Aida Night of the Proms – Köln, Lanxess Arena (17.12.2011)

Geschätzte Lesezeit: 6 Minute(n)

Seit ĂŒber 25 Jahren ist Night of the Proms das Live Event par Excellence. Dieses Jahr wurde das Spektakel erstmalig vom Clubschiff Aida prĂ€sentiert. Das Motto „Pop meets Classic“ lockte bis dato eine halbe Millionen Zuschauer an und nationale und internationale Stars gaben sich die Klinke in die Hand. Mit Joe Cocker, Sting, Bryan Ferry, Meat Loaf, Mike Oldfield und The Alan Parsons Project seien hier nur einige Stars genannt. 2011 sorgten dann Alison Moyet, Div4s, John Miles, Stanfour, Nile Rodgers und Seal fĂŒr volle Hallen. In der Klassik Abteilung waren Robert Groslot und sein Orchester Il Novecento, der Chor Fine Fleur und die „Notp“ Hofkapelle Electric Band fĂŒr musikalischen Genuss verantwortlich.

Ziemlich pĂŒnktlich um 20 Uhr ging das Saallicht aus und gab den Blick auf die gut gefĂŒllte BĂŒhne frei. Mit leuchtenden blauen Lichtern begrĂŒĂŸte das Publikum die Musiker auf der BĂŒhne, wĂ€hrend ein kurzer Film auf der Leinwand eine EinfĂŒhrung in die Welt der Aida zeigte. Anschließend ging es dann richtig los und das Orchester spielte die „Leichte Kavalerie“ von Franz von SuppĂ© und im weiß-dunklen Licht prĂ€mierten die GĂ€ste dies mit einem Klatschkonzert allererster GĂŒte. Allein hier kam schon eine wohlige AtmosphĂ€re auf, die den gesamten Abend anhalten sollte, denn selten hat man ein so gut aufgelegtes Publikum gesehen.

Die von Andrea Boccelli entdeckten Div4s [GALLERY] brachten ein schönes Medley, in dem Denise, Isabella, Vittoria und Sofia zeigten, dass sie außer gut auszusehen auch stimmlich ĂŒberzeugen konnten. Hinzu kam, dass die vier Ladys durch Licht- und BĂŒhnenshow sehr gut in Szene gesetzt wurden. John Miles kann man sich bei den Proms gar nicht mehr wegdenken, ist er doch seit jeher mit von der Partie und heute Abend gab er der jĂŒngst verstorbenen Soul Diva Amy Winehouse ein StĂ€ndchen und „Valerie“ brachte er gar nicht mal so schlecht ĂŒber die Lippen. Die deutsche Band Stanfour [GALLERY] war dann der nationale Act des Abends und brachte durch Rockpop KlĂ€nge die Halle in Bewegung. Der Hit „For all Lovers“ sorgte fĂŒr VerzĂŒckung und bei „Life without you“ kamen dann wieder die weißen und blauen Lichter des Publikums zum Einsatz.

Höchst amĂŒsant wurde es dann mit dem DJ Battle „ll Novecento & DJ Replay“ [GALLERY], indem jeder mögliche und unmögliche Popsong und jedes KlassikstĂŒck zusammengewurschtelt und verarbeitet wurde. Ein „Live Remix“ quasi und ein Riesenspaß fĂŒr junge und Ă€ltere Semester, bei dem sogar die Orchestermusiker „den Jackson“ tanzen durften. Die Div4s prĂ€sentierten dann mit „The Player“ wieder besinnlichere Töne und verzauberten nicht nur mit ihren glasklaren Stimmen, sondern auch mit ihrer Anmut die Lanxess Arena. Fine Fleur mixten Klassik mit Pop bei „Rolling in the Deep“ von Adele und „Agnus Dei“ und was soll man sagen? Es funktionierte, und zwar perfekt!

„Studio 54“ Feeling kam anschließend mit Nile Rodgers [GALLERY] und seinen „Chic“ auf, denn es wurde soulig, funkig und sehr „Disco“. Der alltime Classic „Le freak“ war einfach Spaß pur und kaum jemand blieb auf seinem Platz sitzen, genau wie bei „Good times“, bei dem einige Zuschauer mit auf die BĂŒhne kommen, tanzen und mitfeiern durften. Besonders gut rĂŒber kam die „RapperÂŽs Delight“ Einlage im Song und nachdem alle zufrieden ausgefeiert hatten, gab es fĂŒr Musiker und Fans eine wohlverdiente Pause, bis bei dem Filmmusik Medley das Saallicht wieder erlosch und Il Novecento, Fine Fleur, Backing Singers und John Miles den Walt Disney Streifen „Der König der Löwen“ durch „Circle of Life“ und „Can you feel the love tonight“ vertonten.

Nach diesem Intermezzo schwebte „New Wave“ Ikone Alyson Moyet [GALLERY] mit dem jazzigen „The Old Devil“ auf die BĂŒhne der Arena und ĂŒberzeugte mit ihrer genialen Stimme. Auch „All Cried out“ aus Ihrer erfolgreiche Solokarriere klang mit Orchester wie ganz großes Kino. Der Yazoo Klassiker „DonÂŽt go“ klang recht funkig und war nach gefĂŒhlten drei Minuten bereits wieder vorbei, so kurzweilig kam einem diese Neuinterpretation vor.

