MESH, TORUL & ELACE – Bochum, Matrix (12.04.2013)

MESH, TORUL & ELACE - Bochum, Matrix (12.04.2013)
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MESH, TORUL & ELACE - Bochum, Matrix (12.04.2013)Mit dem neuen Album Automation Baby beglückten Mesh jüngst erst die große Fanschar des Synthie-Pop Genres. Dazu passend touren die Musiker aktuell durch Europa und stellen das neue Songmaterial live vor. Letzte Woche Freitag machte der Tourtross in Bochum halt, um die Tube in der Matrix mit maximaler Lautstärke zu beschallen.

Den Auftakt, und dies leider eine halbe Stunde eher als noch am Vortag ausgeschrieben, machten Elace. Bedingt durch die lange Schlange am Eingang der Matrix und des frühen Beginns des Konzertes bekam ich leider nur noch das letzte Lied von Elace mit.

Nach einer kurzen Umbaupause betraten Torul die Bühne. Torul sind Torulsson an den Keyboards, Borut Dolenec an der Gitarre und Jan Jenko am Mikrofon. Für mich waren Torul gänzlich unbekannt und umso erstaunter war mein erster Eindruck mitsamt Gesichtsausdruck, als die ersten Gesangstöne aus der völlig übersteuerten Anlage klangen. Glasklar schallte da eine gut ausgebildete Stimme dem zahlreich vorhandenem Publikum entgegen. War der Gesang zwar mit viel Hall klanglich verstärkt, konnte man aber über die Stimmgewalt von Jan Jenko nur Staunen. Selten habe ich in den letzten Jahren eine so gute Stimme gehört, wenn es um den Bereich Dark-Electro geht. Zumindest bezeichnen auch Torul ihre Art Musik entsprechend. Mastermind und Macher Torulsson hatte an den Keyboards großen Spaß am Auftritt seines Trios, sprang er doch bei vielen Songs mit großer Freude auf und ab, und das, obwohl die Musik von Torul auch viel Herzschmerz durch die langgezogenen Vocals herüberbringt und bei vielen Songs sehr melancholisch wirkt. Ich fand den Auftritt der drei um Torul sehr bemerkenswert und ich werde mit Sicherheit auch noch beide Ohren MESH, TORUL & ELACE - Bochum, Matrix (12.04.2013)in das gerade erschienene Album Tonight we dream fiercely halten. Das Publikum war der Begeisterung nach zu urteilen ebenfalls angenehm überrascht und honorierte den Auftritt mit großem Beifall.

Nach dem letzten "change over" war es an der Zeit den Headliner des Abends zu begrüßen. Mesh legten wunderbar gelaunt mit "Adjust your set" sowie dem Titeltrack des aktuellen Albums Automation Baby los. Sänger Mark Hockings – wie immer mit Mütze auf dem Kopf – steht mittig postiert auf der Bühne. Erfreut über den großen Zuspruch des Publikums, wechselweise nur mit Mikro oder auch mit der für ihn typisch roten Gitarre ausgestattet, singt er souverän die Texte der neuen und mehr oder weniger alten Mesh-Songs. Gerne hätte man in der gesamten Setlist auch noch ein paar der älteren Songs stehen gehabt. Mit Crash wacht das Publikum das erste Mal richtig auf, wobei die Stimmung aber von vorne weg sehr gut war. Optisch waren große LCD-Monitore auf der linken und rechten Seite drapiert, die während der Songs teils den Songtitel aufführten oder in den Songpausen kurze Teaser wiedergaben, welche den nächsten Titel ansagten. Nettes Gimmick, allerdings in der Matrix nur bedingt gut einsetzbar, da den Leuten, die dichtgedrängt links bzw. rechts vor der Bühne standen, einen gehörigen Anteil der Sicht auf die Bühne genommen wurde. Der Stimmung freilich tat dies keinen Abbruch. Auch als Keyboarder Richard Broadhead bei What’s owned to you den Einsatz verpasst, wird das sowohl vom Publikum als auch vom Rest der Band mit einem breiten Grinsen im Gesicht hingenommen. So was kommt halt vor und macht die Musiker nur noch sympathischer, als sie eh schon sind. Schnell hangelt man sich über How long und Room with a view zum Opener des neuen Albums Just leave us alone. MESH, TORUL & ELACE - Bochum, Matrix (12.04.2013)Hier wurde klar, das neue Album ist angekommen bei den Leuten. Die Stimmung kochte in der schon aufgeheizten Tube der Matrix richtig hoch und es wurde bis in die hinteren Reihen mit erhobenen Armen mitgeklatscht, was die Hände hergaben. Woran merkt man, dass ein Konzert wirklich gut ist? Richtig, es ist auf einmal zu Ende. Na gut, fast zu Ende. Nach vielen Hits und dem kongenialen From this height wurde das Hauptset mit Taken for granted abgeschlossen.

Taken for granted ist ein echter Ohrwurm des neuen Albums. Nachdem die Band die Bühne verlassen hatte, wurde sie quasi mit dem Gesang des Chorus des Songs durch das Publikum wieder auf die Bühne hinaus komplimentiert. „I need to start again, take me far away…“ schallte es hundertfach aus den Kehlen der Leute. Mesh ließen sich natürlich nicht lange bitten und legten noch drei Zugaben drauf, wobei mit Born to lie die aktuelle Singleauskopplung und dem Alltime Klassiker Friends like these noch mal absolute Highlights für die Ohren aufgelegt wurden. Zu guter letzt verschwand Mark zur letzten Zugabe von der Bühne, um dann plötzlich mitsamt Mikrofon am Mischpult aufzutauchen und mitten im Publikum stehend You couldn’t see this coming zu schmettern.
105 Minuten Spielzeit sind mehr als ordentlich und der Gig hat mal wieder sehr überzeugt. Mesh sind einfach im Bereich Electronic-Rock-Pop mit Synthie-Einschlag eine echte Hausnummer und immer wieder sehenswert. Klasse Auftritt.

Setlist Mesh:
01. Adjust your set
02. Automation Baby
03. Leave you nothing
04. This is the time
05. Crash
06. Never meet your heroes
07. What’s owed to you
08. How Long?
09. Room with a view
10. You didn’t want me
11. Can you mend hearts?
12. Just leave us alone
13. It scares me
14. Everything I made
15. Step by step
16. Not prepared
17. When the city breathes
18. From this height
19. Taken for granted
20. Born to Lie (Z)
21. Friends like these (Z)
22. You couldn’t see this coming (Z)

Mesh:

Torul:

Elace:

Autor: Dirk Wirtz
Fotos: Michael Gamon

 

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