GARBAGE & SUPERBUS – Köln, E-Werk (26.11.2012)

Geschätzte Lesezeit: 5 Minute(n)

Den Anfang an diesem charmanten Konzertabend in der Domstadt machte die französische Band Superbus, die zum ersten Mal in Deutschland spielten und dann noch vor einem so großen Act wie Garbage. Die Spielfreude des Quintetts stand ihm ins Gesicht geschrieben und sie legten auch sofort los. Die grazile SĂ€ngerin Jennifer Ayache, die Gitarristen Michel Giovannetti und Patrice Focone, sowie François Even am Bass und Greg Jacks an den Drums prĂ€sentierten Songs ihrer vier Alben in rockig-poppiger, leichtfĂŒĂŸiger Art und Weise. Die kurze, knackige und sehr eingĂ€ngige Musik kam bestens beim Publikum an und brachte sie in Partylaune, was fĂŒr ein kurzweiliges VergnĂŒgen sorgte. Bei der sympathischen Vorstellung auf Deutsch kokettierten Jennifer und Michel mit den Zuschauern und bei Mrs Better durfte letztgenannter auch das Keyboard bearbeiten. Der Ska-Punk-Pop Song Lova Lova wurde am besten aufgenommen, und bei Butterfly klatschte das E-Werk entspannt im Takt des Rhythmus. Die Band brachte frischen Wind in die Halle, als sie eine interessante Eigeninterpretation des Lana Del Rey Hits Video Games mit Jennifer an der Floor Tom brachte. Nach gefĂŒhlten zehn Minuten waren Superbus bereits beim letzten Song des 30-minĂŒtigen Sets angelangt und mit Travel the World inklusive Rammsteins Du hast!-Einlage verließ die französische Power Pop Gruppe die BĂŒhne. Man wĂŒnscht den fĂŒnf weiterhin viel Erfolg und eine gute Reise. Verdient hĂ€tten sie es auf jeden Fall!

Setlist Superbus:
01. Lola
02. Radio Song
03. Whisper
04. Mrs Better
05. Lova Lova
06. Butterfly
07. Video Games (Cover Version)
08. Travel the World

Lange war es ruhig um die 1994 in den USA gegrĂŒndete Band um Shirley Manson (Vocals), Steve Marker (Guitar und Keyboards), Duke Erikson (Bass, Guitar, Keyboards,) und Butch Vig (Drums, Percussions) und besonders nach ihrer abgebrochenen Tour im Jahre 2005 gab es einige AuflösungsgerĂŒchte und es wurde still um die Rockgruppe. Doch tot gesagte leben lĂ€nger und somit konnten sich die Fans umso mehr auf das aktuelle Album Not Your Kind of People und auf die neue Tour freuen, die die Band auch nach Köln ins E-Werk fĂŒhrte. So war es dann auch recht prall gefĂŒllt in der fast ausverkauften Halle und alle waren nach der coolen Vorband umso aufgeheizter.

PĂŒnktlich um 21.00 Uhr war es dann soweit und die Band kam nach und nach beim Liveintro auf die BĂŒhne. Als letztes schwebte Shirley Manson als eine Art Rock-Girlie-Diva auf die Szene und schmetterte Queer in das Publikum, was die Massen so richtig anzumachen schien, da die Menge mitrockte und tanzte. Manson stand fast regungslos und cool (oder sollte man eher sagen „kĂŒhl“) da und brachte eine Show mit ĂŒbersichtlichen Bewegungen und mit einer schon fast brĂŒchig zu nennenden Stimme. Man merkte, dass eine so lange Tour nicht spurlos an einer SĂ€ngerin vorbei gehen kann, da die vokale Hauptarbeit ganz auf den Schultern der Schottin liegt, denn die Musik von Garbage kommt ganz ohne unterstĂŒtzende BackgroundgesĂ€nge aus. Gewandet in einem kurzen Rock, Strumpfhosen und einer Art TĂŒll-Stola rockten Shirley und Band erstmals bei Automatic Systematic Habit vor der riesigen Leinwand, auf der passende Animationen liefen, so richtig los. Danach wurde es etwas ruhiger, Manson bedankte sich beim Publikum fĂŒr ihre Geduld, so lange auf die Band warten zu mĂŒssen und erinnerte sich, dass immer wenn sie in Köln spielten, der Dom wie eine Baustelle aussah. Obwohl Garbage behaupten, sie könnten kein Deutsch, konnte man dennoch die Worte "Ich liebe Dich" vernehmen, mit denen der Song Why do you love me? eingeleitet wurde.

