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title: "YARD ACT / HOME COUNTIES &#8211; Köln, Gloria (05.10.2026)"
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url: "https://monkeypress.de/2026/10/live/konzertberichte/yard-act-home-counties-koeln-gloria-05-10-2026/"
author: "Patrick Friedland"
datePublished: "2026-10-07T22:41:02+02:00"
dateModified: "2026-10-07T22:41:02+02:00"
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# YARD ACT / HOME COUNTIES – Köln, Gloria (05.10.2026)

Wir brauchen doch alle etwas Musik, oder? Wahrscheinlich sogar mehr als nur etwas, sonst hätte man sich wohl kaum auf diese Seite verirrt. Yard Act, die Indie-Chamäleons aus Leeds, haben ihr neues, drittes Album passenderweise „You’re Gonna Need a Little Music“ genannt. Für drei Konzerte reisten James Smith & Co. nach Deutschland, um die Platte und ausgesuchte Stücke der Vorgänger zu präsentieren. Zu Beginn stand Köln im Kalender. Hier spielten die Engländer erst im vergangenen Dezember als Vorgruppe von The Hives – nun war es allerdings nicht das proppevolle Palladium, sondern das solide, aber nicht überragend gefüllte Gloria-Theater im Herzen der Stadt.

Zuvor gab es aber 30 Minuten lang erfrischende, zumindest in Teilen artverwandte Klänge einer hierzulande noch völlig unbekannten Truppe. **Home Counties** sammelten in ihren noch jungen Jahren schon Erfahrung als Support von Franz Ferdinand. Und ja, das passt. Das mit sehr zahlreich vorhandenem Live-Instrumentarium von Tamburin und Rasseln über mehrere Keyboards plus traditionellem Rockband-Material ausgestattete Sextett spielt schmissigen, treibenden Indie-Rock, der immer wieder elektronisch verfeinert wird. Das Ganze garniert mit verschiedenen Gesangsstimmen – Will Harrison und Lois Kelly ergänzen sich ganz trefflich. Der Plan „*to make you dance, even on a Monday night*“ (Zitat Harrison) ging jedenfalls auf.

Neben den freundlichen verdienten Reaktionen hatten Home Counties, die im vergangenen Oktober ihr zweites Album „Humdrum“ veröffentlichten, in der Stadt anscheinend richtig Spaß. Harrison und Kelly [verdingten sich vor dem Kölner Dom kurzzeitig als Straßenmusik-Duo](https://www.instagram.com/p/DeMI8Q1ONKX/?hl=de) und auch ein ausgiebiger Gastrobesuch war noch drin. „*It’s our first time ever in Germany and we really like it*“ , sagte Harrison kurz vor Ende des halbstündigen Sets, das wie im Flug verging. Das hat beidseitig wirklich gut funktioniert und schreit doch nach einer Wiederholung.

##### Setlist HOME COUNTIES @ Köln, Gloria (05.10.2026)

1. Back to the 70s
2. Bethnal Green
3. Humdrum
4. Spain
5. Meet Me in the Flat Roof
6. You Break It, You Bought It
7. Uptight

[![Home Counties © Patrick Friedland](https://i0.wp.com/monkeypress.de/wp-content/uploads/2026/10/IMG_0531.jpg?w=796&h=597&ssl=1)](https://i0.wp.com/monkeypress.de/wp-content/uploads/2026/10/IMG_0531.jpg?ssl=1)

Home Counties © Patrick Friedland

[![Home Counties © Patrick Friedland](https://i0.wp.com/monkeypress.de/wp-content/uploads/2026/10/IMG_0528.jpg?w=396&h=297&ssl=1)](https://i0.wp.com/monkeypress.de/wp-content/uploads/2026/10/IMG_0528.jpg?ssl=1)

Home Counties © Patrick Friedland

[![Home Counties © Patrick Friedland](https://i0.wp.com/monkeypress.de/wp-content/uploads/2026/10/IMG_0532.jpg?w=396&h=296&ssl=1)](https://i0.wp.com/monkeypress.de/wp-content/uploads/2026/10/IMG_0532.jpg?ssl=1)

