Nocturnal Culture Night 2011 Tag 3 – Deutzen, Kulturpark (04.09.2011)

Geschätzte Lesezeit: 7 Minute(n)

Der dritte Tag der Nocturnal Culture Night lockte nicht nur mit einem Bombenwetter sondern genauso mit einer Menge toller Bands. Auf der kleinen BĂŒhne zeigte sich der zweite NCN- Geheimtipp nova- spes mit einer ordentlichen Portion elektronischer KlĂ€nge dem Festivalpublikum und klatschte sich ab mit den rockigeren Herrschaften von Schöngeist und mit stimmungsvollen KlĂ€ngen des weiblichen L’Ăąme Immortelle- Stimmchens Sonja Kraushofer mit ihrem Projekt Persephone. Die große BĂŒhne fuhr nicht weniger interessantes Klangwerk auf und so wurde mit Eyes Shut Tight, Future Trail und Blind Passenger eine ansprechende Mischung aus Rock und allerlei Elektro geliefert.


Krypteria

Wir fanden unseren Weg zur Deutzener KulturbĂŒhne an jenem Tag erst zu Krypteria, die der Menge mit wohlklingendem Symphonic- Metal einheizen wollten. NatĂŒrlich fanden sich eine Menge Fans vor der großen BĂŒhne ein, die nicht nur an der Musik der zunĂ€chst als Musical Projekt gegrĂŒndeten Formation Gefallen fanden, sondern auch die starke Frontfrau Ji-In Cho endlich einmal oder erneut live erleben wollten. Und jene schlug sich an diesem Tage wirklich wacker, vor allem, was das VerhĂ€ltnis aus knallender Sonne und dem Wetter angemessener Kleidung betraf. In langem Ledermantel und Ledercorsage, die beide figurbetonter nicht hĂ€tten sein können, hetzte die asiatische Schönheit von einem Winkel der BĂŒhne zum nĂ€chsten und beglĂŒckte die Menge mit Hilfe ihrer begabten Band mit Songs wie „My Fatal Kiss“, „As I slowly Bleed“ oder „Shoot Me“. Ein wirklich gelungener Auftritt, der sicher nicht nur die Fans begeisterte, sondern bei vielen Fotografen unter Garantie auch fĂŒr VerzĂŒckung sorgte!

Setlist
01. My Fatal Kiss
02. Sweet Revenge
03. Messiah
04. Somebody Save Me
05. Scream
06. Out Of Tears
07. The Promise
08. As I Slowly Bleed
09. The Night All Angels Cry
10. You Killed Me
11. Fly Away With Me
12. Live To Fight Another Day
13. Ignition
14. Shoot Me
15. Outro


Staubkind

Im Anschluss an Krypteria ging es auf der kleinen BĂŒhne mit einem Maximum an dĂŒsterem Rock/ Pop weiter. Staubkind, die Band um den charismatischen Louis Manke, sollte zum wiederholten Male Einzug auf den BĂŒhnen Deutzens halten. Und auch wenn Staubkind ihre Fans schon eine Weile auf Neues in Sachen Musik warten lassen, war es doch bisher immer wieder ein Genuss, die altbekannten Songs live zu genießen und ordentlich mit der sympathischen Band zu feiern.
Nach einem stimmungsvollen Intro legten Louis und seine Mannen dann auch direkt mit „Halt Mich“ los und schmetterten nach und nach immer mehr Kracher wie „Keine Sonne“ oder „Ausgebrannt“ in die schon etwas erschöpfte Menge. Ob es nun an der WĂ€rme lag oder sich die Fans schon an den vorangegangenen Tag so sehr verausgabt hatten, dass man bei Staubkind ungerechter Weise verschnaufen wollte…mitunter wirkte das Publikum wirklich etwas erledigt. NatĂŒrlich ließ der quirlige Manke dies nicht auf sich sitzen und so feuerte er die Menge immer wieder an und siehe da – als viele mitmachten, fĂŒhlten sich auch die letzten von der Stimmung angesteckt. Neben einer Menge toller Songs von ihren beiden erfolgreichen Alben „TraumfĂ€nger“ und „Zu Weit“ hatten die Staubkinder auch neue StĂŒcke wie „Gnadenlos“ und „ Meine LĂŒgen“ dabei, die ebenso gut bei den Fans ankamen wie das Altbekannte.

