Solar Fake – Broken Grid

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Solar Fake – Broken Grid
VÖ: 01.02.2008

Bei Solar Fake handelt es sich um das neueste Projekt von Dreadful Shadows/Zeraphine-Sänger Sven Friedrich, der sich mit "Broken Grid" einen lang gehegten Traum erfüllt, nämlich ein komplett aus elektronischer Musik bestehendes Album aufzunehmen und sich so auch mal abseits des handgemachten Zeraphine-Sounds tummeln zu können. Und diese Chance nutzt er nun ohne Rücksicht auf Stilgrenzen aus,  vereint sein Debutwerk doch Synthpop mit zeitweisem Einfluss von Industrial und Electro Rock.

Sven Friedrich zeichnet fast ausschließlich allein für die gewählten Sounds zuständig, kombiniert verschiedenste Soundschichten miteinander und reichert sie mit Texten über Betrug, Selbstmord, gestörter Wahrnehmung oder mentalen Wunden an. Nicht aus seiner Feder geflossen ist einzig die Coverversion des Radiohead Klassikers "Creep", die Sven ins Reich des Elektros entführt.

Mit "Hiding Memories From The Sun" beginnt das Album recht zaghaft aber gefällig. Gleiches gilt zunächst auch für "Stigmata Rain"; im Refrain wird das Tempo -unterstützt von verzerrtem Gesang- jedoch deutlich angezogen. Das Radiohead-Cover "Creep" ist ganz nett gelungen, bleibt jedoch weit hinter dem Original zurück, was vorallem an der fehlenden Intensität im Vergleich zu Thom Yorke liegt.

Die zweite Hälfte des Albums wird von "I Keep My Eyes Shut" eingeläutet, mit dem Sven Friedrich eine interessante Verbindung von Industrial und Elektrorock eingeht, was den Track zu einem der besseren des Albums macht. Nicht ganz heranreichen kann im weiteren Verlauf "Lies", welches zwar auch wieder etwas mehr Härte ins Spiel bringt, aber im Zusammenhang gesehen zu aufgesetzt wirkt. Deutlich ruhiger wird es gegen Ende des Albums bei "Sometimes" und "Your Hell Is Here", handelt es sich hier doch um zwei nette Synthpop-Stücke, in denen Sven Friedrich’s Stimme sich offensichtlich eher heimisch fühlt und gerade "Your Hell Is Here" vermag den Hörer mit seinem hypnotischen Gesang gütig zu stimmen. Den Abschluss bildet mit "I Can’t Remember" eine reinrassige Ballade.

Insgesamt gesehen ist das Album für Sven Friedrich Fans sicherlich ein Muss, für alle anderen empfiehlt sich jedoch zunächst: Probehören! Die Songs sind nicht schlecht, jedoch fehlt ihnen das gewisse Etwas, um sich von der Masse abzuheben. Zumal zwar stilübergreifende Elemente vorhanden sind, diese jedoch jedes für sich von anderen besser umgesetzt werden und eine klare Zielgruppe daher nicht auszumachen ist.

Live wird man das Projekt im Übrigen ebenfalls erleben können, z.B. beim im nächsten Sommer anstehenden ersten Blackfield Festival im Gelsenkirchener Amphitheater. Als Konzept angedacht ist, dass Sven auf der Bühne -von einem weiteren Musiker verstärkt- Keyboards spielen und singen wird. Die gesamten Sounds sollen jedoch auch hier, abgesehen von der Stimme, rein elektronisch erzeugt werden.

Aber auch bereits deutlich früher besteht die Chance eines Solar Fake Livegigs, denn Sven Friedrich wird zunächst Anfang Januar im Rahmen des Planet Myer Day 6 in der Moritzbastei zu Leipzig auftreten und das Album am 01.02.2008 -somit genau am Tag der Veröffentlichung im Rahmen einer Releaseparty im Berliner K17- ebenfalls live vorstellen.

Tracklist:
01. Hiding Memories From The Sun
02. Stigmata Rain
03. (You Think You’re) Radical
04. The Shield
05. Creep
06. Here I Stand
07. I Keep My Eyes Shut
08. Hero & Conqueror
09. Lies
10. Sometimes
11. Your Hell Is Here
12. I Can’t Remember

Autor: Michael Gamon

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