Dead Guitars – Airplanes

Dead Guitars - Airplanes
Geschätzte Lesezeit: 2 Minute(n)


Dead Guitars ? Airplanes

Tracklist:
01. Name Of The Sea
02. Feels Alright
03. Crumble Zone
04. Airplanes
05. Sweet Revenge
06. Crash
07. Shine
08. This Was A Year
09. Should I
10. The Great Escape

 + Name Of The Sea (Video-Track)

Tief begraben in den würdevollen und
unsterblichen Momenten der Achtzigern liegt der Ursprung von Dead Guitars,
einem Trio bestehend aus Carlo van Putten (Gesang), Pete Brough
(Akustikgitarre) sowie Ralf Aussem (Gitarre, Loops, Mellotron). Carlo entsprang
der weiträumig unterschätzten Wave-Rock Band The Convent, musizierte mit dem
1999 verstorbenen Adrian Borland (The Sound) und fand in Form von Pete und Ralf
aus dem Hause der legendären Twelve Drummers Drumming zwei freundschaftliche
Partner, die seiner Faszination für innige, dunkle Rock-Musik mit authentischem
Wave-Einschlag einiges abgewinnen konnten und so mit Dead Guitars das
ausgereifte, rundum bewegende Debüt ?Airplanes? vorlegen. Unterstützt von
Gastmusikern und der Erfahrung aus vielen Jahren musikalischem Herzblut reift
der kompakte Output durch die umfassende Leidenschaft mit jedem Hören mehr und
ist dennoch schon beim ersten Durchlauf einer Kraft erliegen, vor der die
meisten jungen, ähnlich gearteten Bands in die Knie gehen müssten.

Bereits bei den ersten Takten von ?Name Of The
Sea? befindet man sich in einer wahren Wonne aus dunkelromantischen, gänzlich
unpeinlichen Momenten, die musikalisch wie textlich jede Menge Authentizität
und professionelles Handwerk atmen, ohne dabei das Gefühl dem Muckertum zu
opfern. Dafür steckt das Trio samt Begleitung zu viel Seele in die Sache, die
sie das Leben lang begleitet und nichts von ihrer Anziehungskraft der vorigen
Bands einbüßt. Musik, Musik und nochmals Musik. Mehr Beschreibung braucht es
fast nicht, wenn im Opener der prägnante Basslauf den Reigen eröffnet und die
mit vereinnahmenden Effekten gespickte Gitarre samt Carlos melancholischer
Interpretation von Hoffnung (?Summer will come!?) die Schönheit für sich
sprechen lässt.

In ?Crumble Zone? tauchen die träumerischen
Gitarrensounds zwischen nahezu folk-lastiger Lockerheit wieder auf und lassen
einen vor Glückseligkeit schwankend zurück, während sich andere über
vermeintliche Referenzen aus den Achtzigern den Kopf zerbrechen. Sicherlich
kann man mehr als eine Handvoll Heroen aus den guten alten Wave-Tagen nennen,
doch damit in keiner Weise den aktuellen Stellenwert von Dead Guitars bemessen.
Dieser sollte angenehm distanziert von verkaufsträchtiger Trend-Reiterei in der
dunklen Szene und auch im benachbarten Indie Rock-Sektor mehr als nur ein
Strohfeuer entfachen, wenn man sich allein nur die herzzerreißenden Lyrics im
Titeltrack zu Gemüte führt und es sich die Zeilen ?Every airplane must come
down, some in pieces on the ground? im Kopfkino gemütlich machen. Auch wenn
sich jeder selbst ein Bild davon machen muss und dies ?lediglich? als großer
Tipp verstanden werden soll, kann man abschließend die Faszination noch einmal
ausdrücklich attestieren und darauf hinweisen, dass hier lediglich auf die
erste Hälfte von ?Airplanes? eingegangen worden ist und die Großartigkeit bis
zum letzten Ton kein Ende kennt. Danke für diese Intensität und vor allem: Bis
hoffentlich bald zum zweiten Longplayer!

 
Autor:
Daniel Leckert

More from Sparklingphotos.de

TORUL & EGOAMP – Oberhausen, Kulttempel (11.10.2015)

EGOamp wurde von Asmodi Caligari und Cesare Insomnia gegründet. Das Projekt wird...
Read More