Lesedauer: 2 Minuten
Lesedauer: 2 MinutenWenn ein Musiker stirbt, der nie das Rampenlicht suchte, sondern es durch seine bloße Anwesenheit sanfter erscheinen ließ, ist der Verlust oft am schwersten zu greifen. Perry Bamonte war einer dieser Musiker. Kein Lautsprecher, kein Poseur – sondern ein leiser, beharrlicher Architekt jener bittersüßen Klangräume, die The Cure über Jahrzehnte zur vielleicht bedeutendsten Wave-Band der Welt machten. Am 26. Dezember 2025 ist er, wie die Band bestätigte, „nach kurzer Krankheit über Weihnachten zu Hause verstorben“. Er wurde 65 Jahre alt.
Bamonte war kein Gründungsmitglied. Aber wer The Cure je wirklich zugehört hat, der weiß: Perry war kein bloßer Sideman. Als er 1990 offiziell zur Band stieß – zunächst als Keyboarder, später vor allem an der Gitarre –, war das keine Anstellung. Es war ein fließender Übergang. Seit 1984 gehörte er zum engen Kreis um Robert Smith, war Gitarrentechniker, Schattenarbeiter, Vertrauter. Und dann kam Wish. Das letzte große Chart-Statement der Band – mit Songs wie „From the Edge of the Deep Green Sea“, auf denen Bamontes Handschrift unverkennbar war: dramatisch, aber nie pompös, sehnsüchtig, ohne je ins Kitschige zu kippen.
Bamonte 1992 in einem Interview für MTV Europe:
Alben wie „Wild Mood Swings“, „Bloodflowers“ und „The Cure“ (2004) wären ohne ihn undenkbar. Live war er das emotionale Rückgrat: nie aufdringlich, immer präsent. Seine Bewegungen auf der Bühne – zurückgenommen, fast geisterhaft – passten zur Musik. Und doch: Jeder Ton, den er spielte, schien zu sagen: „Ich bin hier.“
Nach seinem Ausstieg 2005 wurde es lange still. Und als er 2022 zur Band zurückkehrte, war das mehr als ein nostalgisches Wiedersehen. Es war ein stilles, versöhnliches Kapitel in der Geschichte von The Cure. Weitere 90 Konzerte spielte er mit der Band – manche nennen sie die besten seit Jahrzehnten. Das letzte: London, 1. November 2024. Ein Heimspiel. Ein Vermächtnis.
Offiziell wurde keine Todesursache genannt. Doch Fans, die ihn zuletzt sahen, bemerkten es: Seine Statur schien fragiler, sein Blick ernster. Und dennoch: Auf der Bühne blieb er der alte Perry – der Mann, der nie viele Worte machte und doch so viel erzählte.
Perry Bamonte war nie der Lauteste. Aber in einer Band, die wie keine zweite den Schmerz in Schönheit verwandelte, war er vielleicht der Wahrhaftigste.
Farewell, Perry. Deine Akkorde klingen weiter.
THE CURE bestätigen Aufnahme neuer Songs – Folgealbum zu „Songs of a Lost World“ ist in Sicht
Weblinks THE CURE:
Homepage: https://www.thecure.com
Facebook: thecure
Instagram: thecure
Entdecke mehr von Monkeypress.de
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

