industrial Sound. Nicht von ungefĂ€hr wurden FC69 von den Lesern des Sonic Seducer zum Sieger des „Battle Of The Bands 2012“ gewĂ€hlt. Über 40 Minuten geballte Energie prasseln auf die doch recht zurĂŒckhaltend agierenden Zuschauer ein, bevor es Zeit wird die BĂŒhne fĂŒr die nĂ€chste Band zu rĂ€umen.

Nach kurzer Umbaupause betreten Pre/Verse die Bretter auf denen mittlerweile pinke Flamingos stehen. Passend hierzu sind die Bandmitglieder recht aufwendig gestylt, vor allem die beiden Ladies Dae Joon am Keyboard und Bassistin Neila Fynn sind echte Hingucker. Musikalisch bieten Pre/Verse eingĂ€ngigen und melodischen Independent Electro Rock mit poppigen Elementen und bilden somit einen ziemlichen Kontrast zum harschen Auftritt von FC69. SĂ€nger Kyran Tate, der auch bei Straftanz am Mikro steht, gibt sich sichtlich MĂŒhe, aber der entscheidende Funke will allerdings nicht ganz ĂŒberspringen. So steht am Ende der 30-minĂŒtigen Spielzeit ein solider Gig einer noch recht jungen und talentierten Band zu Buche.

Nach reichlicher Verzögerung stehen zu fortgeschrittener Stunde dann endlich KMFDM in Person von Sascha Konietzko (Gesang, Synthesizer), seine Frau Lucia Cifarelli (Gesang, Synthesizer), Jules Hodgson (Gitarre) und Andy Selway (Drums) auf der BĂŒhne des Kulttempels. Nicht mit dabei ist der zweite Gitarrist Steve White, was letztendlich den Unterschied zwischen dem angekĂŒndigten Electro Set und dem Full Band Set macht – der Sound bleibt dennoch typisch KMFDM. Mit dem Opener D.I.Y. und der 2012er Single Amnesia geht es auch gleich richtig ab. WĂ€hrend Mastermind Sascha Konieztko aka KĂ€pt‘n K seine Bewegungen auf ein Minimum beschrĂ€nkt und sich auch mit Ansagen in Richtung Publikum zurĂŒckhĂ€lt, fegt Lucia bei ihren Gesangsparts ĂŒber die BĂŒhne und zieht die Zuschauer in den vorderen Reihen – wo auch Dae Joon von Pre/Verse gekonnt abzappelt – in ihren Bann. Mit jedem weiteren Song verstehen es KMFDM mehr zu begeistern und feuern dabei aus allen Rohren. Es folgen Rebels In Control, Krank, Animal Out, Tohuvabohu und Hau Ruck mit dem sich die Band dann vorerst auch von der BĂŒhne verabschiedet. Die vier Musiker kehren jedoch bereits nach einer kurzen Pause unter dem Beifall der Besucher zurĂŒck und geben beim ‘97er Hit Megalomaniac und A Drug Against War nochmal alles um sich angemessen von der Menge zu verabschieden. Auch ohne große Show oder besondere Highlights verstehen es KMFDM auch nach fast 30 Jahren Bandgeschichte das Publikum bedingungslos mitzureißen.

Setlist KMFDM:
01. D.I.Y.
02. Amnesia
03. Kunst
04. Ave Maria
05. Quake
06. Free Your Hate
07. Son Of A Gun
08. Rebels In Control
09. Potz Blitz!
10. Pussy Riot
11. Krank
12. Animal Out
13. Tohuvabohu
14. Hau Ruck
15. Megalomaniac (Z)
16. A Drug Against War (Z)

Weitere Bilder des Konzerts (KMFDM) befinden sich in unserer Konzertfotos-Sektion (Bildkommentare sind durch Anklicken der Sprechblase möglich) oder direkt durch Anklicken der Fotos.

Autor: Christian Reipen
Fotos: Marcus Nathofer

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