Lesedauer: 3 Minuten
Lesedauer: 3 MinutenMit einer zurückgenommenen, fast demonstrativ leisen Veröffentlichung meldet sich Moby zu Beginn des Jahres zurück. Heute, am 16. Januar 2026, erscheint eine neu eingespielte Version von „When It’s Cold I’d Like To Die“, jenem Stück aus dem Jahr 1995, das längst zu den stillen Fixpunkten seines Katalogs zählt. Gleichzeitig kündigt der New Yorker sein neues Studioalbum „Future Quiet“ an, das am 20. Februar 2026 über BMG veröffentlicht werden soll. Single und Album stehen dabei weniger für einen Neuanfang als für eine bewusste Konzentration auf jene Qualitäten, die Mobys Werk seit Jahrzehnten prägen: Reduktion, Melancholie und emotionale Offenheit.
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Die Wahl der Single ist dabei alles andere als zufällig. „When It’s Cold I’d Like To Die“ hat in den vergangenen Jahren eine unerwartete zweite Karriere erlebt, vor allem durch seine wiederholte Verwendung in der Netflix-Serie „Stranger Things“. Dort fungierte der Song als emotionaler Verstärker, eingebettet in nostalgisch aufgeladene Bilderwelten, und erreichte so ein Publikum, das mit Mobys Frühwerk kaum vertraut war. Die neue Version verschiebt den Akzent jedoch spürbar. Anstelle des ätherischen Gesangs von Mimi Goese, der das Original prägte, rückt nun Jacob Lusk in den Mittelpunkt. Der Sänger der Band Gabriels verleiht dem Stück mit seiner soul- und gospelgeschulten Stimme eine körperlichere, erdigere Präsenz. Ein zurückhaltendes Orchesterarrangement verstärkt die melancholische Grundstimmung, ohne sie ins Pathetische kippen zu lassen.
Als Einzelveröffentlichung ist der Song zugleich programmatisch für das Album, dem er vorausgeht. „Future Quiet“, so beschreibt es Moby selbst, sei als Rückzugsraum gedacht – als bewusster Gegenentwurf zu einer Gegenwart, die von Beschleunigung, Dauerkommunikation und digitalem Lärm bestimmt ist. Musikalisch bewegt sich das Album entsprechend zwischen Piano-Minimalismus, Ambientflächen und sparsam eingesetzten elektronischen Strukturen. Neben Lusk sind weitere Gastsängerinnen und -sänger beteiligt, darunter serpentwithfeet, India Carney und Elise Serenelle. Sie verleihen den Stücken eine menschliche Wärme, ohne die grundsätzliche Zurückhaltung der Kompositionen zu unterlaufen. Schon die Titel – „Ruhe“, „Great Absence“ oder „The Opposite of Fear“ – deuten an, dass es weniger um klassische Songdramaturgien als um Zustände, Atmosphären und Kontinuität geht.
Gerade darin liegt eine gewisse Spannung. „Future Quiet“ ist als leises Album angekündigt, als Musik, die Raum lässt und sich nicht aufdrängt. Wie sich diese Ästhetik in größeren Kontexten behaupten wird, bleibt offen. Zugleich passt der Gedanke zu einem Künstler, der sich seit Jahren demonstrativ gegen die Logik des Immer-Lauteren stellt und stattdessen auf Wirkung durch Reduktion setzt.

Tracklist:
01. When It’s Cold I’d Like To Die (feat. Jacob Lusk)
02. This Was Never Meant for Us
03. Retreat
04. Estrella del Mar (feat. Elise Serenelle)
05. Ruhe
06. Mott St 1992
07. Precious Mind (Quiet Future) (feat. India Carney)
08. Tallinn
09. On Air (Quiet Future) (feat. serpentwithfeet)
10. Selene
11. Le Vide
12. Great Absence
13. Mono No Aware
14. The Opposite of Fear
Auch live will Moby im kommenden Jahr präsent sein. Für den Sommer 2026 sind zwei Deutschlandkonzerte angekündigt, Open-Air und weitläufig gedacht – ein bewusster Kontrast zu einem Album, das programmatisch auf Intimität und Stille setzt. Ob diese Spannung trägt, dürfte eine der interessanteren Fragen dieses neuen Kapitels sein.
Moby – Live 2026 (Deutschland)
11.08.2026 Deutschland Dresden, Open-Air at Filmnächte am Elbufer (Tickets)
18.08.2026 Deutschland Bonn, KUNST!RASEN Festival Bonn-Gronau (Tickets)
Weblinks MOBY:
Webseite: moby.com
Facebook: @mobymusic
Instagram: @moby
Youtube: @moby
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