NELLY FURTADO, DYLAN MURRAY & CELIA PALLI – Köln, Theater am Tanzbrunnen (05.03.2013)

Geschätzte Lesezeit: 4 Minute(n)

Es war ein relativ warmer Dienstagabend, als sich am 05. MĂ€rz 2013 hunderte Musikbegeisterte in Köln-Deutz einfanden und gemeinsam Richtung Tanzbrunnen pilgerten. Trotz des ĂŒberraschend milden Wetters kam es doch allen entgegen, dass das Konzert des Abends nicht auf dem Open Air GelĂ€nde, sondern im Theater des Tanzbrunnens stattfinden sollte. So konnten die 2.000 Anwesenden in warmer AtmosphĂ€re ein GetrĂ€nk und eine Brezel genießen (beides allerdings nicht billig), wĂ€hrend sie auf Nelly Furtado, die Hauptattraktion des Abends warteten.

Bevor Furtado jedoch die BĂŒhne betrat war es an den beiden Supportacts die Stimmung ein wenig anzuheizen. Mit je nur rund einer Viertelstunde blieb Celia Palli und Dylan Murray jedoch nicht gerade viel Zeit das Publikum fĂŒr sich zu begeistern.

Die Kanadierin Celia Palli, die erste KĂŒnstlerin des Abends, trat mit einem Gitarristen als VerstĂ€rkung auf und konnte nur drei ihrer Songs prĂ€sentieren, bevor sie die BĂŒhne wieder rĂ€umen musste. WĂ€hrend der zweite in spanischer Sprache vorgetragen wurde, unterstĂŒtzte Celia den letzten durch rhythmisches Schlagen einer eigens fĂŒr diesen Song aufgestellten Standtom. Die Kölner waren durchaus angetan von ihrer Musik, doch bevor sie sich richtig auf sie eingestellt hatten war es auch schon vorbei.

Der Abend war ganz in kanadischer Hand, denn auch der zweite Supportact Dylan Murray war von weit her aus Toronto angereist. Artig bedankte er sich bei Nelly Furtado fĂŒr das Mitbringen auf diese Tour und machte seiner Freude Ausdruck zum ersten Mal in Köln zu sein. Mit seinem Liebes-GestĂ€ndnis zum Kölsch hatte er die Kölner natĂŒrlich direkt auf seiner Seite, doch sowohl diese Grundsympathie als auch das rege Mitsingen bei Taking It All In konnte ihm beim Publikum nicht zum Durchbruch verhelfen, denn gerade weit hinten war sehr deutlich, dass er gegen das Gequatsche vieler Anwesender anspielen musste. Schade!

Nach der leider sehr kurzen Zeit fĂŒr die beiden Supportacts wurde es um halb Neun wieder still in der Halle und alle Fans im ausverkauften Theater am Tanzbrunnen warteten auf die Frau des Abends. Nelly Furtado, die kanadische Grammy-PreistrĂ€gerin, Tochter portugiesischer Einwanderer, SĂ€ngerin, Schauspielerin, Moderatorin und Multiinstrumentalistin, ließ sich aber noch bis 21:00 Uhr Zeit, bevor sie die die BĂŒhne betrat.

Mit The Spirit Indestructible begann die 34-JĂ€hrige ihr 22 Songs umfassendes Set mit dem Titelsong ihres aktuellen Albums (VÖ: 2012), wobei zu Beginn technische Probleme mit ihrem goldenen Mikrofon auftraten. Schnell verschwand die Kanadierin noch einmal hinter der BĂŒhne, bis wenige Sekunden spĂ€ter das Problem behoben war und der Abend so richtig losgehen konnte.

Stimmlich in Topform prĂ€sentierte Furtado sich komplett in Schwarz mit Glitzer und Korsage-Top auf einer schlicht gehaltenen BĂŒhne auf der neben der SĂ€ngerin auch die Band gut zu sehen war. Furtado brauchte keine große Show, keine riesen Produktion, sondern konnte allein durch ihren Gesang punkten. Vereinzelt griff Nelly auch zur Gitarre, ĂŒberließ die Instrumente aber die meiste Zeit ihrer Band.

Zwischenzeitlich holte sie noch einmal den zweiten Supportact und guten Freund Dylan Murray auf die BĂŒhne, welcher fĂŒr den einen Abend behauptete, Deutscher zu sein. Zusammen sangen sie Do It, wĂ€hrend er sie auf der Gitarre begleitete. Leider ohne mĂ€nnliche Stimme folgte kurz darauf Broken Strings, welches jedoch dafĂŒr umso lauter vom Kölner Publikum mitgesungen wurde.

Die Mischung der Songs an diesem Abend war gut, denn von langsamen Liedern wie Try bis zu Partysongs wie dem spanischen Manos El Aire war alles dabei. Obwohl sie natĂŒrlich viele Songs von ihrem aktuellen Album The Spirit Indestructible prĂ€sentierte, fanden auch genĂŒgend alte Klassiker ihren Weg in die Kölner Setlist, um mit Turn Off The Light, I’m Like A Bird oder Força (dem offiziellen Song der Fußball-Europameisterschaft 2004 in Portugal) nur einige zu nennen. Dementsprechend euphorisch reagierten auch die Zuschauer an diesem Abend.

Dass Nelly Furtado sich MĂŒhe gab jeden Brocken Deutsch den sie konnte („Lauter“, „Danke“, „Hallo“, …) auch zu verwenden kam gut an. Insgesamt machte sie einen sehr sympathischen Eindruck und wirkte durchweg gut gelaunt. So improvisierte sie beispielsweise kurz Hot in Herre vom US-amerikanischen Rapper Nelly und erntete dabei ordentlich Applaus und anerkennende Pfiffe.

Etwas nervend war ein Team des WDR, welches zumindest zeitweise im hinteren Drittel des Theaters mit großer Kamera und Dauerlicht umherlief und nach dem Zufallsprinzip Fans interviewte. FĂŒr Umstehende durchaus störend und insbesondere unnötig, da nach dem Konzert noch genug Zeit fĂŒr MeinungsĂ€ußerungen vorhanden war.

Es war ein starkes Konzert, welches insbesondere von der Vielfalt in Furtados Musik und ihrem stimmlichen Können lebte. Aber auch die begeisterten Kölner konnten durch ihr Mitsingen und Klatschen dafĂŒr sorgen, dass der Abend zu einem vollen Erfolg fĂŒr alle Beteiligten wurde.

Setlist Nelly Furtado:
01. The Spirit Indestructible
02. Waiting For The Night
03. Say It Right
04. Do It
05. Powerless
06. Try
07. Broken Strings
08. Be OK
09. Manos Al Aire
10. Turn Off The Light
11. I’m Like A Bird / Fly Like An Eagle
12. Força
13. All Good Things (Come To An End)
14. Bucket List
15. Parking Lot
16. High Life
17. Big Hoops (Bigger The Better)
18. Hold Up
19. Give It To Me
20. Mysterious Girl
21. Miracles / Like A Prayer (Z)
22. Maneater (Z)

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind durch Anklicken der Sprechblase möglich) oder direkt durch Anklicken der Fotos

Nelly Furtado:

Dylan Murray:

Celia Palli:

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