THE YOUNG GODS – NL-Utrecht, Tivoli de Helling (11.04.2011)

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ZunĂ€chst mal sollte man nie vergessen, dass das Tivoli in Utrecht zwei Standorte besitzt. Das Vorprogramm haben wir dadurch leider grĂ¶ĂŸtenteils verpasst. Cercueil, ein sehr interessantes und unberechenbares Trio aus Lille, bestehend aus zwei Herren und einer Dame. Schade.

Aber auch die Young Gods sind in ihren 26 Jahren des Bestehens stets unberechenbar geblieben, was vielleicht auch mit der durch das Wort „Young“ im Namen verbundenen Verpflichtung einhergeht, der sie immer wieder aufs Neue und in beeindruckender Weise nachkommen. Sie haben sich damals eine gute Basis geschaffen und altmodisch klingen die jungen Götter auch heute noch immer nicht. Mit Schweizer Genauigkeit werden die Instrumente gestimmt und kontrolliert, woraufhin das Intro „Sirius Business“ von der aktuellen CD einsetzt, einem Vorboten innerhalb eines Konzerts, das zwar weitestgehend der vorlĂ€ufig letzten CD gewidmet ist, darĂŒber hinaus aber natĂŒrlich aber auch mit einigen Klassikern garniert wird.

Mit den ersten vier Songs des neuen Albums „Everybody Knows“ machen sie gleich klar das The Young Gods hier einen Mix aus verschiedenen Experimenten der vergangenen Jahre geschaffen haben. Vom typischen The Young Gods Sound, hin zum Ambient und dann plötzlich sogar akustisch. Nach ihrer Akustik-Tour vor ein paar Jahren vielleicht ein logischer Schritt und absehbar, aber immer noch passend und in ihrem eigenen typischen Sound unĂŒbertroffen. Der Sound war heute Abend wieder hervorragend, wie immer bei einem Auftritt der Young Gods. Wo andere Bands bei einer Live Performance manchmal die Details aus den Augen verlieren, sind die jungen Götter sich bewusst, dass es gerade diese Details sind, die ihre Musik so intensiv machen. Nichts geht verloren. Genau wie der Klang, ist auch die Lichtshow hervorragend orchestriert.

WĂ€hrend „Blooming“ ist die BĂŒhne in ein rotes GlĂŒhen gewandet und die vier Mitglieder werden von vier weißen Spots erhellt. Frontmann Franz Treichler verwendet den Spot, der am Fuß seines MikrofonstĂ€nders befestigt ist, um seine fast mystische Handbewegungen hervorzuheben und dann das Publikum zu beleuchten, um so den Zusammenschluss mit dem Publikum weiter zu verstĂ€rken. Ein junges Publikum „fast alle ĂŒber vierzig“ hat an diesem Montagabend das Tivoli gut gefĂŒllt.

Und The Young Gods möchte man nicht versÀumen!

Eine Band, die ihre Samples wie richtige Instrumente einsetzt. In der Vergangenheit war der Sound der Industrial-Band oft mit gesampeltem Gitarrenrauschen versetzt. Heute setzen Sie mehr und mehr die physische Gitarre ein, und man wird oft auf dem falschen Bein erwischt, wenn zum Beispiel die akustische Gitarre im Song „Mr Sunshine“ gesampelt daher kommt, wĂ€hrend der nĂ€chsten Song „Miles Away“ wieder eine „echte“, akustische Gitarre besitzt. The Young Gods verwenden die Samples dann als Instrumente, wenn es benötigt wird. Es entsteht eine ausgewogene Mischung aus Intensiv und akustisch, von hart bis still und von leicht nach dunkel. The Young Gods ganz einfach von ihrer besten Seite! Es macht ihnen deutlich Spaß heute Abend, aber ich muss sowieso sagen, dass mir bis heute alle Konzerte der Band gefallen haben. NatĂŒrlich gehören auch die Songs "Skin Flowers " und "Kissing the Sun" zum Set, Songs, die wir immer gerne hören. Das Publikum ist restlos begeistert, und auch ihre neuen Songs kommen gut an. Sowohl die alten, als auch die neuen Songs sind einfach zeitlos! Forever YOUNG? Wurde das Konzert noch mit dem Intro der neuen CD eröffnet, so wird es folgerichtig bei der zweiten Zugabe mit dem letzten Song des Albums beschlossen: „Once again“. Yes please! And again and again and again

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Setlist:
01. Sirius Business
02. Blooming
03. Tenter Le Grillage
04. No Land’s Man
05. Supersonic
06. About Time
07. Mr. Sunshine
08. Miles Away
09. Introducing
10. Everywhere
11. I’m The Drug
12. Envoyé
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13. Skinflowers (Z)
14. Kissing the Sun (Z)
15. C’est Quoi C’est Ça (Z)
16. Two to Tango (Z)
—-
17. Once Again (ZZ)

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind durch Anklicken der Sprechblase möglich) oder direkt durch Anklicken der jeweiligen Bandfotos.

The Young Gods:

Cercueil:

Autor: Bas Mercx
Fotos: Roger Op Den Camp

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