Hurricane Festival 2012 – Scheeßel, Eichenring (22.-24.06.2012)

Geschätzte Lesezeit: 19 Minute(n)

Insgesamt 73.000 Besucher waren es in diesem Jahr. Ein neuer
Besucherrekord fĂŒr das Hurricane-Festival, das trotz kleinerer Ungereimtheiten,
zweier Bandabsagen und dem Wetter am Festival-Sonntag auch sonst in jeglicher
Hinsicht als voller Erfolg gewertet werden kann. Mit Highlights wie The Cure
oder auch Noel Gallagher’s High Flying Birds, aber auch Überraschungen wie M83
oder Die Antwoord, war fĂŒr jeden Musikfreund etwas dabei. Aber eins nach dem
anderen, begonnen mit Festival-Tag Nummer 1

Freitag, den 22.06.2012:

Bei der Ankunft in Scheeßel machte sich zunĂ€chst
Verwunderung ob der seltsamen BÀndchen breit. TatsÀchlich: Nachdem der an sich hervorragende
Plan der RFID-BĂ€ndchen in letzter Sekunde scheiterte, sah man viele Besucher
mit grĂŒnen und orangenen Plastik- und PapierbĂ€ndchen, da die FestivalbĂ€ndchen
ausgegangen waren. Dann also BĂ€ndchen ohne Aufdruck, dachte man sich, und ging
auf das GelÀnde. Zum Beispiel, um sich 16:25 Uhr Jennifer Rostock anzuschauen, die auf der Blue Stage spielte, eine
Art „Alternative Stage“, wenn man so will. Dass die Auftritte der Band um
Jennifer Weist stets ein ambivalentes VergnĂŒgen sind, konnte man auch hier bei
bestem Sonnenwetter wieder sehen. Ansprechende deutschsprachige Rockmusik mit
gelegentlichem Hang zum Punk, eröffnet mit Meine
bessere HĂ€lfte
, konnte das textsichere, zahlreiche und ĂŒberwiegend recht
junge Publikum von den ersten Tönen an begeistern. Es bedarf allerdings keiner
großen PrĂŒdheit, um von den stĂ€ndigen, lĂ€ngst nicht mehr provokationsfĂ€higen
Ansagen ĂŒber Schamlippen, Titten und sonst was, etwas genervt zu sein. Ob die
Band dies nötig hat, sei dahingestellt, aber dem Publikum wurde das geboten,
was es wollte. Ein insgesamt solider Auftritt!

Es blieb voll an der Blue Stage und ein bewÀhrter Plan ging
auf: Spielte er schon 2009 am Freitagnachmittag der Blue Stage, so tat er es
auch 2012 wieder. Zwei Tage nach der mehr als ausverkauften Festival WarmUp
Show im Hamburger Knust, nur rund 80 Kilometer entfernt, enterte Axel Bosse mit seiner Band um 17:30 Uhr die
BĂŒhne und konnte von Anfang bis Ende begeistern. Druckvolle deutschsprachige
Rockmusik, die genau den Nerv der Zeit trifft und dabei zu Recht begeistern
konnte. Eröffnet mit Metropole zeigte
er gleich sein Erfolgsrezept: Es sind eben nicht nur gelungene Rock-KlÀnge,
sondern es steckt auch viel GefĂŒhl darin. Dargeboten von einem Typen, dem man
das hundertprozentig abnimmt, was er da singt. GĂ€nsehautmomente bei StĂŒcken wie
3 Millionen waren da vorprogrammiert
und kamen folglich auch. Bosse suchte die NĂ€he zum Publikum und fand sie, sein
Set kam gÀnzlich ohne Schwachstelle aus. Wenn er dann auf einem Sommer-Festival
mit entsprechendem Wetter in Alter Strand
auch noch vom Strand mit dem besten Bier der Welt singt, ist die ganze Nummer
ein SelbstlĂ€ufer. Das abschließende Frankfurt/Oder
setzte auch ohne Anna Loos den gelungenen Schluss einer Show, die man schon als
ein erstes frĂŒhes Highlight des Festivals ansehen kann.

Eindeutig: Es war der Tag der Blue Stage. Also gleich dort
geblieben, denn: Casper spielte auf.
Dass es eine gute Idee war, ihn zu diesem Festival einzuladen, zeigten die
riesigen Menschenmassen vor der BĂŒhne. Dass es aber keine so gute Idee war, ihn
auf der Blue Stage spielen zu lassen, zeigten – ebenso – die riesigen
Menschenmassen vor der BĂŒhne. Dass der Auftritt diese Menschenmassen aber
verdient hatte, steht außer Frage. Casper, der hier vor allem sein Nummer
1-Album XOXO prÀsentierte, trat den
erfreulichen Beweis an, dass man es auch mit Rap mit intelligenten und
durchdachten Texten nach ganz oben schaffen kann. Mit Band-Besetzung inklusive
neuem Gitarristen, die fĂŒr Indie-Einschlag in der Musik sorgte, vermochte er
es, die Zuschauer bis in die letzte Reihe zum Mitspringen zu animieren,
vertonte ein großes GefĂŒhlsspektrum und war so etwas wie der Soundtrack einer
heranwachsenden Generation. Bei Mittelfinger
hoch
zeigte er seine aggressivere Seite und sorgte fĂŒr zehntausende
hochgetreckte Mittelfinger am Eichenring, mit So perfekt hingegen sorgte er fĂŒr einen harmonischen Ausklang.

