Mesh – Automation Baby

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9 Bewertung

10 Bewertung 2

9.5

Was f├╝r ein Jahr f├╝r den Synthie-Pop! 2013 erscheint ein neues Album von Depeche Mode, doch eigentlich noch viel wichtiger: Auch Mesh legen mit Automation Baby einen neuen Longplayer vor und arbeiten weiter am ÔÇôleider unwahrscheinlichen- Machtwechsel. Zumindest d├╝rfte das Album die Bekanntheit der sympathischen Band aus Bristol jedoch weiter steigern. Denn wie die Vorabsingle Born To Lie schon andeutete, ist auch das Album ein richtiger Kracher! Mesh kn├╝pfen hier an all jene St├Ąrken an, die Songs wie You DidnÔÇÖt Want Me, Not Prepared, Leave You Nothing oder Friends Like These seinerzeit zu echten Szenehits gemacht haben und sind dabei sogar noch experimentierfreudiger geworden. Und so paart man hymnenhafte Synthiepop-Perlen mit leichten Anleihen aus Futurepop, EBM, Industrial, Dubstep und vielen weiteren Spielarten.

Auch wenn der Vorg├Ąnger A Perfect Solution und das sich anschlie├čende Remixalbum An Alternative Solution einige sehr gute Songs enthielten, wusste mich die Qualit├Ąt der Songs darauf nicht immer zu ├╝berzeugen und so gab es einige Songs am Rande der Belanglosigkeitsgrenze. Doch das ist Schnee von gestern: Angef├╝hrt von einer der besten Singles der letzten Jahre (Born To Lie) weist das Album eine vern├╝nftige Struktur und viele k├╝nftige Lieblingstracks auf, die von viel Liebe zum Detail zeugen und auch einzeln auf dem Pr├╝fstand bestehen w├╝rden.

Bei Taken For Granted oder This Is The Time ziehen fast unweigerlich Szenen von Mesh-Performances vor dem inneren Auge vorbei, so sehr schreien die Tracks danach auf der B├╝hne aufgef├╝hrt zu werden. Sie erinnern dann auch in der Tat ein wenig an Zeiten, in denen Depeche Mode auf dem Zenit angekommen waren, ausgestreckte Arme wedeln inklusive. Der Titeltrack Automation Baby ist eine feine Uptempo-Nummer, wohingegen das instrumentale AB Incidental No.1 mit fast The Cure ├Ąhnlichen Mollkl├Ąngen daherkommt; nicht spektakul├Ąr, aber als Kontrastpunkt durchaus wirkungsvoll. Richtig tanzbar wird es bei Flawless, doch den stimmungsvollen H├Âhepunkt haben sich Mesh f├╝r das absolute Ende aufgehoben, denn You Couldn’t See This Coming ist eine so wundervolle Ballade, dass sie einem die Tr├Ąnen fast buchst├Ąblich in die Augen treibt. Hier zieht S├Ąnger Mark Hockings wirklich alle Register und legt all seine Emotionen in den Song ÔÇô Toll!

Mesh ist mit Automation Baby ein tolles Album gelungen, dass mit Qualit├Ąt und Abwechslungsreichtum ├╝berzeugt und das Spektrum von einf├╝hlsamer Ballade bis hin zu tanzbarem Floorfiller vollst├Ąndig abdeckt. Verzichtet haben Mesh dieses Mal ├╝brigens auf die von fr├╝heren Alben bekannten knapp einmin├╝tigen Outros, die jeden Fan von Mixtapes zur Verzweiflung brachten.

├ťbrigens gehen Mesh unmittelbar nach Ver├Âffentlichung des Albums auf Tour und anders als sonst w├╝rde ich mich sehr freuen, m├Âglichst viele neue St├╝cke zu h├Âren – mehr muss man wohl zur Qualit├Ąt von Automation Baby nicht sagen!

Tracklist:
01. Just Leave Us Alone
02. Taken For Granted
03. You Want What’s Owed To You
04. Automation Baby
05. Ab Incidental No.1
06. This Is The Time
07. The Way I Feel
08. Adjust Your Set
09. Born To Lie
10. Ab Incidental No.2
11. Flawless
12. Never Meet Your Heroes
13. When The City Breathes
14. You Couldn’t See This Coming

Autor: Michael Gamon

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