Setlist
01. Intro
02. Halt mich
03. Viel mehr
04. Keine Sonne
05. Gnadenlos
06. Ausgebrannt
07. Zu Weit
08. Königin
09. Wunderschön
10. Meine LĂŒgen
11. Schlaflied
12. Ein Traum (Z)
13. Mein Herz (Z)
14. Ohne dich (Z)


DAF

Vor der großen BĂŒhne war es bereits wĂ€hrend des Staubkind Auftrittes schon mĂ€chtig voll geworden. Alles fieberte einer der einflussreichsten Bands in Sachen elektronischer Musik entgegen. DAF – Deutsch Amerikanische Freundschaft – war auch fĂŒr mich an diesem Tag die Band, auf die ich mich am meisten gefreut hatte. Auf mehr als 30 Jahre BĂŒhnen- und Musikerfahrung kann die einst in Wuppertal gegrĂŒndete Formation von Gabi Delgado- LĂłpez und Robert Görl schon zurĂŒckblicken und ihre Mischung aus Electro- Punk, EBM und Neue Deutsche Welle fasziniert seither Fans aus der ganzen Welt.

Als Robert und Gabi dann endlich die BĂŒhne betraten, war die Freude hörbar groß. Und wĂ€hrend Robert sich gewohnt unauffĂ€llig hinter den Drums positionierte, ließ Gabi das ganze Gejubel erst einmal auf sich wirken, bevor er zu „Verschwende Deine Jugend“ ausholte. Sofort setzte nicht nur er, sondern auch die Menschenmenge vor der BĂŒhne sich in Bewegung und feierte, was das Zeug hielt. Immer wieder luden DAF durch und schossen nach und nach all ihre bekannten und beliebten Kracher in die Menge. Ob „Der Mussolini“, „Du Bist DAF“ oder „Als WĂ€r’s Das Letzte Mal“ – jeder Ton, jeder Beat schlug ein wie eine Bombe. Nach 18 Songs war das eigentliche Set zu Ende und natĂŒrlich legten Robert und Gabi noch zwei Titel nach, bevor sie das Publikum glĂŒcklich, zufrieden und ausgepowert zurĂŒckließen. Ein wirklich toller Auftritt einer faszinierenden Band!

Setlist
01. Intro
02. Verschwende deine Jugend
03. Ich und die Wirklichkeit
04. Der Mussolini
05. Ich Will
06. Muskel
07. Die Lippe
08. Mein Herz Macht Bum
09. Algorithmus
10. Rote Lippen
11. Liebeszimmer (Opium Mix)
12. Du Bist DAF
13. Sato Sato
14. Alle gegen Alle
15. Nachtarbeit
16. Der Sheriff
17. Die LĂŒge
18. Als wĂ€r’s das letzte Mal
19. Der RĂ€uber und der Prinz (Z)
20. KebaptrÀume (Z)


Fixmer/McCarthy

Hatte sich Nitzer Ebb- Frontmann Douglas McCarthy gerade bei DAF noch unter die Menschenmenge gemischt, um das Spektakel ebenfalls zu erleben, so sollte er wenig spĂ€ter mit dem französischen Techno- Produzenten Terence Fixmer selbst auf der BĂŒhne stehen. Wie zu erwarten war, gab es auch an der kleinen BĂŒhne einen riesigen Andrang, und fĂŒr eine Formation wie Fixmer/McCarthy fĂŒhlte sich die kleine BĂŒhne jetzt schon zu klein an. Aber da es ja bei EBM ohnehin durch das Tanzen immer etwas kuscheliger wird, stellte das an diesem Tag fĂŒr niemanden ein Problem dar. Die beiden Masterminds brachten in ihrem Set alles unter, was das Fanherz begehrte. Von hĂ€rteren Tracks bis hin zu etwas poppigeren Songs war alles dabei und alles wurde gewohnheitsgemĂ€ĂŸ mit großer Freude von der feiernden Menge aufgenommen. Der charismatische Douglas, der auch auf der NCN BĂŒhne immer wieder die HĂŒften kreisen ließ, schaffte es, mit Songs wie „And The Finally“, „Destroy“ oder „Like Voodoo“ die Menge in seinen Bann zu ziehen und zu begeistern. NatĂŒrlich wurde nach dem Hauptset schnell der Wunsch nach mehr laut und so legten die beiden SoundtĂŒftler noch mit ihrem Klassiker „Freefall“ nach. Fixmer/McCarthy lieferten als Headliner auf der kleinen BĂŒhne eine geniale Show auf hohem Niveau ab.