Nach Casper aus der Menschenmenge zu kommen, gestaltete sich
schwierig – gute 20 Minuten dauerte es, bis man rausgetrieben war, ohne dabei
wirklich selbst zu entscheiden, wo es hingehen soll. Daher wĂ€re fĂŒr Casper die
Green Stage die richtige Lösung gewesen. DafĂŒr ist es nun zu spĂ€t. Die folgende
GelÀnderunde diente schon einmal der Suche nach einem Stand mit Fernseher, um
zwischenzeitlich mal bei Deutschland gegen Griechenland reinschauen zu können.
Und siehe da: Der Stand eines Fußballvereins bietet auch die
FußballĂŒbertragung. Fernab persönlicher Fußball-Club-PrĂ€ferenzen konnte man dem
Stand des FC St. Pauli hier nur dankbar sein.

Viel Zeit fĂŒr die freitĂ€gliche GelĂ€nderunde war aber nicht,
denn – wo auch sonst? – auf der Blue Stage brachte sich die nĂ€chste Band in
Position, um den bayerischen Teil des Abends in die Wege zu leiten. LaBrassBanda traten zur besten
Sendezeit, um 20:15 Uhr, an, um die Meute… Ja, was eigentlich? Zu rocken? Zu
punken? Denn eins ist klar: LaBrassBanda machen einfach das, was sie wollen –
mit Blasmusik auf einem großen Rock-Festival zu punkten, ist schon eine große
Kunst. Erfreulich: Stefan Dettl und seine Mannen schafften es mit Bravour,
sorgten fĂŒr grandiose Stimmung und brachten die Menge zum Tanzen. Denn neben
Rock- und Punk-EinflĂŒssen fĂŒhlt man sich gelegentlich gar wie auf einer
Techno-Party. Mit nebenher noch sympathischen Ansagen, original auf Bayerisch
gehalten, konnte man hier ĂŒberzeugen.

Obgleich gerade Deutschland gegen Griechenland das
Viertelfinale ausspielten: Auf den BĂŒhnen ging es munter weiter. WĂ€hrend
LaBrassBanda spielten, hatten auch All
Shall Perish
auf der Red Stage, die in diesem Jahr erfreulicherweise
ebenfalls open air war und nicht mehr als Zirkuszelt auf dem GelÀnde stand,
eine beachtliche Zuschauerschar versammelt, um diese mit ihrem Deathcore zu
rocken. Druckvolle Sounds, die auch begeistern konnten, wenn man mit dem
anderen Auge gerade das Viertelfinalspiel verfolgte.

Dass dann ausgerechnet die Sportfreunde Stiller um 22:00 Uhr, wÀhrend des noch laufenden
Fußballspiels, die BĂŒhne betreten mussten, ließ sie vermutlich ihren eigenen
Vertrag verfluchen, gewĂ€hrleistete aber auch fĂŒr die anwesenden – und sehr
zahlreichen – Zuschauer vor der BĂŒhne, stets auf dem Laufenden zu sein, was den
Spielstand betrifft (bis zum Endstand von 4:2, den es bald zu feiern gab).
Haben sie vor einem guten Monat noch im sehr kleinen Rahmen das Hamburger
Molotow im Kampf gegen den Abriss unterstĂŒtzt, so war heute wieder die große
BĂŒhne auf dem Programm. Passend zum Rahmen eröffneten sie mit 54, 74, 90, 2010, allerdings umgemĂŒnzt
auf „2012 werden wir Europameister sein“. Wie die RealitĂ€t aussieht, wissen wir
alle inzwischen, aber fĂŒr die Stimmung war es ein GlĂŒcksgriff. Was folgte, war
ein Best Of-Set durch die inzwischen lange Bandgeschichte der Sporties, die mit
StĂŒcken wie Wunderbaren Jahren, Fast wie von selbst und wie sie alle
heißen, brillieren konnten. Trotz der mĂ€chtigen Konkurrenz auf der Green Stage
blieben die Fans zahlreich vor der Blue Stage und bescherten den zweiten
bayerischen Vertretern des Abends einen gelungenen Abend.

