PROJECT PITCHFORK / HEAVY-CURRENT – K├Âln, Luxor (13.12.2009)

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Über Project Pitchfork konnten wir in diesem Jahr bereits mehrfach berichten, legten sie doch mit ihrem aktuellen Werk "Dream, Tiresias!" ein begeisterndes Album vor, dasmehr als nur den durch die letzten Alben verspielten Kredits bei den Fans der ersten Stunde zurückzahlte und auch ihre begleitenden Live-Auftritte wussten durchweg zu überzeugen. Jetzt, kurz vor Weihnachten stand eine weitere kleine Tour an, mit dem Unterschied, dass sie im Vergleich zum Frühjahr deutlich kleinere Clubs besuchten, um ihren Fans noch näher sein zu können. Wir waren im Kölner Luxor, sonst zumeist für kleine, aber feine Indie-Konzerte bekannt, dabei, ebenso wie die Vorband Heavy-Current aus Bielefeld.

Heavy-Current waren der erwartet gute Opener, passt die Band um Jan Weisbrod mit ihrem Synth-Rock-Sounds doch gut ins Pitchfork-Universum, ohne deren Musik kopieren zu wollen. Mehr oder weniger treibende Bassläufe schallen vom Band durch die kräftigen Lautsprecher und werden live von Thomas Hanns Gitarrensounds und dem Gesang von Jan Weisbrod angereichert. Auf einen Livedrummer hatten die beiden verzichtet, was dem Sound aber keinen Abbruch tat. Jan tanzte über die Bühne und posierte mit wilden, beschwörenden Gesten und das Publikum folgte ihm. Der Altersschnitt der Zuschauer übrigens für Luxor-Verhältnisse überraschend hoch, drängeln sich hier doch sonst zumeist Indie-Teenies Richtung Bühnenrand. Heavy-Currents Set dauerte knapp vierzig Minuten und die beiden wurden anschließend mit anerkennendem Applaus verabschiedet.

Nach einer knapp 25-minütigen Umbaupause fiel zunächst mal auf, dass Keyboarder Dirk ?Scheubi? Scheuber und Gitarrist Carsten Klatte die Plätze tauschten und Scheubi somit auf der für ihn ungewohnten rechten Seite seinen Platz einnahm. Weiter im Hintergrund machten es sich Schlagzeuger Achim Färber und Keyboarder Jürgen Jansen gemütlich, bevor Frontmann Peter Spilles die Bühne betrat. Insbesondere zu Beginn standen Peter und Scheubi ganz klar im Mittelpunkt des Geschehens, während die drei anderen im wahrsten Sinne des Wortes eher im Dunkeln standen. Später sollten aber auch sie immer mehr ins Licht treten. Los ging es nach einem kurzen Intro mit ?If I Could?, der ersten Single des aktuellen Albums, bevor die Band bei ?God Wrote? das Tempo deutlich anzog. Schon jetzt war klar, dass es ein toller Konzertabend in angenehmer Clubatmosphäre werden würde. Kurz darauf wurde Peter von einem Hörerwunsch überrascht, als sich Zuschauerin Kat(h)rin passend zur Jahreszeit den Song ?December Sadness? vom Chakra-Red-Album wünschte. Man würde erstmal weitermachen und sich derweil überlegen, ob dies machbar sei bekam sie als Antwort. Auf der Setlist stand der Song jedenfalls nicht. Wie schon auf der Frühjahrstour bescherten Project Pitchfork ihren Fans Songs aus allen Dekaden und insbesondere beim Klassiker ?Conjure? brannte der Baum. Hier tanzten und sprangen wirklich fast alle Anwesenden und feierten ausgelassen. Bei ?Alpha Omega? bekam Drummer Achim seinen großen Auftritt und unterhielt mit einem klasse Drumsolo, bevor nach ?Drone State? Kat(h)rin ihr vorzeitiges Weihnachtsgeschenk erhielt und die Jungs ungeprobt und quasi nur für sie ?December Sadness? intonierten. Das war nicht nur eine schöne Sache für die Fans, sondern auch für die Band selbst, der der Spaß danach förmlich anzusehen war. Und weiter ging es mit dem Trip durch zwanzig Jahre Bandgeschichte mit ?K.N.K.A.? und ?Lam Bras?, zwei weiteren ausgemachten Klassikern. Das zum tanzen einladende ?Existence? beendete nach neunzig Minuten den Mainset des Auftritts. Doch natürlich war?s das noch lange nicht und so kamen Project Pitchfork für zwei Zugabeblöcke wieder zurück auf die Bühne und präsentierten unter den sechs noch folgenden Tracks auch das von vielen erhoffte ?Souls?, vielleicht dem Hit der Hamburger. Nach einigem vergossenen Schweiß, einer großartigen Stimmung und gut zwei Stunden Spielzeit verabschiedete sich die Band mit ?Rescue? von ihren Fans, die der nächsten Gelegenheit auf ein Wiedersehen sicher schon wieder entgegenfiebern. Neben weiteren Clubauftritten wird das z.B. auch am Samstag beim Dark Dance Treffen in Lahr und am ersten Weihnachtstag beim Dark Storm Festival in Chemnitz der Fall sein.

Setlist:
01. Intro
02. If I Could
03. God Wrote
04. Requiem
05. Carnival
06. Nasty Habit
07. Revolution Now
08. Human Crossing
09. Conjure
10. Carrion
11. Mine
12. Alpha Omega
13. Drone State
14. December Sadness
15. K.N.K.A.
16. Lam Bras
17. Island
18. En Garde
19. Existence
20. Darkness (Z)
21. IO (Z)
22. Souls (Z)
23. Timekiller (ZZ)
24. I Am (ZZ)
25. Rescue (ZZ)

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Concert-Pictures Sektion (für Bildkommentare muss man aus Spamverhinderungsgründen leider angemeldet sein) oder direkt hier durch Anklicken des jeweiligen Bandfotos:

Project Pitchfork:


Heavy-Current:

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