Die Band wirkte trotz der Strapazen gut drauf und alle wirkten wie eine geschlossene Einheit, Bassist Eric Avery hielt sich dezent im Hintergrund. BedĂ€chtiger wurde die PrĂ€sentation des Auftrittes dann als Shirley erwĂ€hnte, dass der 26.11. ein sehr persönliches Datum war, nĂ€mlich der Todestag ihrer Mutter, fĂŒr die sie den Track World is round sichtlich um Fassung kĂ€mpfend zum Besten gab. Die Rockgruppe spielte ihre grĂ¶ĂŸten Hits, aber auch StĂŒcke ihres aktuellen Albums Not Your Kind of People wie Blood for poppies und Battle in Me. Besonders ĂŒberzeugte der Smasher Stupid Girl, der in neuer, elektronischerer Version erschall und The Trick Is to Keep Breathing, der in pinkes Licht gehĂŒllt eine schöne AtmosphĂ€re erzeugte, die Zeit zum Durchatmen brachte. Miss Manson entschuldigte sich dafĂŒr, dass sie heiser war, versprach aber, dass es die vorletzte gute Show in 2012 werden wĂŒrde. Eine Aussage, die sie anschließend mit einem guten Schluck Scotch herunterspĂŒlte. Slinte mhath! Doch noch weitere Überraschungen folgten, denn beim StĂŒck Vow intonierte Frau Manson Textzeilen aus Siouxsie and the BansheesÂŽ Klassiker Happy House und bei Battle with me kamen fast Heavy Metal-mĂ€ĂŸige Töne aus den Boxen und das E-Werk konnte berauscht durch diese Töne alles geben. Aber auch Duke Erikson konnte zeigen, dass er ein guter Musiker ist, als er bei Cup of Coffee das Stagepiano spielte. Beim Überhit Push it grinste Frontfrau Shirley ins Publikum, verpasste so fast ihren Einsatz und beim Song Only Happy When It Rains war die Stimmung am Siedepunkt und alle Garbage Fans sangen im Chor „Pour your misery down, pour your misery down on me“. Zu schnell ging die Zeit vorbei und beim letzten Song des Hauptsets spielte „La Manson“ bei You Look So fine sogar selbst E-Gitarre. Die Band verließ die BĂŒhne, aber nicht fĂŒr lange, denn die aufgekochte Menge holte sie schnell wieder zurĂŒck auf die Szene. Obwohl nur zwei Zugaben geplant waren, spielten Garbage noch einige StĂŒcke mehr, z.B. den James Bond Titel The World Is Not Enough und den Alltime Klassiker Milk. Am Ende des Konzertabends wusste man eines mit Gewissheit: die Band hat auch nach fast 20 Jahren nichts von ihrer Power und Anziehungskraft verloren.

Setlist Garbage:
01. Time Will Destroy Everything
02. Queer
03. Automatic Systematic Habit
04. Shut Your Mouth
05. Why Do You Love Me)
06. Metal Heart
07. Stupid Girl
08. Vow
09. I Hate Love
10. The Trick Is to Keep Breathing
11. I Think I’m Paranoid
12. Special
13. Blood for Poppies
14. Cherry Lips (Go Baby Go!)
15. Battle in Me
16. Cup of Coffee
17. Push It
18. Only Happy When It Rains
19. You Look So Fine
20. Trip my wire (Z)
21. The World Is Not Enough (Z)
22. Milk (Z)
23. #1 Crush (Z)
24. When I Grow Up (Z)

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind durch Anklicken der Sprechblase möglich) oder direkt durch Anklicken der Fotos

Garbage:

Superbus:

Autor: Frank Stienen
Fotos: Michael Gamon

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