Ab 22:30 Uhr dann auf der Green Stage einer der absoluten
Headliner des Festivals: The Cure.
WĂ€hrend das jĂŒngere Publikum (soll heißen: unter oder Anfang 20) hier nicht
ganz so zahlreich vertreten war, fanden sich große Menschenmengen ein, die
ihren Idolen (oder teilweise auch: Jugendidolen) um Robert Smith huldigen
wollten. Und er gab ihnen in seinem mit zwei Stunden sehr großzĂŒgig ausgelegten
Set auch allen Grund dazu. Spielte man zuletzt im Jahr 2004 auf derselben BĂŒhne
und sorgte teilweise fĂŒr Verstörung, weil nicht gerade viele Hits enthalten
waren, ging man die Sache anno 2012 dann ganz anders an: Sehr zur Freude des
Publikums spielte man ein Best Of-Set, das auf ganzer Linie ĂŒberzeugen konnte
und sich durch sÀmtliche Schaffensphasen der Band zog. SpÀtestens als an
zweiter Stelle Pictures Of You
gespielt wurde, hatte Robert Smith, an diesem Abend außerordentlich gut
gelaunt, das Publikum voll im Griff. The Cure verbreiteten an diesem Abend eben
genau die AtmosphÀre, die zu verbreiten ganz allein The Cure in der Lage sind.
Nummern wie Just Like Heaven sorgten
fĂŒr viel Bewegung und GĂ€nsehĂ€ute. Gar zu Friday
I’m In Love
ließ er sich hinreißen, was naturgemĂ€ĂŸ auf einem Festival wie
dem Hurricane gnadenlos gefeiert wird. Aber auch die verzweifelten Momente
fehlten nicht: Kurz vor Schluss beispielsweise mit One Hundred Years, einem der verzweifeltsten StĂŒcke, die je
geschrieben wurden. Dass mit Disintegration
Schluss sein sollte, wollte folglich keiner glauben. Auch Robert Smith selbst
nicht, sodass es mit The Same Deep Water
As You
und dem finalen Boys Don’t Cry
noch einmal Nachschlag gab. Was fĂŒr ein Auftritt!

Inzwischen 00:30 Uhr war aber dennoch kein Ende in Sicht.
Die wiedervereinten Stone Roses
enterten zu spÀter Stunde noch die Blue Stage. Dass der Name Stone Roses
inzwischen leicht verblasst ist, zeigte die ĂŒberschaubare Menschenmenge dann
deutlich. Bei ihrem Auftritt boten die Mannen um Ian Brown ein Best Of-Set,
bei dem sie gleich zu Beginn I Wanna Be
Adored
zum Besten gaben, aber leider auch zeigten, dass ihr SĂ€nger mit Band
genauso wenig tonsicher ist wie auf seinen Solo-Touren. Wie man nachfolgenden Generationen
nach diesem Auftritt erklĂ€ren sollte, dass da gerade Legenden auf der BĂŒhne
sind, blieb schleierhaft. Schade zudem auch, dass sie mit einem Fotovertrag aufwarteten, der nicht akzeptabel war und somit von den Fotografen durchweg ignoriert wurde. Anders machten es indes Pennywise, die um 01:00 Uhr noch einmal die „kleine“ Red Stage aus allen
NĂ€hten platzen ließen und mit ihren bewĂ€hrten Punk-KlĂ€ngen dafĂŒr sorgten, dass
die Zuschauer die letzten Akku-Reste fĂŒr den Freitag entleerten und glĂŒckselig
ins eigene Zelt, ins Partyzelt oder auch zum bierseligen ResĂŒmee des Tages zu
schicken.

Samstag, den 23.06.2012:

Es war Samstag, es war Tag 2 des Hurricane Festivals 2012 und
die Sonne zeigte sich direkt am Morgen erneut. Man kann Robert Smith also dankbar
sein, dass er am Vorabend bei seinem grandiosen Konzert darauf verzichtete, mit
seiner Band Prayers for Rain zu
spielen. Frische Dusche, frischer Kaffee, frisches FrĂŒhstĂŒck und frĂŒhzeitig frisch
ins Auto, um ein zweites Mal den Weg von Hamburg nach Scheeßel anzutreten. Nach
erfolgreicher Parkplatzsuche ein kurzer Fußmarsch zum GelĂ€nde… Und ab dafĂŒr!

Die Uhr sagt 14:00 Uhr, der Zeitplan fĂŒr die Green Stage sagt:
14:05 Uhr spielen Band of Skulls.
Also mal munter geschaut, was die Band auf der BĂŒhne so kann. Vor einer gerade
in Anbetracht der Uhrzeit ansehnlichen Zuschauermenge spielte das Trio
ansprechenden Indie-Rock mit Ecken und Kanten, die maßgeblich fĂŒr den spröden
Charme der Sounds der Band verantwortlich sind. Die Songs können dennoch
mitreißen, lassen GitarrenwĂ€nd entstehen, die sich in melodiösen Passagen
auflösen und begeistern dabei. Wenngleich die Teilnahme am Twilight-Soundtrack
und der ewige „next big thing“-Hype in der britischen Presse fĂŒr manche böse
Vorzeichen darstellen mögen: Wer sich hier live vom Können der Band ĂŒberzeugen
ließ, hatte die Gewissheit, dass all die Vorschusslorbeeren bei dieser Band
auch im Nachhinein noch zu bestÀtigen sind.