Home Counties © Patrick Friedland

Um Punkt neun folgten **Yard Act**. Sie sind in diesen Tagen die etwas andere Indie-Band. Zum einen – was für eine seltene Wohltat in diesen Zeiten – verzichtet das Quintett auf stumpfe politische Ausrufe und plumpe Agitation – die Sozialkritik liegt dafür umso ausgeprägter in den zumeist ausufernden Songtexten. Zudem steht hier keine durchgestylte Gruppe auf der Bühne, die man mühelos als solche erkennen würde. Eher Individualisten, die zufällig eines Tages merkten, dass sie doch ganz trefflich miteinander harmonieren. Drummer Jay Russell sieht aus wie ein ganz netter, biederstmöglicher Familienvater, Gitarrist Sam Shipstone fehlen zu einem 08/15-Metalcore-Bandmitglied nur etwa 25 Tattoos (dafür: was für ein prächtiger Schnurrbart!), Bassist Ryan Needham würde mittlerweile fast jeden Jarvis-Cocker-Look-a-like-Wettbewerb gewinnen.

Und dann ist da natürlich noch James Smith mit seiner Hornbrille, gekleidet in einen prächtig-hässliches und etwas zu lang geratenes Cordsakko. Der Typ wirkt wie der smarte, schüchterne Nerd, der in der Schule von den Bullys gemobbt und von den Mädchen gemocht, aber auch nie wirklich geliebt wurde. Nun hängen alle an seinen Lippen. Denn er hat viel zu sagen. Yard Act – und das ist wieder so ein Unterschied zu vielen anderen Bands, denen man Attribute wie „Postpunk“ hinterherwirft – arbeiten bevorzugt mit Spoken-Word-Vocals. Smith referiert über gesellschaftliche Spaltung, Alltagsgeschichten, Krisen, die Liebe oder auch mal komplett Absurdes. Das wird kombiniert mit kräftigen Hooks und vor allem wahnsinnig viel instrumentaler Abwechslung – seit nunmehr einer EP und drei tollen Alben.

Das aktuellste, „You’re Gonna Need a Little Music“, stellte mit neun Songs erwartungsgemäß den Löwenteil des Sets. Älteres Liedgut kam trotzdem nicht zu kurz. „Fixer Upper“ mit seinem Ohrwurm-Gitarren-Lick von der Debüt-EP „Dark Days“ sorgte an dritter Stelle für erste Bewegung vor der Bühne – vor dieser standen erfreulich viele Menschen deutlich sichtbar jünger als 30. Zwischendurch schäkert Frontmann James Smith, der seine irrsinnigen Textlawinen über fast 80 Minuten energisch und ohne jeden Hänger ins Mikro singspricht, gerne mit dem Publikum, präsentiert sich sehr nahbar und versucht gar ein wenig Kommunikation auf Deutsch. Das hat er kurzzeitig mal in der Schule gelernt – und wurde vom Lehrer wegen seines Nachnamens stets als „Herr Schmidt“ angesprochen. Eine Anekdote, die im grummeligen, an langsame Queens of the Stone Age-Stücke erinnernden „Redeemer“ gar Eingang in die Lyrics fand.

So richtig kommt der Auftritt der Engländer mit „The Overload“ in die Gänge. Es ist der vielleicht zugänglichste Song der Bandgeschichte, mit einem hymnischen Refrain und dank der Berücksichtigung auf dem Videospiel-Soundtrack Fifa 22 wohl auch der bekannteste. Einige junge Damen eröffnen einen kleinen Moshpit – alle anderen belassen es bei fröhlichem Mitsingen. Auf den straighten Indierock-Sound von „The Overload“ folgt mit dem Titelstück der neuen LP ein Keyboard-lastiger Song, den die Madchester-Bands der Jahre 1988 bis 1992 kaum besser hätten hinbekommen können. Wiederum gefolgt von der siebenminütigen, romantischen Ballade „Janey Said“. Yard Act schmeißen ihre Fans durch verschiedenste Stimmungen und Tempi. Langeweile? Fehlanzeige.