Setlist
01. Banging Down Your Door
02. Pistol Whipper
03. Through A Screen
04. I Run
05. Trans European
06. And The Finally
07. Blood And Music
08. Destroy
09. Look To Me
10. Like Voodoo
11. You Want it
12. Freefall (Z)


VNV Nation

Der Headliner auf der großen BĂŒhne sollte mindestens genauso namhaft sein, denn es wurde mit VNV Nation ein wahrer Future- Pop- Gigant aufgefahren. Mittlerweile gibt es die Formation um Frontmann Ronan Harris schon mehr als 20 Jahre und in jeder Schaffensphase schaffte es die Band, ihre Fans zu begeistern. Ob man sich eher den hĂ€rteren KlĂ€ngen, Techno oder poppigem Elektro zugewendet hatte – Anklang fanden Harris und seine Mannen immer. Genau wie an jenem Festivalsonntag, an dem der Anklang ebenso sehr groß war. So voll hatte ich die große BĂŒhne am ganzen Wochenende nicht erlebt und es war schon schwierig, noch einen Platz zu bekommen, bei welchem man einen guten Blick auf die BĂŒhne hatte. Die wahren Fans hatten sich natĂŒrlich schon lĂ€ngst formiert und positioniert und warteten gespannt mittig dicht vor der BĂŒhne auf ihren Future- Pop- Guru.

Als dann die ersten Töne von „Joy“ erklangen und Ronan die BĂŒhne betrat, war die Menge nicht mehr zu halten. Und obwohl man zunĂ€chst noch mit Soundproblemen zu kĂ€mpfen hatte, befand sich die Stimmung am Maximum. Ronan seinerseits war immer wieder begeistert ĂŒber diesen Applaus und saugte alles in sich auf, sprach viel mit seinen Fans, machte Witze und stellte sich an jenem Tag wirklich als Ă€ußerst stimmstark dar. Ob es das treibende „Testament“ oder das ruhigere, bewegende „Illusion“ war – die Töne saßen genau dort, wo sie hingehörten, was bei VNV Nation Auftritten nicht selbstverstĂ€ndlich ist. Mit seiner guten Laune und seiner wohlbekannten Dynamik steckte Ronan wirklich alles an, was sich vor der BĂŒhne tummelte und begeisterte das Publikum nicht nur mit den Klassikern, sondern auch mit neuen Songs wie „Space & Time“ und „Control“ vom aktuellen Album „Automatic“. Eine wirklich belebende Show und ein absolut angemessener Abschluss der Nocturnal Culture Night 2011!

Setlist
01. Joy
02. Tomorrow Never Comes
03. Testament
04. Darkangel
05. Further
06. Space & Time
07. Chrome
08. Illusion
09. Standing
10. Farthest Star
11. Control
12. Epicentre (Z)
13. Solitary (Z)
14. Beloved (ZZ)
15. Nova (Shine A Light On Me) (ZZ)
16. Perpetual (ZZ)

Und so gingen mit VNV Nation 3 erlebnisreiche Festivaltage im kleinen Deutzen zu Ende. Jeder einzelne Tag hatte seinen ganz besonderen Charme und viele tolle Bands machten die Fans, die im Vergleich zum vergangenen Jahr in wesentlich höherer Anzahl vertreten waren, restlos glĂŒcklich. Auch fĂŒr das NCN 2012 stehen schon einige musikalische Leckerbissen fest, darunter Peter Hook & The Light, Clan Of Xymox, Nosferatu und Beauty Of Gemina.

Wir sagen Dankeschön fĂŒr ein grandioses NCN 2011 und freuen uns schon auf nĂ€chstes Jahr!

Bilder des dritten Tages gibt es HIER in unserer Konzertgalerie: NCN Festival 2011 Tag 3

Autorin: Tanja Pannwitz
Fotos: Michael Gamon

 

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