Die letzten KlÀnge der Band of Skulls begleiteten dann auch
schon den Weg eine BĂŒhne weiter: Auf der Blue Stage spielten um 14:45 Uhr Everlaunch auf. Die Band hatte hier ein
Heimspiel, sind es von Rotenburg (WĂŒmme) doch bloß 15 Minuten Anfahrt. Und sie
konnten auf ganzer Linie ĂŒberzeugen. Mit ihren britisch angehauchten
Indie-KlĂ€ngen prĂ€sentierten sie GefĂŒhl und Rock-Potenzial, mit dem sie die
ebenfalls schon sehr zahlreichenden Anwesenden nicht nur begeistern, sondern
auch zum Mitgehen und mitunter auch zum Mitsingen animieren konnten. Dabei
spielten sie ein gelungenes Set aus ihren beiden Alben, darin natĂŒrlich auch Run Run Run enthalten, das es einst bis
auf MTV schaffte. Aber auch die StĂŒcke des Zweitlings Number One ĂŒberzeugten, wie Hurricane
als Quasi-Titelsong zum Wochenende oder auch Fray Your Senses. Der Abschluss Setting
Sun
sorgte dann noch fĂŒr einen dieser Festival-Momente, von denen man gerne
erzĂ€hlt… Es fiel mal eben die gesamte Soundanlage der BĂŒhne aus und es war
nur noch der BĂŒhnen-Sound zu hören. Ob die Band dies merkte oder nicht, ist
nicht ganz geklÀrt, aber dass sie einfach weitermachten, als sei nichts
gewesen, ĂŒbertrug sich auch aufs Publikum. Ungeachtet des kaum noch vorhandenen
Sounds wurde die Band um Thorsten Finner von den Zuschauern frenetisch
weitergefeiert. Und das, man dĂŒrfte es nach diesem Absatz auch schon erahnen,
vollkommen verdient!

Die Frage, wie groß die SchĂ€digung der Soundanlage war,
beantworteten Kakkmaddafakka als nÀchster
Act und die Band mit dem eigenwilligsten Namen auf der Blue Stage. Die
norwegische Indie-Band konnte klangtechnisch wieder aus dem Vollen schöpfen und
tat dies auch. StĂŒcke wie Make The First
Move
und Gangsta wurden dankbar
von der Fanbase angenommen. Dennoch aber stand auch mal ein Blick auf die Green
Stage auf dem Programm, wo die Eagles Of
Death Metal
um 16:30 Uhr anstanden. Die Band um Jesse „The Devil“ Hughes
hatte aber vor allem eines im GepÀck: LautstÀrke. Wer die Band mochte, war
sichtlich begeistert davon, Titel wie Cherry
Cola
live zu hören. Um neue Fans zu akquirieren, war dies aber eher der
falsche Rahmen.

Ein erneuter Blick auf den Zeitplan also fĂŒr die
Alternativen-Suche. Da musste man jedoch nicht lange ĂŒberlegen, sondern sich
lieber selbst beinah ohrfeigen, dass man es fast verdaddelte, dass ja Gus Gus auf der White Stage spielen.
Und der erste Besuch auf der White Stage, der einzig verbliebenen ZeltbĂŒhne des
Hurricane Festivals, sollte sich auf ganzer Linie lohnen. Zwar war das Zelt
nicht so richtig gut gefĂŒhlt, aber vor der BĂŒhne war dann doch eine ansehnliche
Schar versammelt, die sich in stÀndiger Bewegung befand, wÀhrend man sich im
hinteren Bereich des Zeltes fragte, ob da nicht doch noch etwas anderes als
Koffein in der Cola war. War es nicht, tatsÀchlich liefen dort ein
Obelix-Verschnitt, eine Banane und ein riesengroßer Affe herum. Das Hurricane
ist eben auch der Ort, auf dem die Menschen ihre Exzentrik ausleben. Allesamt
konnten sie bei Gus Gus feststellen: Die White Stage hat einen beeindruckenden
Sound, der den KlÀngen von Gus Gus sehr entgegenkam. Technoide KlÀnge mit
Innovation, Bewegung auf der BĂŒhne und permanente gute Laune sowie so ein
Bewegungsdrang in den Beinen – das war es, was Gus Gus hier boten und bewirkten.
Eine wahrlich großartige Dreiviertelstunde der IslĂ€nder!

Verschnaufpause? Fehlanzeige! Weiter geht es, die RĂŒckkehr
zur Blue Stage war an der Reihe. Einer der ganz Großen spielte auf: Thees Uhlmann und seine Band waren an
der Reihe. Ist er sowieso bei einer ganzen Generation höchstbeliebt, so ist die
NĂ€he dieses Auftritts zu Hamburg dann vermutlich noch ein weiterer Faktor, der
diesen Auftritt vor vollem Haus zu einem SelbstlÀufer werden lÀsst. Neben
seinen Songs sind auch die BĂŒhnenansagen immer wieder ein Highlight seiner
Shows, zum Beispiel wenn er erzÀhlt, wie ihn einst eine
Drogeriemarkt-VerkĂ€uferin mit den Worten „Sie kenne ich! Sie sind doch der mit
dem Fischlied!“ begrĂŒĂŸte. NatĂŒrlich, besagtes „Fischlied“ fehlte auch nicht. Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse
den Fluss hinauf
auf HĂ€lfte des Sets hielt die Stimmung hoch, aber auch
StĂŒcke wie & Jay-Z singt uns ein Lied
wurden vom Publikum dankbar aufgenommen. Gefolgt von XOXO, einem Casper-Cover, den Thees Uhlmann noch einmal lobend
erwĂ€hnte und sich erfreut dazu Ă€ußerte, dass neben Acts wie Bushido und Sido
eben auch noch intelligente KĂŒnstler wie Casper auf die Nummer 1 kĂ€mpfen
können. Die Toten auf dem RĂŒcksitz
markierte anschließend den Schlusspunkt des Auftritts.