Zum kleinen AmĂŒsement fĂŒr Zwischendurch gab es den klassischen Sketch „The Typewriter“ von Jerry Lewis zu bestaunen, bei dem eine Dame aus dem Publikum sehr gekonnt assistieren durfte. Eine nette Nummer, aber wer an das Gummigesicht Lewis denkt, irgendwie unnötig.

Von der kanadischen Opern- und MusicalsĂ€ngerin Anna Maria Kaufmann wurde (angeblich per LiveĂŒbertragung auf Leinwand) das Filmthema erneut aufgegriffen und Songs aus „Mozart“, „The Shawshank Redemption“ und „The King’s Speech“ musikalisch intoniert. Durch einen fließenden Übergang wurde man zur Performance des britischen Superstars Seal [GALLERY] ĂŒbergeleitet, der Mann mit der samtenen Soulstimme, der unterstĂŒtzt von den Div4as „Kiss from a Rose“ zum Besten gab, bevor er fĂŒr kurze Zeit die BĂŒhne verlies, um Platz fĂŒr die hĂŒbschen Damen zu machen, die „Conte Partrio“ so gekonnt schmetterten, dass man meinte, gleich Henry Maske um die Ecke kommen zu sehen. Eine bezaubernde Darbietung.

Anschließend wurde das Unvermeidliche zelebriert: John MilesÂŽ „Music“ [GALLERY], bei dem die BĂŒhnenzauberer am Licht und Sound alles gaben, um den Klassiker angemessen abzufeiern. Die Fans klatschten nicht nur großen Beifall, sondern sorgten mit ihren LeuchtstĂ€ben fĂŒr ein wunderschönes Lichtermeer und unterstrichen somit den epischen Charakter des StĂŒckes.

Mister Seal eroberte nach diesem Happening die BĂŒhne zurĂŒck und erfreute nicht nur durch den coolen Song „Papa was a Rolling Stone/Killer“ und seine Smash Hits „Crazy“ und „Amazing“, sondern auch durch seine unbĂ€ndige Power, geniale Stimme und „Mega Sympathie Bonus“. Wie ein losgelassener Tiger joggte er durch die mit 14000 Menschen prall gefĂŒllte Arena (seine Bodyguards kamen kaum hinterher), reichte den Fans die Hand, sang und feierte mit ihnen und sorgte damit fĂŒr einen der besten Auftritte des Jahres 2011. SpĂ€testens nach dieser Performance war die ganze Halle Fan des gutgelaunten Briten. Zu Recht!

FĂŒr das große Finale versammelten sich noch einmal alle KĂŒnstler [GALLERY] des gelungenen Abends auf der BĂŒhne und sangen „We are family“. Und genau so kamen die Musiker herĂŒber: wie eine große, glĂŒckliche Familie. Der tosende Abschiedsapplaus der Fans sprachen eine eindeutige Sprache:

Aida Night of the Proms 2011 – war einfach „Amazing“

Setlist:
01. Il Novecento – Overture “Leichte Kavalerie” (Overture from the operetta ‘Leichte Kavalerie’ by Franz von SuppĂ©)
02. Div4s – Div4s Medley
03. John Miles – Valerie (Amy Winehouse cover)
04. Stanfour – For all Lovers
05. Stanfour – Wishing you well
06. Stanfour – Life without you
07. Il Novecento & Fine Fleur – Overture “Ruslan and Ludmilla” (Overture from opera ‘Ruslan and Ludmilla’ by Michail Iwanowitsch Glinka) & Carmina Burana
08. Il Novecento & DJ Replay – DJ Battle (with several Pop and Classic songs)
09. Div4s – The Prayer
10. Fine Fleur – Rolling Agnus (Mix of ‘Rolling in the Deep’ by Adele and ‘Agnus Dei’)
11. Chic feat. Nile Rogers – I want your Love
12. Chic feat. Nile Rogers – Le Freak
13. Chic feat. Nile Rogers – Good Times
– Pause –
14. Il Novecento, Fine Fleur, Backing Singers, John Miles – Lion King Suite (with several songs and movie themes, i.e. ‘Circle of Life’ and ‘Can you feel the love tonight’)
15. Alison Moyet – That ole Devil called Love
16. Alison Moyet – All cried out
17. Alison Moyet – Don’t go (Yazoo song)
18. Il Novecento & Patrick De Smet – The Typewriter
19. Il Novecento & moderation by Anna-Maria Kaufmann – 3 Movies (with movie scores for ‘Mozart’, ‘The Shawshank Redemption’ and ‘The King’s Speech’)
20. Seal – Kiss from a Rose
21. Div4s – Con te Partiro
22. John Miles – Music 2005
23. Seal – Papa was a Rolling Stone / Killer
24. Seal – Amazing
25. Seal – Crazy
26. All artists – We are Family (Song by Sister Sledge, composed by Bernard Edwards and Nile Rodgers)

Die kompletten Fotosets erreicht ihr ĂŒber die [GALLERY]-Links oder anklicken der entsprechenden Fotos.

Autor: Frank Stienen
Fotos: Michael Gamon

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