[![Yard Act © Patrick Friedland](https://i0.wp.com/monkeypress.de/wp-content/uploads/2026/10/IMG_0538.jpg?w=379&h=284&ssl=1)](https://i0.wp.com/monkeypress.de/wp-content/uploads/2026/10/IMG_0538.jpg?ssl=1)

Yard Act © Patrick Friedland

[![Yard Act © Patrick Friedland](https://i0.wp.com/monkeypress.de/wp-content/uploads/2026/10/IMG_0564-rotated.jpg?w=213&h=284&ssl=1)](https://i0.wp.com/monkeypress.de/wp-content/uploads/2026/10/IMG_0564-rotated.jpg?ssl=1)

Yard Act © Patrick Friedland

[![Yard Act © Patrick Friedland](https://i0.wp.com/monkeypress.de/wp-content/uploads/2026/10/IMG_0548.jpg?w=379&h=284&ssl=1)](https://i0.wp.com/monkeypress.de/wp-content/uploads/2026/10/IMG_0548.jpg?ssl=1)

Yard Act © Patrick Friedland

[![Yard Act © Patrick Friedland](https://i0.wp.com/monkeypress.de/wp-content/uploads/2026/10/IMG_0563-rotated.jpg?w=213&h=284&ssl=1)](https://i0.wp.com/monkeypress.de/wp-content/uploads/2026/10/IMG_0563-rotated.jpg?ssl=1)

Yard Act © Patrick Friedland

In dem Turnus geht es weiter. Etwas dümmliche, aber spaßige „Babapbapbabap“-Chöre bei „Land of the Blind“, Rave-Exzess und Jam-Atmosphäre beim achtminütigen Dancefloor-Filler „The Trench Coat Museum“, bei dem Smith gar zum Effektgerät greift und den Gesamtsound um elektronische Storgeräusche erweitert, dann wieder entspannter Britpop-Sound bei „Talky Talky People“. Fans des Frühwerks dürfen sich noch über „The Trapper’s Pelts“ freuen, bevor Yard Act nach einem dreifachen „*Dankeschonn, Dankeschonn, Dankeschonn*“ von James Smith die Bühne verlassen. Was später beim Blick auf die Setlist-Zettel auffällt: Auf dieser stehen nach „The Trapper’s Pelts“ keine weiteren Songs. Die Zugabe scheint also komplett improvisiert zu sein – und jegliche backstage geklärten Pläne für das allerletzte Lied werden von einer engagierten Dame mittig vor der Bühne zunichte gemacht. Sie macht lautstark auf sich aufmerksam, James Smith beugt sich zu ihr runter und eröffnet der Band, dass sie doch unbedingt noch „Cherophobe Rock“ hören will – einen der wohl Hit-verdächtigsten Tracks auf „You’re Gonna Need a Little Music“.

Sympathisch und fannah, wie sich Smith schon den gesamten Abend über präsentiert, gibt er den Wunsch an die Mitmusiker weiter und tatsächlich beschließen Yard Act das Konzert mit „Cherophobe Rock“. Lautstarker Applaus, glückliche Gesichter und ein James Smith, der sich mit Luftküsschen und den Worten „*We always love it here in Cologne. I think we have to come back very soon*“ verabschiedet. Mit diesem Gedanken ist er sicher nicht alleine.

Am 14. Oktober spielen Yard Act ihr drittes und vorerst letztes Deutschland-Konzert im Berliner Festsaal Kreuzberg. [Karten sind noch für ca. 37 Euro erhältlich](https://www.eventim.de/artist/yard-act/).

##### Setlist YARD ACT @ Köln, Gloria (05.10.2026)

1. Redeemer
2. Tall Tales
3. Fixer Upper
4. Dream Job
5. Down by the Stream
6. Empty Pledges
7. The Overload
8. You’re Gonna Need a Little Music
9. Janey Said
10. Dead Horse
11. Land of the Blind
12. Fiction
13. The Trench Coat Museum
14. Thrill of the Chase
15. Talky Talky People
16. The Trapper’s Pelts
17. 100% Endurance (Z)
18. Cherophobe Rock (Z)

##### Weblinks YARD ACT

Homepage: [yardactors.com](https://www.yardactors.com/?fbclid=IwY2xjawT66SZwZG9mAWV4dG4DYWVtAjEwAHNydGMGYXBwX2lkEDIyMjAzOTE3ODgyMDA4OTIAAR6qfaUkZ3JnrOOwKig7GgAaNFyOo6Gid5v32FZ5vLowrAAA0D8uGQwnzWwO1Q_aem_5G_8-q0WgTmu_QG15kkm4A)
 Instagram:  [www.instagram.com/yardactband](https://www.instagram.com/yardactband)
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##### Weblinks HOME COUNTIES

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