Auf derselben BĂŒhne brachten sich nun Florence + The Machine in Position, die mit einem soliden Best
Of-Set fĂŒr gute Laune sorgten und aktiv den Kontakt mit den Zuschauern suchten.
Ein Plan, der aufging. Dennoch: Die Neugierde war zu groß, was die mit vielen
Vorschusslorbeeren bedachten M83 auf
der Red Stage zu bieten haben. Deren Auftritt wurde durch die Absage von City
and Colour auf 20 Uhr vorverlegt, begann im Endeffekt aber bereits um 19:55
Uhr. Im Festivalprogramm als Shoegazer angekĂŒndigt, war dies ein eher falscher
Teaser fĂŒr die Band. Sicherlich waren irgendwo in der Musik noch Shoegazer- und
DreamPop-Wurzeln, aber vielmehr zeigte sich an dieser Einstufung, dass
Shoegazing lĂ€ngst ein Modewort geworden ist fĂŒr viel Musik, die mitunter mit
dem ursprĂŒnglichen Shoegazing wenig zu tun hat. Das jedoch nur am Rande und
damit zurĂŒck zur Show. Die war schließlich hervorragend! Indie-Rock-KlĂ€nge mit
Elektro-Einfluss, manchmal gar mit echten BlĂ€sern auf der BĂŒhne, was einen
hohen Party-Anteil aufwies. TatsÀchlich: M83 feierten in ihrem kurzweiligen
Auftritt mit dem sich bestĂ€ndig grĂ¶ĂŸer werdenden Publikum eine riesige Party,
die auch wieder diese besagten besonderen Festival-Momente bot. Wann erlebt man
schon mal, dass die Graben-Security – berufsbedingt stets mit dem RĂŒcken zur
BĂŒhne – plötzlich das Publikum zum Mitklatschen animieren? Oder gar mit
Wasserpistolen in die Menge spritzen? Eben! Ein denkwĂŒrdiger Auftritt und eine
der großen Überraschungen des Wochenendes.

Auch weiterhin ließ der Zeitplan keine LĂŒcken zu… Daher
gleich wieder zur Blue Stage zurĂŒck: Noel
Gallagher’s High Flying Birds
spielten schließlich auf. Im Gegensatz zu
Liam spielt Noel auch noch Oasis-StĂŒcke, was er gleich zu Beginn mit (It’s Good) To Be Free zeigte. So war
das Set dann eine gute Mischung aus Oasis-Nummern und Solo-StĂŒcken. Everybody’s On The Run und Dream On zum Beispiel zeigten gut,
welche StÀrken der Àltere der beiden Gallaghers auch solo hat. Mal hymnisch,
mal trotzig stampfend, immer voll bei der Sache, so prÀsentierte sich Noel
Gallagher. Was dabei ĂŒberraschte: Er war richtig zahm. Auf die Musik wirkte
sich das natĂŒrlich nicht aus, aber man hatte hier tatsĂ€chlich den Eindruck,
Noel Gallagher sei der freundliche Musiker von nebenan, mit dem man sich auch
gerne mal auf einen Kaffee trifft. Die Sympathien des Publikums waren ihm so
oder so sicher, sodass jedes StĂŒck in frenetischem Applaus mĂŒndete. Ein
Highlight war dabei unter anderem seine Parade-Ballade Talk Tonight, die ja im Grunde auch bei Oasis schon eher ein
Solo-StĂŒck von Noel war. Auch dieses ruhige StĂŒck konnte die Zuschauer
begeistern. Weiterhin ruhig bis rockig, zwischen Oasis und High Flying Birds,
spielte sich Noel Gallagher hin zum großen Finale, das er nach Little By Little mit Don’t Look Back In Anger bot. Da reicht
es auch, wenn er nur den halben Text singt, denn diese
generationen-ĂŒbergreifende Hymne konnte hier jeder mitsingen. GĂ€nsehĂ€ute, sich
in den Armen liegende Menschen, große Euphorie – ein grandioser Schluss. Alles
richtig gemacht, Herr Gallagher! Und dabei ein definitives Highlight des
Hurricane Festivals 2012 geboten.

Es folgte eine lÀngere Umbau-Pause, die sich beispielsweise
gut mit den Hardcore- und Punk-KlÀngen von Rise
Against
auf der Green Stage ĂŒberbrĂŒcken ließ, die hier das Publikum voll im
Griff hatten. Auf der Blue Stage ging es dann erst um 22:30 Uhr weiter, mit
einer Band, die auf den ersten Blick ĂŒberraschend diesen spĂ€ten Slot innehatte:
Mumford & Sons waren zu sehen. Lange
ließen sie sich trotz Verletzung des Frontmanns auch nicht bitten, sondern
spielten gleich an zweiter Stelle mit Little
Lion’s Man
einen ihrer großen Hits und traten den lebenden Beweis an, dass
man auch mit Folk-KlĂ€ngen eine BĂŒhne wie die des Hurricane Festivals zu spĂ€ter
Stunde bespielen kann und damit das Publikum in VerzĂŒckung versetzen. Mit
Rock-Einfluss und Spielfreude, hÀufig auch mit Streichern, prÀsentierten sie
ein gelungenes Set, das mal minimalistisch und mal mit den ganz großen Gesten
begegnete und es auch schaffte, gegen Blink-182 auf der Green Stage zu
bestehen. Ein ĂŒberraschend guter Auftritt, der auch die spĂ€te Spielzeit durch
und durch rechtfertigen konnte.

