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Gavin Friday – Catholic

Gavin Friday – Catholic



Gavin Friday ist ein Künstler wie aus dem Bilderbuch. Neben seinen Fähigkeiten als Maler war er auch Gründungsmitglied der legendären irischen Postpunk-Band Virgin Prunes und veröffentlicht seit seinem Ausstieg im Jahre 1985 (die Band löste sich in der Folge nur ein Jahr später endgültig auf) vereinzelte Soloalben. Nach diversen Soundtracks und Filmscores, ist nun nach 16 Jahren (!) die Zeit wieder reif für sein viertes offizielles Soloalbum, das auf den Namen „Catholic“ hört und dieser Tage erscheint.

Einmal eingelegt überrascht die neue Scheibe zunächst etwas, denn der Eröffnungstrack „Able“ klingt frisch und gar nicht so schwer, wie es das Cover vermuten lassen würde. Dort liegt er in einer Uniform auf einem offensichtlichen Totenbett, gehüllt in eine irische Nationalflagge, auf der ein Kreuz liegt. Schon frühzeitig hatte sich Gavin ausgiebig mit der Bibel beschäftigt, insofern ist ein religiöses Thema durchaus im Rahmen, allerdings musste man düsterere Atmosphären erwarten. Aber keine Sorge, bei Gavin ist natürlich auch heute nicht alles eitler Sonnenschein und auch wenn die Songs nicht ausschließlich tiefschwarz und wie bei „Blame“ sogar fast schon in Singer-/Songwriter Manier daherkommen, ist noch ausreichend Tiefgang und Düsterheit vorhanden. Dies schlägt sich natürlich auch ganz besonders in den Texten nieder. „Catholic“ ist eine Art Konzeptalbum geworden, das verschiedenste Situationen des Lebens behandelt und schlussendlich und folgerichtig beim letzten Song „Lord I’m Coming“ im Tode endet, wodurch der Kreis zurück zum Albumcover perfekt geschlossen wird. Doch bis dahin umschmiegt einen Gavin Friday mit seiner gefühlvollen Stimme und gibt Einblicke in sein Leben und Dinge die ihn bewegen. Man spürt sofort, dass „Catholic“ ein sehr persönliches Album geworden ist, in dem er Rückschläge wie eine zerbrochene Ehe, den Tod seines Vaters und ähnliche Ereignisse mit einer Reife verarbeitet, die einen wirklich berührt. Sehr facettenreich beschreiben die Songs die verschiedensten Situationen vom hoffnungsvollen „Able“ bis zu melancholischen Songs wie „A Song That Hurts“, das natürlich nicht durch mangelnde musikalische Qualität, sondern durch die transportierte Traurigkeit seelische Schmerzen zufügt. Doch auch positive Aussichten hat der irische Barde für uns auf Lager, wenn es beim mit Streichern verzierten „It’s All Ahead Of You“ heißt: „Did you know that the best is yet to come? It’s all ahead of you, if you want it“.

„Catholic“ ist kein lautes Album und wird es sicher schwer haben, sich im Massenmarkt durchzusetzen. Aber das will es auch gar nicht, sondern vielmehr dem Hörer die Gefühlswelt des Künstlers Gavin Friday etwas näher bringen und ihn dessen Empfindungen selbst spüren lassen. Und genau das schafft es, fernab von Hitsingles und Bombast. Anspieltipps sind daher kaum nennbar, „Able“ und das einnehmende „Lord, I’m Coming“ seien nur exemplarisch aufgeführt. Hier steht die Dichte der Songs im Vordergrund und wer sich darauf einlässt wird es genießen und seine eigene Umgebung für jeweils eine knappe Stunde vollkommen vergessen können.

Tracklist:
01. Able
02. Land On The Moon
03. A Song That Hurts
04. The Only One
05. Blame
06. The Sun & The Moon & The Stars
07. It’s All Ahead Of You
08. Perfume
09. Epilogue
10. Where’d Ya Go? Gone
11. Lord I’m Coming

Bewertung: 7,5 / 10 Punkte

Autor: Michael Gamon

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