WĂ€hrend Blink-182
auf der Green Stage einen Auftritt hinlegten, wie man ihn von der Band gewohnt
ist, eben punkig und mit viel Spaß an der Sache, waren um 00:30 Uhr auf der
Blue Stage Justice an der Reihe, die
vor allem eines wollten: Die Menschen zum Tanzen zu bewegen. Aber da war eben
noch etwas: Garbage als heiß
ersehnte Band spielten auf der Red Stage. Ob es nun an der Haarfarbe der
SĂ€ngerin liegt, dass sie auf der Red Stage spielten, kann man nur vermuten,
aber man kann feststellen: Die BĂŒhnenplanung war an dieser Stelle – Ă€hnlich wie
am Vortag bei Casper – nicht ganz so optimal, denn es waren dann doch mehr als
zwei bis drei Leute, die Garbage sehen wollten. Um 01:00 Uhr eröffneten sie mit
Automatic Systematic Habit zunÀchst
mal mit dem Opener des aktuellen Albums Not
Your Kind Of People
, zollten danach aber schnell der Tatsache Tribut, dass
die Fans eben auch die großen Hits hören möchten. Wie zum Beispiel das gleich
darauf folgende I Think I’m Paranoid.
Zwar wurde immer mal eines der neuen StĂŒcke eingewoben, aber im Mittelpunkt
standen Klassiker wie Stupid Girl, Vow, Queer
und wie sie alle heißen. NatĂŒrlich sehr zur Freude des Publikums. Zum Abschluss
spielte die Band um Shirley Manson dann mit Only Happy When It Rains ihren
vielleicht grĂ¶ĂŸten Hit und ließ auch am zweiten Festival-Tag ein zufriedenes
Publikum zurĂŒck.

Sonntag, den 24.06.2012:

Ein Blick aus dem Fenster am frĂŒhen Sonntagmorgen und es
kommt der Gedanke: Verflucht sei Shirley Manson. Musste das sein mit Only Happy When It Rains als
Schlussnummer des gestrigen Garbage-Sets? Naja, vermutlich war dann doch eher
der Wettergott schuld an dem Schlamassel. Oder einige der Festivalbesucher
haben schlichtweg am Vortag nicht aufgegessen… Aber da es ja bekanntlich sowieso
nicht das falsche Wetter, sondern nur die falsche Kleidung gibt: Ein weiteres
Mal in den Wagen geschwungen und nach Scheeßel gereist, einen Parkplatz auf
Matschrisiko-befreitem Boden gesucht und es ging wieder los. Hurricane Festival
2012, Tag 3!

Wie schon die beiden vorigen Tage: Es begann erneut an der
Blue Stage. Zu frĂŒher Stunde, genauer gesagt um 13:25 Uhr, spielte bereits Selah Sue, die bei den niederlĂ€ndischen
und belgischen Nachbarn auf Platz 2 und Platz 1 charten konnte, hierzulande
aber noch nicht die Aufmerksamkeit erhielt, die ihr zusteht. Dass sie was kann,
zeigte sie in Scheeßel deutlich. Ihre vor allem Soul-geprĂ€gte Musik mit
funkigen EinflĂŒssen und Reggae-Elementen funktionierte auch im Scheeßeler
Dauerregen gut. StĂŒcke wie das melodisch-trotzende Raggamuffin oder auch Crazy
Vibes
als tanzbare Soul-Nummer sorgten fĂŒr einen kurzweiligen Auftritt, bei
dem sich die junge Belgierin sicherlich auch einige neue Hörer erspielt haben
dĂŒrfte.

Kommen wir nun zur Verleihung der Goldmedaille in der
Disziplin „Abgefahrenheit“. HierfĂŒr kann es an diesem Wochenende nur einen
Gewinner geben, der allerdings ab 14:15 Uhr auf der Red Stage zu beschÀftigt
war, um diesen Preis persönlich entgegenzunehmen: Die Antwoord. Ninja, „o-Landi Vi$$er und DJ Hi-Tek aus Kapstadt
spielten einen Auftritt, der HipHop-Persiflage und grandiose HipHop-Show in
einem bot. Und sie feierten hier eine riesige Party. Zu knackigen Beats, großer
BĂŒhnenshow mit viel Bewegung, KostĂŒmwechseln und „o-Landis Schlumpfstimme hatte
man keine andere Möglichkeit, als begeistert mitzugehen bei StĂŒcken mit Titeln
wie Fatty Boom Boom oder Wat Kyk Jy. Eines von vielen Highlights
auch: Ihre Enya-„Coverversion“ zu Sail
Away
, ergÀnzt um pointierte Raps und die Antwoord-typische Ironie. Zum
Schluss dann mit I Fink U Freeky die
wohl bekannteste Nummer des Trios. Mögen vorher noch Fragen offen gewesen sein,
so wusste man spÀtestens jetzt: Hier ist Die Antwoord! Ein hervorragender
Auftritt im strömenden Mittagsregen.

Schon ging es mal wieder rĂŒber zur Blue Stage, um zu
begutachten, was Frank Turner & The
Sleeping Souls
dort so treiben. Und das konnte sich gut sehen und hören
lassen: Seine folkig-inspirierten Singer-Songwriter-KlÀnge funktionierten auch mit
Band hervorragend. Peggy and the Blues
zum Beispiel ging nicht nur unter die Haut, sondern versetzte das Publikum in
seinen verschiedensten und teils in höchstem Maße kreativen Regenoutfits
ordentlich in Bewegung. Dass er auch zĂŒnftig rocken kann, bewies die
Rock-Version von Long Live The Queen.
Trotz des hohen Tempos und der Tatsache, dass Frank Turner sich gelegentlich
die Seele aus dem Leib schrie, blieb das Feeling des StĂŒcks erhalten und war
einer der Höhepunkte des kurzweiligen Sets. Frank Turner zeigte sich erneut als
einer dieser Musiker, mit dem man bei einem Festival kaum etwas verkehrt machen
kann. In diesem Sinne: „Netter Kontakt, gerne wieder! Aber bitte bei trockenerem
Wetter.“

Fiel es schon Freitag und Samstag auf, so musste man sich am
Sonntag dann endgĂŒltig eingestehen: Manche BĂŒhnenplanungen sind einfach alles
andere als optimal, manche gar völlig fehl am Platz. Auch wenn die Red Stage in
diesem Jahr kein Zelt mehr ist: Kraftklub
hĂ€tten mit ihrer großen AnhĂ€ngerschaft auch locker die Green Stage ausgefĂŒllt.
Stattdessen standen die Menschen bis in die HĂ€ndlermeile hinein, weil die
KapazitÀt der Red Stage mehr als gesprengt war. Der Party tat dies keinen Abbruch,
nur dass eben nicht alle teilnehmen konnten. Die StĂŒcke von Mit K sorgten fĂŒr kollektive
Party-Stimmung, die das Wetter völlig vergessen ließ. Die Berlin-Persiflage Ich will nicht nach Berlin ĂŒberzeugte da
genauso wie Songs fĂŒr Liam mit seinem
immens hohen Tempo. Aber auch die StĂŒcke, die bisher nicht als Single
ausgekoppelt wurden, schienen dem Publikum weitestgehend bekannt gewesen zu
sein. Kein Wunder, ist es doch schließlich ein Nummer 1-Album. Im Endeffekt ein
sehr guter Auftritt einer Band, die genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort
war, hier jedoch leider auf die falsche BĂŒhne gelegt wurde.

Auf der Red Stage geblieben, folgte dann Kontrastprogramm.
Die beiden jungen Damen von Boy
waren an der Reihe. Die Kombination aus Regen, Boy und großer Festival-BĂŒhne
ist zwar nicht gescheitert, aber mit ihren teils intimen KlÀngen konnten Boy
nicht auf ganzer Linie ĂŒberzeugen. Dabei war ihr Auftritt keineswegs schlecht.
Sonja Glass und Valeska Steiner haben ihren ur-eigenen Charme, eine versierte
Band im GepÀck und wirklich hochkarÀtige Songs, die sie hier ebenso gekonnt wie
gut gelaunt prĂ€sentierten. Gerade treibendere Nummern wie Little Numbers konnten das Publikum fĂŒr sich einnehmen. Das
einzige, was diesem Auftritt schlussendlich fehlte, war das gewisse Etwas, das
die Stimmung auf den richtigen Pegel brachte. Aber es sind schließlich auch die
ersten Festival-Auftritte, die Boy derzeit spielen. Da ist noch viel Luft nach
oben!

Schnell mal rĂŒber zur Green Stage, um ein großes Comeback zu
feiern… Nein, Kettcar haben
natĂŒrlich nicht pausiert. Die Sonne aber, die sich nun auf einmal zeigte,
hingegen schon. So trafen Kettcar und das Sonnen-Comeback zusammen, um
gemeinsam einen schönen Auftritt zu zelebrieren, bei dem die Mannen um Marcus Wiebusch
die Variante „Nummer Sicher“ wĂ€hlten: Ein Hit-lastiges Best Of-Set. Keine
schlechte Idee, wie die Publikumsreaktionen belegten. Zum Beispiel gleich an zweiter
Stelle Deiche, das druckvoll nach
vorne ging und das Kettcar-typische Feeling verbreitete. Oder auch 48 Stunden, das in etwas ruhigerer
Manier ebenso erfreut vom dankbaren Publikum angenommen wurde. So spielten sie
sich durch das Repertoire ihrer inzwischen auch schon langen Laufbahn bis hin
zum Evergreen und Klassiker LandungsbrĂŒcken
raus
. Ganz Schluss sollte damit dann aber noch nicht sein: Marcus und Lars
Wiebusch beendeten das Set in Duo-Besetzung mit Balu und rundeten balladesk einen sehr gelungenen Auftritt ab.

19:15 Uhr, die Trockenheit hat nicht wirklich angehalten,
und es geht mal wieder rĂŒber zur – trotz der einen oder anderen ÜberfĂŒllung –
liebgewonnenen Blue Stage, um dem Auftritt von Katzenjammer beizuwohnen. Zwar waren auch Katzenjammer zu
beschĂ€ftigt, um die Silbermedaille in der Disziplin „Abgefahrenheit“ persönlich
entgegenzunehmen, aber auch sie boten einen gelungenen und abgefahrenen
Auftritt. Die vier norwegischen Multi-Instrumentalistinnen, die hier mit
zweistelliger Instrumentenzahl angereist waren (neben den ĂŒblichen
Rock-Instrumenten auch Akkordeon, Geige, Mundharmonika, Banjo, Ukulele,
Glockenspiel und viele weitere), sorgten auf ganzer LĂ€nge fĂŒr eine
hervorragende Laune und erzeugten eine atmosphÀrische Mischung aus Jahrmarkt,
Hafenkneipe, Rockabilly-Club, Polka-Session und mehr. Was dabei auch nicht
fehlen durfte: Ihre charmant-eigenwillige Genesis-Coverversion zu Land of Confusion. Ein Cover, das sich
im Mittelteil der Show gut ins gesamte Set einfĂŒgte, bevor man nach Nummern wie
A Bar in Amsterdam und Der KapitĂ€n mit Ain’t No Thang den Auftritt beendete. Schade, denn da hĂ€tte man
gerne noch lÀnger zugesehen und zugehört.

Bevor man sich bei den Headlinern entscheiden musste, wo man
hinwill, lohnte sich noch ein Besuch auf der Red Stage, wo die australischen
Durchstarter von The Temper Trap
einen gefĂŒhl- und druckvollen Auftritt hinlegten. Man merkte, dass die Herzschmerz-getrĂ€nkten
StĂŒcke der aktuellen selbstbetiteln Platte durch das Ende der Beziehung von
SĂ€nger Dougy Mandagi stark beeinflusst sind, aber wie wir alle wissen: FĂŒr
große Musik ist das oft die beste Inspiration. So stark der vorige Schmerz, so
groß die hinterher entstehende Begeisterung bei den Zuschauern. Man möchte
meinen, der Regen hĂ€tte hier sogar gepasst – sofern man bei einem Open Air
ĂŒberhaupt das Wort „passend“ mit Regen in Verbindung bringen möchte.

WĂ€hrend vorwiegend die jĂŒngeren Besucher nun zur Green Stage
pilgerten, um Die Ärzte zu sehen,
die auf Festivals eigentlich immer eine sichere Sache sind, entschieden sich
vorwiegend diejenigen, die schon ein wenig lÀnger dabei sind, zum Abschluss noch
einmal zur Blue Stage, um einem der seltenen Deutschland-Auftritte von New Order beizuwohnen. Wie schon am
Freitag die Sportfreunde Stiller ihre Auftrittszeit aufgrund des parallel
stattfinden Fußballspiels verflucht haben dĂŒrften, ging es Bernard Sumner
vermutlich Ă€hnlich: Er „durfte“ parallel zum Spiel der EnglĂ€nder gegen Italien
auf die BĂŒhne. Dennoch ging er konzentriert zur Sache und spielte mit seiner
Band nicht nur ein Best Of-Set, sondern wob auch ein bisschen Joy Division mit
in den Auftritt ein. So zum Beispiel nach Ceremony,
als sie Isolation spielten. Was
hierauf folgte, waren dann die großen Hits, vom Publikum dankend angenommen. Bizarre Love Triangle, True Faith, Blue Monday – das Programm, wie man es sich erwĂŒnscht hat und
glĂŒcklicherweise auch bekam. Der Abschluss dann noch einmal ein großer Moment
fĂŒr die Musikhistoriker: Love Will Tear
Us Apart
! Kann man den Abschluss besser begehen? Nicht nur ein gelungener
Abschluss fĂŒr New Order, sondern auch ein gelungener Abschluss des Hurricane
Festivals 2012.

Zeit, glĂŒckselig nach Hause zu fahren, zu trocknen, die
versaute Kleidung zu waschen und in Erinnerungen an ein schönes Wochenende in
Scheeßel zu schwelgen. Die nĂ€chste Runde findet dann vom 21. bis 23.06.2013
statt.

Wir haben fĂŒr euch Galerien mit
Bildern der einzelnen Festivaltage zusammengestellt, die ihr hier oder durch
Anklicken der Bilder erreichen könnt:

Galerie Hurricane Festival Tag 1 (Freitag, den 22.06.2012)

Galerie Hurricane Festival Tag 2 (Samstag, den 23.06.2012)

Galerie Hurricane Festival Tag 3 (Sonntag den 24.06.2012)

Autor: Marius Meyer
Fotos: Michael Gamon

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Galerie Hurricane Festival Tag 1 (Freitag, den 22.06.2012)

Weitere Fotos des Events gibt es hier

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Galerie Hurricane Festival Tag 2 (Samstag, den 23.06.2012)Weitere Fotos des Events gibt es hier

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Galerie Hurricane Festival Tag 3 (Sonntag den 24.06.2012)Weitere Fotos des Events gibt es hier

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